Glastonbury Thorn – Teil 2

Kreuzabnahme mit Josef von Arimathäa, , Rogier van der Weyden, Foto: Museo del Prado , –

Eine der zahlreichen Legenden des Joseph von Arimathäa berichtet von einer Gefolgschaft von 11 Männern, mit denen er im Jahr 43 in Glastonbury ankam. In der Nähe des Gipfels stieß er seinen Stab in die Erde, der dann später als Weißdorn 2 Mal im Jahr erblühte und so an die Geburt und den Tod von Jesus erinnerte. Wie der Weißdorn soll auch der Name des Hügels auf einen Ausspruch Josephs zurückgehen der hier `weary of it all´ (müde von allem), gerufen haben soll. Auf der Südseite des Wearyall Hill soll er dann sein ein Lager aufgeschlagen haben  und diese Seite heißt heute immer noch der Weinberg.

Dieser Weißdorn blühte später noch an anderen Stellen in Glastonbury, wie der Marien-kapelle. Dort soll Arimathäa nach seiner Ankunft den Leichnam  Marias bestattet haben, den er auf seiner langen Reise nach England gebracht hatte.

Der zwei Mal im Jahr blühende Weißdorn ist eine Art die so in der Region nicht zu finden ist, doch sein Standort erklärt aber eine ganz andere Beziehung: der Sonnenaufgang über dem Glastonbury Tor:

Er ist dort am 19. April über der Spitze des Tors zu beobachten und dies war in römischer Zeit das Ende der jährlichen Feiern der Getreidegöttin Ceres. Dieses Datum ist auch durch-aus von Bedeutung da in dieser Zeit auch die erste wichtige Wachstumsphase des Getreid-es stattfindet. Ceres war in der Antike auch der Weißdorn geweiht, dessen reinigende und herzstärkende Wirkung schon früh erkannt wurde.

Auch die Kelten sahen im Weißdorn einen heiligen Baum, dessen Blüten das Hochzeitskleid der Weißen Göttin bildete , die in der Mainacht den Sonnenkönig heiratete. Auch diese Legende ist noch im Wearyall Hill zu sehen dessen Mittellinie auf den Sonnenaufgang am 1. Mai gerichtet ist. Aus diesem Legende entstammt dann wohl die Tradition der Wandere, die sich ihren Wanderstab aus dem harten und magischen Weißdornholz schnitzten um so damit sie wohlbehalten an ihrem Ziel angelangten.

Dieses Bild hat ein leeres alt-Attribut; sein Dateiname ist glastonbury-thorn1.jpg.


Wearyall Hill , Sonnenbezüge / Foto

Bilder:

Wikipedia/ Der Baum auf dem Wearyall Hill, der 2010 zerstört wurde. Im Hintergrund Glastonbury Tor, Ken Grainger ,   CC BY-SA 2.0  /Karte opentopomap, eigen- Rogier van der Weyden, Kreuzabnahme, Madrid, Foto: Museo del Prado , Rogier van der Weyden – The Prado in Google Earth: Home

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Arausio, die Stadt des Wassergottes

Stadtgründungsbogen in Orange, Foto Andim

im Süden Frankreichs, im Département Vaucluse, liegt die Stadt Orange.noch heute strahlen hier die erhalten römischen Bauwerke den einstigen Glanz Roms aus. Die Prachtvollen Bauwerke lassen aber nicht erahnen, dass der Name Arausio auch an eine der größten Niederlagen des römischen Heeres steht. So traf hier am 5 Oktober 105 v. Chr. eine Streitmacht aus Kimbern und Teutonen unter der Führung des Königs Boiorix auf ein Heer der Römer. Trotz der Streitmacht mit zum größten Teil schlecht ausge- rüsteten Kriegern, konnten sich die beiden römischen Befehlshaber nicht auf eine gemeinsame Strategie einigen und stritten sich um die Führung des Ober- kom- mandos.Diese Spaltung in zwei Heeresteile nutzten die anrückenden Feinde geschickt aus. um Roms Militärmacht eine vernichtende Niederlage beizubringen. Laut den Geschichtsschreibern sollen dabei nur 10 Legionären die Flucht gelungen sein, während 80000 von der gegnerische Streitmacht erschlagen worden sein sollen. Doch die Feinde Roms nutzten ihre Chance nicht, noch weiter vorzustoßen. Ein Teil von ihnen wanderte weiter in Richtung Spanien und der andere ins Innere Galliens, wo sie dann knapp 50 Jahre später von Cäsar besiegt wurden. Die Lage der Stadt an der Via Agrippa begünstigte das Aufblühen der Stadt unter rmischer Herrschaft, so dass Arausio in den folgenden Jahrhunderten zu einer wichtigen Provinzstadt in der Provinz Gallia Narbonensis wurde.

Theater in Orange, FotoKlausF

Der Name Arausio wird auf Grund einiger Weiheinschriften auf einen keltischen Wassergott zurückgeführt der in dieser Region verehrt wurde.Der heute noch imposant wirkenden römischen Bauten entstand aber erst nach einer erneuten Schlacht, denn knapp 100 Jahre nach dem denkwürdigen Sieg kam es zu einer Revolte in dne Prov- inzen Belgica und Lugdunensis. Die gallischen Anführer hatten ein allerdings wieder ein schlecht ausgerüstetes Heer um sich versammelt und im Jahr 21. n, Chr. wurde dieses Heer durch die Römer unter dem Kommando von Tiberius vernichtend geschlagen. Im Anschluss an diese Schlacht wurde die Stadt vollkommen zerstört und anschließend als Planstadt wieder neu errichtet. Von dieser Überlegenheit der römischen Kultur, wie auch deren Militärmacht zu Land und zur See kündet der vor der eigentlichen Stadt errichtete Triumphbogen. Mit einer Höhe von 19.21 und einer Breite von 19.5m gilt das Bauwerk als einer der am besten erhalten Triumphbögen seiner Zeit. Sein Bildprogramm stellt Kampfszenen dar und rituelle Gegenstände.

Rekonstruktion Arausio, Visualisierung The Lost Treasure Chest,

Doch der auffälligste Aspekt dieser Inszenierung Roms ist die Ausrichtung der Triumphstraße mit einem Azimut von 164° nach Südost. Dieser wert entspricht auch dem Produkt von 4×41 und verweist damit ebenso auf das Doppelrautenkreuz der griechsch-römischen Tetraktys. Doch die Ausrichtung markierte gleichzeitig die erste Sicht des Sternes Altair am Abend 27. August, dem Feiertag des römischen Wasser-gottes Volturnos. Gemäß er Auffassung des antiken Schriftstellers Varro zufolge, soll ein Fluss mit Namen Volturnus zu einem göttlichen Wesen geworden sein und galt fortan als Schwiegersohn des Ianus. Andere römische Quellen beschreiben Volturnos aber den personifizierten Tiber. In dieser Rolle hätte er dann durchaus Ähnlichkeiten mit dem lokalen keltischen Wassergott Arausio. Über den gallischen Wassergott und seinen Kult ist jedoch außer einigen Weinschriften kaum etwas bekannt. Die Plane der Stadt sahen aber einen Bezug des Wassers zum Gedeihen der Natur und so wurde die Querrichtung der Triumphstrasse auf den Sonnenaufgang am 19. April ausgerichtet.

Die Ausrichtung von Arausio

Dies war das Ende der Ludi Cereris, des Festes zu Ehren der Göttin Ceres. Ohne das nötige Wasser, für das der Wassergott, in Gestalt des Volturnus /Arausio stand, gab es ja keine Fruchtbarkeit in der Natur. Meist wurde die Göttin Ceres, die auch als Ceres Legiferia, die Gesetzgeberin und Heilige Richterin bezeichnet wurde, mit strohblonden, oder auch goldfarnen Haaren beschrieben. Deren Farbe lebt auch im Ortsname Orange weiter, Innerhalb der geschichtlichen Entwicklung wurde er mit einem ähnlich kling- enden lateinischen Wort verschmolzen und so wurde aus Arausio der Name Orange und diese Frucht wurde im Mittelalter noch als pomum aurantium, der goldene Apfel bezeichnet. Doch die Farbe arbe Organe verbindet die Ceres/Demeter auch mit dem Gott des Rausches, Bacchus/Dionysos Er trug ein orangefarnenes Gewand und bildete mit Ceres/Demeter und Proserpina die eleusische Trias.

Bilder:Wikipedia/ Stadtgründungsbogen in Orange, Foto Andim, CC BY-SA 3.0 / Theater in Orange, FotoKlausF CC BY-SA 3.0 Rekonstruktion Arausio, Visualisierung The Lost Treasure Chest, tps://thelosttreasurechest.wordpress.com// Simmulation Arausio, Stellarium, sunearthtools.

Jupiter in Halheim

Halheim Luftbild

Das Kastell Halheim liegt zwischen Ellwangen und Tannhausen. Es wurde wahrscheinlich noch während der Herrschaft Hadrians errichtet und dann bis zum Fall des Limes mit des 3. Jhd`s genutzt. Seine Erforschung begann im Jahr 1894 durch die Grabungen der Reichslimeskommission. Dabei wurde die Größe des Kastells vermessen, sowie die Lage der Türme des 80m langen und bis zu 82.5m breiten Kastells identifiziert. Auch hier weist die Lage der Anlage, wie auch die vom rechten Winkel abweichende Geometrie der Kastellmauern auf Gedankengänge, die nicht rein vom Zweckdenken bestimmt waren.

Halheim Modell

Da bei der Fläche eigentlich die Form eines Quadrates zu erwarten gewesen wäre, lohnt sich an dieser Stelle die nähere Betrachtung des rechten Winkels. Er wird auch als Winkelmaß bezeichnet und zählt zu den ältesten Symbolen der Menschheit. Deshalb nimmt er auch heute in Gedankengebäude der Freimaurerei eine zentrale Stellung ein. Die Archäologin Marie E. P. König hält ihn für `ein Ordnungssystem, das uns heute noch be- kannt ist und die Basis der zivilisatorischen Kultur bildet´. In Ägypten war das Winkelmaß Ausdruck der Gerechtigkeit. Es bildete den Thron der Götter Osiris und Thot. Sie standen beide für die Bedeutung des Winkels als Zeichen der unbedingten Gerechtigkeit. Er war aber gleichzeitig auch eine Manifestation der Gottheit in der Welt, die durch unver- änd- erlichen Gesetze bestimmt wurde. Aus diesem Grund wurde das Winkelmaß mit seiner symbolischen Bedeutung auch als einzelnes Werkzeug den Mumien der Phara- onen in Goldblech gefertigt mitgegeben. Auch in China wurde das Prinzip des Winkel- maßes verehrt. Hier wurde des als Zuordnung von Himmel und Erde gesehen. Dabei re- präsentierte der Himmel das männliche, zeugenden Prinzip und die Urmutter Erde, das weibliche, empfangende Prinzip.

Ausrichtung des Kastells,  Karte / Foto Mediatus

Heute ist der rechte Winkel nur noch bei der Maßhaltigkeit von Bedeutung. Seine symbolische Bedeutung wird nur noch innerhalb der Freimaurerei gesehen und hier zählt er mit dem Buch des Heiligen Gesetzes und dem Zirkel zu den drei Hauptsymbolen Sie bilden die drei großen Lichter der Freimaurerei..R. Fischer schreibt dazu in seinen Er-läuterungen der Katechismen der Johannis-Freimaurerei: `Das Winkelmaß ist das Symbol der Gewissenhaftigkeit, das die menschlichen Handlungen nach dem Gesetz der Recht-winkligkeit, d. h. nach Recht, Gerechtigkeit und Menschlichkeit ordnet und richtet, auf dass dieselben immer regelrecht seien und sich innerhalb der rechten Schranken der göttlichen und menschlichen Gesetze halten. Es wird angelegt an die menschlichen Handlungen auf dass sie erkannt werden als frei von Eigennutz, getrieben von innerem Drang, ohne äußeren Zwang, in voller Erkenntnis des Rechten und Pflichtmäßigen.´

Wallerstein, Ausschnitt Postkarte

Eine nähere Betrachtung zeigt, dass die Abweichung der Kastellgeometrie vom rechten Winkel zwar nur minimal ist, aber wohl keinem Messfehler zuzuschreiben ist. Auch zeigt die Lage auf der Anhöhe, sowie die Zuordnung zum nahen Limes, wie hier mythologische Überlegungen eine wesentliche Rolle bei der Planung gespielt hatten. So erfolgte die Ausrichtung in nordöstliche Richtung auf den Sonnenaufgangspunkt am 23. April, dem Tag der Vinalia Priora, zu Ehren des Jupiter und die vom rechten Winkel abweichende Richt- ung nach Südosten, auf die Letztsicht des Sternes Altair am 1. April, dem Geburtstag der Venus. Auch ab diesem Standort ist die Vermutung nicht abwegig, dass das Kastell an einem Ort errichtet wurde, der für die einheimische Bevölkerung bereits von Bedeutung war. Auffällig ist hier die Beziehung Wallerstein im Nördlinger Ries, über dem zur Wintersonnenwende der Sonnenaufgang zu sehen ist. Neuere Funde am westlichen Ortsrand von Wallerstein weisen hier auf eine Besiedlung rund um den Burgberg bereits ab der Jungsteinzeit hin. Ebenso ist vom Kastell der Sonnenuntergang am 1. August über der höchsten Erhebung des Virngrundes, dem Hornbeg bei Ellenberg zu sehen.

Statue der fruchttragenden Ceres (Louvre, Paris), Foto ChrisO

Das Kastell wurde nicht symmetrisch zur Grenzbefestigung angelegt. Es wäre nahe- liegend gewesen, denn die sich verengenden Räume zwischen Kastell und Grenzwall hinderten Angreifer daran sich bei einem Überfall daran ihre Truppen zu entfalten. So gerieten die dreiecksförmigen Räume zur Falle. Wie bei den Außenkanten des Kastells, scheint aber auch die Richtung des Grenzwalls an dieser Stelle nicht nur rein praktischen Überlegungen gefolgt zu sein, denn an dieser Stelle folgt er der Erstsicht des Sternes Vega aus dem Sternbild Leier am ersten Tag der Ludi Cereris, der Spiele zu Ehren von Ceres. Die Tochter des Saturn und der Ops, war nicht nur die Göttin des Ackerbaues und der Fruchtbarkeit, sondern zugleich auch Gesetzgeberin. Der Limes war nicht nur die Verteidigungslinie, sondern eben auch die Trennlinie zwischen unterschiedlichen Gesetz-gebungen.. Ovid schreit über den Raub der Proserpina, der Tochter der Ceres : `Die mit Efeu bekränzte Calliope beginnt, zur Leier das Lob von Ceres (griech. Demeter), der Göttin des Ackerbaus, zu singen: `Alles ist Gabe der Ceres. Singen will ich von ihr. Oh könnte ich Lieder finden, würdig der Göttin….´

Bilder: Kastell Halheim, Weltkultur-Schwäbische Alb, Kastell Halheim, Modell. Landratsamt Ostalb /Wikipedia / Das Kastell und sein nächstes Umfeld; hauptsächlich nach den Befunden der RLK, Karte / Foto Mediatus / Osiris, Bild, LOOKLEX Encyclopaedia / https:/lostdudeistastrology.wordpress.com/2017/03/17 / Statue der fruchttragenden Ceres (Louvre, Paris), Foto ChrisO