Mount Pleasant und der Wächter

The Mount Pleasant „Superhenge“:- Lost History, England : Film: cf-apps7865

In Zeitalter des Neolithikums gab es einen Bauboom während dem zahlreiche kreis-ähnliche Erdwerke entstanden. Ihr Aufbau war meist ähnlich. Sie waren mit Gräben umgeben, die teilweise mehrere konzentrische Palisadenringe umschlossen. Der in England für diese Form der Anlagen gebräuchliche Begriff Henge stammt von Sir Thomas D. Kendik, der den Suffix von Stonhenge als Bezeichnung für die neu ent- deckten Erdwerke benutzte. Die Henges, aber auch die in Mitteleuropa entdeckten, ganz ähnlich aufgebauten Kreigrabenanlagen. hatten zwischen einem und vier Zu- gängen. Sie waren meist als große Tore ausgebildet, die dann meist mit Sonnenpeil- ungen an wichtigen Kalenderdaten in Verbindung gebracht werden. In der Mitte der Anlagen wurden oft  Steinsetzungen, Gräber, oder auch nur Posten identifiziert. Am Beginn der Erforschungen entstanden unterschiedliche Theorien über den eigentlichen Zweck der Erdwerke. Sie reichten von einer reinen Befestigungsanlage, über Tiergatter bis hin zu Kut- und Opferplätzen. Erst in Jüngster Zeit erscheint die Nutzung der Henges als Observatorien auch Archäologen diskussionsfähig zu sein.

Rekonstruktion der Kreisgrabenanlage von Pömmelte, Foto Torsten Maue

Auch Funde, wie die Himmelscheibe in Nebra trugen mit dazu bei, in diesen Anlagen eine Form vo Kalenderbauwerken zu sehen. Doch die Vorstellung von einem Bauwerk als einen reinen Zeitmesser greift hier zu kurz. In seiner Zeit, in der die Menschen mit ihrer Arbeit auf Gedeih und Verderb vom Klima abhänigig waren, waren diese Bau- werke, die auf wichtige Daten der Landwirtschaft ausgelegt waren, auch immer Kult- und Ritualbauwerke. In dieser Funktion gleichen sie auch den Jahrtausende später ent- standen Kirchen mit ihren Reliquienschreinen, wo ebenfalls Heilige an für die Landwirt- schaft wichtigen Kalendertagen verehrt wurden. Gerade in der Zeit der Christian- isierung zeigte sich erneut die Verbindung paganer Feiertage mit der Landwirtschaft und der in dieser Zeit erfolgten Überformung mit neuen Vorstellungen. Einer dieser Tage, der bereits in römischer Zeit als wichtiger Feiertag des Jupiter mit Trankopfern des neuen Mostes begangen wurde, ist der Georgstag am 23. April.

Georgiritt in Ampflwang im Hausruckwald (2015).Foto Moneskom

Dessen Verehrung breitete sich ab dem 4. Jhd. vom vorderen Orient nach Europa aus, wo ab dem 9Jhd auf der Insel Reichenau seine Reliquien verehrt wurden. Im Griech- ischen bedeutet sein Name übersetzt der „Landmann“. Deshalb gab auch der römische Dichter Ovid seiner Anleitung zum Landbau den Namen „Georgica“. In der offiziellen Darstellung war Georg der Drachenkämpfer und damit war er das Beispiel des standhaften Kämpfers für den wahren Glauben. Deshalb wurde er meist hoch zu Ross,,als Reiter in voller Rüstung und mit einer weißen Fahne dargestellt. Doch der Georgstag galt in der Vergangenheit auch als wichtiger Lostag zur Wetterschau und Beobachtung der Natur war. Dies zeigen Sprüche wie, ´wenn das Korn zu Georgi so hoch ist, dass sich eine Krähe verstecken kann´, Da mit dem Georgstag in der Regel die Weidezeit begann, wurde der Heilige auch der Schutzpatron der Herden und der Stalltiere, die an diesen Tag zum letzten Mal das gelagerte Grünfutter bekamen. Weil Georg auch der Schutzpatron der Pferde ist, finden an diesem Tag auch de Umritte mit festlich geschmückten Pferden statt. An einen ähnliche Verehrung. wie die des Georg, erinnert auch der Henge auf dem Mount Pleasant. Mit einem Durchmesser von ca. 370m zählt der Henge von Mount Pleasant bei Dorchester zur Klasse der Super Henges Die Anlage, die einst von einem Wall und einer Palisade umgeben war, soll nach dem heutigen Kenntnisstand ungefähr in der Mitte des 3. Jahrtausends errichtet worden sein. Das bauchig geformte Erdwerk lässt sich mit einer Kreiskonstruktion erklären, aber ebenso auch mit dem Lauf des Sternbildes Bärenhüter.

Mount Pleasant und der Bärenhüter

Doch nur in der Zeit des 15. Februar war einst das Sternbild nahezu waagrecht am Himmel zu sehen, so,dass dann auch der Stern Arktur auf der Mitte des Timber Cercles lag. Waren zu dieser Zeit die Temperaturen proportional zu den heutigen, markierte das Datum den Beginn des Temperaturanstieges in der Mitte des Monats Februar. Der Tag bietet dann auch eine Erklärung für die Lage des Zuganges im Südosten, denn dort war dann am Morgen der Sonnenaufgang zu beobachten. Vom Eingang zum Timber Cercle konnten dann sowohl der Sonnenaufgang am 15. Februar, wie der während es Äqui- noktiums beobachtet erden. Die Konzeption des Henge mit seinem innen liegenden, wohl heiligen Bezirk des Arktur, verweist damit auch auf den Urprung vieler religiöser Feste in den Arbeitsszyklen der Landwirtschaft.. Mit der Sicht des Boötes am 15. Februar, dem Zeitraum des Temperaturanstieges dürfte er eine ebenso wichtie Rolle in der Mythologie gespielt haben, wie Jahrtausende Später der heilige Georg.

Bilder Panorama, Youtube: The Mount Pleasant „Superhenge“:- Lost History, England : Film: cf-apps7865 / Wikipedia: Rekonstruktion der Kreisgrabenanlage von Pömmelte, Foto Torsten Maue – https://www.flickr.com/photos/erwinrommel/30550869921/in/album-72157675752782786 / /CC BY-SA 2.0/ Georgiritt in Ampflwang im Hausruckwald (2015).Foto Moneskom , CC BY-SA 4.0 / Mount Pleasant und der Bärenhüter, Stellarium, Sunearthtools