Ikarios und die Akroplis

Ikarios mit Ochsengespann, Paphos Mosaïque, gemeinfrei

Einem alten Mythos zufolge ist nicht Frankreich das Land des Weines, sondern Griech-enland. So berichtet die Erzählung über den Weingott Dionys, dass der Ursprung des Rebensaftes in Pentélikon liegt, einem Ort nördlich von Athen. Zur Zeit des Geschehens hieß der Ort Ikaria und dort wohnte auch der gastreundliche Ikarios. Einst traf der im Dorf auf den wandernden Dionysos und bat ihn in sein Haus. Dort bot ihm Ikarios frische Ziegenmilch an, was der Gott des Weines freundlich zurückwies. Stattdessen bot er seinem Gastgeber seinen eigenen Trunk an. Nachdem der Ikarios schmeckte, machte ihn Dionysos mit der Kunst des Weinbaues vertraut. Dabei erwies sich Ikarios as überaus geschickter Gärtner. Nachdem sich Dionysos bei ihm verabschiedet hatte, fuhr Ikarios mit einem Ochsengespann über das Land, um die unkundigen Bauern mit dem neuen Getränk, dem Wein, vertraut zu machen.

Erigone, Charles André van Loo (1747)

Doch der üppige Genuss des Weines machte einige ihnen betrunken, so das sie glaubten, Ikarios hätte sie vergiftet. Voller Zorn über diese vermutete Tat töteten die Bauern Ikarios und verscharrten seine Leiche auf dem 16km entfernt von Athen lieg- enden Berg Hymettos. Der Berg war zu jener Zeit nicht nur für seinen besonderen Marmor bekannt, sondern auch für den beliebten Honig der Hymettosbienen. Dank ihrem Hund Maira fand seine Tochter dort sein Grab und beerdigte ihren Vater. Doch anschließend nahmen sich beide das Leben. Auf Grund seiner Leistungen, den Bauern den Weinbau gelehrt zu haben, wurden Ikarios als Ochsentreiber (Bärenhüter) und Erigone als Jungfrau von Zeus an den Himmel versetzt. Als Dionysos davon erfuhr soll er laut der Erzählung den Athenern eine Selbtmordepedemie unter Jungfrauen ge- schickt haben.

Statue des Dionysos im British Museum, römische Kopie um 50 n.Chr., Foto Jack1956

Die Epidemie fand erst ein Ende, als die Athener, Ikarios und Erigone das Schauckelfest stifteten, bei dem beiden geopfert wurde. Neben dieser Erzählung gibt es über die Verstirnung des Bärenhüters aber noch zwei weitere, wobei eine ihn mit der Erfindung des Pfluges in Verbindung bringt. Deshalb trug er in de Vergangenheit auch den Namen der Pflüger. In dieser Rolle ist er Philomelos, der Sohn des Iasion und der Demeter, der laut der Erzählung den von Ochsen gezogenen Pflug erfand. Alte Darstellungen des Bärenhüters erinnern noch an diese Rolle des Landmannes, denn dort hielt er statt der Sichel noch den neolithischen Grabstock in der Hand. Dank seiner Erfindung wurden die Bauern produktiver und so konnten die Nahrungsverknappung bei wachsender Be- völkerung ausgeglichen werden.

Die Akropolis in Athen, Foto A.Savin

Die bereits seit dem Neolithikum bewohnte Akropolis in Athen, diente ab den 16. Jhd, BC als Königssitz und wurde in dieser Zeit auch mit einer gewaltigen, zyklopischen Mauer umgeben. Diese Mauer war ca. 4,5m dick und erreichte eine Höhe von ca.10m. Im 8. Jhd BC wurde die Akropolis zu einem Heiligtum umgewandelt, das an der West- seite einen einfachen Zugang besaß. Auf dem Plateau wurden dann mehrere Stein- tempel und im 6. Jhd. BC wahrscheinlich an der Stelle, wo sich heute das Parthenon befindet, ein Urpartheon errichtet. Nach den Zerstörungen während des Perserkrieges, begann um 465 BC mit dem Plan des Perikles dann die komplette Umgestaltung des Plateaus. In der Folgezeit wurde aber nicht nur das neue Parthenon, sondern auch die Propyhläen, der Nike-Tempel und das Erechtheion errichtet Das neue Parthenon wude hier bewusst weiter nach Südosten erbaut, außerhalb der Blickrichtung den alten Athenatempel. So war das Bauwerk auch in Schrägsicht in seiner Gänze erfassbar. Diese Inszenierung der Bauwerke ging einher mit einem aufwendig inszenierten Staats- kult. Er beinhaltete auch eine Reihe von Prozessionen, die neben der Götter- verehrung auch zur Identitätstärkung der Stadt Athen dienten.

Akropolis und Boötes am Morgen von Thargelia

Gerne werden beim Konzept der Anlage rein optische Gesichtspunkte genannt, doch hier waren neben der Sonnenausrichtung ebenso die kosmologische Übereinstimmung der Anlage von Bedeutung. Und die zeigte sich gegen Ende des Monats April. Eines der Athener Feste wurde im Monat Thargelion gefeiert, einem Zeitraum von Mitte April bis Mitte Mai. Das Fest Thargelia war ein Erntefest, bei em das erste Getreide geerntet war, das Artemis und Dionysos geopfert wurde.Zugleich wurde am 6. und 7. Tag des Monats auch den Geburtstagen von Artemis und Apollon gedacht. Neben dieser rituellen Verehrung war Thargelia auch ein Fest der Sündenböcke bei dem jeweils ein Mann und eine Frau mit Feigen geschmückt, durch die Stadt geführt wurden.War gemäß den Legenden der Weinbau, aber auch der Pflug auf den mythischen Kultur- bringer zurückzuführen, so war doch Ikarios auch der Namensgeber des attischen Staatsvolkes und wird wie seine Frau Phanothea in der Bibliothek des Apollodor als Kulturbringer bezeichnet. Was er, laut der Erzählung für den Landbau geleistet hatte, hatte eine Frau für die Dichtkunst geschaffen. Mit der Erfindung des Hexameter schuf Phanothea einst die Grundlage der frühen Epischen Dichtung. Somit konnte der von Ikarios gestiftete Wein auch in passender Weise besungen werden.

 

Bilder: Wikipedia/ Ikarios mit Ochsengespann, Paphos Mosaïque, gemeinfrei -Transport d’outres d’outres de vin par char à boeufs au IIIe siècle / http://foodmuseum.cs.ucy.ac.cy/web/guest/36/civitem/2716?p=%CE%9A%CF%8D%CF%80%CF%81%CE%BF%CF%82+%CE%BA%CF%81%CE%B1%CF%83%CE%AF Erigone, Charles André van Loo (1747)., Charles André van Loo – High Museum of Art Statue des Dionysos im British Museum, römische Kopie um 50 n.Chr., Foto Jack1956 griechisches Original um 340 v.Chr, CC BY-SA 3.0 /Die Akropolis in Athen, Foto A.Savin Wikimedia Commons ·WikiPhotoSpace), CC BY-SA 3.0 /Akropolis und Boötes am Morgen von Thargelia, Stellarium

 

 

Die Göttin Artemis — Hellenismos

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Ourania Toutountzi: «Die Göttin Artemis». Auszug aus ihrem Buch «Über die Göttin Artemis» (Athen 2005), veröffentlicht auf der Webseite des Obersten Rates der ethnischen Hellenen (YSEE). Die Worte in eckigen Klammern wurden vom Übersetzer zum besseren Verständnis des Textes hinzugefügt. Aus dem Griechischen von Stilian Korovilas. Der Kult der Artemis Der Kult der Artemis wurde […]

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Celtic Festival Calender: Abnoba & the Celtic Artemis/Diana — Gullveig Press

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Celtic and Roman Deity Differences in the Roman Empire This is part of my series where Festivals for Roman deities are linked with the Celtic deities associated with those Roman deities. For example, a Roman Festival for Minerva is a Brythonic Festival of Sulis, or the 2 week Festival of Aesculapius includes possibly the most […]

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Artemis in Ephesos

Artemisstatue aus Ephesos im Museum von Selçuk,125-175 AD, Foto Carole Raddato

In der griechischen Göttermythologie sind die Göttin Artemis und ihr Zwillingsbruder Apollon Kinder der Titanin Letho und des Göttervaters Zeus. Als von der Schwanger-schaft der Titanin erfuhr, versuchte Hera die Niederkunft der Titanin zu verhindern, weil ihr prophezeit wurde, dass die beiden mächtiger sein würden als sie. Doch ihr Vorhaben misslang, denn den Göttern gelang es, die Geburtsgöttin Eileithyia mit einem Halsband zu bestechen, das Hephaistos aus dem Mond geschmiedet hatte. Obwohl Artemis und ihr Zwillingsbruder Apollon in den Erzählungen immer wieder als Paar auftreten, wurde sie dennoch als einzelne Göttin an drei wichtigen Kultorten auf unterschiedliche Weise verehrt. Als Artemis Bauronia in der böotischen Hafenstadt Aulis, als Artemis Orthi in Sparta und als Artemis/Diana ephesia im kleinasiatischen Ephesos. Von der dort auch die römische Kopie der bekannten Statue erhalten, die gerne als vielbrüstige Artemis bezeichnet wird.

Artemis bricht mit den Nymphen zur Jagd auf, Peter P. Rubens, um 1615, F. clevelandart

Allen zu eigen ist ihre jungfräuliche Erscheinung und ihre Rolle als Göttin der Jagd, wie als Schützerin der Geburt. Diese Rolle hatte wohl bereits frühchristliche Autoren im 4. Jhd. dazu verleitet, Artemis als die `Vielbrüstige´ zu bezeichnen. Dieser Beiname wurde dann kritiklos von anderen Autoren übernommen und prägte damit das Bild der Artemis. Anatomische Fehler dieser Deutung, wie die fehlenden Brustwarzen, störten dabei niemand. Dabei sind für die sackförmigen Verzierungen ihres Gewandes ebenso Stier- hoden denkbar, denn ihre Form bietet eine viel bessere formale Übereinstimmung und ergänzen zudem auch den mit symbolhaften Tierdarstellungen übersäten Gewand-schmuck. Sie schaffen aber auch eine Verbindung zu den zahlreichen, in Ephesos vor- handen Stiermotiven, die auf einen dort praktizierten Stierkult hinweisen. Das Stieropfer, die Tauroktonie ist auch das Hauptmotiv des in Persien entstandenen Mithraskultes, das zur Erneuerung der Welt dargebracht wurde: Bei diesem Ritual sollte sich aus dem Blut und dem Samen des Stieres die Welt erneuern.

Stierhoden nach der Schlachtung

Ebenso hätte dieser Bildschmuck am Gewand der Artemis die kultische Bedeutung der Hodensäcle unterstrichen, die bei den Stieropfern als Opfergabe am Kultbild gehängt wurden. Die gefälligen, die Fantasie anregenden Säcke lassen aber noch eine andere Deutung zu: Käselaibe. So schrieb der spartanische Lyrikerr Alkman im 7. Jhd. v. Chr. über ein Fest der Götter auf den Bergen, bei dem ihnen Artemis in einem großen Eimer Käse aus Löwenmilch zu Bewirtung herstellt. Diese Götterbewirtung bildete dann den Hintergrund des jährlichen Wettbewerbs, dem Käsediebstahl aus dem Heiligtum der Artemis. Auf den ersten Blick erscheint die Käseherstellung aus der kostbaren Milch wilder anatolischer Löwen durchaus dem Bild eines Göttermahles zu entsprechen, doch diese Löwenmilch hat ganz irdische Hintergründe. Sie gilt auch heute noch als `aslan sütü´, die Löwenmilch, als türkisches Nationalgetränk. Ein aus Weintrauben gebrannter und mit Anis veredelter Schnaps hat einen Alkohol- gehalt von rund 40%. Der verwandte Absinth, aus dem bezeichnenderweise Artemisia absinthium genannten Wermutkraut gilt heute wieder als die kulinarische Verfeinerung von einigen schweizer und französischen Käsearten. Auf der Absinthstraße gelangt man natürlich auch in die heimliche Hauptstadt des Getränks, nach Pontarlier im französischen Jura. Dort liegt unmittelbar am Marktplatz das Käsegeschäft Marcel Petite und dort erhält man die unterschiedlichsten Käsearten, alle mit Absinth veredelt wurden. Während er im Käse etwas flüchtig erscheint, entfaltet er in der dort verkauften Wurst sein Aroma umso mehr. Der vollmundige Käse, wie auch das scharfe Getränk hat viele Liebhaber und schon aus diesem Grund kann die Artemis für diesen Einfall als Ernährerin gefeiert werden. Diese Bewirtung wurde auch zum Mittelpunkt eines jährlichen Rituals in Ephesus, bei dem die Kultstatue zum Meer getragen und anschließend mit Salzwasser abgewaschen wurde.

Artemistempel Ephesos, Rekonstruktionszeichung

Für diesen Kult er Göttin Artemis wurde in Ephesos ab der Mitte des 6. Jhd. ein Tempel erbaut der in der Antike auf Grund seiner Dimension zu den 7 Weltwundern zählte, Während einer Bauzeit von 120 Jahren entstand dann ein Bauwerk mit einer Länge von 120 m Länge und 54.5m Breite, das ein Seitenverhältnis von 11 zu 5 aufwies. Der Umgangstempel mit einer Cella und dem halboffenen Vorraum hatte einst 117 Säulen. Diese Zahl lässt sich auch als Produkt aus 3×39 darstellen und verweist mit der 39 auf die Darstellung des Hexagons im Tetraktysmodel. Damit symbolisierte die Zahl auch die sechseckige Bienenwabe, denn Artemis trug auch den Beinnamen, die Bienengöttin. Mit seinem sprichwörtlichen Säulenwald war der Tempel kein Gotteshaus im abendländ- ischen Sinn, wo sich die Gemeinde zu einem Gottesdienst versammelt, sondern er war ein Schrein für die Statue der Gottheit, gleichsam ein Weihegeschenk an sie.

Ausrichtung des Artemis Tempels

Die im Schrein von Ephesus aufgestellte Statue blickte aber nicht, wie die der Athene auf der Akropolis, in die aufgehende Sonne, sondern in den Sonnenuntergang. Am 23. April,  dem späteren römischen Jupiterfest und heutigen Georgstag, stand sie in der Bauachse knapp unter dem Horizont. Von diesem Beginn des einstigen Monats Targelion dauerte das Fest dann 6 Tage, bis zum Geburtstag der Artemis am 6. Targelion. Zumindest ideell bietet der Untergang des Stiers hinter der ihn besiegenden Sonne am Himmel eine Entsprechung für den Stierkult, bei dem das Opfer für die kommende Ernte dargebracht wurde. Am Georgstag lebt in der Orthodoxen Kirche der Brauch des Erntesegens noch weiter, der hier durch den Heiligen erfolgt, Allerdings dann am 6. Mai. Am 6. Targelion stand auch die Sonne über einem vorgelagerten Küstenstreifen noch auf dem Horizont und ihr Licht schien dann auf die Statue.

Bilder: Wikipedia / Artemisstatue aus Ephesos im Museum von Selçuk,125-175 AD, Foto Carole Raddato , CC BY-SA 2.0 / Artemis bricht mit den Nymphen zur Jagd auf (Peter Paul Rubens, um 1615), Peter Paul Rubens – http://www.clevelandart.org/art/1959.190? / Stierhoden nach Schlachtung, Artemistempel Ephesus, Rekonstrukti-onszeichung / tetraktys,https:/www.decemsys.de/system/zahlen-Simulation, sunearth-tools,  opentopomap, stellarium.

 

Scythian Diana – who was she? — We Are Star Stuff

Zitat

You may remember, if you read my post on Taranis, how the Roman writer Lucan compared his cult to that of the „cruel“ Diana of the Scythians. I wondered at the time who Diana of the Scythians was, and what was cruel about her cult.

über Scythian Diana – who was she? — We Are Star Stuff

Die neolithische Artemis

Saturday, 9 June 2018

Neolithic Artemis

The Vinča culture, also known as Turdaș culture or Turdaș–Vinča culture, is a Neolithic archaeological culture dated to the period 5700–4500 BC. It occupied a region of Southeastern Europe (i.e. the Balkans) corresponding mainly to modern-day Serbia (with Kosovo), but also parts of Romania, Bulgaria, Bosnia, Montenegro, Republic of Macedonia, and Greece.
The culture was named for its main site, Vinča-Belo Brdo, a large tell settlement located near Vinča a suburb of Belgrade, Serbia, which was discovered by Serbian archaeologist Miloje Vasić in 1908.
Current consensus is that Vinča culture is an offshoot of the preceding Starčevo culture which belonged to the First Temperate Neolithic (FTN) archaeological horizon, consisting of the earliest archaeological cultures of Neolithic Southeastern Europe, dated to c. 6400–5100 BCE. The cultures of the FTN were the first to practice agriculture in temperate Europe, which required significant innovations in farming technology previously adapted to a mediterranean climate. People from Starčevo culture built the first agricultural temple in Blagotin, Serbia.
Farming technology first introduced to the region during the First Temperate Neolithic was developed further by the Vinča culture, fuelling a population boom and producing some of the largest settlements in prehistoric Europe. These settlements maintained a high degree of cultural uniformity through the long-distance exchange of ritual items, but were probably not politically unified. Various styles of zoomorphic and anthropomorphic figurines are hallmarks of the culture.
As are the Vinča symbols, which some conjecture to be the earliest form of proto-writing.