Der Löwe des Tempelberges

Felsendom und Kettendom, Foto Ralf Roletschek

Die Jahrtausende alte Symbolik des Löwen prägt auch das Plateau des Tempelberges und erscheint hier als Bindeglied der 3 Religionen. Für alle ist der Tempelberg von großer Bedeutung, da such den Erzählungen zufolge, hier wichtige Ereignisse zuge- tragen haben. Damit steht das Herrschaftszeichen und solare Symbol für zahlreiche Gemeinsamkeiten der 3 Religionen, die auf einen gemeinsamen Stammbaum einer Grundidee mit all den daraus entsprungenen Erzählungen hinweisen. Wie in den bib- lischen Texten, so wird auch im Koran die Sonne häufig erwähnt. Sowohl als Him- melskörper, aber auch in gleichnishaften Bildern taucht sie dort auf. Bereits bei den Erzählungen zum Stammvater der Völker, Abraham, taucht die Sonne auf, Hier erzählt Abraham von seiner Erkenntnis, dass die Sonne selbst ein Geschöpf ist und es somit ein Fehler sei, sie als göttliche Macht anzubieten. Diese Natursicht entsprechend, wird im Koran auch von der Möglichkeit erzählt, die Sonne zur Vermessung und Wegebe-rechnung zu nutzen. Wie bei anderen Religion überwiegt in den Texten des Korans aber die symbolische Bedeutung der Sonne, Sie steht hier bildhaft für das Licht, das der Prophet Muhammad im Namen Allahs ausstrahlt.

Timuridische Darstellung Mohammeds; aus dem Miradschname, 1436, Herat.

Auch das reflektierte Licht des mondes dient als Metapher. denn wie das Licht der Sonne vom Mond reflektiert wird, so wird das Licht des Propheten vom Imam Ali zurück-gestrahlt. Ein letztes Mal tritt die Sonne in den Erzählungen dann als Ankündiger auf, wenn die Wiederkunft des Imam Mahdis unmittelbar bevorsteht. An diesem Tag soll sie aber nicht im Osten, sondern im Westen aufgehen. Nahezu mittig auf dem Plateau des Tempelberges steht heute der Ende des 7. Jahrhunderts errichtete Felsendom. Er wurde dort auf einem Felsen errichtet, wo nach Islamischer Überlieferung der Prophet auf seinem Pferd in den Himmel getragen worden sein soll. Auch die Israeliten sahen diese Stelle als einen heiligen Ort an, denn hier wird auch der Brandopferalter Abrahams vermutet. Auf dem soll der Stammvater der Völker, gemäß den biblischen Erzählungen Abraham, seinen Sohn Isaak als Beweis seiner Gläubigkeit Gott zum Opfer dargeboten haben.Nach diesen Überlieferungen soll Gott selbst den Ort ausgewählt und ihn dann als seinen Wohnort auf Erden bestimmt haben.

Fels im Innern des Felsendoms, Foto Earthsound

Dieser Bestimmung folgend, soll auch König Salomo hier seinen Tempel erbaut haben, der dann von ihm zum Mittelpunkt der jüdischen Religion erklärt wurde. Der oktogonale Baukörper des Felsendomes ist im Innern durch einen Säulenumgang gegliedert, der den Zentralraum einschließt. In ihm befindet sich auch der Fels liegt, über dem der Tambour mit der Goldenen Kuppel liegt. Die Anlage hat vier Eingänge, die den jeweil- igen Himmelsrichtungen entsprechen. Mit der Form des Oktogons wurde hier auch eine Bauform aufgenommen, die bereits bei der um 540 entstanden Kirche San Vitale in Ravenna verwirklicht wurde. Mit seiner Ausführung zählt der Felsendom zu den Meisterwerken des Umayyadenstils. Dies war der Baustil eines arabischen Stammes aus der Region Mekkas, aus dem auch der Prophet Mohammed stammte. Auf dem Plateau, das einst Herodes der Große errichten ließ, verbindet nun der himmlische Löwe alle Stätten dre 3 Relgionen. So wird durch ihn auch der Name des  Golden Tores oder auch Schönes Tor genannt, erklärt. In der Lage, wie sie der Sicht um den 23. April entsprach, liegt dann sein Hauptstern Rgulus, der kleine König, auf diesem Tor.

Goldenes Tor 2018 von außen, Foto Fallane

Damit verweist hier die Farbe Gold, wie bei der Kuppel ds Felsendmes, auch auf die solare Symbolik des Löwen. Nach neueren Unterschungen stammt dieses Tor aus frühislamischer Zeit,. Es wurde als umayyadische Doppeltoranlage errichtet und stammt damit aus einer ähnlichen Epoche wie der Felsendom. Mit dem Beginn der Kreuzzüge gewann das Tor eine ganz andere Bedeutung, denn nach den Erzählungen soll hier Jesus auf einem Esel in die Stadt geritten sein. Deshalb wurde es in der Zeit der Kreuzfahrer auch nur zu den jährlichen Palmsonntagsprozessionen geöffnet. Deshalb befand sich vor dem Tor einst ein Friedhof, der aber nach de Rückeroberung durch den Islam aufgelöst wurde. Das Tor wurde dann dauerhaft geschlossen, doch christliche Reisende konnten aber weiterhin wundersame Fragmente des Tores bei muslimischen Händlern kaufen.

Tempel des Herodes, Asher S. Kaufman / Sicht des Löwe am Abend des 23. April (Jupiterfest Rom, Georgstag kath. Kirche…..)

Mit seiner Lage verbindet nun der Kopf des Löwen die Stätten der beiden großen Relig-ionen. Er ist das Zentrum des Löwen, der für Aspekte wie Beständigkeit, Leben, Macht, Würde, Vollendung, Eintritt und Übergang steht. So stehen die beiden Sterne Eta und Gamma Leonis, der die Mähne des Löwen verkörpert auch für unerschüttelichen Mut. Das dieser von Dauer sein soll, zeigt beide Sterne bei dieser Lage des Löwen, in dem sie die Ostwestrichtung vor dem Ausgängen des Felsedoms markieren. Ebenfalls Auch in symbolisch richtig liegt dann Epsilon Leonis, der im Arabischen Ras Elased Australis, der Kopf des Löwen bedeutet. Hier markiert er die Mittelachse des Herodanischen Tempels, direkt am Zugang. Mit diesem Stern verweist Damit verbindet hier die Symbolik des Löwen alle drei Religionen, und verweist nicht auf ihren gemeinsamen Ursprung, sondern wohl auch auf das Verständnis islamischer Astronomiekunde, die die Eurpäer im Laufe es 10.Jhd`s mit Begeisterterung aufnahmen Es wäre also ein Gebot der Stunde, im Löwen diese Gemeinsamkeit wieder zu erkennen.

Bilder: Wikipedia / Felsendom und Kettendom, Foto Ralf Roletschek , GFDL 1.2 / Timuridische Darstellung Mohammeds; aus dem Miradschname, 1436, Herat. Das Werk befindet sich in der Sammlung der Bibliothèque nationale in Paris.…, Autor unbekannt – „Mi‘rajnama: The Book of the Prophet Muhammads Ascension“ / Fels im Innern des Felsendoms, Foto Earthsound , gemeinfrei / Goldenes Tor 2018 von außen, Foto Fallane,, CC BY-SA 4.0 – Tempel des Herodes, Asher S. Kaufman / Sicht des Löwe am Abend des 23. April (Jupiterfest Rom)