Die Osterinsel – das Dreieck des Vogelmannes

Moáis, Foto Bjørn Christian Tørrissen

`Die Geometrie ist vor der Erschaffung der Dinge, gleich ewig wie der Geist Gottes selbst und hat in ihm die Urbilder für die Erschaffung der Welt geliefert´,

(Johannes Kepler, Harmonice Mundi, 1619)

Das Polynesische Dreieck

In der Natur offenbaren geometrische Formen die Gesetzmäßigkeiten von Schöpfungs-prozessen der Materie. Der verläuft keinesfalls unregelmäßig, sondern planvoll, wie durch eine mathematische Formel gesteuert. Am besten offenbart dies ein Salzkristall mit seiner Oktaederstruktur, die einer gespiegelten Pyramide gleicht. Auch diese Ideal- form eines Kristalls ist eine jener 5 platonischen Körper, die der im 5. Jahrhundert v. Chr. lebende Mathematiker und Philosoph Platon als die Grundbestandteile des Kosmos sah. Diese Grundkörper haben ihre Entsprechung in den geometrischen Grundfiguren Kreis, Dreieck und Quadrat. Alle drei zählen auch zu den ersten Bild- symbolen der Menschheit, den Vorläufern der heutigen Schriftzeichen. Dabei hat das Dreieck eine besondere Bedeutung und die gleich auf mehreren Ebenen. Als gleich-schenklige Figur symbolisiert es seit der Frühgeschichte den weiblichen Schoß und steht damit für die Fruchtbarkeit. Gleichzeitig stellt das Dreieck auch ein Zeichen der Stabilität dar, denn nur mit dieser Figur können in einem Tragwerk alle Kräfte ausge-glichen werden. Als ein Zeichen der Fruchtbarkeit und der Stabilität stand das Dreieck auch immer für eine Göttertriade, die in vielen Kulturen an der Spitze aller Götter standen. Eine Landschaft, die dieser geometrischen Form geradezu ideal verkörpert, entdeckte der niederländische Admiral Jacob Roggeveen, als er mit drei Schiffen der Ost-indienkompanie im Ostpazifik kreuzte.

Arent Roggeveen

Am 5. April 1722 setzte er den Fu0 auf die Insel, der er auf Grund des Datums, eines Ostersonntages ihren Namen gab, die Osterinsel. Dem vermeintlichen Entdecker der Osterinseln, Roggeveen, war die Entdeckerfreude und die Nähe zur Wissenschaft bereits in die Wiege gelegt worden, denn er wurde als 3. Sohn des niederländischen Astronomen, Mathematikers und Nautikers Arent Roggeveen geboren. Nach seinem Jurastudium trat er 1706 in prosperierende Ostindien-kompanie ein. Neben seinem Geschäften entwickelte er aber auch eine Vorliebe für religiöse Themen, in dem er die Schriften des niederländischen Theologen Pontiaan van Hattem verbreitete, die vom mythisch und pietistischen Gedankengut geprägt waren. 16 Jahre sollte es dauern, bis er auf einer Reise durch den Pazifik als Entdecker der sagenumwobenen Insel in die Geschichte einging. Sie ist Teil des Polynesischen Dreiecks, das sich über die gesamte Fläche des östlichen Pazifiks erstreckt. Die Eckpunkte dieses Dreiecks bilden im Nord- en Hawai, im Süden Neuseeland und auf f der dazu senkrecht stehende Mittelachse liegen im Westen die Insel Samoa und im Osten die Osterinsel. Blickt man von dort am Abend des 1. Mai in Richung Samoa, sieht man über der endlos erscheinenden Was- ser fläche den Sonnenuntergang. Wie die ideale Dreiecksform die Eckpunkte dieser Wasserlandschaft markiert, ist sie durch diese Ausrichtung auch Teil eines idealen Kalenders, der in 8 Teile geteilt, am 1. Mai 3/8 einer Jahreslänge erreicht. Wie der 1. Mai die Achse der Landschaft Polynesiens markiert, so spiegelt sich die Idealform des Dreiecks in der Insel und bestimmte gleichzeitig den zyklischen Ablauf des Vogelmann-Kultes.

Das Polynesische Dreieck und die heilige Insel- Karte, Foto User Kahuroa

Bilder: Wikipedia / Moáis, Foto Bjørn Christian Tørrissen , CC BY-SA 3.0 / Arent Roggeveen, Foto Fitmoos , Arent Roggeveen, Fitmoos – Template:Roggeveen, J. (1838). Dagverhaal der ontdekkings-reis van Mr. Jacob Roggeveen, met de schepen Den Arend, Thienhoven en de Afrikaansche Galei, in de jaren 1721 en 1722 (Vol. 1). Gebroeders Abrahams. / Das Polynesische Dreieck mit seinen Eckpunkten Hawaii (1), Neuseeland / Aotearoa (2) und der Osterinsel (3) sowie Samoa (4) und Tahiti / Französisch-Polynesien (5), Foto User:Kahuroa , Simulation Sunearthtools

Teil 2 – Das heilige Dreieck / Artikel in Q`Phaze 3/2019