Der Drachenkämpfer vom Drachenfels

Das Sonnenweib und der siebenhäuptige Drache, Dürer, 1408

Im 12. Kapitel der Offenbarung des Johanneso wird der letzte Teil der biblischen Heils-geschchte geschildert. Zum letzten Mal tritt hier das Böse in de Gestalt eines ge- flügelten. siebenhöpfigen Drachens auf, der die Jungfrau verfolgt. In der Erzählung wird sie auf der Mondsichel stehend geschildert, als der Erzengel Michael sie rettet und den Drrachen tötet. Damit wird bildlich vor Augen geführt, dass Gott am Ende doch den Sieg über das Böse erringen wird. Zugleich soll der Drachenkampf auch die Macht der neuen Glaubenslehre zeigen, die sich als stärker erweisen sollte, als der alte pagane Glaube. Die Metapher des Drachenkampfes, die in ähnlicher Form bereits die in griechischen oder asyrischen Mythen auftauchte, prägte in der Folgezeit mehrere Heiligenlegenden. Darunter sind die des heiligen Georg, die der Margarete von Antiochia, oder die des Marcellus von Paris. Das im Christentum beliebte Motiv des Kampfes gegen das Böse fand ebenso Nachahmer in zahlreichen literarischen Werken, wie der Niebelungensage.

Siegfried trinkt Fafners Blut, Arthur Rackham,1911

Trotz der ausschweifenden Erzählung überstrahlt der Drachenkampf die Saga. Sie beginnt damit, dass der junge Held Sieg­fried, der seine Jugend in Xan­ten ver­brachte, eines Tages den Hof seiner Eltern verlässt . Bevor er jedoch um die bur­gun­di­sche Prin­zes­sin Krim­hil­de wer­ben konnte, musste er aber noch einige Abenteuer bestehen. Sein bekanntes war aber die Tötung eines Drachens und sein anschließendes Bad iin dessen Blut, Dabei blieb ein winziger Makel zurück, denn ein Lindenblatt verhinderte dass das Drachenblut Siegfried vollkommen unverwundbar machte. Durch den Verrat Krimhilds erfuhr sein Widersacher Hagen von dieser einzigen Stelle seiner Verwund- barkeit und konnte ihn töten. In der Sage wurden nur wenige Orte exakter beschrieben und so war auch die Drachenhöhle bis in die Zeit der Romantik unbekannt. Erst die Rückbesinnung auf alte Sagenstoffe brachte den Drachenfels bei Königswinter Dank einer Volkssage üver einen einst dort lebenden Drachen mit dem Epos in Verbindung.

 Drachenfels, Ansicht von Bonn-Mehlem. F/ Dmitry Tonkonog and Ksenia Fedosova

Der Name des Ortes soll einst aus dem drot vorhanden Trachyt entstanden sein, das im Mittelalter bevorzugt zum Bau von Kirchenbau verwendet wurde. Bereits in Urkunden des 12. Jahrhunderts wurde der Berg mit seiner Burg als monte dracu, als Drachenberg bezeichnet. Die heutige Dachenhöhle ist aber ein künstlicher Hohlraum, der 1933, 50 Jahre nach Wagners Tod geschaffen wurde. Dort ist In dem dämmrig beleuchteten unterirdischen Weihe ein 13m langer Drache zu sehen, den der Architekt und Bildhauer Franz Josef Krings, Architekt nach dem Vorbild eines urzeitlichen Molchsauriers geschaffen hat. Doch Volkssage vom Drache auf dem Drachenfels scheint einen realen Hintergrund zu besitzen. denn die Geometrie der Burg deckt sich mit dem Sternbild des Bärenhüters und Lanzenträgers am Abend des Johannitages, dem Tag, an dem im frühen Mittelalter die Sommersonnenwende stattfand.

Drachfels, Boötes und der Drachenkampf am Johannitag

Der an dem Johannes dem Täufer gefeiert wurde, sollte auch die alten paganen Feiern verdrängen. Doch der Zeitpunkt, an dem die Sonnenbahn ihren Zenit erreicht passt auch zum Bild des Drachens, der für die Kräfte der Dunkelheit steht. Sie werden nun immer stärke, ehe 6 Monate später, mit der Wintersonnenwende, das Licht über die Dunkelheit siegt. Dieser Kampf gegen den Drachen war am Johannitag auch am Himmel zusehen, wo am Abend Boötes, der Lanzenträger, mit seinem hellsten Stern Arcturus bereits zu sehen war, In der Zeit bis zum Sonnenuntergang war seine Lanze auf den Drachen gerichtet, der selbst noch nicht sichtbar war. Der Sieg des Lanzen-trägers dauerte aber nur kurz, denn nach dem Untergang der Sonne wurde der Drache wieder sichtbar. in den paganen Mythen zur Sommersonnenwende und dem Beginn des Monates August wurde der Tod des Sonnenkönigs gefeiert, der dann zur Winter-sonnenwende neue geboren wurde. Dagegen steht der Johannitag für die Geburt des Täufers. In den Evangelien wird Johannes als halb verwllderter Asket geschildert, er am Jordan einen Kreis von Schülern versammelt hat. Er ist der letzte der langen Reihe großer Propheten des Alten Testaments, der das Kommen des Messias vorhersagt. Der Evangelist Johannes schildert dies auch mit den zum Tag der Sommersonnenwende passenden Worten “Er muss wachsen, ich aber muss abnehmen (Joh 3,30) Doch 70 Tage später, am 29. August, wird auch seinem Tod gedacht. Der eignete sich laut biblischen Texten auf der Festung Machaerus nach einem Tanz der Salome. Sie forderte dann seine Enthauotung.

 

Bilder. Wikipedia/ Siegfried trinkt Fafners Blut ,Arthur Rackham ,1911, Buchillustration nach Wagners Ring des Nibelungen , gemeinfrei / Ruine Drachenfels, Ansicht von Bonn-Mehlem. F/ Dmitry Tonkonog and Ksenia Fedosova CC BY-SA 3.0 – Das Sonnenweib und der siebenhäuptige Drache, Dürer, 1408, eigen / Drachfels, Boötes und der Drachenkampf am Johannitag, stellarium, Burgenarchiv