Das südlich von Dorchester liegende Hillfort Maiden Castle hatte seine Blüte in der Epoche Eisenzeit. Besiedelt wurde die Anhöhe allerdings bereits im Neolithikum, wenngleich das Ausmaß der Befestigung zu diesem Zeitpunkt viel geringer war. Die mit Wällen umgeben Anlage hat eine Höhe bis zu 25m und war über je 1 Tor im Westen und Osten zugänglich. Durch seine Fläche von fast 19 ha ist es das größte bislang bekannte Hillfort in England.

Der heutige Name Maiden Castle tauchte erstmals im Jahr 1607 als Mayden Castell auf  und wird in dieser Form  auf die keltische Ursprache zurückgeführt, Mit may und dun würde der Name dann großer Hügel bedeuten. Die polygonale, in Ost-Westrichtung gestreckte Form offenbart aber mehr als diese schlichte Deutung des Namens. Um 700 BC entspricht sie in dieser Form der seitenrichtigen Lage des Bärenhüters am Morgen des 13. Juli.

Dieser Zeitraum eignet sich auch ganz besonders, um  zahlreiche Heilkräuter zu sammeln, wie Arnika, Hollunder, oder Kamille. Somit ist diese Zeit also geradezu ideal um einen Heil- und Lichtgott wie Apollo zu verwehren. Für das Ende seiner Kultfeiern gerade an diesem Tag, so wie sie aus Rom überliefert sind, sprechen noch  zwei weitere Aspekte.

Einer betrifft das Klima, das zu diesem Zeitpunkt das Temperaturmaximum erreicht und der zweite, die zahlensymbolische Bedeutung des Tages. Vom 1. Mai, dem vermuteten Beginn des keltischen Sommerhalbjahres sind es 102Tage bis zum 13. Juli. Dies entspricht der Multiplikation der Zahlen 6 und 17. Während die 6 auf den Aspekt der vollkommen Zahl verweist, verweist die 17 auf das das Tetraktysmodell des Fisches mit seinen 17 Elementen. ( https://www.decemsys.de/system/zahlen/153.htm)

Der Fisch lebt unter Wasser und sein Auftauchen steht tiefenpsychologisch für das Auf-tauchen der Wahrheit an das Licht. Damit bildet das Tetraktyssymbol Fisch wieder eine Brücke zu jenem Heilgott der an diesem Tag gefeiert wurde. Während es aber über den griechisch-römischen Heilgott Apollo zahlreiche Überlieferungen gibt, gibt über ein ähnliches Götterbild im keltischen Raum nur wenige Funde. Dort entsprach ihm der Heilgott Belenus, dessen Verehrung im keltischen Raum von der Adriaküste bis nach Britannien reichte.

Im keltisch-gallischen Raum hatte er mehr als 15 Namen, wobei ein Beiname Vindonnus laute . Er verweist auf das lateinische Wort vindex, der Beschützer und Verteidiger. An diese Rolle erinnert der Bärenhüter wohl auch im Hillfort Maiden Castle. 

Maiden Castle und der Hirte (Sternbild Bärenhüter)

Bilder: Wikipedia/ Atlas of Hillforts 3598 An aerial view of Maiden Castle in Dorset. The Ashmolean Museum’s description is „General view of Maiden Castle taken 12 Oct 1935 (Album Ref 11, 2)“. ,gemeinfrei/ Maiden castle und Shepherd (Bärenhüter) , Stellarium,  eigen

Weinpresse aus der Eisenzeit — ArchaeoNow

Forschungsteam der Universität Tübingen entdeckt seltenen Nachweis der frühen Weinherstellung an der Ausgrabungsstätte Tell el-Burak im Libanon Wein hatte im Mittelmeergebiet schon in der Eisenzeit eine große Bedeutung. Insbesondere durch die Phönizier, die Bewohner der östlichen Mittelmeerküste, wurde das Getränk beliebt und über ihre Handelswege verbreitet. Nun wurde bei Ausgrabungen im phönizischen Tell el-Burak die […]

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FANTASTIC BEASTS – The Sphinx and other Hybrid Creatures in Iron Age European Art — Balkan Celts

Zitat

“Fancy thinking the Beast was something you could hunt and kill! You knew, didn’t you? I’m part of you?“. (Golding; Lord of the Flies) Iron Age European Art is populated by a multitude of impossible creatures, ranging from the Ram Headed Serpent associated with the God Cernunnos, to fantastic hybrid serpentine and human […]

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FACE OF THE LORD – The Celtic God Esus in Iron Age European Art — balkancelts

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The Celtic deity Esus (aspirated Hesus) has hitherto been known only from a small number of images and epigraphic material dating from the Roman period and later… FULL ARTICLE: https://www.academia.edu/37459609/FACE_OF_THE_LORD_The_Celtic_God_Esus_in_Iron_Age_European_Art .

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Der Geburtsort des Lugh

Tara, Foto Patrick Brown

Der Berg von Tara ist der heilige Ort Irlands. Bis zum 11. Jahrhundert, so die Überliefer- ungen, war auf Tara der Sitz der Hochkönige des frühen Irland. In den Erzählungen reicht die Geschichte dieses Ortes aber zurück bis ins 2. Jahrtausend v. Chr. Doch dabei handelt es sich zumeist um mythologische Gestalten, die Teil der Gründungslegende Irlands sind. Doch diese Erzählungen entstanden aber erst ab dem 6 Jhd. n. Chr. Und somit sollten diese Legenden auch dazu dienen, die Legitimation für die Gründung eines irischen Großreiches gemäß den Vorbildern auf dem europäischen Kontinent zu bilden. Das bekannteste und wohl älteste Relikt der alten Geschichte auf dem Berg von Tara ist der Mound of the Hostages, der Hügel der Geiseln. Dieses Grab wurde von Wissen-schaftlern auf einen Zeitraum um 2700 v. Chr. Datiert. Doch der Erdhügel wurde auch noch in späterer Zeit benutzt, was die lang andauernde Bedeutung des Hill of Tara unter-streicht.

Fläche der `Banqueting Hall´, Foto Brholden

Die die Erdhügel umgebenden Wälle stammen alle aus der Eisenzeit, wobei unklar ist, ob in dieser Epoche der Hill of Tara nicht grundlegend umgestaltet wurde. In der Mitte dieser Wälle liegen zwei weitere, sich berührende runde Wälle, sogenannte Raths. Sie sind bekannt als Königssitz Forradh, oder Royal Seat und Teach Cormaic, der Sitz des Hauses von Cormac. Die Anfänge der Legende Taras beginnen jedoch mit Tailtiu, der Amme des Gottes Lugh. Gemäß der Erzählung herrschte sie einst als Königin an der Seite von Eochaid, dem Sohn des Himmels, über das mythische Volk Fir Bolg, Sie waren das erste Volk das die grüne Insel bevölkerte, ehe die kriegerische Landnahme durch die Túatha Dé Danann erfolgte. Tailtiu regierte vom Hill of Tara aus und war wie eine Mutter, die über die sanften, saftigen Hügel wachte. Zugleich rodete sie den dichten Wald, um an seiner Stelle fruchtbare Felder anzulegen. Die Herrschaft der Fir blog endete nach der Niederlage bei der Schlacht in der Ebene Mag Tuired und ab diesem Zeitpunkt bestimmten die sieg- reichen Túatha Dé Danann die Geschicke der grünen Insel. Die verwitwete Tailtiu kümmerte nun fortan um den ihr anvertrauten Gott Lugh, den späteren König von Irland. Nach der Niederlage der Fir blog reiste Lugh nach Tara, wo er sich als in allen Künsten bewanderter Gott darstellt, worauf ihm schließlich die Herrschaft übertragen wird. Mitte des 12. Jahrhunderts, im Zuge der Missionierung Irlands durch St. Patrick schwand die Bedeutung Taras als kultischer Ort. Von den dort beschrieben Gebäuden, die nur aus Holz bestehen konnten, haben sich keine Spuren erhalten.

Lugh aus Rollestone, Mythen und Legenden der Lelten, 1910

Der Name Tara wird mit der Abwandlung des Wortes Temair erklärt, das Anhöhe bedeutet. Ein ähnliches Wort aus dem keltischen Wortschatz, tarros, der Bauch, erweckt ebenso den Eindruck einer gewölbten Fläche. Diese gewölbte Fläche des Hügels verkörperte, ähnlich den Mythologien des Orients, die Vorstellung einer Verbindung von Königtum und göttlicher Macht. Doch allein von der Existenz des Hügels die Wichtigkeit des Ortes abzu- leiten greift zu kurz. Betrachtet man die Bedeutung des Namens Tara in anderen Kulturen, so bietet er da ganz neue Interpretationsmöglichkeiten. Im Sanskrit bedeutet er Engel der Zukunft und in Hindi schlicht der Stern. Damit zeigt sich auch die Nähe von (S)tara zum englischen Wort Star. Im Altpersischen war dies einst die Bezeichnung für den hellsten Stern am Nachthimmel. Am Nordhimmel trifft diese Eigenschaft während der legendären Zeit Taras nur auf einen Stern zu: Arktur. Er ist der hellste Stern am Nordhimmel und zugleich der hellste des Bärenhüters, der im Orient auch den Namen Rinderhirte trägt. Zusammen mit den Sternen Spica und Regulus bildet er das Frühlingsdreieck..Vergleicht man aber die Geometrie Taras mit der des Bärenhüters, so zeigt sich eine Übereinstim- mung von wesentlichen Bauteilen der Anlage in der Position von dessen Sternen. Diese Position nahm der Bärenhüter in der Eisenzeit am Abend des 1. Mai ein, wenn sein Stern Arktur zum ersten Mal zu sehen war.

Hill of Tara und das Abbild des Bootes (Lugh)

Lugh mac Ethnenn, bedeutet der Leuchtende, oder auch das kleine Feuer. Dies darf aber nicht nur als Verkörperung des Sonnenlichtes gesehen werden, sondern eben auch als das innere Feuer. In der Interpretation Romana entspricht der Gott Lugh dem römischen Merkur und damit auch dem griechischen Götterboten Hermes. Durch die Betonung des solaren Aspektes hat er aber auch Eigenschaften des Apollon. Manche sehen in ihm aber auch Wesenszüge des späteren nordischen Gottes Odin. Lughs vielfältige Eigenschaften, die er bei seinem Einzug in Tara hervorhob, zeigen dass er damit eine antreibende Eigen-schaft, durch kulturelle Neuerungen Entwicklungen voranzutreiben. Darin entspricht er auch der Eigenschaft des Bärenhüters, der beständig dem Großen Bären um den Himmelspol folgt. Zugleich diente sein Stern Arktur als wichtiger Kalenderstern und als Navigationshilfe der Seefahrer. Es gab also zahlreiche Gründe ihn am Boden abzubilden und daraus einen heiligen Hügel zu formen, der dann auch Geburtsort des Lugh genannt werden konnte.

Bilder: Wikipedia / Tara, Foto Patrick Brown, CC BY-SA 2.0 / Area known as `Banqueting Hall´, Foto Brholden / Fläche der `Banqueting Hall´, Foto Brholden / simulation, Stellarium