Der Untersberg – ein Kalenderphänomen Teil 1

Eine der zahlreichen Sagen die zum Mythos des Untersberg beitrugen ist die von Karl dem Großen. Der Sage gemäß soll mit seinen Helden und einer Menge hoher Herren im Unterbergs residieren. Ihm untergeben sind die Untersbergmännchen die seine Befehle vollstrecken. Immer dann, so die Sage, wenn in deutschen Landen der Krieg ausbricht, soll der Kaiser ein Lebenszeichen von sich geben. Dieses mythische Bild des einstigen Herrschers über das Fränkische Reiches ist aber auch noch weiteren Orten überliefert Auch im Odenberg bei Gudensberg in Hessen soll der einstige Kaiser noch im Zaubschlaf ruhen. Aber nur Sonntagskinder sollen dort in der Nacht noch den Zug der Recken sehen die der Kaiser anführt.

All die Sagen um Kaiser Karl beruhen jedoch auch auf Dichtungen die bereits in der Zeit der Karolinger entstanden, wo Könige und Kaiser als Verkünder eines neuen Goldenen Zeitalters gefeiert wurden. Ein wichtiger Vertreter dieses Gedankens war im 9. Jahrhund- ert der Dichter Modoin von Autun, der das antike Bild eines Goldenen Zeitalters in das Herrscherlob der damaligen Zeit einführte. In einem Lobgedicht preist er Karl den Großen als den Friedensfürsten dem eine Goldene Zeit folgt. Dieses Bedürfnis nach einer Zeit die antike Dichter wie Vergil und Ovid bereits beschrieben, prägten die Sehnsüchte der Men- schen und führten schließlich zur Legende eines Berges, dessen eigentliche Bedeutung nach und nach in Vergessenheit geriet.

untersberg westen 01                                                        Untersberg Westseite

Betrachtet man seine Westseite so ist auch hier die Scharte ein auffälliges Merkmal des Höhenrückens. Von St.Johann auf dem Högl ist sie ebenso gut zu sehen wie von dem Fuderheuberg, einem dem Hochstaufen vorgelagerten Berg. Hier stößt man auf eine interessante archäologische Fundgeschichte, denn beim Bau des Skiliftes wurde hier das größte Kupferbarrendepot im süddeutschen Raum gefunden Sie wurden als Rohstoff für Kupfererzeugnisse der Straubinger Kultur identifiziert. Sie stellt eine regionale Gruppe pe innerhalb der Epoche der frühen Bronzezeit dar, die um 2200 v. Chr. begann. Über den exakten Beginn der Verhüttung von Erzen in Mitteleuropa herrscht immer noch Uneinigkeit, denn zu diesem Zeitpunkt blickte die Technik der Kupferverhüttung bereits auf eine fast 5000 jährige Geschichte zurück, deren Beginn in Mittelanatolien vermutet wird.

fuderheuberg                                                             Fuderheuberg

Bergwerke in der Negevwüste. wo die Kupfergewinnung um 4000 v. Chr. Begann, zweigen dass dort die Kupfergewinnung bereits in großem Maßstab betrieben wurde.b Denn dort wurden annähernd 150000 Tonnen an Schlacke aus der Verhüttung gefunden. Die frühen Erzfunde könnten mit ein Grund für den Namen Fuderheuberg gewesen sein, denn der Fuder war ein altes Holmaß für Heu, Wein und auch Erze. Aber seine Bewaldung widerspricht dem eigentlichen Sinn des Namens ein Maß für das Heu zu sein. Neben der Übersetzung als Name für das Hohlmaß findet sich in Grimms Wörterbuch aber noch eine andere Bedeutung. Im süddeutschen Sprachraum hatte das Wort `fuder´ auch die Bedeutung von vorwärts , fort oder auch weg. Diese Bedeutung bringt den Fuderheuberg auch in einen Bezug zum Untersberg. Von seinem Plateau betrachtet, geht die Sonne am 01. Februar in der Scharte auf und markierte so ein wichtiges Datum. Während im heutigen Kirchenkalender als Maria Lichtmess gefeiert wird war der Tag in keltischer Zeit noch der Lichtjungfrau Brigid, `der vom Strahlenkranz umgebenen´ gewidmet. An diesem Tag wurde der Wintervertrieben und das Licht des Frühlings begrüßt.

Fuderheuberg Karte                                             Sonnenaufgnag am 1. Februar

Nicht nur die auffällige Geometrie der Scharte, die bereits beschrieben wurde, auch dieser Datumsbezug wirft die Frage auf, ob das Alter der Scharte eingegrenzt werden kann. Da ihre Ränder einer sehr langen Verwitterungsprozeß ausgesetzt waren sind hier wohl kaum kaum noch sichtbare Spuren erkennbar. Trotz der Witterungsbeständigkeit des Wettersteinkalkes ist hier mit einem Gesteinsabtrag zu rechnen der im Extremfall bis zu mehreren dutzend Zentimeter betragen kann Da Sonnenaufgangspunkt keinen Anhaltspunkt bieten lohnt sich ein Blick auf die Ostseite des Untersberges. Hier liegt eine Gruppe von drei Bergen die aus dem Ettenberg, dem Eckberg und dem Ochsenberg besteht. Hier liegtauch die Wallfahrtskirche Maria Ettenberg.

Ettenberg karte 01                                                      Das Ettenberg – Dreieck

Hier könnte auch der Schlüssel zum Kalenderphänomen liegen, denn die drei Bergspitzen liegen nicht nur in einem auffälligen Bezug zur Mittagsscharte sondern gleichzeitig auf den Eckpunkten eines rechtwinkligen Dreieckes. Dessen Kanten verhalten sich im Verhältnis 9:12:15 und stellen damit ein pythagroeisches Trippel dar.

Der Untersberg – das Lichtphänomen

Das Interesse am Mythos Untersberg ist ungebrochen. Leider verstellen hier die zahl- reichen Sagen und Legenden den Blick auf die eigentlichen Bezüge zwischen einzelnen Orten und dem Berg. Für die Sonnenbeobachtung scheint die westlich zwischen Bad Reichhall und Salzburg gelegener Seite von entscheidender Bedeutung gewesen zu sein. Dieses Sonnenphänomen begegnet auch dem dem Besucher der Klosterkriche St. Zeno, wo an Weihanchten gegen 15.30 ein heller Lichtfleck über den Altar wandert.

Klosterkirche Zeno Lichtphänomen                                                      St. Zeno – Sonnenauge

Mit dem um 800 gegründeten Kloster St. Zeno war Bad Reichenhall ein Ausgangspunkt für die Christianisierung des Alpenraumes. Ab Mitte des 9 Jahrhunderts wird aus der durch den Salzburger Bischof Arno gegründete Mönchszelle ein Benediktinerkloster, woraus im 11. Jahrhundert ein Kollegialstift hervorging. Seinen Namen erhielt das Kloster nach dem 8. Bischof von Verona, dem heiligen Zeno. Zeno, über dessen Lebensgeschichte kaum greifbare Fakten existieren, soll in Mauretanien geboren worden sein. Innerhalb der Kathol- ischen Kirche machte er sich nicht nur durch die Bekämpfung des Arianismus einen Namen sondern war auch einer der ersten, die die Jungfräulichkeit Marias predigten. Mit Nachdruck hat er deshalb auch die Marienverehrung gefördert. Die Legende des heiligen berichtet, dass er sich an der Etsch nur durch Fischfang ernährt haben soll. Her starb er auch, doch seine Gebeine wurden im Jahr 807 nach Verona überführt. Nachdem, wie die Legende erzählt, an der Etsch einem Ertrinkenden das Leben rettete, wird Zeno deshalb bei Hochwassergefahren um Beistand angerufen und aus diesem Grund auch zum Schutzpatron der Wassergefahren.

Persephone Mosaik Amphipolis                                                    Entführung der Persephone

Sein Name geht wahrscheinlich auf eine Kurzform des griechischen Männernamens `zenodotos´, Geschenk des Zeus zurück . Eine Möglichkeit dieses Geschenk des Zeus zu deuten ist die Interpretation als Sohn oder als Tochter. Beide hat der Göttervater in großer Zahl gezeugt. Unter ihnen sind Apollon oder Athene wohl die bekannten. Doch ebenso hat Zeus eine Tochter mit seiner Schwester, der Fruchtbarkeitsgöttin Demeter.In sie verliebt sich Hades der der Gott der Unterwelt. Innerhalb eines Kultes, den Eleusinischen Myst- erien wurde der Abstieg Persephones in die Unterwelt und ihr Wiederaufstieg als das Bild Wiedergeburt der Natur und der der Unsterblichkeit der Seele zelebriert. Die Feiern zu Ehren der Fruchtbarkeitsgöttin Ceres begannen im römischen Reich am 12. April und dauerten bis zum 19. April während sie in Griechenland Mitte Februar gefeiert wurden. In ihr lebte der Mythos der griechischen Göttin Demeter fort.

                                                Kloster Zeno –  Sonennlinien

Betrachtet man den Sonnenlauf zu diesen Tagen liegt St. Zeno im Schnittpunkt mehrerer Linien. Am 19. April lässt sich der Aufgang über dem Krüzersberg bei Fürstenbrunn beo- bachten wo einen bedeutende Quelle liegt und Mitte Februar über dem Berchtesgadener  Hochthronn. Zwei Wochen früher, zum Keltischen Lichterfest, kann sie über dem  Feuer- bichel beobachtet werden. Auch hier weist der Name auf alte Traditionen hin, ebenso wie bei westlich gelegenen Nachtwand, wo der Aufgangspunkt der Sonnen während der Wint- ersonne liegt. Hier weist der Name auf die längst Nacht des Jahres hion, die früher als Modranacht bezeichnet wurde. Doch der Standort St. Zeno lässt auch eine weitere Ver- bind ungslinie zum Zeitpunkt er Wintersonnenwende erkennen. Sie weist zum Raben- steinhorn. Der darin enthaltene Rabe war nicht nur ein Begleiter des germanischen Gottes Wotan, sondern auch ein Symboltier des persischen Sonnengottes Mithras, der sich bei römischen Legionären großer Beliebtheit erfreute.

Mithras Stier und Rabe                                                   Mithras mit Stier und Rabe

Er war der Gott der jedes Jahr erneut in einem Fels geboren wurde und damit eine in der Frühantike entstandene Vorstellung fortsetzte. Schon aus diesem Grund war es damals notwendig die auf den Bergen zu beobachtenden Lichtphänomene im Kirchenbau fortzuführen
Diese Sicht fordert auch eine näher Betrachtung des Namen `Hall´ Allzuoft wird er auf das keltische Wort `hal´ zurückgeführt das einen Ort der Salzgewinnung bezeichnen soll. Doch im keltischen Wörterbuch wird diese hal mit zuerst mit brennen übersetzt. Auch in der indogermanischen Urform, `sele´ hat es die gleiche Bedeutung. Doch in der griech- ischen Sprache erweiterte sich die Bedeutung. Hier definierte es die Sonnenwärme und wurde zu `heile´. Bereits hier zeigt sich die ursprüngliche Bedeutung des Wortes hal, das vielmehr eine Nähe zum heute gebräuchlichen Wort heilen besitzt. Das Lichtphänomen, das hier in Begleitung von Heilquellen zu sehen ist lässt den Ursprung des Namens `hal´ also in einem neuen Licht erscheinen.

Bilder: Wikipedia/ Untersberg.org

Karlsruhe – die Stadt des Osiris

Karlsruhe Schloß                                                         Karlsruhe Schloß
In den Stadtplanungen des 18. Jahrhunderts taucht der in der Frühgeschichte entwickelte Gedanke einer Harmonie von Boden und Himmel ein letztes Mal auf, ehe die Trennung von Astronomie und Astrologie rationalen Überlegungen Platz machen. Solche Überlegungen bestimmten den Plan der amerikanischen Hauptstadt Washington, für deren Grundriss Thomas Jefferson auch den Plan der Stadt Karlsruhe als Inspiration diente. Trotz seiner sym bolischen Anspielungen erreicht der Plan Washingtons aber weitem nicht die Kom- plexität der Karlsruher Planung.

In kaum einem Stadtgrundriss ist der Gedanke einer Idealstadt wie sie Thomas Morus in dem Werk Utopia und Tommaso Campanella in seiner Schrift `Der Sonnenstaat´ pro- pagierten zu großer Vollkommenheit gelangt wie in Karlsruhe. Der Legende zufolge soll Karl-Wilhelm, Markgraf von Baden-Durlach, einem Jagdausritt im Hardtwald bei Durlach eingeschlafen sein. Dort träumte er von einem Schloss das wie eine Sonne im Zentrum seiner neuen Residenz lag. Dessen Grundsteinlegung erfolgte am 17. Juni 1715 und be- gründete die Anlage der Planstadt `Carols Ruhe, dem heutigen Karlsruhe.

Mit der Anzahl von 32 Strahlen die als Straßen den Stadtkern sternförmig mit dem Umland verbinden wurde eine Zahl gewählt die eine komplexe Bedeutung verkörpert. Während die Drei die göttliche Trias darstellt, zeigt sich in der Zwei der Gedanke der Schöpfung die aus einer Dualität von Kräften entstand. Beide Zahlen addiert ergeben wiederum die Zahl 5 in der sich die Sinne des Menschen, wie auch die Quintessenz der 5 Elemente nach der Lehre von Aristoteles zeigen. Gleichzeitig lässt sich die 32 aber auch als 5 Potenz der 2 darstellen.

Trotz der Radikalität mit der in Karlsruhe der Gedanke einer Sonnenstadt im Sinne Camp- anellas umgesetzt wurde, wirft die Abweichung der bestimmenden Nord-Süd Achse um knapp 4° die Frage nach dem Grund auf. Der erste Gedanke zielt natürlich auf landschaft- liche Gegebenheiten die der konsequenten Umsetzung des Gedankens im Wege standen. Doch der Betrag ist zu gering als es dafür einen ersichtlichen Grund gab. Mittlerweile gibt es eine Vermutung über die auch in einem Fernsehbeitrag der Reihe Genie und Geometrie berichtet wurde. Nach den Überlegungen von Roswitha und Ronald Vaughan soll die Linkenheimer Allee, die auf den Dom zu Speyer weist, für die Abweichung verantwortlich sein.

Doch auch hier trifft die Achse den Dom nicht exakt und auch inhaltlich ist der Bezug nicht ausreichend genug als dass es diese Ausrichtung wirklich rechtfertigen würde. Dabei of- fenbart der Blick nach Süden ein Motiv, das auch mit den Anspielungen auf die zahlreichen ägyptischen Motive bei Karlsruher Bauwerken korrespondiert. Durch die minimale Ver- drehung weist die Achse auf ein Sternbild das 1717, zum Zeitpunkt der Wintersonnen- wende um Mitternacht am Himmel im Süden zu sehen war. Zu diesem Zeitpunkt Stand der göttliche Jäger Orion mit seinen drei Gürtelsternen Alnitak, Alnilam und Mintaka so dass die Achse genau den Mittlern Stern traf.

Karlsruhe Plan 1                                                     Die Achse von Karlsruhe

Drei Väter soll Orion gehabt haben. In den Erzählungen werden die Götter Zeus,Poseidon. und entweder Hermes oder Ares genannt.In Griechenland war Orion als Jäger bekannt, der in Böotien und auf Kreta lebte. Dort wurde er auf seiner Jagdzügen von seinen beiden Hunden Sirius und Procyon begleitet. Die ägyptische Mythologie setzte ihn dem Gott Osiris gleich der die Wiedergeburt des Nils verkörperte. Zugleich wurde er als Richter und Gott der Unterwelt, aber auch Herrscher des Diesseits angesehen.

Dieser Gürtel wurde seit der Spätantike auch als die Heilgen Drei Könige oder die Jakobs- leiter bezeichnet wird. Diese Deutung geht zurück auf eine Beschreibung in der Bibel. In Gen 28,11 wird beschrieben wie Jakob auf seiner Flucht vor Esau von Beerscheba nach Harran diese Leiter sie in einer Traumvision erblickte. Dort stand sie auf der Erde und ihre Spitze reichte in den Himmel. Auf ihr sieht er in der Schilderung die Engel herunter und wieder hinaufsteigen. Dass dieses Bild auch mit den landschaftlichen Gegebenheiten im Süden von Karlsruhe übereinstimmt zeigt die Weiterführung der Achse. Sie führt über den Kreuzelberg bis zu dem den Horizont abschließenden Mahlberg. Gemäß der hebräischen Auslegung des Wortes in der Bibel, das auch mit Treppe oder Stiege übersetzt werden kann, ist hier eine Landschaftstreppe zu sehen die zu diesem Zeitpunkt tatsächlich zu dem über ihr stehenden Gürtel des Orion zu führen schien.

Orion Sternbild                                               Sternbild Orion – alte Sternkarte
Orion vereinigte ein komplexes mythisches Bild. Wie sein Vorläufer Gilgamesch war Orion ein Städtegründer. Trotz seiner göttlichen Abstammung muss er aber wie alle Sterblichen Liebe und Tod erdulden, aus dem jedoch immer wieder zu neuem Leben erwacht. Dessen Wirkung in astrologischer Hinsicht beschreibt Claudius Ptolemäus in seinem Werk Tetra- biblos wo die Wirkung des Oriongürtel gleich der von Jupiter und Saturn sieht. Gerade dies sind Eigenschaften die einen König zugeordnet wurden: Kraft, Zuversicht und Vertrauen. Auch die Alchemie, die das große Interesse Karl Wilhlems weckte, sah einen Wechsel- wirkung zwischen Planeten und Erde. Alles, was sich am Himmel dem Makrokosmus abspielte, hatte nach den vorherrschenden Lehrmeinungen eine Entsprechung und Aus- wirkung auch auf der Erde, dem Mikrokosmus.

Palmyra

Im englischen Wappen verkörpert der Löwe das Symbol königlicher Herrschaft. Darstell- ungen reichen zurück bis zur Zeit Heinrichs II. Doch über den Hintergrund des in Brent Knoll oder in Hod Hill verwendeten Bildes des Löwen kann nur spekuliert werden, da es über die Zeit keine schriftlichen Zeugnisse mehr gibt. Obwohl der Löwe zum Zeitung der Errichtung de Anlagen im Norden schon längst ausgestorben war galt er wohl auch dort, wie in den mediterranen Kulturen, als ein Symbol der Herrschaft und der Sonne. Daher lässt sich im Mediterranen Raum, schon auf Grund von schriftlichen Zeugnissen, ein besserer Bezug von Grundrissen antiker Städte zu den mythologischen Vorstellungen herstellen.

Tempel des Baal                                                        Tempel des Baal

Eines dieser Beispiele ist die antike Stadt Palmyra die an einer wichtigen Krawanenstraße lag. Sie führte vom Mittelmeer bis an den Euphrat und weiter nach Persien. Bereits in babylonischen Texten wird der Ort, als Palmenstadt erwähnt. Dort ist ab dem 1. Jahrhund- ert v. Chr. der Kult des Gottes Baal und der al-Lāt oder Astarte belegt. Der Baal Tempel zählte zu jener Zeit zu den wichtigsten Bauwerke im vorderen Orient. Dadurch war Palmyra noch bis in die Spätantike ein religiöses Zentrum. Baal, dessen Name in zahl- reichen Sprachen ähnlich ausgesprochen wurde, erfüllte meist die Funktion einer obersten Gottheit die für Wetter und Fruchtbarkeit zuständig war. Auch verstorbene Könige wurden in diesen Kult mit einbezogen und erhielten dadurch den gleichen Rang wie Baal. In den Städten der Levante wurde Baal innerhalb einer Trias von Gottheiten verehrt, die aus Mann, Frau und Kind. Je nach Stadt wurden ihnen unterschiedliche Namen gegeben, doch allgemein galt die Göttin Aschtoret oder Astarte als Gattin des Baal.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA                                                          al-Lāt, die Göttin

Nach Herodot wurde sie in Palmyra als al-Lāt, die Göttin, verehrt. In der Mitte des 5. Jahr- hunderts v. Chr. war sie im gesamten arabischen Raum vertreten. Zur Zeit der Römer  war es Mode mit ihr zu- sammengesetzte Personennamen zu wählen, wie Namen `Wahballāt´, Gabe der al-Lāt´ oder `Abdallat´, Sklave der al-Lāt. In der Bezeichnung Baal, oder Bel das mit hell, glänzend übersetzt wird, drückt sich auch die mythologische Funktion der Gottheit aus. Er hatte die Aufgabe die Sonne aus dem Wintergefängnis zu befreien und sie nach der Wintersonnen- wende wieder über den Himmel zu führen. Als weißer Stier dargestellt, ist er gleichzeitig das Symbol wiedererwachender Fruchtbarkeit.
Ein städtebauliches Bindeglied Palmyras ist die geknickte, 11m breite und knapp 1km lange Prachtstraße an der alle wichtigen Bauten aufgereiht sind. Sie beginnt am Hadrians- tor im Westen und endet am Baal Tempel. Die Straße war gesäumt von Säulen auf den Bronzestatuen palmyrischer Würdenträger standen. Ganz entgegen römischer Gepflog- enheiten wurde die Straße aber nie dem sonst üblichen rechtwinkligen Raster römischer Stadtanlagen angeglichen. Begründet wurde der Typus des Knickachsenheiligtumes von Archäologen durch das Vorhandensein bestehender Gebäude auf dem Gelände der Stadt. Legt man aber die mythologischen Vorstellungen dem Plan der Stadt zu Grunde, zeigt sich dass auch Palmyra nach ähnlichen Gedanken wie Siedlungen im Norden angelegt worden sein muss. Nur hier diente Astartre in Gestalt ihres himmlischen Ebenbildes, das Sternbild Jungfrau als Grundlage.

Palmyra Plan                                                        Stadtplan Palmyra

Zur Wintersonnenwende, wenn sie nach ihrem steilen Aufstieg im Osten mit ihrem Hauptstern Spica kurz nac Mitternacht den Meridian durch- schreitet, bot sie damals die erste geometrische Grundlage für den Stadtgrundriss. Dann definiert ihre Seite mit dem Hauptstern die südliche Grenze der Stadt einschließlich des Flusses. In der Lage weist ihr Kopf zum Tempel des Baal und drei weitere Sterne markieren zu diesem Zeitpunkt den Verlauf der geschilderten Prachtstraße. Nach einer weiteren Wanderung des Sternbildes um den Drehpunkt am Ende der Prachtstraße bestimmt der Saum des Kleides die nörd- liche Grenze der Stadtmauer, sowie den Verlauf der nach norden führenden Karawan- enstraße. Zugleich bestimmt der Kopf die Lage des Baal Tempels innerhalb des quad- ratischen Plattform die eine Fläche von 20000m2 besitzt. Der Lebensbaum mit seinen sieben blättrigen Palmblättern war bereits in Babylonien ein beliebtes Motiv und als stilis- iertes Palmblatt findet es sich auf zahlreichen Siegeln. Auch sie waren Bilder der Götter-trias, denn Tamar, die Palme war ein Symbol der al-Lāt oder Astarte.

Die Legende des Rechberges

Ulricus de Rehperc gilt als der Erbauer der Burg auf der Schulter des Rechberges. Im Jahr 1179 taucht der staufische Gefolgsmann zum ersten mal in einer Urkunde auf die die Unterschrift Friedrich Barbarossas trägt. Buckelquader im Mauerwerk der Ruine weisen auf die Einflüsse staufischer Baukunst hin, doch Spuren in den Grundmauern deuten auf ein Vorgängerbauwerk hin, dass bereits in römischer Zeit existiert haben könnte.

Grafen v Rechberg Wappen 1340                                          Grafen v. Rechberg: Wappen um 1340

Während das um 1340 erstellte Wappen mit dem roten Löwen noch deutlich die Nähe zu den Staufern zeigt, soll aber der Name des Erbauers, wie auch der rote Hirsch im später- en Wappen auf das zahlreiche Rotwild verweisen, dass es in früheren Zeiten in den Wäld- ern um, und am Rechberg gegeben haben soll.

Grafen v Rechberg Wappen 1605                                           Grafen v. Rechberg: Wappen um 1605

Doch die diese Interpretation wird dem Hirsch als Symbolträger bei weitem nicht gerecht. Mit seinem sich jährlich sich erneuernden Geweih ist er ein Symbol der Erneuerung und Fruchtbarkeit..Dieser Zyklus wurde in früheren Zeiten auch als Abbild sich jährlich wiederholender Naturabläufe gesehen und sein Frühjahr abgescheuerter roter Bast galt in vielen Völkern als das Symbol des Sonnenfeuers. Auch die christliche Bildsprache bediente sich der bereits in der Antike formulierte Rolle des Hirsches.Wie damals tritt er wieder als Bekämpfer der Schlange auf. Doch jetzt wird er Christus identifiziert der die Schlange, dem alten Symbol der Wiedergeburt, in Gestalt den Teufels bekämpft. Die Gestalt des Hirsches erinnert gleichzeitig auch an die keltisch-germanische Gottheit Cernunnos, den gehörten Gott des Waldes. Er wurde als Begleiter der Erdgöttin gesehen und stand für die Wiedergeburt des Lichtes, die Fruchtbarkeit der Natur und den Wohlstand des Landes.

Hirschgott Gundesdrup                                gehörnte Gottheit auf dem Kessel von Gundestrup

Es gibt mehrere Punkte die auf einen frühgeschichtliche Kultort auf dem Rechberg hinweisen. Zwar gibt es von dort nur spärliche Funde aus der Steinzeit, doch die im Berg verborgene Höhle auf die auch die Lage der Kirche exakt abgestimmt ist, weist in diese Richtung. Auch die Bezüge der Sonnenaufgangsrichtung zum Hohenstaufen und zum Stuifenhorn während der Wintersonnenwende deuten auf die Nutzung als Kultort hin. Im mittelalter wurde mit dem Name Rechberg ein klingender Name geschaffen, der alte und neue Wertvorstelungen in sich vereinte. Die Ableitung des Namens vom Rotwild behielt das überlieferte Bild bei, während die Inhalte frühchristlicher Glaubensvorstellungen  eines gehörnten Fruchtgbarkeitsgottes durch die im frühen Mittelalter beginnende Wallfahrt auf den Rechberg ersetzt wurden. Auch das Geschlecht der Württemberger bediente sich später dieser Bildsprache. Mit der Qintessenz, der Hirschstange, die heute einen Teil des Wappens von Baden-Württemberg dargestellt, lebt die die Symbolik des Hirsches weiter, die die alte Vorstellung der sich ständig erneu ernden Natur verkörperte die einem Land zu Wohlstand verhalf.

Hirsch mit Kreuz                                                          Hirsch mit Kreuz

Die Burg steht auf einem Konglomerat aus Mauern unterschiedlicher Epochen. Dies lässt einen weiteren Schluss zu, auf auch die Reste eines Walles mit Wachtürmen hinweisen, dessen Reste an der gesamten Ostseite des Berges vor dem Ende des Höhlenausgang- es erkennbar sind. Der Ort auf dem die Burg errichtet wurde war einst Teil einer Gesamt-anlage, deren Zentrum das Plateau des Rechberges bildete.

Rechberg Karte Ost                              Rechberg. Höhlengang, Wallanlage auf der Ostseite

Castel del Monte – die Symbolik des Bauens Teil 5

Felsendom 03

                                   Felsendom, Jerusalem

Felsendom Innen                                               Felsendom Innenraum

Mit der Anlehnung an die Maße des Ende des 7. Jhd`s fertiggestellten Felsendoms wird Castel del Monte auch zu einem Symbol der Verbindung der beiden Religionen Islam und Christentum. Noch befand sich in Bagdad die größte Universität der damals bekannten Welt von der viele wissenschaftliche Impulse ausgingen. Auch von Friedrich dem II ist bekannt dass er sich mit einer großen Anzahl von Gelehrten, darunter dem führenden Astrologen jener zeit umgab. Durch den Kontakt mit islamischen Gelehrten wurde 11. Jhd. damit begonnen arabische und jüdische Literatur zur Astrologie, in der das antike Wissen weiterlebte, in die lateinische Sprache zu übersetzen. Astrologisches Wissen wurde zur Deutung der Zukunft, genauso wie bei Krankheiten oder der Ausrichtung von Bauwerken benutzt.Noch zur Zeit des Kirchenvaters Augustinus galt der Glaube dass das Schicksal eines Menschen unabänderlich von der Sternenkonstellation seiner Geburtsstunde bestimmt sei.
Um die Jahrtausendwende genoss die Astrologie auch in der Kirche ein hohes ansehen, denn am 9.April 999 gelangte mit Papst Sylvester II ein Mann auf den heiligen Stuhl der ein gelernter Astrologe war.Als Astrologie tätig zu sein bedeutet auch ein Astronom zu sein, denn zu dieser Zeit war eine Trennung der beiden Disziplinen noch undenkbar.Um sich darin weiterzubilden reiste Silvester eigens in den arabischen Raum, um dort sich dort von den wichtigsten Gelehrten unterrichten zu lassen.Er teilte die Astrologie in eine schänd- liche und die natürliche Astrologie auf, die er dem Kanon der Naturwissenschaften zu- ordnete. In ihr sah er eine Wissenschaft die sich durchaus mit dem christlichen Glauben vertrug, Papst Sylvester II. zweifelte auch nicht daran, dass die Planeten Einfluss auf die Natur hätten, die als unbeseelt galt. Damit bereitete er der Philosophie des Theologen Pierre Abeilard, der 11. Jhd. Lebte den Weg Auch er betonte in seinen Schriften, dass es eine Astrologie der Natur gebe, die seelenlos sei und dem Rhythmus der seelenlosen Planeten gehorchen müsse. Abeilard sah eine Nutzung dieser Einflüsse vor allem in der Landwirtschaft und im medizinischen Bereich, doch den freien Willen des Menschen, ein Bestandteil der christlichen Lehre sah er frei vom Einfluss der Planeten. Zeitgenössische Quellenangaben belegen dass Friedrich II im Jahr 1332 auf Grund seines diplomatischen Geschicks währen des Kreuzzuges vom Botschafter des Sultans al Ashrafs,ein zeltförmiges Planetarium geschenkt bekam, Er beschrieb es einmal als das Liebste was er neben seinem damals vier Jahre alten Sohn Konrad auf der Welt besaß.

8- Stern                                   8-Stern/ Mosaik

Jonas Gaiser der zusammen mit Martin Rieß die astrologische Konzeption von Castel del Monte analysierte, sieht den Termin der feierlichen Grundsteinlegung von Castel del Monte am späten Nachmittag um 16 Uhr 40 am 26. Dezember 1241, also am 47. Geburtstag von Friedrich II. Da der berühmteste Astrologe des 13. Jhds, Guido Bonatus bereits als 20 jähriger in die Dienste Friedrichs II trat ist zu vermuten dass die Zeremonie unter seiner Aufsicht stand.In seinem seinem in der Stadt Forli verfasstem Werk `Liber astronomicus´ unterteilt er die Astrologie in 10 Abhandlungen, von denen die 8. die mundane Astrologie, also auch Gründungshoroskope von Städten oder Gebäuden behandelt. Um 16.40 war die perfekte astrologische Konstellation erreicht, denn zu diesem Zeitpunkt belegten die Planeten Venus, Mars, Jupiter, Saturn und der Mond sechs Ecken eines regelmäßig in den Tierkreis einbeschriebenen Achtecks. Auch die Abweichung des Achtecks um 7.5 ° aus der Nordrichtung lässt sich nachvollziehen. Er ergab sich durch eine Mittelwertbildung der Planetenkonstellation zwischen den beiden Orten Jesi, dem Geburtsort Friedrich II und Bethlehem, dem Geburtsort Jesu. Für den errechneten Zeitpunkt benennt Gaiser die im Bild gezeigten Positionen die sich von der Mitte des Hügels aus betrachtet am Himmel erkennen ließen.

Astrologie Castel del Monte                                 Astrologisches Konzept

Mit dem Aufgreifen der Konstellation der 8 – Sternkonstellation, die die Geburt Jesu am Himmel markierte und der Wiederholung im äußeren Turmkranz, ist Castel del Monte nicht nur ein perfektes Abbild des Himmels sondern zugleich ein eindrucksvollen Symbol. Der Bau zeigt Friedrichs Bezug zur Schöpfungschronologie durch das Maß 105 wie auch seine Auffassung von der Gleichheit der Religionen. Diese Gedanken mussten die Feind- schaft des Papstes geradezu herausfordern und waren mit die Ursache für den Untergang der Staufer. Doch mit seiner Konzeption bewegte sich Friedrich II ganz in den Tradition antiker Bauten wie der Ägyptens, die am Boden die Ordnung des Kosmos widerspieg- elten.

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Quellen: Seminarkurs Ludwig-Uhland Gymnasium/ Kirchheim – Architektur Mittelalter

Studien zu Vormetrischen Längeneinheiten/Rolf.C.A, Rottländer

 

Bad Wimpfen – die Stadt des Bärenhüters

Über den Ursprung des Namens der einst bedeutenden Römerstadt am Neckar gibt es bis heute noch keine Klarheit. In einer Urkunde wird der Ort als `Wimpina´ zum ersten mal im Jahr 829 erwähnt, als die Stadt in die Hände der Bischöfe von Worms geriet. Da ab 450 Kelten die Geg- end besiedelten hatten wird der Name auch als ein Erbe der keltischen Epoche gedeutet. In dem 1886 erschienen Buch `Deutsch-Keltisches Geschichtlich-Geographisches Wörterbuch´ von Wihelm Obermüller taucht das keltischen Wort `uimpe´ auf das mit umwallt übersetzt wird und `bin´, der Berg, Wimpfen könnte damit als eine eigenständige Wort- schöpfung interpretiert werden , die mit `umwallter Berg´ übersetzt wer- den kann. Nun ist aber kaum zu vermuten dass eine bedeuten Ansied- lung auf der Anhöhe über dem Neckar mit diesem unspezifischen Be- griff bezeichnet wurde. Eine andere Erklärung böte die Wortschöpfung aus dem althochdeutschen Wort `wimi´ , das mit hervorsprudelndem Wasser und dem lateinischen Wort für Fichte `pine´. In der keltischen Mythologie galt die die immergrüne Fichte als Schutzbaum, der eine Verbindung zwischen irdischer und jenseitiger Lebenskraft herstellte. Die ihr verwandte Tanne war auch der Geburtsort des Gottes Adonis, der von Historikern als Vorläufer des ägyptischen Gottes Osiris be- trachtet wird. Immergrüne Bäume waren seit jeher in vielen Kulturen Symbole des ewigen Lebens. Als Zeichen der stetigen Erneuerung und Wiederkehr des Lebens wurde deshalb am 25. Dezember im Rom ein Fest zu Ehren des Sonnengottes Mithras abge-halten. Auch die Kelten und die Germane feierten die Wintersonnenwende als Neubeginn und dekorierten ihre Häuser mit Kiefer, Tannen und Mistelzweigen. Das der Tag der Wint-ersonnenwende einen entscheidenden Einfluss auf den Namen der Stadt Bad Wimpfen hatte zeigt ein Blick auf den Umriss der staufischen Kaiserpfalz. Mitte des 12.Jahrhunderts wird ihr Bau unter der Herrschaft Kaiser Friedrich I, Barbarossa, begonnen. Vergleicht man den Verlauf der polygonalen Anlage mit der Geometrie des Stern- bildes Bärenhüter bestimmt Arktur der hellste Stern zusammen mit vier weiteren die Geometrie der Anlage. Während die südliche Mauer weit- gehende dem Verlauf des Sternbildes entspricht folgt die schräg ver- laufende nördliche Mauer einer Parallele zu einer Linie, die du durch den den Stern Gamma und den Hauptstern verläuft Das bereits in babylon- ischen Schriften erwähnte Sternbild Bärenhüter ist ein zirkumpolares Sternbild das dem Sternbild Großer Bär nachfolgt. Da in ihm die Römer sieben Dreschochsen sahen, nannten sie den nachfolgenden Bören- hüter den Ochsentreiber. Dessen hellster Stern Arktur ist gleichzeitig auch er hellste Stern am Nordhimmel. Wegen seiner außerordentlichen Leuchtkraft erhielt er bei den Sumerern den Namen `der Glänzende´. In ihren mythologischen Vorstellungen nahm er zuweilen auch die Position des Jupiters einnahm. Das Bild des Bärenhüters das als Grundlage der Kaiserpfalz weist auch aös Wort auf den eigentlichen Ursprung des Namen Wimpfens hin. Im Althochdeutschen Wörterbuch Gerhard Koeblers wird das Wort `uimb´aufgeführt , das mit `drehen´ oder `sich begegnen´m übersetzt wird. Gleichzeitig besitzt das Verb auch die Be- deutung `kreisen lassen´. Da die rautenförmige Geometrie des Bären- hüters durchaus mit zwei gegeneinander gesetzten Wimpeln verglichen werden kann, könnte am Ende der Name durch eine Mischung aus `uimb´ und Wimpel entstanden sein. Dass Friedrich I. bei der Errichtung seiner Kaiserpfalz auf lange bestehende Traditionen aufbaute zeigt eine Simulation des Sternbildes. Um 500 v. Chr. am Tag der Wintersonnen- wende exakt um Mitternacht hat es die Lage über dem Nordhorizont in der es auch im Umriss der Kaiserpfalz erscheint.

Bad Wimpfen um 1920

Bad Wimpfen um 1920

Ein Vergleich der Situation Mitte des 12. Jahrhunderts, also der Zeit des Baubeginns, zeigt, dass der Bärenhüter diese Lage erst viel später er- reichte. Wie die heute noch verfügbaren spärlichen Reste der Bebau- ung zeigen dass wie beim Wäscherschlosses die Richtung des Son- nenaufganges zum Zeitpunkt der Sonnenwende eine entscheidende Rolle beim Entwirf der Gebäude innerhalb der Burg-mauern gespielt hat. In Bad Wimpfen ist es der Sonnenaufgang zur die Wintersonnenwende, die einst den Beginn der Dunklen Jahreszeit markierte und durch die Senke bei Weinsberg über den Löwensteiner Bergen beobachtet werden konnte. In einem Raster von 10 zu 15 Maßeinheiten bestimmt die Richtung weitere geometrische Punkte. Die darin enthalten Zahlen 3 , 5 und 10 sind ganz bewusst gewählte Symbole Vollkommenheit, des göttlichen Beistandes und der Vollendung. Auch das Produkt der beiden Zahlen 150 wird vor dem biblischen Hintergrund deutlich. Zu dieser Zeit begannen die 150 Gebete des Rosenkranzes die 150 Psalmen des Alten Testamentes abzulösen.

Bad Wimpfen a

Kaiserpfalz – rekonstruierter Grundriss
Lage Sternbild Bärenhüter um 500 v. Chr.

Sternbild Bärenhüter

Auch bei den Löwensteiner Bergen zeigt sich, dass auch bei dieser Anlage die gleichen Grundgedanken verfolgt wurden wie bei der Kaiser- pfalz. Ihr Grundriss folgt ebenfalls konsequent der Geometrie des Stern- bildes Löwen zusammen mit dem Planeten Jupiter, wie es in dieser Konstellation zum Zeitpunkt der Wintersonnenwende gegen 22 Uhr am Osthorizont auftauchte. Die Verwendung des Bildes zeigt, dass die Symbolik des Löwen nicht nur auf Wappen vertreten war, sondern auch Teil der baulichen Struktur wurde und ihr damit eine imaginative Wirkung verlieh.

löwenstein um 1820

Burg Löwenstein um 1820

Was Im Grundriss der Kaiserpfalz ersichtlich wird, war ein Ent wurfs- prinzip das keinesfalls eine Erfindung des frühen Mittelalters war, sond- ern bei Vielzahl keltischer Ringwallanlagen in ähnlicher Form beobacht- et werden kann. An den Beispielen Bad Wimpfens und der Löwen- steiner Burg wird deutlich, dass Geometrie und Namen im Zusammen- spiel Teile eines kulturellen Gedächtnisses darstellen, in dem Jahrtaus- ende altes Wissen noch immer gespeichert ist.

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Burg Löwenstein mit Sternbild

Der Untersberg – Ein Symbol der Schöpfung / Teil 1

Wie zahlreiche Funde zeigen, kam der Goldene Schnitt bereits in der Eiszeitkunst zur Anwendung. Das Erkennen dieses Proportions-verhältnisses und der daraus resultierenden Zahlen ist also wesentlich älter als dies bisher erkannt wird. Ein weiteres Beispiel zeigt, dass der Gedanke die Landschaft mit den Regelen des Goldenen Schnittes zu gestalten, nicht nur zwischen Rems – und Filstal anzutreffen ist, Auch der Untersberg stellt ein weithin sichtbares Beispiel dar. Vom Dalai Lama wurde er bei einem Staatsbesuch als das Herzchakra der Erde bezeichnet und diesen Namen verdient er zurecht. Der Untersberg ist Teil der Natur, aber durch die von Menschenhand geschaffene Scharte zugleich ein monumentales Kunst-werk, Mit seiner Ausrichtung, die einen Deklinationswinkel von 60° nach Nord- Osten auf-weist, bot den idealen Platz für einen Mond- und Sonnenkult. Das lang gestreckte Felsmassiv wird im Norden durch einen Einschnitt, die Mittagsscharte gegliedert in deren Tiefpunkt sich ein Schlot befindet. An den beiden wichtigen Daten, dem 21.06 und dem 15. 8, auf die später noch eingegangen werden soll, sind hier in einer Höhle Lichtphänomene zu beobachten.

Die Scharte teilt nicht nur den Bergrücken im Verhältnis des Goldenen Schnittes, sondern sie spiegelelt als symetrisches Dreieck mit einem Öffnungswinkel vom 108 Grad dem 5 Teil des Innenwinkel eines Pentagons. Verwitterungszonen am Rand des Dreieckes erschweren zwar die Rekonstruktion der ursprünglichen Höhe, doch bei einem Höhenmaß von 129,9m ergibt sich nur im System des Megalith-Yard ein in sich schlüssiger Zusammenhang. Umgerechnet ergeben sich für die Basislänge des Dreieckes mit 357.8m nun 432 MY. Die Zahl lässt sich in die beiden Faktoren 4 und 108 zerlegen, wobei die 108 das Maß des Öffnungswinkels widerspiegelt. Die Zahl 432 verweist aber nicht auf das das Pentagon und damit auch auf das Pentagramm, der 5 Venuskonjugationen, sondern gleichzeitig auf das Weltenjahr. Multipliziert mit der Zahl 100 ergibt die Zahl 432 die Sekunden eines Tages und mit der 60 multipliziert, die Zeit des Weltenjahres, in denen der Zodiac einmal den Frühlingspunkt der Sonne durchläuft.

Doch nicht nur das Quermaß des Dreieckes stellt ein eindrucksvolles Symbol der Schöpfung dar, auch das Maß bis zur Spitze verkörpert es. Mit 221m entspricht es 267 MY. Die Zahl enthält nicht nur die Dauer eines Schwangerschaftszyklusses, sondern auch das Produkt aus 3×89. Gerade die 89 , die 11. Zahl der Fibonaccireihe verdient Beachtung Sie bestimmt mit den Verhältnissen 55/89 oder 89/144 die Steigung der Goldenen Spirale die sich gut an den Blütenständen der Sonnenblume nachvollziehen lässt.

Allein die Konstruktion der Scharte und die Einbeziehung der Licht-phänoneme in die Gesamtkomposition zeigen ein tiefgehendes Verständnis für Maß und Zeit. Damit dürfte das Untersberg `Monument` In den Ausmaßen und seiner Präzision der Anlage von Stonehenge durchaus ebenbürtig sein.

Mittagscharte

Mittagsscharte

Der Ipf – ein Berg der Sterne

Die Projektion des Himmels auf Bildern wie denen von Lascaux war wahrscheinlich der Beginn einer Vorstellung die den Kosmos als Ganzheit begriff. Sie trug dazu bei. die Geometrie des Himmels auch auf der Erde abzubilden und damit einen Gleichklang von Formen zu erhalten. Die Aufteilung der Gaue im alten Ägypten bietet einen ersten Anhaltspunkt dafür, dass bereits dort ein System existierte bei dem das Land ent-sprechend den Himmelsgestirnen aufgeteilt wurde, Nach den Untersuchungen des Astronomen Andis Kaulins verweist die ägyptische Hieroglyphe ´sp3t`, die mit `Gau` übersetzt, auf die Existenz eines Bodenhimmelsystems, denn die fast identische Hiero-glyphe `sb3t´ wird mit Stern übersetzt. Dabei entsprachen die unterägyptischen Gaue den Sternen unterhalb der Sonnenbahn und die oberägyptischen Gaue denen oberhalb der Sonnenbahn. Wie Kaulins die Entstehung von geographischen Namen in Afrika schlüssig von Sternbildern herleiten konnte, lassen sich diese auch in unsren Breiten viel eindeutiger unter der Einbeziehung der einst auch hier verwendeten Bodenhimmel bestimmen. In der Zeitschrift Einhorn Nr. 149 schreibt Michael Rau über die Suche nach der Abstammung des Namens Ipf, die sich im Dunkel der Geschichte verliert. In Urkunden taucht es zum ersten Mal auf einer römischen Karte als Ortsname `opie´ auf. Am Ende seiner Analyse kommt Rau zum Schluss, dass sich der Name des Berges auf den Wortstamm `op´ zurückführen lässt, dessen Wurzeln im indogermanischen Sprachraum liegen. Dort wurde das Wort `op´ in seiner Bedeutung als `ok´ verwand und stand für `ins Auge fassen oder blicken´. Durch diese geschichtliche Entwicklung sieht Rau den eigentlichen Ursprung des Namens in einer Zeit die weit vor der keltischen Epoche liegt. Doch die nähere Betrachtung der Geometrie der heute noch erhaltenen Anlagen auf dem Ipf bestätigt Raus Vermutung. Eine erste Besiedlung des Ipf- Plateaus wird in der Jungsteinzeit vermutet, also einem Zeitraum von 3000 v. Chr. Bis 1800 v. Chr, wobei die Wallanlagen für ein Zeugnis keltische Kultur gehalten werden. Bei der Größe der Anlage ist zu vermuten, dass der Umriss einem konkreten Bild folgte das ihren Zweck überhöhte. Bei einem Vergleich mit Sternbildern des Nordhimmels ergibt sich die sinnfälligste Über-einstimmung in Geometrie und Zeit beim Sternbild Bärenhüter Er ist ein auffälliges Sternbild mit Arktur, dem hellsten Stern des Nordhimmels, das dem Sternbild des Großen Bären als zirkumpolares Sternbild folgt. Bei den Römern wurde der Bären-hüter, auch Bootes der Ochsentreiber genannt der sein Gespann immer im Auge behält. In seinen Händen hält er eine Sichel, einen Hirtenstab oder eine Lanze. Eine Erklärung der Entstehung der Sternbilder großer Bär und Bärenhüter bietet die griechische Mythologie mit der Legende von Kallisto, der schönen Tochter des Lyakon. Bereits in der Antike gehört der Bärenhüter zu den 48 Sternbildern die vom griechischen Mathematiker und Astronom Claudius Ptolemäus beschrieben wurden. Doch in der Antike gebräuchliche Name des Hauptsternes lautete im Griechischen ursprünglich: Arktophylax. Reinhard Klokow schreibt in der Neuauflage von Philipp von Zesens Schriften über Arktophylax und Arkturs. Er sieht in den Begriffen gleichbedeutende Wörter für den Aufseher des Großen Bären. Als Wortstamm sieht Klokow die Herkunft in dem aus der altgriechischen Sprache stam-menden Wortes `σκοπέω´, das mit sehen, vorsehen und kümmern übersetzt wird. Es sind die Haupteigenschaften des Bärenhüters, der das vorauseilende Sternbild des Großen Bären immer im Auge behält. Wird das Sternbild des Bärenhüters auf den Grundriss der Wallanlagen projiziert, zeigt sich, dass nun sämtliche Umrisslinien über Geraden durch die Sternmittelpunkte oder deren Parallelen konstruiert werden können. Dabei über-nehmen die Sterne die Rolle von Geometerpunkten die die Grundlage der Konstruktion bilden. Auch für die mäandernde Großform auf dem Plateau lässt sich durch Näher-ungskreise, deren Mittelpunkte durch die Visierrichtung der Großen Mondwende Süd be-stimmt werden, eine Antwort finden. Da das Sternbild sich konstant um den Himmelspol dreht, stellt sich nun die Frage nach dem Zeitpunkt, in der das Bild auf den Boden projiziert wurde. Eine Simulation zeigt, dass es im Zeitraum um 3900 v. Chr. um Mitternacht, am Tag der Wintersonnenwende so am Nordhimmel zu sehen war, Als markante Figur am Nachthimmel kündete sie den Beginn des neuen Jahres an. Die erste zeitliche Einschätzung der Besiedelungsgeschichte des Ipf bestätigt sich also durch den Boden-himmel auf dem Berg. Doch diesem Umriss liegt nicht nur eine Momentaufnahme des Nachthimmels zugrunde in der sich der Code der Entstehung verbirgt, sondern auch noch ein weiterer Zeitpunkt. Der Bärenhüter zeigt beim ersten wichtigen Fest des neuen Jahres, dem späteren keltischen Imbolc am 01.02, dem Tag in der Mitte zwischen Wintersonnen-wende und Frühjahrsäquinox eine weitere Übereinstimmung mit dem Grundriss in nördlicher Richtung.

Wie wie aus den Betrachtungen ersichtlich wird, ist die Geometrie der Wallanlagen auf dem Ipf nicht durch Gesichtspunkte der Verteidigung oder der örtlichen Gegebenheiten bestimmt, sondern allein durch die Lage und die Geometrie des Sternbildes Bärenhüter an zwei wichtigen Tagen. Da das Sternbild diese Position in der Folgezeit an diesen Tagen nicht mehr einnimmt, wäre es nicht nur der Schlüssel für die Entstehungszeit der Anlagen, sondern der Grund für den Namen Ipf. Er liegt im `Sehen´ des Bärenhüters, eines der wichtigen Sternbilder einer bäuerlichen Kultur der Jungsteinzeit.

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Ipf –  Sternbild Bärenhüter um 3900 v. Chr, am 21.12  um 24 Uhr

Vortrag Der Hohenstaufen und Buchvorstellung

 Wer den Hohensatufen besucht muss das Wäschreschloss kennen.Wie an keinem anderem Gebäude lässt sich am Grundriss des Wäscher-schlosses die `alte´ Geometrie nachvollziehen, die auf den Visurlinien von Mond- und Sonnenwenden beruhte. Bereits an diesem frühen Bauwerk lässt sich die präzise Gestaltung staufischer Gebäude nachvollziehen, die später im Castel del Monte in Apulien ihren Höhepunkt fand. Die bestim- mende Richtung der Sommersonnenwende verbindet das Wäscher-schloss mit dem Hohenstaufen, einem Bauwerk aus der Frühgeschichte. Er stellt den Schlüssel zum Verständnis der Goldenen Landschaft  dar die durch das Maßverhältnis des Goldnen Schnittes bestimmt wird. Doch diese Proportionen bestimmten bereits Skulpturen, die vor 40.000 Jahren auf der Schwäbischen Alb entstanden sind.

Ort: Wäscherschloss

Termin: Sonntag den 27.10 ab 16 Uhr