Eburacum, die Stadt des Saturn

Eburacum, Rekonstruktion, Foto eaglesanddragonspublishing

Einer Legende zufolge war Eburacum die zweit größte Stadt im vorgeschichtlichen Britannien. Hier soll in einer Zeit, in der auch König David in Judäa regierte,der mächtige König Eburacus geherrscht haben. Die Legende erzählt über ihn, dass er weite Teile Britanniens eroberte und dabei zahlreiche Städte gründete. Darunter befand sich auch Eburacum, aus dem er eine reiche und mächtige Stadt machte.

Beidseits des Flusses Ouse sollen hier einst Tausende von Menschen gewohnt haben. Sprachforscher sehen die Entwicklung des Namens allerdings nüchterner und halten eine Entstehung des Namens Eburacum aus den Worten ebur, dem lateinischen Begriff für Elfenbein für denkbar. Ebenso denkbar wäre aber auch ein Ursprung im protokeltischen Wort ebura, der Eibe. In der Vergangenheit war die Eibe ei mythologisch bedeutsamer Baum.

Europäische Eibe (Taxus baccata), Grafik Chrizz~commonswikiibe

Fast alle Teile des des immergrünen Nadelbaumes sind giftig. Doch das tödliche Gift der Eibe, ihre Langlebigkeit, sowie ihr immergrünes Erscheinungsbild, machten den Baum bereits den frühen Mythologien Griechenlands zu einem Sinnbild des Tod und der Wiedergeburt.

So war In der damaligen Vorstellungswelt auch der Weg in den Hades mit Eiben gesäumt. Doch heute ist die Eibe aus den mitteleuropäischen Wäldern fast verschwunden. Das liegt zum einen an ihrem langsamen Wuchs, der wenig geeignet ist für einen bewirtschafteten Wald und an ihren giftigen Bestandteilen.

Was bei König Ebruacum noch als Legende erscheint, verwirklichten später die Römer. Für sie war das Kastell mit dem umgebenden Vicus nicht nur der wichtigste Stützpunkt im Norden Britanniens. sondern zugleich die Hauptstadt Nordbritanniens. Wiederholt residierten hier römische Herrscher, wie .Kaiser Septimius Severus., der hier im Jahr 211 n. Chr. verstarb.

Bronze Statue Kaiser Konstantin (Philip Jackson 1998), Foto Gernot Keller

Ebenso wurde Konstantin dem Große nach em Tod seines Vaters, hier von seinen Truppen zum Kaiser ausgerufen. Der Aufenthalt mehrere Kaiser verliehen der Stadt ihren Glanz und an diese Zeit weist auch die Ausrichtung der nach Südosten gerichteten Hauptachse hin, denn sie war auf den Sonnenaufgang am 17. Dezember gerichtet, dem Beginn der Saturnalien.

Das Fest, das nach dem Ende der Winteraussaat gefeiert wurde, erinnerte an den Bauerngott Saturn. Er war einst auch der Herrscher des ersten Golden Zeitalters. der Saturnia regna. Die Römer waren Saturn auf Grund seiner Leistungen wohl zu ewigen Dank verpflichtet, denn abweichend vom griechischen Mythos, wo Saturn/ Kronos von seinem 6. Kind gestürzt wurde, floh Saturn im römischen Mythos zusammen mit Ops/Rhea nach Latinum.

Dort wurde er vom Gott Janus aufgenommen und lehrte fortan den Bewohnern Latiums die Kunst des Ackerbaus. In Rom befand sich der Tempel des Saturn unterhalb des Kapitols und in ihm wurde auch der Staatsschatz aufbewahrt Der Göttername Saturnus lässt sich grafisch, im System der Tetraktys, auch mit einer Doppelraute darstellen. Die Figur mit 8 Punkten,10 Strecken und 4 Flächen hat 21 Elemente. Mit zwei Dppelrauten in In der Form eines Kreuzes, entspricht dann die Zahl der Elemente de, Winkel der nach Nordosten weisenden Achse.

Eburacum, Saturn und der Adler

Bilder;Wikipedia/ Europäische Eibe (Taxus baccata), Grafik Chrizz~commonswiki (talk , CC BY-SA 3.0 / Bronze Statue Kaiser Konstantin (Philip Jackson 1998), Foto Gernot Keller /(Bronze statue of Constantine the Great outside York Minster, England.Gernot Keller, CC BY 3.0 )/ Rekonstruktion; Eburacum, https://eaglesanddragonspublishing.com/roman-ghosts-shades-in-eburacum/ Eburacum, Saturn und der Adler, eigen

Der Palast des Jupiter

Rekonstruktion des Diokletianspalastes in Split, Ernest Hébrard (1912).

Der Palast in der kroatischen Stadt Split zeigt nicht nur die Nachtfülle des Kaisers Diokletion, sondern auch sein besondere Verbindung zu Jupiter. Er selbst trug den Beinamen Iovius, der so viel bedeutet wie, ein „Abkömmling des Gottes Jupiter“ zu sein. Dem in Dalmtuen geborene Gaius Aurelius Valerius Diocletianus wurde dieser Tiitel nicht in die Wiege gelegt.

Büste Diokletians im Archäologischen Museum Istanbul ,Foto G.dallorto

Laut seiner Biografie soll er aus einfachen Verhältnissen stammen und sich in der kaiserlichen Leibgarde bis an deren Sitze empor gedient haben. In dieser Stellung wurde er an 20. November 284 in Nikomedia zum römischen Kaiser ausgerufen, Innerhalb der Tetrachie, der drei Kaiserherrschaft übernahm Diokletian dann die Führung.

Er setzte eine ganze Reihe von Reformen in Gang, wie die des Münzwesen, der Verwaltung , der Steuern, oder auch der Armee.Mit der Inszenierung seiner Person als Abkömmling des obersten Gottes Jupiter setzte er eine Tradition fort die mit der Vergöttlichung Cäsars begann. Sichtbares Zeichen war das scheinbar plötzliche Auftauchen eines Kometen während seines Begräbnisses, das zu einem göttlichen Ereignis stilisiert und als Aufnahme zu den Göttern interpretiert wurde. (s. Artikel in Q`Phaze 50 / Das Schauspiel des Haarsterns)

Damit war der Titel divus Iulius geboren und auch sein Adoptivsohn Octavia­nus erhielt anschließend das Recht sich divi Iulii filius zu nennen. So hatte auch er den Rang einer göttlichen Abstammung, was mit besonderen Ehrungen verbunden war. Diese Aura der Vergöttlichung erforderte auch eine Veränderung seiner Biografie, wozu Autoren wie Iulius Marathus, oder auch ,Ci­cero mit ihrem Erfindungsreichtum tatkräftig mithalfen

Diokletian und der schützende Jupiter, staatl. Münzsammlung München

Währen im Westen des Römischen Reiches die sakrale Verherrlichung noch etwas zurückhaltender war, wurde sie in den Ostprovinzen des Reiches offen zur Schau getragen. Dort gab es Augustus und der Stadtgöttin Roma gewehte Altäre in Pergamon, Nikomedia, Athen, oder auch Halikarnassos.

Die dadurch erfolgte Gleichstellung mit seinen Vorgängern diente auch der Festigung des Kultes um Augustus, dem in zahlreichen Inschriften eine göttlichen Macht zugesprochen wurde. Dies war aber kein Selbstzweck, sondern sollte als identitätstiftender Kult die Einheit des Reiches sichern.

Auch der ab 295 in Nähe seines Geburtsortes Dioclea in der heutigen Stadt Spilt erbauter Altersruhesitz Diokletians strahlt mit seiner Symbolik diese Aura göttlicher Abkunft aus. Die auf den ersten Blick rechtwinklige Ablage hat jeweils 6 Türme auf drei Seiten und verweist mit der damaligen, dem Planeten Jupiter zugeordnet Zahl auf den obersten Gott.

Der Palast des Diokletian. Die Sonnenichtung und die Verbindung mit Jupiter

Auch der Grundriss der Anlage verweist auf den Planetengott, denn er öffnet sich mit 2° in Richtung Südwesten. Dies führt aber nicht nur im Innern zu einer sich verjüngenden Perspektive der Hauptachse, sondern verweist damit auch auf den 180-sten Teil des Vollkreises und damit auf die Zahl 18.

Im kosmologischen Deutungssystem der Tetraktys steht die 18 für die Grundform des Dreieckes mit 9 Punkten und 9 Linien. Damit verweist die Figur auch auf Kapitolinische Trias und damit wieder indirekt wieder auf die Abstammung Diokletians. Neben dem gematrischen Code offenbart aber auch die Ausrichtung der Anlage eine Verbindung mit Jupiter. Es ist ein Bawer,k das auch als Palast des Jupiter bezeichnet werden könnte.

Bilder: Zeichnung zur Rekonstruktion des Diokletianspalastes in Split (Kroatien), von Ernest Hébrard (1912).Ernest Hébrard, Gemeinfrei /Büste Diokletians im Archäologischen Museum Istanbul ,Foto G.dallorto , AttributionDiokletian und der schützende Jupiter, staatl. Münzsammlung MünchenDer Palast des Diokletian. Sonnenichtung und Verbindung mit dem Adler

Eagle eating dolphin

Sunday, 22 November 2020

I saw this coin earlier today, and thought it looked interesting. I decided to „dig around a bit“ and recorded what I found as I found it in this impromptu „thread“ on Twitter…And what I have found is truly amazing…I think…

Seriously cool coin. 


Moesia, Istros. Drachm. C. 280-250 BC. Aeginetic standard. Two young male heads facing, side by side, one up, the other down (???). Sea-eagle to left, eating fish (not dolphin); IΣTPIH above, AΠ monogram below. Found on this auction page.

Whose heads are these? Interestingly, another Istros coin which also has Sea-eagle eating fish on the reverse has „Diademed head of Apollo“ on the obverse. Moesia, Istros Æ20. Circa 125-100 BC…

The eagle is most likely the white tailed eagle which inhabits the whole of Europe (at least once did). Great pic of a white tailed eagle swooping down on a fish by Ron Velner from this report about white tailed eagles gathering in Oder Delta in late summer to feast on fish stranded in shallows…

Interesting: „There is evidence of strong seasonal shifts in food habits [of the white tailed eagle]…usually the largest portions of fish are caught during warmer months…“

read more:http://oldeuropeanculture.blogspot.com/2020/11/eagle-eating-dolphin.html

Eagle calendar marker

Wednesday, 26 August 2020

There are two main eagle calendar markers which later became „mythologised“. One is double headed eagle, like this Hittite one from Alaca Höyük…
This symbol was derived from annual vulture mating „synchronised flying“ ritual, where two birds fly next to or on top of each other…Which from the ground looks like this…

In Eastern Anatolia, Northern Mesopotamia and Central Asia this coincides with the arrival of rainy season…Which is why in these areas this calendar marker was associated with rain and rain gods…Hence this eagle dude from Bactria, c: 2500-1500BC separating summer and autumn (winged lion) and winter (boar). I talked about this in my post „Double headed eagle

This guy also has two vulture heads pointing to two opposite directions…The way a couple of vultures looks like during their mating synchronised flying from the ground…In November, when rain clouds arrive. Which is why he is fluffy, like a cloud. Bezoar cloud is there too as Bezoar goats mate at the same time too. Bactrian.

Part 2 — Robert Chaen

Zitat

AFTERLIFE SIGNS ANGELIC SIGN TWIN-SOULS 1,900 years old Roman sculpture of eagle devouring a serpent found in London symbolizing good conquering evil. August 14, 2014 Good conquering Evil. I saw an eagle catch a sea snake while swimming 150 feet from Pelindung Beach in Kuantan, Malaysia at around 5:25pm on 12.08.2014. I was there for a “Gold […]

über Part 2 — Robert Chaen

Schönbrunn – die Quelle der Wiedergeburt

castle Schloss Schönbrunn, Sicht von der Gloriette

Eine der beiden Diagonalleen des Schlossparks führt zum Obeliskbrunnen am Schön-brunner Berg. Neben der Gloriette und der Menagerie bildet er einen der wichtigen Visier-punkte der Gartenachsen. Wie einige andere Objekte in der Gartenanlage wurde auch die kunstvoll gestaltete Brunnenanlage von Johann Ferdinand Hetzendorf von Hohenberg entworfen und im Jahre 1777 errichtet. Er wird von vier Schildkröten getragen den Sym- bolen der ewigen Stabilität. Die Anlage wird von einer Sonnenkugel bekrönt auf der ein Adler sitzt.

gloriette_schoenbrunnGloriette Schönbrunn

Adler galten bereits in der Antike als die einzigen Wesen, die sich ohne Schaden zu nehm- en der Sonne nähern konnten. Zugleich war der Adler in den meisten Mythologien auch stets ein Bote der obersten Gottheit. Die Entwicklungsgeschichte seiner symbolischen Bedeutung reicht bis in die Zeit Mesopotamiens zurück, wo der Adler bereits Teil der mythischer Vorstellungen war. Die christlichen Vorstellungswelt baute darauf auf und er- weiterete das Bild des Adlers erneut. So steht im 2. B. Mos. 19, 4: Da spricht der Herr: `Ihr habt gesehen, wie Ich euch getragen habe auf Adlerflügeln und habe euch zu Mir ge- bracht.´ Neben der Rolle als Mittlers zwischen Himmel und Erde wurde der stärkste unter den Vögeln nun auch zu einem Sinnbild der Allmacht und Allwissenheit, überhaupt des göttlichen Geistes. Dieser göttliche Geist stand aber ebenso für die Verjüngung und die Wiedergeburt. Ein Beispiel dieser Sehweise gibt der Psalm 103‚ 5 , wo es heißt: `Lobe den Herrn, der deine Seele fröhlich macht und du wieder jung wirst, wie ein Adler.´ Eines der ergreifendsten Bilder mit dieser Symbolik wird in Dantes Paradies 18, 9, beschrieben, wo die Seelen der Seligen im Fluge sich zusammen scharen und am Himmel die Figur eines ungeheuren Adlers bilden. Alle, die Teil dieses Adlers sind, so steht dort, sind durchdrungen vom göttlichen Geist, dessen Sinnbild sie darstellen.

goldener-adlerGoldener Adler von Schönbrunn

Der Adler besitzt aber weitaus mehr Facetten als dies den biblischen Texten zu entnehm- en ist. So besitzen seine Füße vier Zehen, wobei die Vier im Sinne der antiken Symbolik auf die Erde verweist. Die Vier ist damit auch ein traditionelles Symbol für Erdung und für ein solides Fundament im Leben. Obwohl der Adler eine großartige Flugbegabung zeigt, bleibt er doch mit der Erde verbunden. Dabei sind seine Krallen dazu geschaffen, sein Jagdwild zu ergreifen und auch festzuhalten. Auf den Mensch übertragen bedeutet dies, wie er die irdischen Dinge zu ergreifen und sich nützlich zu machen. Ohne diese ureigenste Fähig- keit, mit ganzer Kraft zupacken zu können und aus der Beute Nutzen zu ziehen, hätte der Adler keine Möglichkeit zu überleben. Sein scharfer Schnabel ist ja geradezu prädestiniert zu schneiden, zu zerreißen und zu zerstören. Dies weist nun auf eine weitere Facette die der Adler neben den Sinnbildern für die göttliche Weisheit und die Wiedergeburt verkörp- erte.

adler-und-schlangeKampf des Adlers gegen die Schlange

In seinem Wesen ist er eben auch der Raubvoges und verkörperte den Kämpfer. Das christliche Verständnis vom kämpfenden Adler, griff damit das Bild des Kampfes von Adler und Schlange auf, das bereits Teil des mesopotamischen Ischtar Mythos war. Im Christentum wurde der Adler zum Symbol des Lichtes und damit von Christus, der gegen die Nacht und damit den Teufel kämpft. In dieser Funktion liefert die Gestalt des Adlers auch einen Hinweis auf die Ausrichtung des Schlosses Schönbrunn.

schoenbrunn-und-altairAusrichtung von Schönbrunn auf den Adler

4 Jahre nach dem historischen Sieg am Kahlenberg beauftragte Leopold I. den neu zu- gewanderten Architekten Johann Bernhard Fischer, später geadelt von Erlach, mit der Planung eines repräsentativen Neubaus. Im Jahr 1688 legte Fischer eine Planung vor, die die Anlage des Schlosses von Versailles noch übertroffen hätte. Da die Pläne so nicht finanzierbar gewesen waren, wurde 1693 mit einer weitaus kleinere Anlage beauftragt, die in den Jahren 1696–1701 an Stelle eines älteren Bauwerkes errichtet wurde. Der Auf- traggeber des Schlosses, Leopold I, wurde am 9. uni 1640 in Wien geboren. Durch seine geschickte Politik und seinen absolutistischen Herrschaftsstil führte er das Kaisertum zum letzten Mal zu seiner großer Bedeutung. In die Zeit seiner Herrschaft fällt aber auch der Höhepunkt der Gegenreformation, wobei er in seinem Herrschaftsbereich auf einen Aus- gleich der Konfessionen bedacht war. Während der Epoche des Absolutismus dienten Mathematik, Geometrie und Astronomie dazu, Macht, Reichtum und Wohlstand durch die Beherrschung der Natur darzustellen. Im Fall Schönbrunns verweist bereits die Symbolik des Adlers im Ehrenhof auf die dem Schloss zu Gunde liegende Symbolik und damit auf den Visierpunkt am Himmel. In Gestalt des hellsten Sternes Altair war der Adler bis zur Dämmerung an genau jenem 9. Juni noch sichtbar. Damit verwies er mit seiner Symbolik nicht nur auf die Vorstellungen von Wiedergeburt und dem Quell der göttlichen Weisheit, sondern eben auch auf den nicht kanonischen Feiertag Gratia Maria,. Mutter der Gnade. Nach einer Zeit abnehmender Marienfrömmigkeit im ausgehenden Mittelalter erlebte ge- rade ihre Verehrung, als Protagonistin der Gegenreformation, eine neue Blütezeit. Deshalb muss Schönbrunn nicht als eine irdische, sondern eben als eine transzendentale Quelle verstanden werden, die auf engste mit der Person von Leopold I verknüpft ist.

Bilder: Wikipedia / Das Schloss Schönbrunn von der Gloriette aus, Martin Abegglen / Gloriette, Thomas Wolf, http://www.foto-tw.de, Simulation sunearthtools und stellarium

 

Bauen im zeichen des Adlers – Teil 6

Köln und der ewige Adler

agrippina_minorAgrippina die Jüngere; Büste im Landesmuseum Württemberg

Im Jahre 15 n. Chr. wurde Agrippina die Jüngere, Tochter des Germanicus und Gattin des Kaisers Claudius im Oppidum Ubiorum, der Gründersiedlung der späteren Köln geboren. Ihr Name wird in der Literatur mit `die mit Schwierigkeit geboren übersetzt. Sie erreichte es dass ihr Mann 50 n. Chr. ihre Geburtsstadt zur Colonia Claudia Ara Agrippinensium (Kolonie des Kaisers Claudius und Opferstätte der Agrippinenser“) erhob. Der Erhebung des früheren Oppidums zur Colonia war auch mit weitreichende Rechten und umfangreichere Privilegien verknüpft. Im Zuge dieser Änderung begann eine enorme Entwicklung des antiken Köln und dessen weiterer wirtschaftlicher Aufschwung. In der Städte-Hierarchie des römischen Imperiums stand die abgekürzt als CCAA bezeichnete Colonia ganz oben in der Rangliste und ihre Bürger waren den Römern gleichgestellt. Die wirtschaftliche Entwicklung der Colonia am Rhein ließ sie während des 2. und 3. Jhdts. n. Chr. zu einer der bedeutendsten Städte des römischen Imperiums werden und lange war sie auch dessen größte Stadt nördlich der Alpen.

das-roemische-koeln-schaubild Das römische Köln (3. und 4. Jahrhundert n. Chr)

Religiöser Mittelpunkt der Colonia war der Altar der Ubier. Über den Ursprung ihres Namens herrscht Uneinigkeit. Teilweise wird es mit dem heutigen Wort über in Verbindung gebracht, oder auch als die Hohen gedeutet. Aber es gibt auch eine Sehweise die im germanischen Wort Ubuo, die Landbauern den Ursprung erkennt. Diese Deutung würde auch mit eine Erklärung für das Datum der Sonnenausrichtung des Stadtgrundrisses ergeben. Der Altar der Ubier war ein aus Carrara-Marmor gebauter Tempel. Seine Front bestand aus acht 15 m hohen korinthischen Säulen die einen geschmückten Giebel trugen der mit einem Relief verziert war. In dessen Mitte war der sich auf eine Lanze stützende Mars abgebildet, neben ihm Venus, die Stammmutter der Römer und rechts neben Mars, die Göttin Roma, sowie eine Personifizierung des Tiber.

altar-ubierAltar der Ubier, Rekonstruktion

Die Göttin Roma stellte die göttliche Verkörperung der Stadt Rom dar und war zugleich die Schutzgottheit des römischen Staates, sowie des Römischen Reiches. Während der Kaiserzeit wurde sie häufig zusammen mit dem Genius des Kaisers verehrt. Ihr Fest wurde an den Parilien, dem 21. April und legendären Gründungstag Roms, gefeiert. Der römische Dichter Ovid schilderte dieses Fest ausführlich und beschrieb es als Tag der Reinigung und Erneuerung. Mit diesem Ritual verbanden die Römer auch die Erinnerung an die mythische Gründung ihrer Stadt durch Romulus, die sie ebenfalls auf den 21. April datierten. Zu dieser Zeit erinnerte der Morgenhimmel die Römer mit dem Stern Capella, auch an ihren obersten Gott Iuppiter/Zeus, denn bis kurz vor Sonnenaufgang war Capella noch für wenige Augenblicke am Nordwesthorizont der Stadt zu sehen. In der römischen Mythologie lebte in ihm die an den Himmel versetzte göttliche Ziege Amalthea weiter, die Zeus in seinem Versteck in Kreta mit ihrer Milch versorgte. Die Bedeutung von Iuppiter und Mars für die Stadt folgte auch die Ausrichtung des Stadtgrundrisses. Die geringfügige Abweichung aus der Ostwest Achse genügte hier gleich zwei Anforderungen: Dem Sonnen-aufgang am 23. März und der Erstsicht des Sternes Altair aus dem Sternbild Adler, der kurz vor Sonnenaufgang, oder in der Abenddämmerungzin dieser Richtung zu sehen war.

koeln-plan-sonneAusrichtung des Stadtgrundrisses der Colonia Claudia Ara Agrippinensium

Die Ausrichtung auf den Sonnenaufgang zum Marsfest Quinquatrus/ Quinquatria verweist auch auf die ursprüngliche Rolle des Mars als italischer Bauerngott, dem während des Frühjahräquinoktiums Opfer gebracht wurden. Erst im Laufe der Geschichte wandelte er sich vom Buerngott zum heute bekannten Kriegsgott, vergleichbar dem griechischen Ares. In späteren Zeiten verlagerte sich er Schwerpunkt des Festes allerdings zu Feiern der Göttin Minerva. Diese fünftägigen Feiern genossen auch unter den Soldaten des römischen Heeres eine enorme Popularität. Dass der Vogel Iuppiters auch die Richtung von römischen Straßen beeinflusse zeigt sich am Beispiel der Colonia. So ist Altair am Abende des 25. August genau in Richtung der nach Norden führenden Straße zum ersten Mal zu sehen. An diesem Tag wurden Opiconsivia zu Ehren von Ops Consiv(i)a, oder auch Ops Mater gefeiert. Sie verkörperte die altrömischen Göttin des Erntesegens, des Überflusses und Reichtums und all dies war in Köln ja reichlich vorhaben

koln-statdwappen-um-1900Köln, Stadtwappen um 1900

Als Symbol blieb der Adler der Stadt treu, wenngleich sein Aufgang sich am Himmel verschoben hatte und er damit nicht mehr deckungsgleich mit dem Stadtgrundriß war. Nach der Erhebung zur Freien Reichsstadt 1475 wurde der Reichsadler übernommen. Im alten Kölner Wappenschild erschien er als Doppeladler mit Zepter und Schwert. Er war das Symbol des Heiligen Römischen Reiches, das in die Fußstapfen des untergegangen Imperium getreten war. Die beiden Adlerköpfe standen jeweils für Kaiser- und Königs- macht und verkörperten so den Status der Stadt als Freie Reichsstadt.

Bilder Wikipedia: Agrippina die Jüngere; Büste im Landesmuseum Württemberg, Marmor, 40,5 cm, 50er Jahre n. Chr., RudolfSimon / Das römische Köln (3. und 4. Jahrhundert n. Chr.; Schaubild im Römisch-Germanischen Museum), Nicolas von Kospoth (Triggerhappy), Simulation, sunearthtoolsm, stellarium