Phantom Bundeslade

Die Bundeslade wird in den Tempel getragen, Très Riches Heures du Duc de Berry,1412

Die Bundeslade ist ein mythischer Kultgegenstand in dem gemäß biblische Texten die Steintafeln auf den die 10 Gebote standen, die Moses von Gott auf dem Berg Sinai erhalten hatte . Sie galt nach dem Auszug aus Ägypten als Garant für dessen Anwesen- heit und wurde 2000 Ellen vor dem Zug des Volkes getragen. Sie auch Lade des Bundes, Lage des Zeugnisses, oder auch Lade des Herrn genannt. Die Maße der Lade werden mit 2 ½ Ellen Länge, 1 ½ Ellen Breite und 1 ½ Ellen Höhe angegeben. Dem sakralen Zweck angemessen war die Hülle aus Akazienholz, das innen und außen aus reinem Gold über- zogen war. Beidseitig angebrachte goldene Ringe dienten dazu, Stangen hindurch zu- schieben, damit der die Lade getragen werden konnte. Sie hatte einen Deckel, der auch Gnadenstuhl genannt wurde. Auf ihm waren zwei Cherubin angebracht, die ebenso aus Gold gefertigt waren.

Nach der Zerstörung Jerusalems

Während der Eroberung Jerusalems durch den neubabylonischen König , Nebukadnezar II. m Jahr 587/586 v. Chr. ging die Bundeslade verloren. Über ihren Verbleib berichten nur wenige Zeilen im zweiten Buch der Makkabäer. Denen zufolge hat der Prophet Jeremia, vor Nebukadnezars Plünderung Jerusalems, die Bundeslade gemeinsam mit der Stiftshütte und dem Räucheraltar am Berg Nebo in einer Höhle vergraben. Die mythische Bedeutung des Gegenstandes hatte in der Vergangenheit zu einer umfangreichen Legen-denbildung beigetragen. Tempelritter sollen sie während der Kreuzzüge in ihren Besitz ge- bracht haben, andererseits wird ihr heutiger Aufbewahrungsort in einer äthiopischen Kirche vermutet. Nach der dortigen Überlieferung, wurde die Bundeslade vom Gefolge Meneliks, des Sohnes von Salomon und der Königin von Saba, gestohlen und damals durch einen Nachbau ersetzt. Das Original der Lade soll sich heute in Aksum, der heiligen Stadt Äthiopiens befinden.

Kapelle in Aksum, in der sich die äthiopische Bundeslade

Wird für das Maß der Lade die Länge der Ägyptischen Königselle von 0.5283 cm herangezogen vermittelt dieses Maß eine ungefähre Vorstellung von ihrer Größe. Die Länge von 2 ½ Ellen entspräche dann ungefähr 132cm Höhe und die Breite von 1 ½ Ellen einem Maß von 79cm. Abzüglich der Wandstärke würde dies einen Innenraum mit einer Länge von 126cm, sowie eine Höhe und Breite von ungefähr 73cm ergeben. Also ein verhältnismäßig kleines Behältnis, dem in späteren Zeiten geradezu sagenhafte Fähigkeiten zugeschrieben wurden. So sah Erich von Däniken in ihr einen Kondensator (Energielieferanten), der aber auch als Kommunikationsapparat gedient haben soll. Ähn- liche Überlegungen stellte auch Robert Charroux an, der in dem Gegenstand ein Funkgerät sah, mit dem Kontakt zu fernen Welten aufgenommen werden konnte.

Bundeslade, Funkgerät

Doch die Maße führen auf eine Spur die wegführt von einem realen Gegenstand, hin zu einem religionsphilosophischen Code. So entspricht 2 1/2 auch dem Wert 5/2. Der Bruch 5 Halbe kann aber auch als Verhältnis von 5 zu 2 gesehen werden und verweist damit auf die Zahlensymbolik der hebräischen Geisteswelt. Dabei steht der Zahlenwert 5 für den Buchstaben He, der nicht nur grafisch einem Fenster ähnlich sieht, sondern auch sinnbildlich für ein Fenster steht. Der Zahlenwert 2 steht für Beth, der das Haus Gottes be- deutet. Beide Elemente Haus und Fenster sind auch in der Realität mit einander verbunden und bedingen ein ausgewogenes Verhältnis, um der Schönheit keinen Abbruch zu tun. Somit kann die Länge der Lade als das Maß des Fensters gesehen werden, das den Ausblick (Bewusstwerdung) aus dem Haus Gottes (Gesetzen, Schöpfung) ermöglicht.  Auf die Weise kann auch das Maß der Breite von 1 1/2 Ellen gelesen werden, das 3 Halben Ellen, oder auch einem Verhältnis von 3 zu 2 entspricht. Gimel ist der 3. Buchstabe des hebräischen Alphabets und hat den Zahlenwert 3. In ihm drücken sich essentielle Vorstellungen Gottesvorstellungen und Lebensbegriffe aus. Die Drei, als Symbol einer Trinität lässt sich grafisch als Dreieck darstellen und ist damit ein Sinnbild für Stabilität. Der im 16. Jahrhundert entstandene Davidstern zeigt dies durch zwei gegenein- ander gestellte Dreiecke. Dabei steht das nach oben weisende Dreieck für die voll- kommene Manifestation der physischen Seite des Menschen und das nach unten deutende für die vollkommene Manifestation des Spirituellen.

Bundeslade, Maße und Maßverhältnisse

Neben den Flächen enthält das Volumen der Lade die zweite wichtige Botschaft. Die einzelnen Längen multipliziert, ergeben folgendes Produkt: 5/2×3/2x/3/2=45/8 Die Zahl Die Zahl 45 ist die 9. Dreieckszahl und stellt gleichzeitig die Summe der Zahlen 1 bis 9 dar. ( 1+ 2 + 3 + 4 + 5 + 6 + 7 + 8 + 9= 45 ) Die Zahl 45 steht in Verbindung mit dem hebräischen Wort „sehr“ das dem Zahlencode 40_1_4 entspricht. Dieses Wort findet sich zuerst in der Bibel am Ende des Sechsten Tagewerks, im Zusammenhang mit dem Urteil Gottes über sein Werk. Zu dem steht in 1. Mose 1.31 :… `und siehe, es war sehr gut´. Wie 45 in das Produkt 5x 9 zerlegt werden kann, weist die Zahl 5 auch auf den Sohn des Menschen hin, an dem Gott sein Wohlgefallen hatte. Unter all dem steht die Acht, die für das Gleichgewicht des Kosmos steht und als Siegel Gottes gilt. Heute, als moderne Interpretation in Gestalt der liegenden Acht stellt sie das Symbol für Unendlich dar. So kann auch die seit Jahrhunderten gesuchte Bundeslade, ebenso wie die Arche oder der Tempel Salomos, nur als eine verschlüsselte Botschaft gesehen werden. Sie diente dazu  das Verhältnis der Menschen zu ihrem Schöpfer neu zu sehen. Eine Suche in der realen Welt ist also vergeblich.

Bilder: Wikipedia/ Die Bundeslade wird in den Tempel getragen, aus den Très Riches Heures du Duc de Berry, Miniatur aus 1412–1416 von den Brüdern von Limburg und Jean Colombe / Kapelle in Aksum, in der sich die äthiopische Bundeslade befinden soll, JensiS65 / Bundeslade Nachbildung

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Die Zahl des Goliath

Städte der Philister

Die biblische Erzählung berichtet von einem Riesen aus der Stadt Gat. Sie zählte zu ein- em von Philistern gegründeten Städtebund, zu denen die Küstenmtädte Gaza, Aschkelon, Aschdod, Gat und Ekron zählten. Anfänglich stand die Ansiedlung noch ganz unter der Schirmherrschaft des fernen Ägypten, wo bei die Städte von lokalen Fürsten regiert wurd- en. An vier Stellen wird im Alten Testament jener Kampf geschildert, der sich zwischen den Riesen Goliath und David, dem zukünftiger Herrscher der Israeliten ereignet haben soll. Im Vertrauen auf die Hilfe Gottes trat David schließlich seinem hünenhaften Gegner entgegen und nahm den Kampf auf. So steht in 1. Buch Samuel (1.S/ 17 EU):

David präsentiert den Kopf des Goliath, Gustave Doré (19. Jhd.)

`Da trat aus dem Lager der Philister ein Vorkämpfer namens Goliat aus Gat hervor. Er war sechs Ellen und eine Spanne groß. Auf seinem Kopf hatte er einen Helm aus Bronze und er trug einen Schuppenpanzer aus Bronze, der fünftausend Schekel wog. Er hatte bronzene Schienen an den Beinen und zwischen seinen Schultern hing ein Sichelschwert aus Bronze. Der Schaft seines Speeres war (so dick) wie ein Weberbaum und die eiserne Speerspitze wog sechshundert Schekel. Sein Schildträger ging vor ihm her.´

Höhlen bei Qumran

In einer in der Höhle bei Qumran gefunden Schriftrollen wird die Größe Goliaths mit vier Ellen und einer Handbreit angegeben. In späteren Übersetzungen wurde der Wert dann auf 6 Ellen und eine Handbreite erhöht. Da eine Handbreite 1/7 Elle entspricht, betrug als das ursprüngliche Maß des Riesen 29/7 Ellen. Legt man hier das Maß der ägyptischen Königselle zugrunde, dürfte also die reale Größe des vermeintlichen Riesen bei knapp 2.20 gelegen haben. Im Vergleich zur damaligen Körpergröße der Israeliten war dies kein allzu großer Unterschied. Allein diese Größe hätte das Bild eines übergroßen, unbesiegbaren Wesens nicht rechtfertigen können. Doch auch hier bieten die Zahlen einen Weg zum Verständnis des Riesen. Die 29 wird im hebräischen als 20+9 geschrieben. Dabei hat der Buchstabe Kaph den Lautwert 20 und bedeutet `die Hand die zupackt´. Diese Handlungsfähigkeit öffnet nun eine weitere Möglichkeit und führt zum Lautwert 9, dem Teth. Dieser Buchstabe symbolisiert die Gebärmutter, den Ort aus dem sich alles Neue entwickelt. Im Quotient 29/7 steht all dies nun im Verhältnis zur Zahl 7. Sie wird durch den Buchstaben   Sajin verkörpert , der auch als Sinnbild für eine Waffe steht.  Das Neue entwickelt sich also mit der angemessenen Verwendung einer Waffe. In diesem Fall war aber sicher das Potential des Geistes gemeint und keine reale Waffe. Dieses sich entwickelnde Neue erforderte auch einen neuen Mittelpunkt, den David schließlich nach seinem Sieg mit der Steinschleuder bildete. Dass die 29 diesen Mittelpunkt darstellt, zeigt ein Beispiel aus dem Modell der Pythagoreeschen Tetraktys. Werden in einem Kreis, vom Mittelpunkt aus, beidseitig die Punkte 1 bis 5 mit den dazwischen liegen Strecken abgetragen, so ergeben ihre Summen die 29. Dieses Fähigkeit die Mitte zu strukturieren ist aber nur eine ihrer mathematischen Eigenschaften, denn die 29 zugleich die erste Primzahl, die die Summe dreier Quadratzahlen darstellt: 2² + 3² 2 + 4 ² = 29  Der röm- ische Dichter Horaz, der in seinen Versen immer eine komplexe Zahlensymbolik verbarg, räumte wohl auch aus diesem Grund der 29 eine so herausragende Bedeutung ein und spricht ihr damit den Ausdruck einer höchsten göttlichen Seinswirklichkeit zu.

Die göttliche Zahl 29

David hatte sich geprüft und einen Weg gefunden, sich seiner verantwortungsvollen Aufgabe zu stellen. Kein jüdischer Feiertag dürfte diesen Aspekt der Prüfung besser verkörpern als der Feiertag Jom Kippur. Die Vergebung steht zu Jom Kippur im Mittelpunkt , doch der zweite Aspekt ist die Pflicht zur Selbstprüfung und der Entschlossenheit, es besser zu machen, um die Fehler der Vergangenheit nicht zu wiederholen. Aber gerade zu dieser Zeit war das Schicksal eines gestürzten Riesen am Horizont sichtbar, dort wo auch seine Heimatstadt Stadt Gat lag. Hier stürzte jener Riese hinter den Horizont, von dem die Legende erzählt, dass er zahlreichen jungen Kriegern neben dem Kampf mit dem Schwert auch den Kampf mit der Steinschleuder gelehrt hatte. In der Stellung des stürz- enden Riesen war Orion während des Jom Kippur Festes am Morgen kurz vor Sonnen- aufgang zu sehen. In dieser Position war es für David wohl kein Kunststück ihn zu Fall zu bringen.

Sicht von Jerusalm: Der Sturz Goliaths

Gemäß der biblischen Erzählung machte der Sieg David zum ersten bedeutenden König über Juda und Israel. Doch aus Sicht der Forschung wird dies bis heute angezweifelt. Von einem Großreich Israel kann auf Grund fehlender archäologischer Nachweise und den fehlenden Erwähnungen in den Aufzeichnungen benachbarter Reiche keine Rede sein. Auch von David ist bislang nur ein einziger Namenshinweis aus einem Siedlungshügel im Norden Israels bekannt. Doch der Name war zu dieser Zeit weit verbreitet und deutet keinesfalls auf die biblische Gestalt hin. Ist der Mythos Goliaths also  ein weiterer Hinweis auf einen konstruierten Geschichtsverlauf, dessen Hintergrund in Wahrheit eine Sternen-legende ist? Aber wenn Goliath durch Orion verkörpert wurde, wer war dann David? Gemäß den Überlieferungen war sein Vater Isais, über den kaum etwas erzählt wird und dessen Herkunft im Dunkeln liegt. Auf Grund des von ihm begründeten Stammbaumes erhielt David später in der christlichen Lehre auch den Beinamen  `Blüte aus der Wurzel Isais´. Wenn sich aber Goliath aus einer Sternenlegende entwickelte, so dürfte dies bei David wohl ganz ähnlich sein. Ist Goliath/Orion am Horizont verschwunden, so strahlt der ihm folgende Sirius noch immer und der bietet dann die Erklärung für den Sieger mit der Steinschleuder.

Bilder:Wikipedia/ Der Hebräer David präsentiert den Kopf des Philisters Goliath (Gustave Doré), 1832-1883 / Höhlen bei Qumran, Grauesel / Grafik Zahl 29, http://www.decemsys.de/horaz/carmen-saeculare/cs5-tb.htm; Simulation, Stellarium

Venus und Jesus

Außenansicht von Südosten: große graue Kuppel über dem Grab (Rotunde)

Mehrere spätantike Schriftsteller, wie der Bischof Ambrosius von Mailand und Eusebius, berichten von der Jerusalem Reise Helena, der Mutter Kaiser Konstantins. Sie war vermutlich 76 Jahre alt als sie nach Palästina aufbrach und dort im Jahr 325, zusammen mit ihrem Gefolge, das Grab Jesu sowie das heilige Kreuz gefunden haben soll. Der Fund der Kreuzreliquen erfolgte in einer Felsenkammer unterhalb eines Tempels der Venus, der Stammmutter der Römer. Ein Jahr später wurde von ihrem Sohn der Bau einer Basilika in Auftrag gegeben, die das alte römische Heiligtum ersetzten sollte. Sie wurde genau über der Stelle des Grabes errichtet und am 13. September 335 geweiht. Im Gundriss liegt das Grab nun innerhalb einer nach Westen ausgerichteten Ädikula, während der Haupteingang der Basilika nach Osten weist. Schon bald wurde das Fest der Kreuzauffindung an jedem 14. September eines Jahres gefeiert. Wie sorgfältig auch in diesem Fall die Geschichte geplant wurde, zeigen die beiden Zahlen 335 und die 14.Die Zahl 335 ist das Produkt der Zahlen 5 und 67. Dabei weist die 5 auf den Menschensohn, aber auch die 67. In der 67 spiegelt sich nicht nur die Figur des Kreuzes, sondern auch das Leben von Jesus. Die Teile des Kreuzes setzen sich in der Figur jeweils aus 17 Punkten und 16 Längen zusammen, sowie aus 18 Punkten und 16 Längen.

Streckenmodell Zahl 67 (Tetrakys)

Punkte und Längen addiert ergeben so die Zahlen 33 und 34. Mit der 33 wird hier auf die Lebenszeit und mit der 34 auf die anschließende Himmelfahrt verwiesen. Dabei steht hier die Himmelfahrt in enger Beziehung zu Gericht und Neubeginn, denn die 34 ist auch ein Produkt von 2 und der 17 . So wird in (1. Mose 7.11) die Flut als das Gericht erwähnt die am 17. Tag des Monats losbrach und in (1. Mose 8.4) wird der Neubeginn nach der Flut beschrieben. Sie begann an einem 17. des Monats, denn zu diesem Zeitpunkt strandete laut den Überlieferungen die Arche auf dem Ararat. Wie die 17, so verweist auch die 14 auf einen Aspekt der biblischen Chronologie, denn sie entspricht dem Lautwert David im hebräischen Alphabet. Er wird im 1. Buch der Könige ja als der erste bedeutende König von Juda und Judäa genannt und gilt auch als Verfasser zahlreicher Psalmen. Die 14 ist eine Verdopplung der in vielen Kulturen als heilig geltenden zahl 7. Zudem kann sie auch als Relikt der älteren Mondmythologie gesehen werden. So spricht die Mondastrologie von 28 Mondhäusern, wobei 14 Tage die Zeitdauer vom Neu- bis zum Vollmond entsprechen.

Venus und Adonis, Tizian 1554

Beim Bau der Kirche scheint die Legende der Venus eine wichtige Rolle gespielt zu haben. Die griechische Aphrodite wurde von den Römern in Gestalt der als Venus adaptiert. Wie in der griechischen Mythologie war sie die Göttin der Liebe , der Schönheit , aber auch der sinnlichen Begierde. Das Fest der Venus, die Veneralia waren in der römischen Religion das Fest zu Ehren von Venus Verticordia, der Lenkerin der Herzen. Wie das Bild der griechischen Göttin, wurde auch die Legende ihres Geliebten Adonis von den Römern übernommen. In der griechischen Mythologie ist Adonis die männ- liche Entsprechung für die Schönheit und der Vegetation und einer der Geliebten der Aphrodite. Sein Name leitet sich aus dem nordwestsemitischen Wort Adon, der Herr ab. Das beliebte Motiv des schönen Mannes soll ursprünglich von einer phrygischen Vegetationsgottheit abstammen, deren Legende rund um das Mittelmeer verbreitet war. Da er so schön war, verliebte sich Venus in ihn. Doch als er zu einem jungen Mann heran-gewachsen war, wurde er von einem Eber getötet in den sich der rachsüchtige Mars verwandelt hatte. Untröstlich über den Verlust ihres Geliebten, lässt Venus aus dem Blut ihres Geliebten eine Blume wachsen, das Adonisröschen. Von nun an musste der Jüngling einen Teil des Jahres in der Unterwelt verbringen. Die Verehrung des Adonis weist in mancher Hinsicht Ähnlichkeiten mit der späteren Verehrung von Jesus auf. Adonis stirbt als irdische Gestalt und wird, wie auch der ägyptische Osiris wieder zum Leben erweckt. So berichtet eine syrische Quelle über das Adonisfest in Byblos: `Zunächst wird der Tod des Adonis beklagt, und man opfert ihn als einem Toten. Aber am anderen Tag erzählen seine Anhänger, er lebe.´ Auch der christliche Schriftsteller Horigenes berichtet im 2. Jahr- hundert über die Adonisfeiern: `Sie feiern jährlich Zeremonien, am ersten Tag beweinen sie in als Toten, am nächsten Tag freuen sie sich weil er von den Toten auferstanden ist.`

Ausrichtung der Grabeskirche Jerusalem

Die Ausrichtung der Kirche lässt jedoch nichts mehr vom beschriebenen Venuskult erkennen. Mit ihren Richtungen stellt sie einen Spiegel unterschiedlicher Kulturen dar. So ist die Grotte auf das jährliche Ceresfest der Römer und dem Geburtstag Konstantins ausgerichtet und die Kirche der Kreuzfahrer auf den Gedenktag der Enthauptung des Johannes.

Bilder: Wikipedia/ Außenansicht von Südosten: große graue Kuppel über dem Grab (Rotunde), kleine graue Kuppel über dem Katholikon, Berthold Werner / Streckenmodell Zahl 67,http://www.decemsys.de/system/zahlen/67.htm/ Venus and Adonis von Tizian / Simulation, sunearthtools

Der Tempelberg – als Gott eine Frau war

Tempelberg Luftbild

Salomos Code sollte zeigen, dass nach den biblischen Maßen der Tempel Salomos nicht gebaut werden konnte. Viel mehr stellten die Maße das verschlüsselte Zahlenmodell eines neuen Glaubens dar. Sicher geschah dies in einer Umbruchsphase und Konsolidierung einzelner Stämme im Siedlungsgebiet Palästinas. Doch was war der Tempelberg, der heute von Juden und Moslems gleichermaßen beansprucht wird. War dieser Ort wo der 2. Tempel und am Ende der herodianische Tempel stand, wenigstens das Bauwerk in dem sich die neue Lehre der Israeliten manifestierte? Herodes, der damalige Herrscher und Erbauer des letzten 2. Tempels war ein römischer Klinetelfürst, also ein abhängiger Herr- scher des mächtigen römischen Imperiums. Bereits das Plateau auf dem er errichtet wurde und die daraus resultierenden zahlreichen Rekonstruktionsversuche lassen seine monumentale Wirkung erahnen. Die antiken Bewohner, sowie die Besucher Jerusalems muss damals das Bauwerk in Staunen versetzt haben. Doch schriftliche Zeugnisse die das Bauwerk beschreiben, gibt es aus dem religiösen Umfeld. So steht im Markus-evangelium MK13.1/2, der Ankündigung der Tempelzerstörung: `Als Jesus den Tempel verließ, sagte einer von seinen Jüngern zu ihm: Meister, sieh, was für Steine und was für Bauten!Jesus sagte zu ihm: Siehst du diese großen Bauten? Kein Stein wird auf dem andern bleiben, alles wird niedergerissen.´ Auch die rabbinische Literatur berichtet über dieses Bauwerk. Dort steht: (bSukka 51a) `Wer den Bau des Herodes nicht gesehen hat , hat nie ein prachtvolleres Gebäude gesehen´. Einer der wichtigsten Zeitzeugen war der römisch-jüdische Geschichtsschreiber Flavius Josephus. Er spricht von einem Bau spricht der jede Erwartung übertroffen hat. Mit richtigem Namen hieß Joseph ben Mathitjahu und war der Sohn einer angesehenen priesterlich-königlichen Familie aus Jerusalem. Während des Jüdischen Aufstandes gegen Rom in den Jahren von 66 bis 70 war Josephus zunächst jüdischer Militärkommandeur in Galiläa und mit den Befest-igungen im Raum Galiläa betraut. Während der Belagerung Jerusalems diente er den Römern als Dolmetscher. Dabei versuchte er vergeblich den Tempel des Herodes zu schonen und zwischen den verfeindeten Parteien zu vermitteln. Alle Anstrengungen nutzten jedoch nichts und Jerusalem wurde im Jahr 70 von römischen Truppen unter dem Kommando von Vespasians Sohn Titus erobert. Anschließend soll de Tempel zerstört worden sein.

Tempelberg zu Herodes’ Zeiten

Auch über die Innere des Tempels berichten nur Texte der Bibel oder der Thora. So wird noch über den salomonischen Tempel berichtet, dass in seinem Allerheiligsten unter den Flügeln zweier großer Kerubim die Bundeslade stand. Im Hauptraum, dessen Wände mit Zedernholz verkleidet waren, stand der Räucheraltar. Eine ähnlichen Aufbau soll der herodianische Tempel besessen haben, wobei die Frage eines dort aufgestellten Gottes-bildes unter Wissenschaftlern bis heute umstritten ist. Im Vergleich zu den Texten spricht die schiefwinklige Geometrie der Anlage jedoch eine völlig andere Sprache. Sie entspricht ganz der Geometrie mit der römische Kastelle oder Städte angelegt wurden. Auch sie wurden keinesfalls rechtwinklig errichtet, sondern ihre Fluchtrichtungen bezogen sich auf Sonnenaufgänge oder Sternsichtungen zu wichtigen Götterfeiertagen. So zeigt die Richtung der südlichen Begrenzung, die heutige Klagemauer auf den Sonnenaufgang während des römischen Ceresfestes. Auch die Ausrichtung des Tempels ist von einem weiblichen Götterkult bestimmt, denn dessen Achse weist auf den Sonnenaufgang am Beginn der Ludi Megalensis, dem Fest zu Ehren der Magna Mater. Auch die östliche nach Norden weisende Mauer ist nicht nach freiem Ermessen gebaut wurden, denn sie weist auf die erste Sicht des Polarsternes am 1. Tag des Jahres hin. Auch die östliche Mauer  des Tempelberges ist ganz der römischen Tradition verpflichtet und weist auf die Sicht des Altair am 1.April. An diesem Tag feierte Rom mit den Venerailien den Geburttstag der Venus. Alle Daten wären in einem vom Mond bestimmten jüdischen Kalender so nicht möglich gewesen.

Ausrichtung des Tempelberges

Die römische Göttin Ceres ist eine alte italische Göttin. Die Römer verehrten sie als Herrin der Erdkräfte, des Wachstums und Reifens. Ceres,war die Tochter des Saturnus und der Ops. Mit dem obersten Gott Jupiter zwei Kinder, Proserpina und einen Jungen. Die Namen und Attribute der Ii gesamten Mittelmeerraum wurden zahlreiche Göttinnen verehrt, die alle verschiedene Aspekte des Weiblichen verkörperten. Sie waren einerseits Jungfrau und Beschützerin der Jungfräulichkeit, andererseits aber auch Mutter und Symbol der Fruchtbarkeit. So verkörperte Kybele die Fruchtbarkeit der Natur und vereinigt als Jungfrau, Braut und Mutter Die griechische Demeter wurde von Römern adaptiert und wandelte sich zur Göttin Ceres. Die Babylonier verehrten Ischtar/ Astarte, die bei den Kaananitern, Philistern und Juden als Aschera lange vor Jahwe verehrt wurde. Doch nicht nur die Geometrie verweist hier auf einen Cereskult auf dem Tempelberg, auch Andeutungen die Jesus zugeschrieben werden zeigen in die gleiche Richtung. In einer Rede nennt er Herodes Antipas, den Sohn des Herodes, einen Fuchs. Eine Deutung für diesen Vergleich konnte bis heute nicht gefunden werden. Doch der Fuchs ist ein heiliges Tier jener Getreidegöttin Ceres . Noch bis in die 30-er Jahre gab es den besonders in Deutschland und Frankreich verbreiteten Brauch des Kornfuchses. Im Volksglaube saß er als letzte Garbe auf dem Feld. Bereits in frühen Kulturen stand der Fuchs durch seine Höhlen in Verbindung zu Erd- und Totengöttinnen. Innerhalb der mythologischen Entwick- lung entstand so auch die Vorstellung eines Kreislaufes Sexualität, Leben und dem Tod. Der Verweis auf den Fuchs kann also auch als Hinweis auf die Ceres- und Magna Mater Verehrung des römischen Klinetelkönigs Herodes verstanden werden.Damit wäre der Tempelberg einst das Heiligtum einer Fruchtbarkeits- und Getreidegöttin gewesen. Auch der Beiname Jerusalems, Tochter Zion, verweist auf eine Tradition, in der Stadtgöttinnen über die Städte des Orients herrschten.

Statue der fruchttragenden Ceres (Louvre, Paris)

Fotos: Wikipedia / Luftbild; Southern aerial view of the Temple Mount, Al-Aqsa Mosque , Andrew Shiva / Tempelberg zu Herodes’ Zeiten. Modell im Israel Museum, Jerusalem., Berthold Werner / Statue der fruchttragenden Ceres (Louvre, Paris), Unbekannt – ChrisO (2004); AnonMoos / Simulation Stellarium, Sunearthtools

Der Code des Salomo – Teil 2

Rekonstruktionsversuch des salomonischen Tempels

Salomonischer Tempel mit dem ehernen Meer (entspricht nicht den Maßen der Bibel)

Das Volumen von Salomos Tempels lässt sich aus den in der Bibel angegebenen  Maßen von 60Ellen Länge x 20Ellen Breite x 30Ellen Höhe errechnen. Dieser Quader entspricht einem Volumen von 36000 Kubilkellen. Die 36 ist eine mathematisch äußerst interessante Zahl, denn sie entspricht der Summe der ersten 8 Zahlen und verweist damit auch auf die in der Chronologie erwähnte zahl 480. Nach der 1 ist die 36 die erste Dreieckszahl die gleich-zeitig auch eine Quadratzahl darstellt. Auf das Volumen verweist die 36 bei der Addition der ersten drei Kubikzahlen von 1,2,3.Ihre vielfältige Eigenschaften lassen auch die Gründe verstehen, weshalb sie auch zur Zahl des Vollkreises wurde, der heute Orien-tierung von Raum und Zeit verbindet. Historiker sehen die Gründe auch im Sexagesi- malsystem, dem babylonischen Zählsystem verborgen. Dabei führen sie zwei Gesichts-punkte an, die Kalenderrechnung, die das Jahr in 12 Monate zu 30 Tagen einteilte und eine Zählweise mit Hilfe der Fingergliedmaßen.

Die Zahl 36 setzt sich aus Lamed (Zahlenwert 30) und Waw (Zahlenwert 6) zu- sammen

Die Zahl 36 fand ihren Niederschlag in der Legende der 36 Gerechten (hebräisch: lamed-waw zadikim). Sie besagt, dass es auf der Erde stets sechsunddreißig Gerechte geben wird, um derentwillen Gott sie trotz der Sündhaftigkeit der Menschen nicht unter- gehen lässt. Diese 36 sind als namenlos geschildert und können allen Ständen oder Berufen angehören. Doch ohne ihre selbstlos erbrachten Werke wäre die Erde längst zerstört worden. Sobald aber einer von ihnen stirbt, wird ein weiterer Gerechter geboren, so die Legende, der die bestehende Lücke ausfüllen wird. Eine weitere Querbeziehung der Zahl 36 zur Zeit vor dem Bau des Tempels findet sich auch in den 18 Kapiteln des 4. Buches Mose, denn hier wird der Weg durch die Wüste, der Selbstfindung beschrieben, der schließlich in diesem symbolischen Bauwerk mündete. Eine Zerlegung der 36 in die Faktoren 3 und 12 verweist bereits auf die Botschaft des Neuen Testamentes, wo 12 Apostel in die Welt gesandt werden um den Glauben zu verkünden. Diese Apostel schaffen die Grundlage der späteren Kirche, der Eklesia. Auch hier gibt der Zahlencode 36 bereits einen Ausblick auf das Kommende. Lea ist die erste Ehefrau des Patriarchen Jakob und Mutter von 6 Söhnen die als Stammväter der 12 Söhne Israels gelten. Der Name Lea hat den Zahlenwert 36 (Zahlencode 30_1_5)und entspricht damit auch der späteren Eklesia.

Lea mit ihren Kindern, G.B.Tiepolo, Patriarchenpalast, Udine

Leben und Tod sind in der Antike eng mit einander verbunden. Deshalb waren Frucht-barkeitsgöttinnen oft auch Schlachten- oder Totengöttinnen. Auch bei der 36 zeigen sich diese gegensätzlichen Aspekte. Im Alten Testament hat das hebräische Wort Fluch den Zahlenwert 36 (Zahlencode 1_30_5). Im Neuen Testament tritt an diese Stelle das Wort Satan, das 36 mal erwähnt wird. Die alles entscheidende Frage, die hilft die Bedeutung der 36 schlussendlich zu klären, wird im 1.Buch Mose gestellt. (1. Mose 3.9)  Dort wird von der Frage berichtet, die Gott jedem Menschen stellt. `Und Jahwe Gott rief den Menschen und sprach zu ihm: Wo bist du?´ Diese Frage `Wo bist du´ hat in der hebräischen Sprache den Totalwert 36. Damit wird das Volumen von Salomos Tempel zu einem ideellen Raum der einen Bund ermöglicht, bei dem aber jeder Mensch für sich diese alles entscheidende Frage beantworten muss.

Auch die Oberfläche des Tempels verweist wieder auf die in der 36 enthaltene 6. So haben die beiden Seiten jeweils eine Fläche von 1800Quadratellen, das Dach 1200 Quadratellen , sowie Vorder- und Rückseite jeweils 600 Quadratellen. Alle Flächen addiert ergeben dann 6000 Quadratellen. Damit schafft die Oberfläche des Tempels wieder eine Brücke zur ersten vollkommenen Zahl des Zahlenstrahls. In der Bibel wird die Zahl 1000 mehrmals im Zusammenhang von Fülle und Reichtum erwähnt. Dies wird bei Regierungsantritt Salomos deutlich, wo im 1. Buch der Könige(1Kön 3:4) sein Opfer geschildert wird. `Auf dem Brandopferaltar der Stiftshütte brachte er 1000 Brandopfer dar und beschloss die Tempelweihe mit einem Dankopfer von 22 000 Ochsen und 120 000 Schafen. Eine unvorstellbare große Anzahl angesichts der dich verhältnismäßig kleinen Maße des Bauwerkes und den damals zur Verfügung steh- enden Ressourcen eines einfachen Bauernvolkes.

König Salomon (Rex Salomon). Die Reichskrone, 11. Jhd., Schatzkammer Wien

Führende Archäologen befürchten, dass durch Baumaßnahmen der muslimischen Verwaltung die letzten Reste des jüdischen Tempels bewusst vernichtet werden. Der Streit eskalierte nach dem Ausbruch des Palästinenser-Aufstandes im September 2000 und seit dem verweigern Muslime allen Juden, auch Archäologen, den Zutritt zum Tempelberg. Die irrige Annahme, dass es sich beim Tempel Salomos um ein reales Bauwerk handeln muss, führt zu einem beständigen Konflikt der in dieser Form völlig sinnlos ist. Der Code Salomos zeigt deutlich, dass sich auch in der Be- schreibung des Tempels, ebenso wie in anderen biblischen Objekten, wie der Arche oder der Bundeslade, eine reine Zahlensymbolik verbirgt, die eng mit der Chrono- logie der Bibel verbunden ist. In deren Texten wurden historische Ereignisse mit zahlreichen Legenden vermischt und wie Folien übereinander gelegt. Doch den Hintergrund all dieser symbolischen Maße bildet ein religionsphilosophisches Modell, das mit seiner mathematische Struktur einen überzeitlichen Glauben ver- mittelt. Dass die Erkenntnis des Codes friedensstiftend gedacht war, dafür steht ja auch der vermeintliche Erbauer Salomo, dessen Name sich aus dem hebräischen Wort Schalom, Frieden ableitet. Die heutige Situation kann also nur als Perversions dieses einstigen Modells betrachtet werden.

Bilder: Wikipedia/ Plan salomonischer Tempel / Modell des Salomonischen Tempels mit dem ehernen Meer / Odyssee / Lea mit ihren Kindern, G.B.Tiepolo, Patriarchenpalast, Udine , Wolfgang Sauber / König Salomon (Rex Salomon). Die Reichskrone Westdeutsch, 2. H. 10. Jahrhundert, MyName (Gryffindor)