Das Anch, der Schlüssel zur Ewigkeit

Replikat eines Spiegeletuis des Tutanchamun in Form eines Anch, FotoNachbarnebenan,

Das Anch-Symbol, auch das Anch-Kreuz genannt, ist ein altägyptisches Zeichen mit einer vielschichtigen Bedeutung. Es besteht aus zwei Teilen, einer Schlaufe, die oft auch als Lemniskate bezeichnet wird und einem T, das dem griechischen Buchstabe Tau gleicht. Über dem Ursprung des Zeichens gibt es mehrere Interpretationen. Eine bringt die Schlaufe mit der einer Sandale in Verbindung, da Teile von deren Schreib- weise und Aussprache der Schlaufe gleichen. Ägyptologen sehen in dieser geomet-rischen Form auch gern ein androgynes Zeichen, das männliche wie weibliche Aspekte vereinigt. Plausibler als die Sicht einer Halteschlaufe erscheint jedoch ein Bild das der damaligen Naturbeobachtung entsprang. Diese Interpretation sieht die Schlaufe als Sinnbild der Sonnenscheibe und damit als ein Zeichen der aufgehenden und wieder-kehrenden Sonne.

Das Tau als Steinkreuz, Pappenheim, Baudenkmal, Foto Derzno

Der Form des T enthält 2 rechte Winkel, dem Sinnbild der ewigen Ordnung Nähert man sich der Bedeutung des Tau aus der Sicht des hebräischen Alphabets, so zeigen sich Parallelen zu seiner Bedeutung im Alten Ägypten. So ist das Tau im Hebräischen das letzte Zeichen und hat somit den Charakter des Endgültigen. Mit seinem Zahlenwert 400 verweist es auf die vier Himmelsrichtung und damit auch auf einen Kreislauf mit einem zeitlosen Ende. Die 400 wurde so auch zu einem Ausdruck der für die Ewigkeit steht. Im biblischen Kontext steht das Tau auch für die Auserwählten die diese Ewigkeit erleben dürfen. Sie beschreibt der Prophet Ezechiel in der Offenbarung mit folgenden Worten: `Bevor das Strafgericht über die Stadt Jerusalem hereinbricht, läßt der Herr die Gerechten mit einem T auf der Stirn bezeichnen. Sie sollen von den Mächten der Zer- störung bewahrt bleiben´.(Off 7,3) Auch der heilige Franziskus nutzte dieses Symbol, in dem er es für ein Segenszeichen verwandte.

Taukreuz der Franziskaner, Foto Abraham Sobkowski OFM

In ähnlicher Form taucht das Anch- Kreuzl auch oft in alten ägyptischen Darstellungen auf, in denen ein Gott das Zeichen Anch dem Pharao als Zeichen des Lebens über- reicht. In diesen Darstellungen ist das Zeichen des öfteren in der Nähe der Nase zu sehen, womit eine Verbindung zwischen Leben und Atem ausgedrückt wurde. Diese Ver bindung zum Atem verweist auch auf den Aspekt der Gesundheit und der deckt sich mit einem weiteren Symbol, dem Pentagramm. Diese mathematisch komplexe Figur, die seit dem Mittelalter als Hexenzeichen abgestempelt wurde, war bereits um 3000 v.Chr., in der mesopotamischen Djemdet-Nasr-Zeit, als Ideogramm der sumerischen Göttin Inanna/Ištar bekannt. Pythagoras nannte es das Symbol der Gesundheit, doch ihn interessierte an der Figur ganz besonders der mathematische Aspekt des Goldenen Schnitts. Er ist gleich 12 Mal in ihr enthalten. Noch deutlicher als das Pentagramm verweist auch die Figur des Sternbildes Schwan auf das Anch-Kreuz und dessen Bedeutung für das ewige Leben. So war im alten Ägypten am Neujahrstag der Untergang dieses Sternbildes zu sehen, während kurz darauf die Sonnenscheibe über den Horizont aufstieg.

Das Anch- Kreuz, der Schwbn und das Pentagramm

Der Schwan und die Sonne, am Morgen des Neujahrstages im 29. Jhd. BC

Ornis, der Vogel, wie das Sternbild im archaischen Griechenland noch genannt wurde, schwebte dann direkt auf dem leuchtenden Band der Milchstraße. In den alten Texten Ägyptens gibt es dazu nur wenig konkrete Aussagen, die ein Bild über ihre mytho-logische Bedeutung erkennen lassen. Dessen Ungeachtet dessen vermuten die beiden Autoren Robert Bauval und Adrian Gilbert in ihrem Buch `The Orion Mystery´, dass die Milchstraße im alten Ägypten als das Abbild des Nils betrachtet wurde. Sie sei das in einigen religiösen Texten erwähnte Binsengefilde, das der Pharao auf seiner Fahrt in die Jenseitswelt überqueren müsse und damit wäre die himmlische Straße als Analogie zur irdischen Situation betrachtet worden. Hier begab sich der Pharao vom Ostufer, wo die Städte der Lebenden lagen, auf die Fahrt zum Westufer des Nils. Dort wo die Nekropolen angesiedelt waren. Die Duat, das Land des Jenseits, wurde aber auch Ta-djeser genannt und dies ist die altägyptische Bezeichnung des Lichtlands. Ein Beispiel, dass in frühen Mythologien tatsächlich Analogien zwischen Himmel und Erde gesehen wurde, bieten die Inkas. Für dieses Volk war die Milchstrasse der Heilige Fluss am Himmelsfirmament, in den Votstellungen der Inkas sorgte Willka Mayu für Frucht-barkeit auf der Erde und dort war seine Entsprechung, der `Grosse Fuss – Hatun Mayu´, heute unter dem Name Urubamba bekannt. Diese, heute als das `Heilige Tal der Inka´, bekannte Landschaft war einst die Kornkammer in der Nähe Cuscos. Wie in der Vorstellung des heiligen Flusses am Himmel, so .lässt sich auch hier eine Parallele zu den Vorstellungen im Alten Ägypten ziehen. Betrachtete man dort das Bild des Himmels am Neujahrstag, so wird der Sinn das Anch-Zeichen vor dem Band der Milchstrasse  verständlich, denn im untergehenden Sternbild Schwan ist das Kreuz erkennbar und zugleich im Osten, die Bewegung der aufsteigenden Sonnenscheibe in Gestalt einer ellipsoiden Form.

Bilder: Wikipedia / Replikat eines Spiegeletuis des Tutanchamun in Form eines Anch, Foto Nachbarnebenan, gemeinfrei/ Steinkreuz, Pappenheim, Baudenkmal, Kreuz 2, Foto Derzno / Taukreuz der Franziskaner, Foto Abraham Sobkowski OFM / Simulation Stellarium

Die Pyramide, die Gans und der Schwan

Heilige Gänse des Amun,Foto globalegyptianmuseum

im Alten Ägyoten wurde die Gans auf Grund ihres Wesens hoch geachtet, denn das fürsorgliche Tier zeichnet eine große Elternliebe aus. In Gestalt der aggressiveren Nilgans war sie eng mit dem Gott Amun verknüpft, der deshalb auch den Beiname `der große Schnatterer´ hatte. Er war ein altägyptischer Wind- und Fruchtbarkeitsgott, der in Hermopolis Ur- und Sonnengott angesehen wurde, der laut laut den Erzählungen als Nilgans aus zwei Eihälften entstanden war. Wohl aus diesem Grund spielte die Gans nicht nur als wichtiges Nutztier in der Landwirtschaft, sondern auch in der Magie und der Religion eine bedeutende Rolle. Von dieser Funktion der Gans ist auch in einigen Pyramidentexten die Rede, die vom Wunsch der Pharaonen erzählen, `als Gans in den Himmel emporzusteigen´. In diesem Zusammenhang werden auch zahlreiche Opfer – und Bestattungszeremonien erwähnt. Während die Nil- und die Rostgans in der Ernährung der Ägypter eher eine unbedeutendere Rolle spielten, war die Graugans mit ihrem wohlschmeckenden Fleisch die beliebteste Gänseart bei den Ägyptern.

Graugans auf einer Wiese mit Gänseblümche, Foto Diliff

Sie war das ganze Jahr über im Land anzutreffen und wurde auch auf entsprechend angelegten Geflügelhöfen gemästet. Bereits die Geburt des Urgottes von Hermopolis verdeutlicht die Bedeutung des Eies in den Schöpfungsmythen des Alten Ägypten. Er entstand aus einem Ei, das ganz der Landschaft am Nil entsprechend, in einem Sumpfdickicht verborgen war.Auch der Sonnengott ist laut dem Totenbuch als Falke aus einem Ei entstanden. Ebenso wird auch der als Bildner bezeichnete Ptah, dessen Hauptkultort in Memphis lag, mit einem Ei in Verbindung gebracht. Die Gans war ein Attribut des Erdgottes Geb, der mit ihr auf seinem Haupt und mit einem Ankh-Schlüssel in der Hand dargestellt wurde.

Gott Geb, Erdgott und Mitglied der Neuheit von Heliopolis, Foto Daniel Toye

In den damaligen Vorstellungen war er es, der den Menschen alles schenkte was sie zum Leben benötigten. Mit der Göttin Nut zeugte er die Götter Osiris, Isis, Seth und Nephthys, weshalb Isis auch manchmal als das Ei der Gans bezeichnet wurde. Meist wird aber der Gott Amun, der sich später zu Amun-Re wandelte wurde mit der Gans als dem kosmischen Wesen gleichgesetzt. Dies war aber nicht vpn Anbeginn so, denn diese mythologische Sucht verbreite sich erst ab dem Neuen Reich. Am Himmel gibt es zwei Sternbildbilder die hier mit diesem mythischen Vogel identifiziert werden können. Zum einen ist dies das alter Sternbild des Adlers und das des Schwans. Obwohl einige griechische Sagen dessen Entstehung erklären, hieß das Sternbild im alten Griechen- land noch einfach Ornis, der Vogel. Erst die Römer gaben ihm den heutigen Namen Cygnus, der Schwan. Bereits im frühen Mittelalter wechselte dessen Name wieder zu Haushuhn, bis das Sternbild in der Neuzeit wieder den alten Namen zurück erhielt. Zwei Merkmale verbinden aber die mythische Rolle der Gans mit dem Schwan. Zu ihm besteht eine wesentlich engere Verwandtschaft als zum Adler und sein Sternbild schwebt über der Milchstraße, die im alten Ägypten als Spiegelbild des lebens-spendenden Nils angesehen wurde.

Schwan vor Milchstraße, Situation zur Wintersonnenwende im 3.Jtsd.v.Chr.

Damit zeigt das Sternbild des Schwans mehrere Aspekte um eine bedeutende Rolle innerhalb der ägyptischen Mythologie zu spielen. Diese Bedeutung, die der Schwan bei der Anordnung der Pyramiden auf dem Gizeh Plateau spielte, hatte der amerikanische Autor Andrew Collins im Jahr 2006 in seinem Buch ´The Cygnus Mystery´ erkannt. Mit seiner Entdeckung bot er eine wesentlich schlüssigere Erklärung für die Anordnung der 3 Pyramiden, als die beiden Autoren Robert Bauval und Adrian Gilbert. Mit ihrem Buch `The Orion Mystery´ hatten die knapp 12 Jahre zuvor einen neuen Mythos geschaffen, denn darin behaupteten sie, dass die 3 Gürtelsterne des Orion die Mittelpunkte der unterschiedlich großem Pyramiden markieren. Wie die Lage durch die Gürtelsterne bestimmt wurde, so die Autoren, soll auch einer der schräg in der Pyramide verlauf- enden Schächte auf sie ausgerichtet gewesen sein. Falls sie tatsächlich die vermuteten Begräbnisstätten waren, hätten die drei Pyramiden mit Orion, in dem sich der Totengott Osiris verkörperte, somit eine ideale Symbolik erhalten. Die Betrachtung von Andrew Collins zeigte aber, dass das Sternbild des Schwanes in 2 Positionen eine viel ein- deutiger Übereinstimmung mit der Lage der Pyramiden hatte und damit die Mythologie des Vogels hier zu einer baulichen Gestalt führte. Hatte der Schwan zu dieser Zeit den Meridian und damit den Himmelspol durchquert, lagen seine Sterne so, wie sie Collins als eine mögliche Grundlage eines Bauplanes für das Gizeh Plateau sieht. Neben zahlreichen anderen Erklärungen zur Geometrie der Pyramiden, bietet der Schwan eine Verbindung von  Bauwerk und der Mythologie des Vogels, auf die auch die von Richard William Vyse beschriebenen Gräber der Vögel im Nordwesten dre 3 Pyramiden hin- weisen.

Gizeh und Cygnus

Bilder: Heilige Gänse des Amun,Foto http://www.globalegyptianmuseum.org Wikipedia / /Ineni3000,CC BY-SA 4.0 / Graugans auf einer Wiese mit Gänseblümche, Foto Diliff / Geb was the Egyptian god of the Earth and later a member of the Ennead of Helio-polis.,Foto Daniel Toye , Simulation; stellarium,google-map

Göbelki Tepe – Portasar 02

Göbekli Tepe, Siedlungshügel bei Şanlıurfa, Pfeiler 43, Foto; Klaus-Peter Simon

Zeichnung des Pfeilers

Auf den Reliefs der Stelen in Göbekli Tepe tauchen mehrere Tiergestalten auf, deren symbolische Bedeutung bis in die Gegenwart von Bedeutung sind. Eines dieser Tiere ist ein Vogel, der auf dem Pfeiler 43, dem Vulture Stone, abgebildet ist, Dort gleicht er einer anthropomorphen Gestalt, die mit konzentriertem Blick Gestalt eine Scheibe auf ihren Flügeln balanciert. Der englische Autor und Musiker Collins, der sich mit den Bildern auf den Stelen ausgiebig beschäftigte, sieht in diesem Vogel das Abbild des Sternbildes Cygnus, dem Schwan, der hier den Himmelspol auf seinen Flügeln hält. Damit erscheint ihm auch die Botschaft eindeutig zu sein, denn in der nordischen Mythologie stellte der Himmelspol den Zugang zur jenseitigen Welt dar. Das Bild des Vogels stand also für das Ziel der Verstorbenen, die Welt jenseits des Himmelspols zu erreichen. Diesen Gedanken unterstützt auch ein weiterer Stein, der mittig zwischen den zwei großen Pfeilern steht. Er ist mit seinem runden Loch in der Mitte und einem Azimut von 350.5° auf die Richtung ausgerichtet, in der um das 9. Jahrtausend auch das Sternbild Cygnus zu beobachten war. Zu dieser Zeit schwebte der Schwan  mit seinen ausgebreiteten Flügeln am Nachthimmel über dem leuchtenden Band Milch-straße, die bei den meisten Völkern zum festen Bestandteil des Mythenschatzes zählte. Im alten Ägypten stand sie mit Hathor, dee großen Muttergöttin und Göttin der Frucht-barkeit in Verbindung.

Die Himmelskuh, Foto Jeff Dahl

Hathor wurde schon früh mit Kuhhörnern und einer goldenen Sonnenscheibe daz- wischen dargestellt. Im Mythos wurde sie dann als Kuh gesehen, deren Milch sich in der Milchstraße über den Himmel ergießt. In den kosmologischen Mythen gehören die Milch und die Kuh zu den Symbolen des Ursprungs. So erzählt auch der indische Schöpf-ungsmythos von einer Großen Mutter in Gestalt des Milchmeeres, die den Weltozean quirlt, um so die Milch zur Essenz des Lebens gerinnen zu lassen. Auch im Altem Testament, wie im 2.Buch Moses, wurde die Metapher der himmlischen Milch, denn dort steht: `Das gelobte Land Kanaan verhieß Überfluss und göttliche. Güte, da dort Milch und Honig fließen´. In der Geschichte der Mythen wird die Milch zu einem Lebenstrank, der im besonderen Maß den Göttern zusteht. Symbolisch wird mit ihr auch die Über- tragung der göttlichen Macht dargestellt. So auch bei den Darstellungen der stillenden Isis, die auch den bereits erwachsenen Horus stillt. Auch die christliche Kunst des Mittelalters bedient sich dieses Jahrtausende alten Bildes, denn in dieser Zeit entstand mit der stillende `Maria Lactans´ oder der `Maria galakto-trophusa´ das Bild der neuen `Isis´. Ihr widmet Konrad von Würzburg Im späten Mittelalter sein Werk `Die goldene Schmiede´, das eine Sammlung von Lobgesängen der Marienverehrung enthielt. Wihelm Grimm, der 1840 Konrads Buch neue editierte, vermutete einst, dass die in den Marienliedern genannten Namen Marias, wie Himmelsstraße, Himmelspfad. oder Gnad- enfluth, dieses Jahrtausende alte Vorstellung von der Milchstraße weiterführten. Auch für diese Vorstellung war Göbekli Tepe der ideale Ort, denn hier war die Landschaft des Höhenzuges auf dieses Bild am Himmel ausgerichtet. Ihr nordwestlichster Punkt ist auf den Sonnenuntergang zur Sommersonnenwende ausgerichtet. Doch dieser Punkt bot an diesem Tag noch ein weiteres Schauspiel, denn am Morgen war dort Deneb aus dem Sternbild des Schwans auf dem leuchtenden Band der Mmilchstraße zu sehen, ehe ihn die Sonne verblassen lies.

Der Schwan, die Milchstraße und die Sommersonnenwende

Für wenige Augenblicke scheint also der Schwan, im übertragenen Sinn,  die aufgeh- ende Sonne zu halten, so wie es das Bild auf der Stele andeutet. Dass sich in Göbekli Tepe die Menschen hauptsächlich zum Mittsommerfest versammelte, zeigen auch die neuesten Funde von Speiseresten, deren Früchte hauptsächlich diesem Zeitraum zuzuordnen sind. In vielen Mythologien ist dieses Fest auf Grund der nun wieder absteigenden Sonnenbahn mit der Vorstellung vom Tod verbunden. Deshalb mussten auch Sonnengottheiten einen rituellen Tod erleiden. Nur so konnten sie dann zur Wintersonnenwende wiedergeboren werden. Im keltischen Kulturkreis musste der Eichenkönig, sterben und in den nordischen Mythen war dies der Zeitpunkt von Balders Tod. Wie das Bild der Milchstraße in der christlichen Mythologie weiterlebte, so wurde auch dieses Fest adaptiert. Doch jetzt wurde nicht mehr der Tod der Sonne gefeiert, sondern mit ganz ähnlichen Bräuchen die Geburt von Johannes dem Täufer,

Johannisschüssel in St. Johann in Rot an der Rot, Foto Bene16

Er ist auch neben Maria der einzige Heilige, dessen Geburt die Kirche feiert. Mit den Bräuchen der Johanninacht, zu denen auch der Tanz um das Johannis- oder Würzfeuer zählt, lebt   die Tradition des Mittsommers noch heute weiter, die auf der Stele Nr, 43 in Göbekli Tepe dokumentiert Ist. Der Schwan, der auf dem Band der Milchstraße, dem Symbol der Fruchtbarkeit schwebte, stand auch für das Kontinuum des Sonnen-kreislaufs. Wie fragil dieser Zyklus sein konnte war den Pilgern von Göbekli Tepe sicher bewusst, denn die starken Klimaschwankungen um 12000 v. Chr. deuten auf ein katastrophales Ereignis hin, dass den Menschen jener Epoche sicher noch in Erinnerung war.

Bilder: Wikipedia / Göbekli Tepe, Siedlungshügel bei Şanlıurfa, Südosttürkei, Anlage D Pfeiler 43, Foto; Klaus-Peter Simon / Die Himmelskuh, Foto Jeff Dahl ,Johannisschüssel in St. Johann in Rot an der Rot, Foto Bene16 , Simulation, sunearthtools, Stellarium, opentopomap

Göbelki Tepe – Portasar 03/ der Löwe

The Origin of the Term „Swan Song“ — SENTENTIAE ANTIQUAE

Zitat

Aelian, History of Animals 2.32 “The Swan, which the poets and many prose authors make an attendant to Apollo, has some other relationship to music and song I do not understand. But it was believed by those before us that the swan died after he sang what was called its “swan-song”. Nature truly honors it more […]

über The Origin of the Term „Swan Song“ — SENTENTIAE ANTIQUAE

Porta Nigra, das Tor des Schwans

Sternbild SchwanSternbild Schwan

Römische Bauwerke waren präzise gebaut und dennoch ist ihnen die Nüchternheit reiner Ingenieurbauwerke fremd. Jedes dieser Bauwerke verkörpert eine Erzählung, die sich auf individuelle Weise mit den Gestalten der römisch-griechischen Mythologie verbindet. Der Schwan, ist eine der Gestalten der griechischen Mythologie die an den Sternenhimmel versetzt wurde. Anfänglich lebte er in menschlicher Gestalt auf auf der Erde.

kygnos-und-heraklesKampf von Kygnos und Herakles

Er war Kyknos, der Sohn des Ares und der Pelopia, einer Tochter des Pelias. Er war eines der 5 Kinder, die der Meeresgott Neptun mit Tyro zeugte. Kyknos Schicksal als König Makedoniens wendete sich, als er zu Ehren seines Vaters einen Tempel errichtete, dessen Material aus den Knochen erschlagener Reisender stammte. Der Bau seines Tempels neigte sich seinem Ende zu, als Kyknos in der Nähe des Flusses Echedoros auf Herakles stieß und den mythischen Halbgott zum Zweikampf aufforderte. Herakles Knochen sollten das Dach seines Tempels bilden. Als sein Vater Ares von dem Kampf erfuhr, geriet er in Wut und wollte Kyknos zu Hilfe eilen, doch dabei wurde er von Athene aufgehalten. Sie brachte Ares zu den Moiren, die ihm das Schicksal seines Sohnes voraussagten: Kyknos werde von Herakles erschlagen werde, wenn Herakles nicht vorher erschlagen würde. Sofort begab sich Ares zum Kampfplatz der beiden und wollte einen Schlag gegen Herakles ausführen, doch Athene verhinderte dies rechtzeitig. Herakles nutzte sein Glück und verwundete Ares am Schenkel. Daraufhin akzeptierte Ares das Schicksal seines Sohnes, der anschließend von Herakles getötet wurde. Zur Belohnung seiner Tapferkeit wurde Kyknos von Zeus an den Himmel versetzt, wo er heute als Sternbild Cygnus, der Schwan zu bewundern ist. Der Sage zufolge wurde der Tempel später nie fertiggestellt.

venus-auf-dem-siegeswagenMeissner Prozellan, 18. Jhd. – Venus auf dem Siegeswagen

Während bei Kygnos der unerschütterliche Kampfesmut und die Opferbereitschaft im Vordergrund standen, verweist das 10 Buch der Metamorphosen Ovids an eine weitere Rolle des Schwanes im Zusammenhang mit der Göttin Venus. Hier beschreibt der römische Dichter, wie die Stammmutter der Römer mit ihrem von Schwänen gezogenen Siegeswagen auf die Insel Zypern fuhr, um den von ihr innig geliebten Adonis zu retten. Der weiße Schwan gilt in allen Kulturen als positives Symbol und versinnbildlicht Mut, Tapferkeit, Treue, sowie edle Reinheit und Herkunft. Diese Tapferkeit offenbart sich beim Schwan in der Verteidigung seiner Brut, während die Treue sich in der lebenslangen Bind- ung eines Schwanenpaares zeigt.

Insofern bot der Schwan in Antike, wie auch später im Mittelalter das ideale Vorbild um ihn als Symbol einer kämpferischen Wertegemeinschaft zu sehen. Im römischen Heer wurden die drei Eigenschaften des Schwanes durch drei Begriffe, die die altrömischen Tugenden verkörperten verinnerlicht: fides, virtzs und pietas, also Reue Tapferkeit und Pflichtgefühl. Fides beschreibt eine gegenüber einem anderen eingegangene Bindung, oder auch die Verpflichtung zu einer sittlichen Bindung und ermöglicht so das gegenseitige Vertrauen. Fides kann auch als `wechselseitige Redlichkeit´ umschrieben werden. Virtus leitet sich von dem Wort von vir, der Mann und umfasst seine ihn besonders aus- zeichnenden Eigenschaften wie Kraft und Tapferkeit. Somit ist Virtus der Inbegriff der Männlichkeit. Sie offenbart sich im Soldatsein während Krieges und so wurde der Begriff  virtus zu einem Inbegriff der militärischen Tugend. Zu ihr gehören körperlicher Leist-ungsfähigkeit, persönlichem Mut, Disziplin, Befehlen- und Gehorchen können, Ausdauer in Niederlagen, Mäßigung im Siege. Pietas, die dritte Eigenschaft, bezeichnet das Pflicht-gefühl gegenüber Eltern, Kindern, Verwandten, Staat (res publica / patria) und Göttern.

modell-des-stadttoresPorta Nigra, Modell mit Prozessionsstraße

Völlig konträr zur eigentlichen Symbolik erhielt die um 180 n. Chr. errichtete Porta Nigra , das schwarze Tor, ihren Namen. Noch im Mittelalter scheinen aber Spuren des frühen Wissens erhalten gewesen zu sein, denn zu dieser Zeit wurde das Bauwerk Tor des Mars genannt. Seine besondere Bedeutung erhielt das Tor aber durch seine Ausrichtung, die allein durch begleitende Prozessionstrasse nicht zufällig gewäht sein konnte. Dieses Tor war auf das Auftauchen des hellsten Sterns Deneb aus dem Sternbild Cygnus ausge-richtet. In jener Zeit tauchte der am Abend unter diesem Sichtwinkel über dem Horizont auf. Das himmlische Schauspiel im Nordosten der Stadt Augusta Treverorum bot also, täglich die Gelegenheit, Legionäre, die auf der prachtvoll gestalteten Straße ausrückten, an die altrömischen Tugenden vides, virtus, pietas zu erinnern. Innerhalb der Überhöhung dieser Tugenden diente der vor dem Stadttor angelegte Friedhof wohl dazu, dies noch zu unterstreichen.

porta-nigra-und-schwanPorta Nigra im Zeichen des Schwans

Geradezu symbolisch hat sich hier mit der Farbe Schwarz das Leichentuch der Geschichte über die alten Zusammenhänge gelegt. Doch die Geometrie ist nur schwer zerstörbar und offenbart auch nach Jahrhunderten noch ihre Gedanken.

Bilder: Wikipedia/ Porta Nigra Feldseite, Stadtseite, Berthold Werner /Modell der Porta Nigra zur Römerzeit, ca. 4. Jh., Stefan Kühn /Westseite mit vorgelagertem „Brunnenhof“ im Jahre 1955, CTHOE / Simulation stellarium