Isle of Man & Northern England – ‚Standing with Stones‘

Mull Hill, Isle of Man

https://youtu.be/tZc4R_bmlyc

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Merlin und die `Isle of Glass´

Bardsey from Braich y Pwll, Foto Kevin Davies

3 Kilometer von der Landsitze von Uwchmynydd die wie ein Finger aiuf das meer weist . Liegt die Felseninsel Bardsey. bevor dort der heilige Cadfan,im Jahr 516 ein Kloster errichtete,wurde sie bereits als heilige Stätte verehrt. Über viele Jahrhunderte hinweg galt Bardsey als `der heilige Platz des Begräbnisses für die Mutigsten und Besten im Land´. Die fahrenden Sänger die Barden des Mittelalters, nannten die Insel auch `das Land des Ablass, der Absolution und Vergebung, die Straße zum Himmel und das Tor zum Paradies´. Auf Grund seiner Bedeutung Bardseys wurde eine Pilgerreise auf die Insel den Pilgerfahrten nach Rom gleichgestellt. Darüber hinaus verklärten zahlreiche, ab dem frühen Mittelalter aufgezeichnete Legenden, die Insel zu einen mystischen Ort. Durch ein Ende der 90-er Jahre erschienenes Buch der Autoren Barber & Pykitt ge- wann eine dieser Erzählungen in jüngster Zeit wieder an Aktualität .In dem Buch identifizieren Bardsey als das eigentliche Avalon, jenem mythischen Land, in dem Artus nach der Schlacht von Camlann seine Wunden ausheilen ließ.

Der Tod König Arthurs mit der Barke zur Überfahrt nach Avalon, James Archer,1860

Wie über die Lage Avalons, gibt es auch über den Ort dieser letzten Schlacht des mythischen Königs nur Vermutungen. Erst im 11.Jhd. gibt es in den Annales Cambriae einem Vermerk, in dem die Schlacht auf das Jahr 537 datiert wird. Zur gleichen Zeit schreibt auch der Geistliche und Geschichtsschreiber Geoffrey von Monmouth in seiner Historia Regum Britanniae, über die Schlacht und verortet sie bei Camelford in Corn- wall. Avalon, dessen Name sich aus dem Kymrischen Wort `abal´, der Apfel bildete, wird auch die Apfelinsel genannt. Auf dieser Insel des ewigen Glücks soll laut den Erzählungen, die Heilerin Morgan le Fay zusammen mit ihrem Halbbruder geheilt und gepflegt haben. Morgan, auch Morgaine genannt, war die Tochter von Artus Mutter und ihrem ersten Mann Gorlois, dem Herzog von Cornwall.

Morgan le Fay, Anthony Frederick Sandys, 1864

In einer weiteren Legende wird Bardsey auch mit der `Isle of Glass´ in Verbindung ge- bracht, jenem legendären Glas-schloss, in dem der Zauberer Merlin lebte.Die ur- sprüngliche Erzählung war jedoch noch nicht mit dem Artus Mythos verknüpft und schilderte noch das Leben eines einsamen, schamengleichen Zauberers in der Wildnis. Auf Grund seiner Eigenschaften, der Heil- und Orkakelkunde gleicht er der keltischer Druiden, die eingeweiht waren, in die Geheimnisse der Natur. Erst in der Prosa des 15. Jhd`s wird Merlin zu jenem magischen Zauberer dessen Bild in der Literatur immer wieder erscheint. Er wird hier auch als ein Hüter eines Königreiches geschildert, das er selbst mit geschaffen hat. Doch seine Existenz ist in ein Mysterium gehüllt Dies zeigt auch sein Rückzugsort, das mehrere wallisische Legenden als das Glashaus auf Bardsey. beschrieben Dies soll er dort für seine geliebte Viviane, die Herrin der See erbaut haben, um dort mit ihr zu leben.

Merlin und seine Geliebte, Idylls of the King

Laut einer Erzählung befindet sich auf der Felseninsel auch sei Grab. So fantasievoll jenes unsichtbare Glashaus beschrieben wird, um so ärmlicher sieht aber die verwitterte Grotte, Merlins vermutetes Grab aus. Merlin ist eine Gestalt, die an der Schwelle zur neuen Epoche des Christentums lebt und vom neuen Glaube wird auch der Rest der einstigen keltischen Tradition adaptiert. Ein Ursprung des Namens Merlin wird in den Worten Mori, oder Maridunum gesehen, was übersetzt `die Meerburg´ bedeutet. Für die Felsennsel und Ort der Spiritualität wäre dies ein durchaus zutreffender Name. Be- trachtet man aber den Sternenhimmel jener Zeit, der ja seit dem sumerischen Gilgamesch Epos als Ursprung zahlreicher weiterer Mythen gesehen werden kann, so weist er auf einen anderen Mythos.Blickte man im 6. Jhd. vom Aussichtspunkt des Mynydd Bychestyn in Richtung der Insel der 20000 Heiligen, so sah man dort den Stern Sirus über Bardsey untergehen. Er verkörperte im ägyptischen Isis/ Osiris Mythos die Göttin Isis.Isis galt als Göttin der Liebe, der Fruchtbarkeit, des Meeres und der Sonne, wie auch als Schutzherrin der Magie und Heilung.

Bardsey, Samhain undOrion/Osiris

Auf Grund ihrer vielfältigen Rollen besaß die Göttin auch zahllose Beinamen, so dass ihr die Griechen auch den Namen Myrionýmos gaben, was übersetzt bedeutet `die mit 100000 Namen´. Neben dem Isis/ Osiriskult, der sich im gesamten römischen Imperium verbreitete, deutet die irisch-schottische Legende der Scotaauf eine weitere Verbindung des Landes ins alte Ägypten hin. Laut der Erzählung war Scota eine Tochter des Pharaos Nectanebus Gattin des Míl Espáne und deren Söhne sollen später Irland besiedelt haben. Osiris/ Orion wurde im alten Ägypten als Totengott verehrt. Er hatte den Tod überwunden hatte und lebte im Jenseits als Herrscher der Totenreiches weiter.Beide Bilder sind auch mit Bardsey verbunden. So ist der Sonnenuntergang zur Wintesonnen-wende vom bereits beschrieben Aussichtspunkt zu sehen und wenn im 6. Jhd., am Morgen nach Samhain Orion zum letzten Mal zu sehen war,deckte sich dessen Position mit der Inselform. Die See war dann im übertragenen Sinn das Haus aus Glas. Ähnliche Bezeichnungen und Bilder deuten hier an, dass in der Legende von Merlin und Viviane wohl der Isis/ OsirisMythos weiterlebte und so die Fantasie der Menschen weiter beflügelte.

Bilder: Wikipedia / Bardsey from Braich y Pwll, Foto Kevin Davies, Wiki CC BY-SA 2.0 / Der Tod König Arthurs mit der Barke zur Überfahrt nach Avalon, James Archer,1860Morgan le Fay, Anthony Frederick Sandys, 1864./ Frederick Sandys – Art Renewal Center / Merlin und seine Geliebte, Idylls of the King / Simulation, sunearthtools, stellarium,opentopomap

Das Heiligtum von Skellig Michael

Skellig Michael, Foto User:Gdr

Vor der Küste im Südwesten Irlands liegt ungefähr 12 Kilometer vom Dorf Portmagee entfernt die steil aufragende Felsinsel, Skellig Michael. Bereits in frühen Aufzeichnung- en taucht sie als fester Bestandteil der irischen Gründungslegenden auf. Eine dieser Legenden stammt aus der Zeit des 3. Jhd`s. n. Chr und erzählt, dass sich hier Daire Domhain, der König der Welt, auf eine Schlacht gegen die Riesen der Fianna – Armee vorbereitete. Domhain war ein Enkel des mythischen Conaire Mór, der als erster Hoch- könig Irland regiert haben soll. Er war das Kind der zauberkräftigen Mes Buachalla, die ihn nach einem Beischlaf mit einem Unbekannten in Vogelgestalt empfangen hatte. Im Irischen bedeutet der Name fian eine Kriegerschar, die im Sagenkreis des Finnzyklus eine Gruppe von freien Männern darstellte, die die Freiheit Irands verteidigten. Eine zweite Sage berichtet von der zweiten Landname Irlands durch die vom Norden Spaniens kommenden Milesier, bei der der 3. Sohn des Königs Milesius ums Leben kam.

The Coming of the Sons of Miled“, illustration by J. C. Leyendecker

Milesius war der Sohn des gallischen Königs Breohgan und wurde von ihm nach Skythien geschickt, wo er eine skytische Prinzessin heiratete. Nachdem sie verstarb, gelangte er nach Ägypten, wo er alles über die Künste, die Wissenschaft und die Schriften erfuhr. Dort blieb er einige Jahre und heiratete Sscotia, die Tochter des Pharaos. Mit ihr zeugte er die Söhne Heremon, Ir und Heber. Bei der Landnahme Irlands, die auf die Zeit um 1700 v. Chr. datiert ist, kommandierte ir eines der Schiffe der Flotte, doch ein Sturm trennte das Schiff von den anderen und es zerschellte an den Klippen von Skellig Michael. Dort wurde er dann auch begraben. In der Literatur wird der Name Skellig meist als `Fels im Meer´ interpretiert, ein Bild das sicher auch den Intentionen der Mönche entsprach, durch ein einsames Leben auf dem Fels inmitten des Meeres Gott möglichst nahe zu sein.

Klosterfriedhof auf Skellig Michael, Foto Jibi44

Wie die beiden Sagen aber nahelegen, muss es aber noch andre Gründe gegeben haben, die die Mönche veranlassten auf die Felseninsel ziehen. Da Skellig Michael der Endpunkt einer Linie ist, die mit geringen Abweichungen mehrere Michaelsheilgtümer verbindet, könnte der Ort bereits in der Frühgeschuchte Teil einer Reihe von bedeut- enden Kultorten gewesen sein. Eine weitere wichtige Verbindung besteht aber auch zwischen de Felseninsel und dem Mount Bolus an der Südwestspitze der irischen Küste. Das Wort Bol bedeutet in der indogermanischen Sprache Klumpen, also eine treffende Beschreibung für die isoliert liegende Landschaftsform des Mount Bolus. Doch der Sonnenaufgang, der von Skellig Michael aus, am 11. April, über dem Mount Bolus beobachtet werden kann, deutet auf eine besondere Beziehung beider Orte hin.

Einsiedlerhäuser(Bienenkörbe) und Mount Bolus. Foto Towel401

Dieses Datum markierte im römischen Reich das Ende der Magna Mater Feiern,dem Urbild der Muttergöttinnen. Mit ihr vergleichbar ist das Bild der Cailleachs, die in der schottisch-Irischen Mythologie eine Dreiheit bildeten, die sich aus der Cailleach Beara, der Cailleach Bolus und der Cailleach Corca Duidbne zusammensetzte. Als Dreiheit standen sie einst mit ihren unterschiedlichen Rollen für den Kreislauf der Natur. Doch vom Mount Bolus aus betracht, bot auch die Felsenspitze von Skellig Michael einst einen wichtigen Visierpunkt. Über ihr ging am 15. Oktober die Sonne unter, an dem Tag an dem im antiken Rom das Ritual des Oktoberpferdes zu Ehren des Mars gefeiert wurde. Mit einer Zeitspanne von 23 Tagen nach dem Herbstäquinoktium, erinnert die Feier aber auch an die Zeiteinteilung des einstigen megalithischen Kalenders.

Die Sonnenrichtungen von Sklellig Michael

Gemäß den Schriften des römischen Schriftstellers Sextus Pompeius handelte es sich bei diesem Fest um ein Ritual `für den Ausgang der Ernte. Am Ende des obligatorischen Pferderrennens wurde dann das beste Pferd geopfert und dessen blutender Kopf zum Herd der Vestalinnen gebracht. Damit knüpfte dieses Opferritual an die Verehrung von Pferdegottheiten an, die ab dem 20. Jhd.v. Chr. in Kleinasien fassbar sind. Diese Ver- ehrung setzte sich fort über die gallisch-römische Pferdegöttin Epona bis zum Mythos der irisch-wallisischen Göttin Rhiannon. Über sie wird berichtet, dass sie auf einem weißen Pferd, so schnell wie der Wind, über das Land ritt. Dabei wurde sie von Zaubervögeln begleitet, die Tote aufwecken und Lebende in einen 7 jährigen Schlaf versinken lassen konnten.Rhiannon wurde ebenso die Fähigkeit zugeschrieben, die Seelen Verstorbener in die Anderswelt zu tragen und ihnen dort zu helfen sich in ihren Dasein zurecht zu finden. Wie Rhiannon, hatte aber auch Michael am Beginn seiner Verehrung eine ganz ähnliche Rolle, in der er noch als Seelenbegleiter und Heiler gesehen wurde. War diese Verbindung am 15. Oktober entscheidend, so könnte Skellig Michael tatsächlich eine Toteninsel gewesen sein, auf die die Sage der Milesier hinweist. Damit bekäme auch der Name Skellig eine ganz andere Bedeutung. denn skellig könnte auch aus der Verbindung des griechischen Wortes skeletos und dem keltischen lica,dem Stein entstanden sein. War sie einst die steinerne Toteninsel, dann hat der Name Saint Michael hier durchaus seine Berechtigung. Auch das dem Orion/Òsiris gleichende frühe Bild des Michael als Heiler und Totenbegleiter fand auf Skellig Michael eine Entsprechung, denn während des Frühlingsäquinoktiums um 600 .Chr. ,tauchte Orion so am Südhimmel auf, dass sein Körper der Inselform entsprach.

Frühlingsäquinoktium und Skeilig Michael als `Körper´ des und Orion

Fotos: Wikipedia/ Skellig Michael, Foto User:Gdr,CC BY-SA 3.0 / The Coming of the Sons of Miled“, illustration by J. C. Leyendecker in T. W. Rolleston’s Myths & Legends of the Celtic Race, 1911 / Klosterfriedhof auf Skellig Michael, Foto Jibi44, Simmulation, opentopomap,stellarium, sunaerthtools

Der Götzenaltar bei Königsheim

Götzenbild des goldenen Kalbes in Hartmann Schedels Weltchronik Scan, Tsujigiri~commonswiki

Der Name Götzenaltar weist weit in die Religionsgeschichte zurück und spiegelt den Kampf der Religionen um die Deutungshoheit echter Gottesverehrung wieder. Der Name, der eine Zurücksetzung anderer Götter gegenüber dem Gott der Israeliten be- deutete, taucht im Buch der Chronik, aber auch im Buch des Propheten Hesekiel auf. Hesekiel, einer der drei großen Schriftpropheten des Tanach, schildert im gleichnamig- en Buch das Unglück der Israeliten als diese begannen fremde Götter anzubeten. Dies sah Hesekiel lange im Voraus in einer Vision, in er das Innere des Tempels erblickte, In dem huldigten Priester fremden Göttern anderer Völkern. Dort wurden sie nun in Bild- ern verehrt, während der ursprüngliche Glaube der Israeliten kein Bild Gottes kannte. Tatsächlich geschieht später dann das,was der Prophet anprangerte.

Fresko in der sixtinischen Kapelle von Michelangelo, 1510, Michelangelo – Web Gallery of Art:

Die Israeliten beteten die Götzen an und gerieten daraufhin, nach der Eroberung Jerusalems und der Zerstörung des Tempels in babylonische Gefangenschaft. Den- noch endet das Buch mit der Beschreibung der Herrlichkeit eines königlichen Fried-ensreiches in der Zukunft und deutet damit bereit das Kommen des Messias an. Im Buch der Chronik, das seit dem Mittelalter in 29 Kapitel unterteilt wurde, wird haupt-sächlich der Aufbau der Gesellschaft der Israeliten geschildert. Hierbei wird aber der Schwerpunkt der Betrachtung auf die Gottesverehrung im 1. Tempel gelegt. Im Ver- gleich mit den Gottes- bildern anderer Völker steht dort: (´„kol elohei haamim elilim´), was übersetzt bedeitet: `Denn aller Heiden Götter sind Götzen;´ oder auch sinngemäß `Alle Götter der Völker sind nichts´.

Nicolas Poussin: Die Anbetung des goldenen Kalbes (1633–1634)/ Nicolas Poussin/ Bild ttp://www.cts.edu/ImageLibrary/Public_domain.cfm

Dennoch ist der deutsche Begriff Götze erst jüngeren Datums. Im Mittelhochdeutschen entspricht die Diminutivform des Wortes einer Abwertung und dem Sinn nach einem Hausgeist oder Kobold. Martun Luther gebrauchte den Begriff erstmals im jahr 1520 in der Bedeutung von Abgott oder auch flacher Gott. Eng verknüpft mit dem Wort Götze ist der des heute kaum noch gebäuchlichen Begriffes Heide. Das Wort leitet sich aus dem lateinischen paganus ab, das für ländlich oder dörflich steht. Das Woirt weist aber gleich auf zwei Entwicklungen hin: Das Aufblühen einer städtischen Kultur während der Blütezeit Roms, die die dörflich anmutetenden Oppida in den Schatten stellte und damit ein soziales Gefälle von Stadt und Land andeutet. Dies spiegelte sich auch in der Wert- schätzund dieser weit draussen lebenden Bevölkerung wieder, die als ungebildet und zurückgeblieben betrachtet wurde. Das gleiche Bild wurde dann während der Christ-ianisierung auch auf den Glauben der Landbevlkerung übetragen. Eine erste klare Ab- grenzung zwischen den Heiden und den Christeen geschah auf dem im Lukasevangel- ium geschilderten Aposelkonzil. Für das Urchristentum, das zu dieser Zeit aus zahl- reichen sektiererischen Gruppen mit unterschiedlichen Glaubensinhalten bestand, wurde auf diesem Treffen eine wegweisende Entscheidung zur Missionierung von Heiden getroffen. Als Hauptvertreter der hellenistischen Theologie vertrat hier der Apostel Paulus die Auffassung, dass Heiden durch den angenommenen Glauben an Jesus Christus und den Empfang des Heiligen Geistes gereinigt und geheiligt seien.

Heidenmission im Mittelalter, Daratellung aus dem 19. Jhd.

Damit unterlagen sie auch nicht mehr dem bis dahin praktizierten jüdischen Religions- gesetz der Beschneidung und in der Folge war dies die Trennung zwischen dem Juden- tum und den Christen. Auf der südlichen Albhochfäche, zwischen Böttingen und Kön- igsheim erinnert der Name eines Felsblocks aus dem oberen Juragestein an den heute nicht mehr gebräuchlichen Begriff Götze. Das als Götzenaltar bezeichnete Gestein musste aber bereits in frühgeschichtlicher Zeit einen besonderen Nimbus besessen haben, denn in unmittelbarer Nähe zu dem Ort befinden sich mehrere Grabhügel. Der rund 1,6m hohe Block liegt auf einer runden Steinplatte mit einem Durchmesser von knapp 25m Die ganz bewusste Gestaltung des Ortes lässt sich auch in der Ost-West-Ausrichtung des Felsens erkennen.

Götzenaltar Schwäbische Alb, Foto Manuel Mattes , http://manuel-mattes.de

Auf Grund von Keramiktresten aus der späten Bronze- und Hallstattzeit wurde früh auf die kultische Bedeutung des Ortes geschlossen. Obwohl Bewaldung heute die einstigen Sichtbeziehungen verdeckt, erscheinen drei wesentliche Richtungen für den Götzenalt- ar und die Grabhügel wichtig gewesen zu sein: Der Sonnenuntergang am 31. Oktober über dem Böttenbühl, der während der Äquinoktien über dem Galgen Berg bei Bötting- en und dem Sonnenaufgang zur Sommersonnenwende über dem Stufenberg an der Oberen Bära. Die einstige Bedeutung des Ortes ist längst von zwei schauerlichen Sag- en überformt wurden. Eine erzählt vom Streit zwischen Vater und Sohn um ein Mädch- en, der in einem Gottesurteil mündete und schließlich zum Tod der beiden vor dem Stein führte. So nimmt es kein Wunder, dass er heute versteckt zwischen Bäumen liegt und seine ursprüngliche Bedeutung längst vergessen ist. Auch das Christentum hatte bald die Macht der einst angeprangerten Götzenbilder erkannt und das Medium Bild und Plastik zur weiteren Missionierung eingesetzt. Da die alte Bildsprache verloren ging, haben auch sie, heute, nach fast 2000 Jahren Missionierung, ihre große Bedeut- ung verloren, . Insofern steht der Naturaltar bei königsheim auch für den Beginn der Religionen.

Sonnenrichtung des Götzenaltares

Bilder: Wikipedia / Biblisches Götzenbild des goldenen Kalbes in Hartmann Schedels Weltchronik (Nürnberg 1493) , ScanTsujigiri~commonswiki / Fresko in der sixtinischen Kapelle von Michelangelo, 1510, Michelangelo – Web Gallery of Art/ Nicolas Poussin: Die Anbetung des goldenen Kalbes (1633–1634)/ Nicolas Poussin/ Bild ttp://www.cts.edu/ImageLibrary/Public_domain.cfm / Götzenaltar Schwäbische Alb, Foto Manuel Mattes, http://manuel-mattes.de/ simulation sunearthtools,opentopomap

Beuron und die Geburt des Mondes

Beuron, Foto by Adrian Michael

Der Ursprung des Ortsnamens Beuron wird im mittelhochdeutschen Wort bur gesehen, das Haus bedeutet. Somit deutet, oberflächlich betrachtet, der Ortsname auf eine An- sammlung von Gebäuden hin. Doch war war das Vorhandensein einiger abgelgener Bauernstellen an einer Donauschleife der eigentliche Grund, um hier eines der be- deutensten Klöster an der Donau zu errichten? Im germanischen Wortschatz hat das Wort `bur´ aber noch weitere Bedeutungen. So bedeutet bura auch geboren und ebenso empor oder hoch. Dieser Inhalt öffnet einen neuen Blickwinkel, auch vor dem Hintergrund der Darstellung von der Krönung Marias auf dem Hochaltar des Beuroner Klosters. Die Darstellung mit Christus, der Maria die Krone aufsetzt spielt sich vor einem goldenen Hintergrund ab, der von zahlreichen Sternen, der Sonne und dem Mond umgeben ist Der neue Hochaltar wurde nach einer Zerstörung des alten im Jahr 1872, im Stil der Beuroner Kunstschule gestaltet. Diese Schule wurde von ihrem Prota-gonisten und Förderer Desiderius Lenz ins Lebem gerufen und strebte nach dauerhaft gültigen, verbindlichen Gestaltungsprinzipien innerhalb der kirchlicher Kunst. Wie be- reits im Altarbild zu sehen, gehörte dazu ein ikonogragraphischer Bezug zur Kunst des Alten Ägypten, die für Len die Urform aller Künste darstellte.

Erzabtei Beuron: Altar

Gnadenkapelle (Nordseite der Beuroner Abteikirche), Foto Andreas Praefcke

Lenz glaubte, mit Hilfe den heiligen Maßen Ägyptens, in denen er die Gesetze der `ästhetischen Geometrie´ verborgen sah, wieder eine heilige Kunst ins Leben rufen zu können. Auch dort standen die Sonne, wie auch der Mond im Zentrum der Verehrung. Während im Laufe der Entwicklung Ägyptens der Sonne in Gestalt der Sonnengottheit Ra eine dominierende Rolle zugewiesen wurde, blieb der Mond im Denken und Glaub- en der altorientalischen Kulturen wichtiger. Seine Verehrung spielte vor allem in Ländern wie Mesopotamien, Kleinasien und Syrien-Palästina eine besondere Rolle. Spuren dieser Mondgottheiten, wie der orientalische Sin, finden sich heute noch Namen wie dem Berg Sinai versteckt.

Mondgott Sin

Mit dem Mond sind auch einige Phänomene verbunden, die ihn wohl einst seine Macht als Gottheit unterstrichen. Der Wandel seines Aussehens geht einher mit den Frucht-barkeitsyklen der Frau, wie auch mit Ebbe und Flut. Damit waren für frühere Kulturen die Einflüsse desMondes auf das menschliche Leben unmittelbar erkennbar. Sein Ver- schwinden bei der abnehmenden Mondphase. bracht ihn auch in Zusammenhang mit der Unterwelt und so hatte der Mondgott einst auch die Funktion eines Toten – Schicksals und Orakelgottes. Von den Sumerern und der Stadt Ur ist hier der Kult des Mondgottes Nanna überliefert. Dort galt er als der Vater des Sonnengottes Utu, was zugleich seine Vorrangstellung im Götterpantheon der Summer zeigt. Diese Vorrang-stellung hatte auch astronomische Gründe, denn die Macht des Mondes wurde auch darin gesehen, dass er auch während des Tages sichtbar ist und seine Bahn etwas höher als die der Sonne verläuft. Auf diese herausragende Bedeutung lässt auch der Name der sumerischen Mondgöttin `Nin.gal´, die große Herrin, schließen. Veränder- ungen seines Zyklus, wie Mond- und Sonnenfinsternisse riefen stets große Beunruhig- ung bei den Menschen hervor hervor und galten im Altertum als negatives Zeichen des Mondgottes, dem mit umfangreichen Ritualen begegnet wurde. Auf Grund dieser Angst vor Finsternissen konnten diese oft auch von kriegsentscheidende Bedeutung sein. In solchen Auseinandersetzungen war der war im Vorteil, der diese Finsternisse auf Grund umfangreicher Beobachtungen auch berechnen konnte. Dazu bot der Talkessel von Beuron mit seinen markanten Felsen als Visierpunkte, sowie dem nach Nordwesten Nordwesten weisenden Taleinschnitt eine hervorragende Möglichkeit. Wie der Mond selbst, ist hier die Landschaft durch die Talflanken annähernd kreisrund geformt und spiegelt damit seine Form. Die beiden großen nördlichen Mondwenden konnten so von einem Punkt im heutigen Friedhof nördlich der Klosterkirche beobachtet werden.

Die Mondwende in Beuorn +ber Burgruine Spaltfels, Foto Spaltfels Joachim Haller

So kann dort der Mondaufgang während der großen nördlichen Mondwende über dem Spaltfels und dessen Untergag über dem Ende des nordwestlichen Taleinschnittes. Ebenso kann von dort der Sonnenaufgang zur Sommersonnenwende über dem südlich des Spaltfelsen gelegen Felskonglomerat beobachtet werden und der am 1. Februar über dem Petersfelsen. Unter diesem Gesichtspunkt betrachtet, gewinnt auch der Ur- sprung des Wortes bur eine ganz andere Bedeutung. Die große Mondwende markiert einen Zyklus von knapp 19 Jahren. Mit dem Erreichen seines nördlichsten Bahnpunktes war ein Zeitabschnitt beendet und im übertragenen Sinne wurde dann neu geboren, so wie die Sonne mit ihrem neuen Licht über dem Petersfelsen am 1. Februar. An diesem Tag wurde in keltischer Zeit das neue Licht gefeiert und bis ins 19. Jahrhundert hinein begann da auch das neue Bauernjahr. Die Suche des Beuroner Kunstschule nach den ursprünglichen Wurzeln der Kunst geschahen also an einem Ort der bereits mit den Gestirnen und den alten Mythologien verbunden war. Sie lebten auch in den Psalmen fort, wo der Mond ehemals gemeinsam mit der Sonne als Garant für Beständigkeit genannt werden (Ps 72,5; Ps 89,37f.).

Wikipedia/ Bencés Főapátság Beuron, Foto by Adrian Michael / Chor der Beuroner Klosterkirche St. Martin, Beuron, Foto Zairon / Gnadenkapelle (an die Nordseite der Beuroner Abteikirche angebaut), Foto Andreas Praefcke /Burgfels nordöstlich des Klosters Beuron,Foto. Joachim Haller CC BY 3.0 / Simulation, opentopomap, sunearthtools