Brides Mound

Brides Mound,F.:friendsofbridesmound.com

Der Brides Mound zählt zu den weniger besuchten Orten am westlichen Ortsrand von  Glastonburys, obwohl die Anhöhe mit der berühmten irischen heiligen Brigida von Kildare in Verbindung steht.   St Bride, oder auch Brigida von Kildare war eine irische Heilige, die am 1. Februar 523 in Kildare in Irland gestorben sei soll. Sie war die Tochter eines Königs und einer christlichen Piktin, die laut der Legende vom heilige Patrick dem irischen National- heiligen getauft wurde.

Brigida von Kildares historische Existenz ist auf Grund der legendenhaften Beschreibung ihres Lebens  sehr ungewiss  und wird von manchen Forschern auch als eine christliche Umdeutung der keltischen Göttin Brigidh betrachtet.

Brigida von Kildare in Groß St. Martin, Köln, Foto Elke Wetzig

Doch William of Malmesbury, schrieb um 1135 , dass die Heilige Glastonbury im Jahr 488 tatsächlich besuchte und dort einige Jahre verbracht haben soll. An diesen Aufenthalt  er-innern auch die auf dem nach ihr benannten Brides Mound, die Überreste einer Einsiedelei und einer ihr, sowie der Magdalena geweihten Kapelle.

Als der Mönch Cogitosus aus Kildare über 125 Jahre nach dem Tod Brigidas mit  Abfassung der Lebensgeschichte beauftragt wurde, gab es bereits zahlreiche Erzählungen über die wundersamen Ereignisse im Leben der Heiligen. Dadurch entstand das Bild einer Heiligen, die auch als Maria Hibernorum oder als Mutter Gottes von Irland verehrt wurde.

Dass diese neue Lehre von Dauer sein sollte, ist bereits im Name Kildare enthalten. Dort gründete Brigida ihre erste Gemeinschaft und der Ortsname bedeutet übersetzt Kirche der Eiche Dieser enge inhaltliche Bezug von Brigida und Maria zeigt sich auch vom Brides Mound aus gesehen , die sonne an Mariä Lichtmess über dem Glastonbury Tor aufgeht.

Glastonbury Brides Mound und Mariä Lichtmess, F.: Friends of Brides Mound

Bilder:

Brides Mound01, https://s.inspirockcdn.com/ BridesMound02,F.:friendsofbridesmound.com/ Brides Mound,opentopomap, sunearthtools, friendsof BridesMound/ Wikipedia/Statue der Brigida von Kildare in Groß St. Martin, Köln,Foto Elke Wetzig (Ely)CC BY-SA 3.0

Maria Magdalena und die Chalice Well

Chalice Well, Foto Spsmiler

Nordwestlich vom Glastonbury Tor ist die bekannteste Quelle Glastonburys zu finden, die Chalice Well, Der Kelchquelle. Die rötliche Färbung der Quelle versuchen 2 Legenden zu erklären, die mit der Erzählung von Josef von Arimathäa in Verbindung stehen. Eine Leg-ende berichtet, dass Arimathäa hier nach seiner Ankunft den Gral versteckt haben soll, worauf dann die heilsame Quelle entsprang. Nach einer anderen Legende hat Arimathäa hier den Gral ausgewaschen, worauf sich das Wasser dann rot färbte.

Doch der Ort, an dem das rötlich schimmernde Wasser entspringt, hat einen auffälligen Bezug zu Maria Magdalena. Nicht erst seit dem Aufkommen moderner Legenden, wird ihr eine besondere Beziehung zu Jesus nachgesagt. Ihre besondere Stellung im Kreis der An- hänger um Jesus wird bereits  im apokryphen Philippusevangelium erwähnt.

Grablegung Christi mit den hll. Maria, Maria von Magdala und Josef von Arimathäa. Foto Wassili Grigorjewitsch Perow ,

Dort ist im 55. Spruch zu lesen: `Und die Gefährtin Christi ist Maria Magdalena.  Der Herr liebte sie mehr als alle anderen Jünger, und er küsste sie oftmals auf ihren Mund. Die üb-rigen Jünger […] sagten zu ihm: ‚Weshalb liebst du sie mehr als uns alle?´ Es gibt zahl-reiche Spekulationen über diese geheimnisvolle Frau und einige berichten, dass sie von Jesus schwanger war und deshalb später mit Arimathäa nach Gallien floh.

Tatsächlich hat sie in der Heilsgeschichte eine besondere Stellung, denn sie war es auch, die als erste den Auferstandenen zu Gesicht bekam und so verkündete sie die Botschaft an dessen Jünger. Auf diese Weitsicht weist auch ihre Abstammung hin, der Ort Magdala. Er bedeutet Turm, der Schutz, aber auch eine gute Fernsicht bietet. Damit erinnert im Mittel-alter der Sonnenaufgang am Magdalenentag hinter dem Glastonbury Tor auch an die Wur-zel und Bedeutung der Maria Magdalena. Die Chalice Well ist also ein gebautes Bild, um an diese außergewöhnliche Verbindung zu erinnern.

Doch der er heutige Sonnenaufgang um den 1. August, erinnert dann auch an die vorchrist-liche einstige Bedeutung der Quelle und deren Verbindung mit dem gallisch Gott Lugh. Die Temperatur hat dann auch ihr Maximum erreicht und damit steht die Frabe rot in einem dir-ekten Zusammenhang mit der Sonne.

Chalice Well, Glastonbury Tor und der Magdalenentag

Bilder: Wikipedia/ Chalice Well, Foto Spsmiler , gemeinfrei / Grablegung Christi mit den hll. Maria, Maria von Magdala und Josef von Arimathäa. Im Vordergrund die Schale mit dem Blut Christi, auf die die Gralslegende zurückgeht, Foto Wassili Grigorjewitsch Perow , gemeinfrei ,Karte opentopomap

Das Grab des Artus

Grab von König Artus und Königin Guinevere, Abtei Foto: Tom Ordelman

Kurz nach der Veröffentlichung der ersten Erzählung über Artus und den Heiligen Gral verkündeten die Mönche der Abtei von Glastonbury die Sensation.  Im Jahre 1191 gaben sie vor das Grab des Artus und seiner Gemahlin Guinevere entdeckt zu haben.

Um die Aufmerksamkeit  wieder auf die Abtei der Benediktiner zu lenken, war der Zeitpunkt geradezu ideal gewählt worden, denn die Welt blickte in diesem Jahr ins Heilige Land.  Dort war Philipp II. von Spanien mit einem Heer der Kreuzritter gelandet und auch Richard Löw-enherz war auf dem Weg dort hin.

Die Mönche betteten die in der Steingrube gefunden Überreste um, doch in den Wirren der Reformation wurde das Grab später zerstört. Was jetzt noch zu sehen ist, ist nur noch die  Erinnerung an den vermeintlichen Fund.

Dies lenkt den Blick auf die Person des Artus, über die es trotz den Anstrengungen zahl-reicher Forscher keine historisch fassbaren Fakten oder eine belegbare Abstammung gibt. Selbst die Orte seiner zahlreichen Schlachten sind auf Grund der vagen Beschreibungen in den Erzählungen nicht genau lokalisierbar. Auch der Verfasser der ersten Artuslegende Geoffrey of Monmouth, der sie mit  der Historia Regum Britanniae („Geschichte der Könige Britanniens“) zum ersten Mal in Schriftform brachte, war hier keine Ausnahme.

Eine Spur zu seiner eigentlichen Gestalt bietet auch hier wieder das kosmologische Modell der griechisch-römischen Tetraktys . So ergibt die Buchstabensumme Artus die Zahl 80 (1+18+20+22+19=80), die mit der 8 auf den platonischen Körper des Oktaeders mit seinen 8 Seiten  verweist, dem antiken Sinnbild der Weisheit. Ebenso verweist die 8 aber auch auf die Aspekte Tod und Wiedergeburt.

Oktaeder, Grafik: Armin Rieble

Der Tod spielt in dieser synkretischen Legende, in der pagane und christliche Bilder ge-schickt verwoben wurden, eine wichtige Rolle. Gerade in der Zeit der Veröffentlichung wurde seine Verbindung mit dem Kreuz immer wichtiger. Auf diese archaische Form, die am Beginn das Sinnbild der Erde war, verweist die wallisische Schreibweise Arthur mit der Buchstabensumme 87. Sie entspricht dem Produkt 3×29 und hier verweist die Zahl 29 im Modell der Tetraktys auf das Kreuz.

Die Zahl 29 im System der Tetraktys, Grafik: Armin Rieble

Damit codiert der Name Artus eine ganze Reihe von mythologischen Vorstellungen, die in seiner Legende auf geschickte Weise Philosophie, Liebe und Abenteuer vermischen.

Bilder: Zahl 29/ Oktaeder: https://www.decemsys.de/system/zahlen/pz11-97.htm,Grafik Armin Rieble/  wikipedia: Site of King Arthur and Queen Guinevere’s purported tomb beneath the high altar, Foto: Tom Ordelman CC BY-SA 3.0

Glastonbury Lake Village in Somerset. — The Journal Of Antiquities

Glastonbury Lake Village, Somerset, a reconstruction. NGR: ST 49286 40757. Near Backwear Farm (on Great Withy Drove) which is about 3 miles to the northwest of Glastonbury, Somerset, is the archaeological site of Glastonbury Lake Village, a late Iron-Age man-made island (crannog) that was constructed in the swampy land there, and which was still in […]

Glastonbury Lake Village in Somerset. — The Journal Of Antiquities