Isle of Man & Northern England – ‚Standing with Stones‘

Mull Hill, Isle of Man

https://youtu.be/tZc4R_bmlyc

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Merlin und die `Isle of Glass´

Bardsey from Braich y Pwll, Foto Kevin Davies

3 Kilometer von der Landsitze von Uwchmynydd die wie ein Finger aiuf das meer weist . Liegt die Felseninsel Bardsey. bevor dort der heilige Cadfan,im Jahr 516 ein Kloster errichtete,wurde sie bereits als heilige Stätte verehrt. Über viele Jahrhunderte hinweg galt Bardsey als `der heilige Platz des Begräbnisses für die Mutigsten und Besten im Land´. Die fahrenden Sänger die Barden des Mittelalters, nannten die Insel auch `das Land des Ablass, der Absolution und Vergebung, die Straße zum Himmel und das Tor zum Paradies´. Auf Grund seiner Bedeutung Bardseys wurde eine Pilgerreise auf die Insel den Pilgerfahrten nach Rom gleichgestellt. Darüber hinaus verklärten zahlreiche, ab dem frühen Mittelalter aufgezeichnete Legenden, die Insel zu einen mystischen Ort. Durch ein Ende der 90-er Jahre erschienenes Buch der Autoren Barber & Pykitt ge- wann eine dieser Erzählungen in jüngster Zeit wieder an Aktualität .In dem Buch identifizieren Bardsey als das eigentliche Avalon, jenem mythischen Land, in dem Artus nach der Schlacht von Camlann seine Wunden ausheilen ließ.

Der Tod König Arthurs mit der Barke zur Überfahrt nach Avalon, James Archer,1860

Wie über die Lage Avalons, gibt es auch über den Ort dieser letzten Schlacht des mythischen Königs nur Vermutungen. Erst im 11.Jhd. gibt es in den Annales Cambriae einem Vermerk, in dem die Schlacht auf das Jahr 537 datiert wird. Zur gleichen Zeit schreibt auch der Geistliche und Geschichtsschreiber Geoffrey von Monmouth in seiner Historia Regum Britanniae, über die Schlacht und verortet sie bei Camelford in Corn- wall. Avalon, dessen Name sich aus dem Kymrischen Wort `abal´, der Apfel bildete, wird auch die Apfelinsel genannt. Auf dieser Insel des ewigen Glücks soll laut den Erzählungen, die Heilerin Morgan le Fay zusammen mit ihrem Halbbruder geheilt und gepflegt haben. Morgan, auch Morgaine genannt, war die Tochter von Artus Mutter und ihrem ersten Mann Gorlois, dem Herzog von Cornwall.

Morgan le Fay, Anthony Frederick Sandys, 1864

In einer weiteren Legende wird Bardsey auch mit der `Isle of Glass´ in Verbindung ge- bracht, jenem legendären Glas-schloss, in dem der Zauberer Merlin lebte.Die ur- sprüngliche Erzählung war jedoch noch nicht mit dem Artus Mythos verknüpft und schilderte noch das Leben eines einsamen, schamengleichen Zauberers in der Wildnis. Auf Grund seiner Eigenschaften, der Heil- und Orkakelkunde gleicht er der keltischer Druiden, die eingeweiht waren, in die Geheimnisse der Natur. Erst in der Prosa des 15. Jhd`s wird Merlin zu jenem magischen Zauberer dessen Bild in der Literatur immer wieder erscheint. Er wird hier auch als ein Hüter eines Königreiches geschildert, das er selbst mit geschaffen hat. Doch seine Existenz ist in ein Mysterium gehüllt Dies zeigt auch sein Rückzugsort, das mehrere wallisische Legenden als das Glashaus auf Bardsey. beschrieben Dies soll er dort für seine geliebte Viviane, die Herrin der See erbaut haben, um dort mit ihr zu leben.

Merlin und seine Geliebte, Idylls of the King

Laut einer Erzählung befindet sich auf der Felseninsel auch sei Grab. So fantasievoll jenes unsichtbare Glashaus beschrieben wird, um so ärmlicher sieht aber die verwitterte Grotte, Merlins vermutetes Grab aus. Merlin ist eine Gestalt, die an der Schwelle zur neuen Epoche des Christentums lebt und vom neuen Glaube wird auch der Rest der einstigen keltischen Tradition adaptiert. Ein Ursprung des Namens Merlin wird in den Worten Mori, oder Maridunum gesehen, was übersetzt `die Meerburg´ bedeutet. Für die Felsennsel und Ort der Spiritualität wäre dies ein durchaus zutreffender Name. Be- trachtet man aber den Sternenhimmel jener Zeit, der ja seit dem sumerischen Gilgamesch Epos als Ursprung zahlreicher weiterer Mythen gesehen werden kann, so weist er auf einen anderen Mythos.Blickte man im 6. Jhd. vom Aussichtspunkt des Mynydd Bychestyn in Richtung der Insel der 20000 Heiligen, so sah man dort den Stern Sirus über Bardsey untergehen. Er verkörperte im ägyptischen Isis/ Osiris Mythos die Göttin Isis.Isis galt als Göttin der Liebe, der Fruchtbarkeit, des Meeres und der Sonne, wie auch als Schutzherrin der Magie und Heilung.

Bardsey, Samhain undOrion/Osiris

Auf Grund ihrer vielfältigen Rollen besaß die Göttin auch zahllose Beinamen, so dass ihr die Griechen auch den Namen Myrionýmos gaben, was übersetzt bedeutet `die mit 100000 Namen´. Neben dem Isis/ Osiriskult, der sich im gesamten römischen Imperium verbreitete, deutet die irisch-schottische Legende der Scotaauf eine weitere Verbindung des Landes ins alte Ägypten hin. Laut der Erzählung war Scota eine Tochter des Pharaos Nectanebus Gattin des Míl Espáne und deren Söhne sollen später Irland besiedelt haben. Osiris/ Orion wurde im alten Ägypten als Totengott verehrt. Er hatte den Tod überwunden hatte und lebte im Jenseits als Herrscher der Totenreiches weiter.Beide Bilder sind auch mit Bardsey verbunden. So ist der Sonnenuntergang zur Wintesonnen-wende vom bereits beschrieben Aussichtspunkt zu sehen und wenn im 6. Jhd., am Morgen nach Samhain Orion zum letzten Mal zu sehen war,deckte sich dessen Position mit der Inselform. Die See war dann im übertragenen Sinn das Haus aus Glas. Ähnliche Bezeichnungen und Bilder deuten hier an, dass in der Legende von Merlin und Viviane wohl der Isis/ OsirisMythos weiterlebte und so die Fantasie der Menschen weiter beflügelte.

Bilder: Wikipedia / Bardsey from Braich y Pwll, Foto Kevin Davies, Wiki CC BY-SA 2.0 / Der Tod König Arthurs mit der Barke zur Überfahrt nach Avalon, James Archer,1860Morgan le Fay, Anthony Frederick Sandys, 1864./ Frederick Sandys – Art Renewal Center / Merlin und seine Geliebte, Idylls of the King / Simulation, sunearthtools, stellarium,opentopomap

Der Götzenaltar bei Königsheim

Götzenbild des goldenen Kalbes in Hartmann Schedels Weltchronik Scan, Tsujigiri~commonswiki

Der Name Götzenaltar weist weit in die Religionsgeschichte zurück und spiegelt den Kampf der Religionen um die Deutungshoheit echter Gottesverehrung wieder. Der Name, der eine Zurücksetzung anderer Götter gegenüber dem Gott der Israeliten be- deutete, taucht im Buch der Chronik, aber auch im Buch des Propheten Hesekiel auf. Hesekiel, einer der drei großen Schriftpropheten des Tanach, schildert im gleichnamig- en Buch das Unglück der Israeliten als diese begannen fremde Götter anzubeten. Dies sah Hesekiel lange im Voraus in einer Vision, in er das Innere des Tempels erblickte, In dem huldigten Priester fremden Göttern anderer Völkern. Dort wurden sie nun in Bild- ern verehrt, während der ursprüngliche Glaube der Israeliten kein Bild Gottes kannte. Tatsächlich geschieht später dann das,was der Prophet anprangerte.

Fresko in der sixtinischen Kapelle von Michelangelo, 1510, Michelangelo – Web Gallery of Art:

Die Israeliten beteten die Götzen an und gerieten daraufhin, nach der Eroberung Jerusalems und der Zerstörung des Tempels in babylonische Gefangenschaft. Den- noch endet das Buch mit der Beschreibung der Herrlichkeit eines königlichen Fried-ensreiches in der Zukunft und deutet damit bereit das Kommen des Messias an. Im Buch der Chronik, das seit dem Mittelalter in 29 Kapitel unterteilt wurde, wird haupt-sächlich der Aufbau der Gesellschaft der Israeliten geschildert. Hierbei wird aber der Schwerpunkt der Betrachtung auf die Gottesverehrung im 1. Tempel gelegt. Im Ver- gleich mit den Gottes- bildern anderer Völker steht dort: (´„kol elohei haamim elilim´), was übersetzt bedeitet: `Denn aller Heiden Götter sind Götzen;´ oder auch sinngemäß `Alle Götter der Völker sind nichts´.

Nicolas Poussin: Die Anbetung des goldenen Kalbes (1633–1634)/ Nicolas Poussin/ Bild ttp://www.cts.edu/ImageLibrary/Public_domain.cfm

Dennoch ist der deutsche Begriff Götze erst jüngeren Datums. Im Mittelhochdeutschen entspricht die Diminutivform des Wortes einer Abwertung und dem Sinn nach einem Hausgeist oder Kobold. Martun Luther gebrauchte den Begriff erstmals im jahr 1520 in der Bedeutung von Abgott oder auch flacher Gott. Eng verknüpft mit dem Wort Götze ist der des heute kaum noch gebäuchlichen Begriffes Heide. Das Wort leitet sich aus dem lateinischen paganus ab, das für ländlich oder dörflich steht. Das Woirt weist aber gleich auf zwei Entwicklungen hin: Das Aufblühen einer städtischen Kultur während der Blütezeit Roms, die die dörflich anmutetenden Oppida in den Schatten stellte und damit ein soziales Gefälle von Stadt und Land andeutet. Dies spiegelte sich auch in der Wert- schätzund dieser weit draussen lebenden Bevölkerung wieder, die als ungebildet und zurückgeblieben betrachtet wurde. Das gleiche Bild wurde dann während der Christ-ianisierung auch auf den Glauben der Landbevlkerung übetragen. Eine erste klare Ab- grenzung zwischen den Heiden und den Christeen geschah auf dem im Lukasevangel- ium geschilderten Aposelkonzil. Für das Urchristentum, das zu dieser Zeit aus zahl- reichen sektiererischen Gruppen mit unterschiedlichen Glaubensinhalten bestand, wurde auf diesem Treffen eine wegweisende Entscheidung zur Missionierung von Heiden getroffen. Als Hauptvertreter der hellenistischen Theologie vertrat hier der Apostel Paulus die Auffassung, dass Heiden durch den angenommenen Glauben an Jesus Christus und den Empfang des Heiligen Geistes gereinigt und geheiligt seien.

Heidenmission im Mittelalter, Daratellung aus dem 19. Jhd.

Damit unterlagen sie auch nicht mehr dem bis dahin praktizierten jüdischen Religions- gesetz der Beschneidung und in der Folge war dies die Trennung zwischen dem Juden- tum und den Christen. Auf der südlichen Albhochfäche, zwischen Böttingen und Kön- igsheim erinnert der Name eines Felsblocks aus dem oberen Juragestein an den heute nicht mehr gebräuchlichen Begriff Götze. Das als Götzenaltar bezeichnete Gestein musste aber bereits in frühgeschichtlicher Zeit einen besonderen Nimbus besessen haben, denn in unmittelbarer Nähe zu dem Ort befinden sich mehrere Grabhügel. Der rund 1,6m hohe Block liegt auf einer runden Steinplatte mit einem Durchmesser von knapp 25m Die ganz bewusste Gestaltung des Ortes lässt sich auch in der Ost-West-Ausrichtung des Felsens erkennen.

Götzenaltar Schwäbische Alb, Foto Manuel Mattes , http://manuel-mattes.de

Auf Grund von Keramiktresten aus der späten Bronze- und Hallstattzeit wurde früh auf die kultische Bedeutung des Ortes geschlossen. Obwohl Bewaldung heute die einstigen Sichtbeziehungen verdeckt, erscheinen drei wesentliche Richtungen für den Götzenalt- ar und die Grabhügel wichtig gewesen zu sein: Der Sonnenuntergang am 31. Oktober über dem Böttenbühl, der während der Äquinoktien über dem Galgen Berg bei Bötting- en und dem Sonnenaufgang zur Sommersonnenwende über dem Stufenberg an der Oberen Bära. Die einstige Bedeutung des Ortes ist längst von zwei schauerlichen Sag- en überformt wurden. Eine erzählt vom Streit zwischen Vater und Sohn um ein Mädch- en, der in einem Gottesurteil mündete und schließlich zum Tod der beiden vor dem Stein führte. So nimmt es kein Wunder, dass er heute versteckt zwischen Bäumen liegt und seine ursprüngliche Bedeutung längst vergessen ist. Auch das Christentum hatte bald die Macht der einst angeprangerten Götzenbilder erkannt und das Medium Bild und Plastik zur weiteren Missionierung eingesetzt. Da die alte Bildsprache verloren ging, haben auch sie, heute, nach fast 2000 Jahren Missionierung, ihre große Bedeut- ung verloren, . Insofern steht der Naturaltar bei königsheim auch für den Beginn der Religionen.

Sonnenrichtung des Götzenaltares

Bilder: Wikipedia / Biblisches Götzenbild des goldenen Kalbes in Hartmann Schedels Weltchronik (Nürnberg 1493) , ScanTsujigiri~commonswiki / Fresko in der sixtinischen Kapelle von Michelangelo, 1510, Michelangelo – Web Gallery of Art/ Nicolas Poussin: Die Anbetung des goldenen Kalbes (1633–1634)/ Nicolas Poussin/ Bild ttp://www.cts.edu/ImageLibrary/Public_domain.cfm / Götzenaltar Schwäbische Alb, Foto Manuel Mattes, http://manuel-mattes.de/ simulation sunearthtools,opentopomap

Teil 3 – Die Osterinsel und das Ende des großen Vogels

Der Schweizer Ethnologe Alfred Métraux hatte das Glück mit einer französischen Ex. ped- ition im Jahr 1934 den Pazifik bereisen zu können und besuchte dort einige Inseln des Polynesischen Dreiecks. Seine Erkenntnisse fasste er dann in dem im gleichen Jahr erschienen Buch `Ethnologie de l’île de Pâques´ zusammen. Darin kommt er auf Grund von überlieferten Aussagen der ersten Missionare zur Auffassung, dass Make- make der wohl wichtigste Gott in der Mythologie der Oster-Insulaner ist . Er war der Atua in Ideal-form und galt als der Schöpfer des Weltall. In ihren Erzählungen tritt der Schöpfergott fast immer zusammen mit seinem Gefährten Haua auf. Über die Einführ- ung des Kultes auf den Osterinseln gibt es mehrere Erklärungen. Eine berichtet von einer Priesterin die auf einer der heiligen Steinplattformen den Ahnu, einen heiligen Schädel hütete.

Makemake, Foto, Freunde der Osteinsel

Als der bei einem Sturm ins Meer gespült wurde, tauchte sie hinterher und rettete ihn. Kaum ruhte sie sich aus, erschien ihr Haua und erklärte ihr, dass sie den Schädel des Schöpfergottes gerettet habe. Der trug der Priesterin dann auf , wie sie das Volk lehren sollte, Makemake zu verehren. Eine andere Erzählung berichtet von der Jagd Make- makes nach den Vögeln, die er zusammen mit Haua bis zur Osterinsel verfolgt hatte. Dort traf er dann die Priesterin und trug ihr auf dem Volk seine Weisheit zu lehren. Dem Schöpfergott wurden hauptsächlich Hähne, Fische, Früchte, oder auch Stoffstücke geopfert. Doch französische Missionare berichteten auch von Menschen-opfern, bei den Gefangene, oder auch Menschen getötet wurden, die nach Absicht der Inselbe-wohner den Zorn Makemakes auf sich gezogen hatten. Mehrere Frauen sollen die sich auch bei ihnen bedankt haben, weil ohne ihr Einschreiten sonst ihre Kinder dem Gott der Osterinsel geopfert worden wären.

Polynesische Hokule’a, Foto HongKongHuey

Um die Weiten des Pazifiks zu überwinden, hatten die Polynesier ein eigenes Navigat-ionssystem entwickelt. Es half ihnen sich an Meeresströmungen, am Verhalten von Tier- en und ebenso am Lauf der Sterne zu orientieren. Dieses, unter dem Namen Kavainga, der Sternenpfad, bekannte geworden System kannte bis zu 200 Sterne und ihre Auf- und Unt-ergangspunkte wurden alle über Jahrhunderte hinweg beobachtet. Mit diesem Wissen ließen sich weit entfernte Ziele, auch ohne die Hilfe von Küstenlinien anpeilen. Als Ge-dächtnisstützen für diese langen Fahrten dienten dann sogenannte Stabkarten aus ge-flochtenen Zweigen. Auf denen waren mit Kaurimuscheln Inseln markiert und mit Hilfe von Knoten Orte verzeichnet, in denen während des Jahres konstante Windbe- dingungen und Strömungen herrschten. Doch ohne die raffiniert konstruierten Kats, den polynesischen Katamaranen hätte all das navigatorische Wissen wenig genutzt. Diese Katamarane hatten V-förmige Rümpfe und waren mit flexiblen Stangen miteinander ver- bunden. Ausgestattet waren sie mit den nur in diesem Gebiet verbreiteten Krebsscher- .en- Segel. Dieses dreiecksförmige Segel mit einer konkaven Seite wird an der spitzen Seite vom Wind angeströmt und dabei erweist sich die halbrunde Ausformung des Seg- els als ärodynamisch ideal. So perfekt war die Form, dass damit auch stärkere Winde genutzt werden konnten. So einfach wie die Form ist auch die Bedienung des Segels, da es sich leicht reffen lässt. Auf ihren Fahrten richteten die Navigatoren ihr Boot aber nicht nach einem Sternbild aus wie es etwa im Buch `Ursprung der Sternbilder´ von Kai H. Wirth beschrieben ist, denn meist polygonalen Formen bieten in der Nacht ja keinen exakten Fixierpunkt.Das grundlegende Prinzip der polynesischen Seefahrer war viel- mehr, zu jeder Jahreszeit die genaue Position von 80 wichtigen Leitsternen zu kennen. Ihr Erscheinen als `guiding stars´ und ihrer `follower´ mussten vor dem ablegen eines Schiffes erst abgewartet werden, ehe die Fahrt in der Nacht begonnen werden konnte. Aus Hawai ist bekannt, dass es hier 9 Hauptsterne, die maka’iwa, und die entsprech- ende Zahl von Be-gleitern gab. Mit ihnen zusammen bildeten die Navigatoren dann sogenannte Sterndrei-ecke, von denen sie 3 in jeder Nacht zur Kursbestimmung benötigten. Steven Roger Fischer hat in seinem 1998 erschienen Buch `Kleine Augen auf großer Fahrt – Zur Sternnavigation in Rongorongo´, den Zusammenhang zwischen den dortige Schriftzeich-en und den dazu passenden Navigationssternen eingehend untersucht. Aus Sicht der Inselbewohner waren Sterne aber nicht nur leuchtende Punkte am Nachthimmel, sondern die Augen der Atua, der vergöttlichten Ahnen. Als bekannteste Augen, die jede Nacht das Geschehen auf der Erde überwachen, wurden die Sterne der `kleinen Augen´ angesehen, die Plejaden aus em Sternbild des Stieres.

Navigationskarte Mikronesien

Jene spiralförmige Gestalt der Plejaden, en 7 Schwestern mit dem Alkyone, dem 15. Leitstern der Navigatoren, passt dann auch exakt in die Geometrie der Osterinsel. Ebenso passt auch das Sternbild des Schwanes zur Geometrie, der bis ins 18.Jahr hundert, wenn auch nur Kurz am Nord-Horizont zu sehen war. Er bietet auch eine Ver- bindung zum Kult der Moai, der an den Küsten aufgestellten Steinfiguren. Auf einer ist ein Vogel abgebildet und dessen Proportionen passt Form des Sternbildes, das kurz vor Sonnenaufgang am 1. Mai im Norden noch zu sehen war. So deckt sich die Form der Insel mit de, Aufstieg des Schwanes, wie er im 4.Jhd. zu sehen war, der vermuteten frühesten Ankunft der Polynesier auf de Osterinsel. Das Bild könnte auch den Schlüssel zu den rätselhaften Figuren mit ihren bunten Kopfbedeckungen liefern. Entsprechen sie doch den Gebinden, mit denen die Vogelmänner die heiligen Eier sicher zurück auf die Insel brachten. Folglich wären die Moai-Statuen dann die Erinnerung an jene vergött.- lichten Sieger, im Kampf um das heilige Ei. Das Dreieck bestimmte die Kultur Polynes- iens, von der Sternennavigation, über das Schiffssegel, bis hin zu einer Landschaft weit verstreut liegender Inseln. Wohl zu echt kann die Osterinsel, auf der Mittelachse des Polynesischen Dreiecks liegend. dann als der Nabel jener paradiesischen Welt be- zeichnet werden. Dass sie vor dem Hintergrund ihrer besonderen Gestalt nur eine Sied- lungs- fläche war, ist kaum vor- stellbar. Viel mehr kann sie als eine Art von Sehnsuchts- ort gesehen werden, ähnlich den Paradiesvorstellungen die es in den Mythologien and- erer Kulturen gibt. Immer wieder wurde das Verschwinden der Osterinselkultur mit einem Zusammenbruch des dortigen Öko-Systems in Verbindung gebracht, doch das Ver- schwinden jenes Vogels, der im 16. Jhd. nicht mehr über den Horizont aufstieg, könnte auch das Ende jener rätselhaften einer Mythologie bedeutet haben. Mit diesem Ver- schwinden des Vogels verlor die Kultur dann auch ihren sinnstiftenden Mittelpunkt.

Der Vogel auf dem Rücken einer Statue (moai), Steinritzung und das Sternbild des Schwans

Fotos: Makemake, Foto, Freunde der Osteinsel/ Wikipedia / Hokule’a, Hawaiian double-hulled canoe sailing off Honolulu, 2009. Foto HongKongHuey/Micronesian navigation device showing directions of winds, waves and islands, c. 1904 S. Percy Smith, Gravor des Vogels auf einem Moai, Foto Freunde der Osterinsel

Die Osterinsel – das Dreieck des Vogelmannes

Moáis, Foto Bjørn Christian Tørrissen

`Die Geometrie ist vor der Erschaffung der Dinge, gleich ewig wie der Geist Gottes selbst und hat in ihm die Urbilder für die Erschaffung der Welt geliefert´,

(Johannes Kepler, Harmonice Mundi, 1619)

Das Polynesische Dreieck

In der Natur offenbaren geometrische Formen die Gesetzmäßigkeiten von Schöpfungs-prozessen der Materie. Der verläuft keinesfalls unregelmäßig, sondern planvoll, wie durch eine mathematische Formel gesteuert. Am besten offenbart dies ein Salzkristall mit seiner Oktaederstruktur, die einer gespiegelten Pyramide gleicht. Auch diese Ideal- form eines Kristalls ist eine jener 5 platonischen Körper, die der im 5. Jahrhundert v. Chr. lebende Mathematiker und Philosoph Platon als die Grundbestandteile des Kosmos sah. Diese Grundkörper haben ihre Entsprechung in den geometrischen Grundfiguren Kreis, Dreieck und Quadrat. Alle drei zählen auch zu den ersten Bild- symbolen der Menschheit, den Vorläufern der heutigen Schriftzeichen. Dabei hat das Dreieck eine besondere Bedeutung und die gleich auf mehreren Ebenen. Als gleich-schenklige Figur symbolisiert es seit der Frühgeschichte den weiblichen Schoß und steht damit für die Fruchtbarkeit. Gleichzeitig stellt das Dreieck auch ein Zeichen der Stabilität dar, denn nur mit dieser Figur können in einem Tragwerk alle Kräfte ausge-glichen werden. Als ein Zeichen der Fruchtbarkeit und der Stabilität stand das Dreieck auch immer für eine Göttertriade, die in vielen Kulturen an der Spitze aller Götter standen. Eine Landschaft, die dieser geometrischen Form geradezu ideal verkörpert, entdeckte der niederländische Admiral Jacob Roggeveen, als er mit drei Schiffen der Ost-indienkompanie im Ostpazifik kreuzte.

Arent Roggeveen

Am 5. April 1722 setzte er den Fu0 auf die Insel, der er auf Grund des Datums, eines Ostersonntages ihren Namen gab, die Osterinsel. Dem vermeintlichen Entdecker der Osterinseln, Roggeveen, war die Entdeckerfreude und die Nähe zur Wissenschaft bereits in die Wiege gelegt worden, denn er wurde als 3. Sohn des niederländischen Astronomen, Mathematikers und Nautikers Arent Roggeveen geboren. Nach seinem Jurastudium trat er 1706 in prosperierende Ostindien-kompanie ein. Neben seinem Geschäften entwickelte er aber auch eine Vorliebe für religiöse Themen, in dem er die Schriften des niederländischen Theologen Pontiaan van Hattem verbreitete, die vom mythisch und pietistischen Gedankengut geprägt waren. 16 Jahre sollte es dauern, bis er auf einer Reise durch den Pazifik als Entdecker der sagenumwobenen Insel in die Geschichte einging. Sie ist Teil des Polynesischen Dreiecks, das sich über die gesamte Fläche des östlichen Pazifiks erstreckt. Die Eckpunkte dieses Dreiecks bilden im Nord- en Hawai, im Süden Neuseeland und auf f der dazu senkrecht stehende Mittelachse liegen im Westen die Insel Samoa und im Osten die Osterinsel. Blickt man von dort am Abend des 1. Mai in Richung Samoa, sieht man über der endlos erscheinenden Was- ser fläche den Sonnenuntergang. Wie die ideale Dreiecksform die Eckpunkte dieser Wasserlandschaft markiert, ist sie durch diese Ausrichtung auch Teil eines idealen Kalenders, der in 8 Teile geteilt, am 1. Mai 3/8 einer Jahreslänge erreicht. Wie der 1. Mai die Achse der Landschaft Polynesiens markiert, so spiegelt sich die Idealform des Dreiecks in der Insel und bestimmte gleichzeitig den zyklischen Ablauf des Vogelmann-Kultes.

Das Polynesische Dreieck und die heilige Insel- Karte, Foto User Kahuroa

Bilder: Wikipedia / Moáis, Foto Bjørn Christian Tørrissen , CC BY-SA 3.0 / Arent Roggeveen, Foto Fitmoos , Arent Roggeveen, Fitmoos – Template:Roggeveen, J. (1838). Dagverhaal der ontdekkings-reis van Mr. Jacob Roggeveen, met de schepen Den Arend, Thienhoven en de Afrikaansche Galei, in de jaren 1721 en 1722 (Vol. 1). Gebroeders Abrahams. / Das Polynesische Dreieck mit seinen Eckpunkten Hawaii (1), Neuseeland / Aotearoa (2) und der Osterinsel (3) sowie Samoa (4) und Tahiti / Französisch-Polynesien (5), Foto User:Kahuroa , Simulation Sunearthtools

Teil 2 – Das heilige Dreieck / Artikel in Q`Phaze 3/2019