Taranis – Jupiter Taranis – Celtic God of the Sky and Thunder  — Celtic Mythology

Taranis was the supreme god of the sky and thunder in the Celtic territories. The Romans equated Taranis to their god, Jupiter, suggesting he was the leader of deities. Devotees worshipped Taranis as a Celtic divinity in his own right or as the Romano-Celtic god, Taranis Jupiter. The cult centres of Taranis were Gaul and […]

Taranis – Jupiter Taranis – Celtic God of the Sky and Thunder  — Celtic Mythology

Der Palast des Jupiter

Rekonstruktion des Diokletianspalastes in Split, Ernest Hébrard (1912).

Der Palast in der kroatischen Stadt Split zeigt nicht nur die Nachtfülle des Kaisers Diokletion, sondern auch sein besondere Verbindung zu Jupiter. Er selbst trug den Beinamen Iovius, der so viel bedeutet wie, ein „Abkömmling des Gottes Jupiter“ zu sein. Dem in Dalmtuen geborene Gaius Aurelius Valerius Diocletianus wurde dieser Tiitel nicht in die Wiege gelegt.

Büste Diokletians im Archäologischen Museum Istanbul ,Foto G.dallorto

Laut seiner Biografie soll er aus einfachen Verhältnissen stammen und sich in der kaiserlichen Leibgarde bis an deren Sitze empor gedient haben. In dieser Stellung wurde er an 20. November 284 in Nikomedia zum römischen Kaiser ausgerufen, Innerhalb der Tetrachie, der drei Kaiserherrschaft übernahm Diokletian dann die Führung.

Er setzte eine ganze Reihe von Reformen in Gang, wie die des Münzwesen, der Verwaltung , der Steuern, oder auch der Armee.Mit der Inszenierung seiner Person als Abkömmling des obersten Gottes Jupiter setzte er eine Tradition fort die mit der Vergöttlichung Cäsars begann. Sichtbares Zeichen war das scheinbar plötzliche Auftauchen eines Kometen während seines Begräbnisses, das zu einem göttlichen Ereignis stilisiert und als Aufnahme zu den Göttern interpretiert wurde. (s. Artikel in Q`Phaze 50 / Das Schauspiel des Haarsterns)

Damit war der Titel divus Iulius geboren und auch sein Adoptivsohn Octavia­nus erhielt anschließend das Recht sich divi Iulii filius zu nennen. So hatte auch er den Rang einer göttlichen Abstammung, was mit besonderen Ehrungen verbunden war. Diese Aura der Vergöttlichung erforderte auch eine Veränderung seiner Biografie, wozu Autoren wie Iulius Marathus, oder auch ,Ci­cero mit ihrem Erfindungsreichtum tatkräftig mithalfen

Diokletian und der schützende Jupiter, staatl. Münzsammlung München

Währen im Westen des Römischen Reiches die sakrale Verherrlichung noch etwas zurückhaltender war, wurde sie in den Ostprovinzen des Reiches offen zur Schau getragen. Dort gab es Augustus und der Stadtgöttin Roma gewehte Altäre in Pergamon, Nikomedia, Athen, oder auch Halikarnassos.

Die dadurch erfolgte Gleichstellung mit seinen Vorgängern diente auch der Festigung des Kultes um Augustus, dem in zahlreichen Inschriften eine göttlichen Macht zugesprochen wurde. Dies war aber kein Selbstzweck, sondern sollte als identitätstiftender Kult die Einheit des Reiches sichern.

Auch der ab 295 in Nähe seines Geburtsortes Dioclea in der heutigen Stadt Spilt erbauter Altersruhesitz Diokletians strahlt mit seiner Symbolik diese Aura göttlicher Abkunft aus. Die auf den ersten Blick rechtwinklige Ablage hat jeweils 6 Türme auf drei Seiten und verweist mit der damaligen, dem Planeten Jupiter zugeordnet Zahl auf den obersten Gott.

Der Palast des Diokletian. Die Sonnenichtung und die Verbindung mit Jupiter

Auch der Grundriss der Anlage verweist auf den Planetengott, denn er öffnet sich mit 2° in Richtung Südwesten. Dies führt aber nicht nur im Innern zu einer sich verjüngenden Perspektive der Hauptachse, sondern verweist damit auch auf den 180-sten Teil des Vollkreises und damit auf die Zahl 18.

Im kosmologischen Deutungssystem der Tetraktys steht die 18 für die Grundform des Dreieckes mit 9 Punkten und 9 Linien. Damit verweist die Figur auch auf Kapitolinische Trias und damit wieder indirekt wieder auf die Abstammung Diokletians. Neben dem gematrischen Code offenbart aber auch die Ausrichtung der Anlage eine Verbindung mit Jupiter. Es ist ein Bawer,k das auch als Palast des Jupiter bezeichnet werden könnte.

Bilder: Zeichnung zur Rekonstruktion des Diokletianspalastes in Split (Kroatien), von Ernest Hébrard (1912).Ernest Hébrard, Gemeinfrei /Büste Diokletians im Archäologischen Museum Istanbul ,Foto G.dallorto , AttributionDiokletian und der schützende Jupiter, staatl. Münzsammlung MünchenDer Palast des Diokletian. Sonnenichtung und Verbindung mit dem Adler

Mythos Bethlehem Teil 1

Der Stern von Bethlehem

Conrad von Soest: Die Geburt Christi, 1404

Im 2. Kapitel des Lukasevangeliums wird die Geburt Jesu und deren Begleitumstände geschildert. In der Erzählung wird der Ort Bethlehem genannt, der bereits im Alten Testament mehrmals eine wichtige Rolle gespielt hatte. Lukas schildert wie ein Engel zu den Hirten auf dem Feld kam und ihnen die Botschaft von der Geburt verkündete. Nachdem er ihnen den Weg in die Stadt Davids gewiesen hatte, fingen sie dort hin und trafen dort auf ein Kind, das in Windeln gewickelt, in einer Kuppe lag. Doch der Ursprung des Stadtnamens Bethlehem ist vieldeutig. Allgemein wird die hebräische Bezeichnung `bêt læḥæm´, das `Haus des Brotes´ hier angeführt. Im übertragen Sinn wäre hier also das Brot als geistige Nahrung zu sehen, deren Ursprung dann in Gestalt des Kindes in dem Ort zu finden war. Brot, das wahrscheinlich im Vorderen Orient erfunden wurde, kommt hier eine ganz besondere Bedeutung zu. Es entsteht durch menschliche Arbeit, denn durch sie wird Korn mit Hilfe von Sonne, Wasser und Erde in ein Nahrungsmittel verwandelt und galt deshalb zu dieser Zeit auch als gesegnetes Gut. Diese Verwandlung einer Kornähre machte das Bot im Altertum auch zum Sinnbild der Verwandlung. Doch der Ortsname kann auch anders gedeutet werden, denn læḥæm kann ebenso auf die Wortwurzel l-ḥ-m. zurückgeführt werden, die kämpfen bedeutet. Damit wäre Bethlehem auch das Haus des Kampfes gewesen. Auch dies wäre ein Sinnbild des Glaubens, denn jeder neue Gedanke bedarf eines Kampfes um sich durchzusetzen. Einen Hinweis für diese Interpretation bieten die zwischen dem 14.und 13. Jhd. BC, zur Zeit des Pharaos Echnaton, entstanden Amarna Briefe. Auf einer der zahlreichen Tontafeln beklagt der Herrscher in Jerusalem, dass der Ort bet nin.ib von ihm angefallen sei. Diese Schreibweise deutet hier auf einen Ort des „Herrn der Erde“ und die Bezeichnung könnte auf den sumerischen Kriegs- und Vegetationsgott, Ninurta hindeuten.

Ninurta kämpft mit einem Vogelungeheuer Foto Hedning

Seine Symbole sind der Bogen, die sprechende Doppellöwenkopfkeule `Šarur´ und der Löwe, auf dem er stehend abgebildet wurde. Oft wurde er auch im Kampf mit dem Vogeldämon Anzu dargestellt, oder aber in Siegerpose auf einem Bergrücken. Mit dieser Symbolik diente Ninurta so als Vorbild verschiedener Herrscherdarstellungen. Seine Identifizierung mit einem Gestirn, oder eine Sterne- konstellation ist dagegen ebenso zweideutig wie der Name Bethlehems. In Texten erscheint es, dass er mit dem Planet Saturn assoziiert wurde, der in der griechischen Mythologie dem Titanen Kronos ent- spricht. Doch die Abstammung Ninurtas spricht nicht dafür, denn sein Vater soll der akkadische Gott des Windes, Enlil gewesen sein. Doch Enlil wurde schon früh mit dem späteren griechischen Sternbild Boötes assoziiert, so dass die Abstammung des Planeten aus einem Sternbild unlogisch erscheint. Ninurta wird als Riese, mit über- menschlichen Kräften beschrieben und die stellte er bei seinem Kampf gegen den Stiermenschen und dem sechsköpfigen Widder unter Beweis, in dem, er beide erschlug, Wie viele Gottheiten in der Vergangenheit, so  war auch Ninurta wandlungsfähig, denn in babylonischer Zeit verschmolz sein Bild mit dem Stadtgott Marduk. Der babylonische Stadtgott, dessen Kult über mehrere Jahrhunderte hinweg andauerte, verkörperte sich dann aber im Planeten Jupiter. Was, außer einem dürftigen Hinweis auf Jahrtausende alten Tontafeln könnte dann die Bedeutung Bethlehems herbeigeführt haben? Die Erklärung bilden biblische Texte, die nicht nur eine perfekte gematrische Konstruktion von Texten darstellen, sondern auch eine ebenso symbolisch bedeutsamem Landkarte. Deren Bilder zeigen nun den Übergang von der alten zur neuen Religion. Betrachtet man nun den Ort Bethlehem vom Tempelberg aus, hat auch die Beschreibung im Lukas- evangelium einen Bezug.

.Southern aerial view of the Temple Mount Foto Andrew Shiva 

So heißt der Berg mit dem riesigem, unter der Regentschaft des Herodes entstanden Plateau, im Hebräischen `har habait´ `Berg des Hauses Gottes´ . Auch im Islam, wird der Berg als edelstes Heiligtum angesehen, denn von hier aus soll der Prophet auf seinem Pferd in den Himmel geritten sein. Tatsächlich entsteht von hier aus auch ein Bezug zu Saturn und auch zu  Großen Konjunktion, dem Zusammentreffen von Jupiter und Saturn. Diese Konjunktion gilt in der Forschung ja als eine der möglichen Erscheinungsfomen des Sternes von Bethlehem. Sie ist auch als wahrscheinlichste anzusehen, denn vom Tempelbeg aus war er Untergang zur vermuteten Geburt von Jesus über dem Ort des Brotes, oder auch dem Ort Ninurtas/Saturn zu sehen. Damit war die Erscheinung ein sichtbarer Hinweis für die Geburt des Neuen und zeigte zugleich den Untergang der Alten Götter.

Die Große Konjunktion – Untergang über Bethlehem,eigen

 

Gastmahl der Sterne

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Bilder: Wikipedia / Conrad von Soest: Die Geburt Christi, 1404. Gemeinfrei / Ninurta kämpft mit einem Vogelungeheuer, wahrscheinlich Anzu oder Azag, Foto Hedning to Swedish Wikipedia, Gemeinfrei / .Southern aerial view of the Temple Mount Foto Andrew Shiva , CC BY-SA 4.0 / Die Große Konjunktion – Untergang über Bethlehem,eigen, opentopomap, stellarium,

 

The solar year ends and starts with a great conjunction — The Renaissance Mathematicus

Today is the winter solstice, which as I have explained on various occasions, in the past, is for me the natural New Year’s Eve/New Year’s Day rather than the arbitrary 31 December/1 January. Obligatory Stonehenge winter solstice image Today in also the occurrence of a so-called great conjunction in astronomy/astrology, which is when, viewed from […]

The solar year ends and starts with a great conjunction — The Renaissance Mathematicus

Der Tempel und der Löwe Judas

relief of the Emblem of Jerusalem, Fotoשלמה – שלמה

Im Hebräischen steht das Wort Arjeh für den Löwen. Doch mit einer minimalen Ver- änderung der Vokale, sowie der Silbentrennung, ergibt das Wort or-jah die Bedeutung `das Licht des Herrn. Damit verbindet die Symbolik des Löwen die Sonne mit der göttlichen Macht. Auf die Sonne verweist nicht nur seine Lage im Zodiak, sondern auch die Mähne des männlichen Löwen. Sie sind ebenso ein Sinnbild der Sonnenstrahlen, wie sein goldbraune Fell. Sein astrologisches Zeichen steht für die heiße Jahreszeit, denn in dieser Zeit wandert die Sonne durch das Sternbild des Zodiaks. Auf seine astronomische , wie auch astrologische Bedeutung ging der griechische Naturforscher Claudius Ptolemäus In seinem im 2. Jhd.n. Chr. entstanden Buch Tetrabiblos ausführlich ein. In seinem Werk zeigt er, ganz in der Tradition der babylonischer Himmelskunde, dass die Stellung der Himmelskörper eben nicht nur reine Naturerscheinungen sind, sondern ihre Stellung zueinander mehr als nur Ebbe und Flut hervorrufen. Er sah in den Kräften der Himmelskörpern auch die Gründe der unterschiedlichen Charaktereigen-schaften und diese Kräfte ermöglichten auch die Vorhersagen zukünftiger Ereignisse. Im Orient galt de Löwe als traditionelles Herrschaftszeichen und mit ihm beginnt auch die Geschichte des Stammes Juda.

Jakob segnet seine Söhne (Buchmalerei von François Maitre, 1475 bis 1480)

Die Übertragung der Löwensymbolik beginnt mit den Segensspüchen des Patriarchen Jakob, den er seinen 12 Söhnen gab. Doch nur seinen 4. Sohn Juda bezeichnet er darin als jungen Löwen. Während einer Rede prophezeite er seinem Stamm eine ewige Herrschaft, in der auch der lange erwartete Erlöser erscheinen wird. Zu seiner hervorgehoben Rolle in der weiteren Geschichte passt auch der Name, der in der alttestamenterarisch Sicht von Verb preisen abgeleitet wird. (Gen.49.8-10) Der Segensspruch Jakobs hebt sich durch seine Länge, die positive Prophezeiung und auch durch das Motiv des Löwen von allen anderen ab. Dieser Löwe Judas soll auch den Charakter des letzten Tempels auf dem Tempelberg geprägt haben. Laut er ersten größeren Niederschrift der bis dahin mündlich überlieferten Tora, war die Breite des Heiligtums im Vergleich zum zentralen Raum selbst auffällig laut. Der Text weist hier auf den Vergleich mit einem ruhenden Löwen hin, de vorne breit und hinten schmäler ist. Dieses von Autoren als auffällig hoch beschriebe Eingangsportal war auch die einzige Lichtquelle des Tempels.Er ist ein Werk das unter dem König Herodes dem Großen entstand, der 21 v. Chr, mit der kompletten Umgestaltung des Tempelberges begann. Er wurde zugleich auch sein anspruchsvollstes Bauwerk, dessen Vollendung er aber selbst nicht mehr erleben durfte.

Der Tempelplatz mit äußeren Umfassungsmauer im Holyland-Modell (Blick von Osten) Foto FOTLbill.

Der Löwe und der Tempel des Herodes, am Abend des römisches Festes epulis Jovis

Khafre complex,Grafik HoremWeb – der gebaute Löwe in Gizeh

Auf Grund der Zerstörung des Tempels während römisch-jüdischen Krieges und der heutigen Situation auf dem Tempelberg, können Rekon-struktionen in Gestalt von Modellen nur auf 2 schriftliche Quellen zurückgreifen. Sie bestehen aus den Schriften des Flavius Josephus und seiner Beschreibung des jüdischen Krieges, sowie der 130 Jahre später entstandenen Mischna. Sie beschreiben das bereits erwähnte, überhöhte Eingangsportal im Osten durch das man über eine Doppeltür das Heiligtum betrat. Dort befand sich im vorderen Teil die Menora, der Räucheraltar und der Schaubrottisch. In dem nach diesen Quellen entstandenem Plan der Tempelanlage zeigt sich In der Baustruktur dann auch die Vorstellung ruhenden Löwen. Doch hier erscheint er als Abbild des himmlischen Löwen, der sinnbildlich am Abend des Äquinoktiums der am nächsten Tag aufgehenden Sonne entgegen schreitet. Zugleich vereint er hier aber auch die jüdische mit de römiche Kultur, denn so war die Sict des Löwen am Morgen des römischen Jupiterfestes epulis Jovis. Doch damit wird hier auch ein Motiv aufge-griffen, dass ganz ähnlich, bei der Sphinx und dem Tempel auf dem Gizeh-Plateau zu sehen ist. Herodes de nach einem Angriff der Parther nach Rom fliehen musste, galt dort als König ohne Land. Nur mit römischer Hilfe gelang es ihm das Land wieder zu erobern und die in Jerusalem regierende Familie der Hasmonäer zu ver- treiben. Mehr als 3 Jahrzehnte blieb er als römischer Klientelkönig dort an der Macht. Mit einem gewaltigen Bauprogramm, zu dem auch die Planstadt Caesarea Maritima, versuchte er sein An- sehen zu steigern und damit auch die Konflikte innerhalb der Bevölkerung zu befrieden. Trotz der vorherrschenden römischen Kultur stellt der Tempel eine Sonder- form dar, die sich nach den Erzählungen an der Stiftshütte orientierte. Auf- fällig sind jedoch die, im Vergleich zur riesigen Mauern des Plateaus, bescheidenen Dimens- ionen des Heiligtums. So drängt sich, ähnlich wie bei den Beschreibungen der Arche Noah oder auch der Bundeslade der Gedanke auf, dass mit den in den Erzählungen erwähnten Maßen. kein Gegenstand beschrieben wurde, sondern eine geistige Botschaft.

Bilder: Wikipedia/ relief of the Emblem of Jerusalem, Fotoשלמה – שלמה, CC BY-SA 3.0 / Jakob segnet seine Söhne (Buchmalerei von François Maitre, 1475 bis 1480) François Maitre – http://www.mnemosyne.org/mmw/fullsize/mmw_10a11_018r_min_1.jpg 7 Der Tempelplatz mit äußeren Umfassungsmauer im Holyland-Modell (Blick von Osten) Foto FOTLbill. Gemeinfrei /Der Löwe und der Tempel des Herodes, am Abend des römisches Festes epulis Jovis, eigen., Karten wikipedia, scan Gal m Stellarium/ Khafre complex,Grafik HoremWeb – der gebaute Löwe in Gizeh

 

Römisches Weißenburg Teil 3 – die großen Thermen (Bauphase III) — Archäologie verstehen

Zitat

Um ca. 180 n. Chr. wurden die Weißenburger Thermen größer und luxuriöser wiederaufgebaut. Die neue Anlage war 65 x 42,5 Meter groß. Der neugestaltete Eingangsbereich verzichtete auf eine Säulenhalle. Stattdessen betrat man die Anlage jetzt durch eine 320 m² Sporthalle. Dahinter lag ein großer Umkleidebereich, von dem ein abgetrennter Bereich an der Westwand auch beheizbar […]

über Römisches Weißenburg Teil 3 – die großen Thermen (Bauphase III) — Archäologie verstehen

Jupiter in Halheim

Halheim Luftbild

Das Kastell Halheim liegt zwischen Ellwangen und Tannhausen. Es wurde wahrscheinlich noch während der Herrschaft Hadrians errichtet und dann bis zum Fall des Limes mit des 3. Jhd`s genutzt. Seine Erforschung begann im Jahr 1894 durch die Grabungen der Reichslimeskommission. Dabei wurde die Größe des Kastells vermessen, sowie die Lage der Türme des 80m langen und bis zu 82.5m breiten Kastells identifiziert. Auch hier weist die Lage der Anlage, wie auch die vom rechten Winkel abweichende Geometrie der Kastellmauern auf Gedankengänge, die nicht rein vom Zweckdenken bestimmt waren.

Halheim Modell

Da bei der Fläche eigentlich die Form eines Quadrates zu erwarten gewesen wäre, lohnt sich an dieser Stelle die nähere Betrachtung des rechten Winkels. Er wird auch als Winkelmaß bezeichnet und zählt zu den ältesten Symbolen der Menschheit. Deshalb nimmt er auch heute in Gedankengebäude der Freimaurerei eine zentrale Stellung ein. Die Archäologin Marie E. P. König hält ihn für `ein Ordnungssystem, das uns heute noch be- kannt ist und die Basis der zivilisatorischen Kultur bildet´. In Ägypten war das Winkelmaß Ausdruck der Gerechtigkeit. Es bildete den Thron der Götter Osiris und Thot. Sie standen beide für die Bedeutung des Winkels als Zeichen der unbedingten Gerechtigkeit. Er war aber gleichzeitig auch eine Manifestation der Gottheit in der Welt, die durch unver- änd- erlichen Gesetze bestimmt wurde. Aus diesem Grund wurde das Winkelmaß mit seiner symbolischen Bedeutung auch als einzelnes Werkzeug den Mumien der Phara- onen in Goldblech gefertigt mitgegeben. Auch in China wurde das Prinzip des Winkel- maßes verehrt. Hier wurde des als Zuordnung von Himmel und Erde gesehen. Dabei re- präsentierte der Himmel das männliche, zeugenden Prinzip und die Urmutter Erde, das weibliche, empfangende Prinzip.

Ausrichtung des Kastells,  Karte / Foto Mediatus

Heute ist der rechte Winkel nur noch bei der Maßhaltigkeit von Bedeutung. Seine symbolische Bedeutung wird nur noch innerhalb der Freimaurerei gesehen und hier zählt er mit dem Buch des Heiligen Gesetzes und dem Zirkel zu den drei Hauptsymbolen Sie bilden die drei großen Lichter der Freimaurerei..R. Fischer schreibt dazu in seinen Er-läuterungen der Katechismen der Johannis-Freimaurerei: `Das Winkelmaß ist das Symbol der Gewissenhaftigkeit, das die menschlichen Handlungen nach dem Gesetz der Recht-winkligkeit, d. h. nach Recht, Gerechtigkeit und Menschlichkeit ordnet und richtet, auf dass dieselben immer regelrecht seien und sich innerhalb der rechten Schranken der göttlichen und menschlichen Gesetze halten. Es wird angelegt an die menschlichen Handlungen auf dass sie erkannt werden als frei von Eigennutz, getrieben von innerem Drang, ohne äußeren Zwang, in voller Erkenntnis des Rechten und Pflichtmäßigen.´

Wallerstein, Ausschnitt Postkarte

Eine nähere Betrachtung zeigt, dass die Abweichung der Kastellgeometrie vom rechten Winkel zwar nur minimal ist, aber wohl keinem Messfehler zuzuschreiben ist. Auch zeigt die Lage auf der Anhöhe, sowie die Zuordnung zum nahen Limes, wie hier mythologische Überlegungen eine wesentliche Rolle bei der Planung gespielt hatten. So erfolgte die Ausrichtung in nordöstliche Richtung auf den Sonnenaufgangspunkt am 23. April, dem Tag der Vinalia Priora, zu Ehren des Jupiter und die vom rechten Winkel abweichende Richt- ung nach Südosten, auf die Letztsicht des Sternes Altair am 1. April, dem Geburtstag der Venus. Auch ab diesem Standort ist die Vermutung nicht abwegig, dass das Kastell an einem Ort errichtet wurde, der für die einheimische Bevölkerung bereits von Bedeutung war. Auffällig ist hier die Beziehung Wallerstein im Nördlinger Ries, über dem zur Wintersonnenwende der Sonnenaufgang zu sehen ist. Neuere Funde am westlichen Ortsrand von Wallerstein weisen hier auf eine Besiedlung rund um den Burgberg bereits ab der Jungsteinzeit hin. Ebenso ist vom Kastell der Sonnenuntergang am 1. August über der höchsten Erhebung des Virngrundes, dem Hornbeg bei Ellenberg zu sehen.

Statue der fruchttragenden Ceres (Louvre, Paris), Foto ChrisO

Das Kastell wurde nicht symmetrisch zur Grenzbefestigung angelegt. Es wäre nahe- liegend gewesen, denn die sich verengenden Räume zwischen Kastell und Grenzwall hinderten Angreifer daran sich bei einem Überfall daran ihre Truppen zu entfalten. So gerieten die dreiecksförmigen Räume zur Falle. Wie bei den Außenkanten des Kastells, scheint aber auch die Richtung des Grenzwalls an dieser Stelle nicht nur rein praktischen Überlegungen gefolgt zu sein, denn an dieser Stelle folgt er der Erstsicht des Sternes Vega aus dem Sternbild Leier am ersten Tag der Ludi Cereris, der Spiele zu Ehren von Ceres. Die Tochter des Saturn und der Ops, war nicht nur die Göttin des Ackerbaues und der Fruchtbarkeit, sondern zugleich auch Gesetzgeberin. Der Limes war nicht nur die Verteidigungslinie, sondern eben auch die Trennlinie zwischen unterschiedlichen Gesetz-gebungen.. Ovid schreit über den Raub der Proserpina, der Tochter der Ceres : `Die mit Efeu bekränzte Calliope beginnt, zur Leier das Lob von Ceres (griech. Demeter), der Göttin des Ackerbaus, zu singen: `Alles ist Gabe der Ceres. Singen will ich von ihr. Oh könnte ich Lieder finden, würdig der Göttin….´

Bilder: Kastell Halheim, Weltkultur-Schwäbische Alb, Kastell Halheim, Modell. Landratsamt Ostalb /Wikipedia / Das Kastell und sein nächstes Umfeld; hauptsächlich nach den Befunden der RLK, Karte / Foto Mediatus / Osiris, Bild, LOOKLEX Encyclopaedia / https:/lostdudeistastrology.wordpress.com/2017/03/17 / Statue der fruchttragenden Ceres (Louvre, Paris), Foto ChrisO

Der Herrscher des Pantheon

Das Pantheon in Rom, Foto Roberta Dragan

Für fast 1500 Jahre blieb das Pantheon in Rom der größte Kuppelbau der Welt. Der Durchmesser der Kuppel von rund 43,45m wurde erst durch die von Filippo Brunelleschi entworfene Kuppel von Cattedrale di Santa Maria del Fiore in Florenz übertroffen. Das Pantheon wurde anstelle eines noch unter Agrippa am selben Ort entstandenen Tempels errichtet und wahrscheinlich noch unter der Herrschaft Trajans begonnen. Fertiggestellt wurde der Kuppelbau dann während der Herrschaft Hadrians 128 n. Chr. Der auf dem Marsfeld errichtete Bau zählt trotz der im Mittelalter erfolgten Umwidmung in eine Kirche zu den am besten erhaltenen Bauwerken aus römischer Zeit. Er besteht im Wesentlichen aus drei Bauteilen, dem nach Norden gerichteten Pronaos, der Säulenhalle, der Rotunde und der Kuppel mit der kreisrunden Öffnung in der Mitte. Der römische Historiker Cassius Dio berichtet in seinem 80 Bände umfassenden Werk `Römische Geschichte´ auch über die Ausstattung des Innenraumes. Dabei zählt er als erstes die Statuen des Mars und der Venus auf, mit denen die Gründungslegende Roms begann. Zu diesen Statuen gesellten sich noch weitere Götterstatuen, sowie die des Caesar, der als Divus Iulius ebenso unter die Götter aufgenommen wurde. Auf Grund fehlender Hinweise im Innern, konnte aber bis heute noch nicht geklärt werden, ob der Zweck des Bauwerkes ein Tempel .oder aber ein imperialer Repräsentationsbau war.

Der Durchmesser der Erde und das Hexagramm

Bei einer näherer Betrachtung er offenbart das Pantheon aber eine ausgeklügelte Symbol-sprache die dafür eine Erklärung bietet. Die zeigt sich bereits beim Durchmesser der Kuppel, mit der sicher die Grenzen römischer Ingenieurskunst erreicht wurden. Ihre Schale besteht aus unbewehrtem Beton, einer Mischung aus Tuffstein und Bims, die auch bei vielen römischen Brücken als Fundament diente. Eine 6 m dicke Maier nimmt hier die gewaltigen Schubkräfte der Konstruktion auf. Wie die Halbkugel erwarten lässt, verweist die Form auf die Dimension der Erde. Ihr Durchmesser von 43,3m entspricht 146 2/3 pes romanus (0,2962) und damit 440/3 des Längenmaßes. Verglichen auf dem aktuell ge- messenen Erddurchmesser von 12756274m entspricht diese Länge seinem 1/294000-ten Teil und weist damit einen Fehler von 0,1% auf. Die Zahl 294 lässt sich auch als Produkt 6×49 darstellen und verweist so auf die Vollkommene zahl 6, sowie die Zahl 49. Sie erscheint im Tetraktysystern, oder auch Hexagramm genannt. Einen Einblick in dieses Denkmodell der Antike vermittelt das Portal http:/ http://www.decemsys.de. Diese geometrische Form tauchte im 8. Jhd. v. Chr in Indien auf. Das Symbol repräsentierte hier die ununt-erbrochene Vereinigung der beiden Geschlechter, die durch den Gott Shiva und der Göttin Kali verkörpert wurden. In Rom wurde das Hexagramm auch als Talismann des Saturn be- zeichnet, der Gott des Goldenen Zeitalters der Menschheit und Vater des Jupiter.

Ausrichtung des Pantheons

Wie die Maße des Pantheon auf das Maß der Erde, wie auch der Göttermythologie angestimmt waren, so geschah dies auch mit der Ausrichtung des Bauwerkes. Entgegen der landläufigen Annahme einer Ausrichtung in Nord-Südrichtung, wurde die Achse des Pantheons aber um 4° in Richtung Westen gedreht. Diese Abweichung findet ihre Er- klärung im dreidimensionalen Sonnenkalender auf der Innenwand der Rotunde. Auf ihm wandert während des Tages ein Lichtfleck, den die durch Öffnung in der Kuppel ein- fallenden Sonnenstrahlen erzeugen. Während des Winters ist er im oberen und während des Sommers im unteren Bereich der nördlichen Wandhälfte zu sehen. Dabei wandert der Lichtfleck jeden Tag durch die sogenannte Mittagslinie. Immer zu einem bestimmten Zeit- punkt scheint das Licht dann in die Vorhalle, dem Pronaos, Vollkommen mit der Lage des Gebäudes übereinstimmend geschieht dies dann am 23. April, dem Tag der Vinalia Priora, dem ersten Jupiterfest des Jahres. An diesem Tag hat die Sonne um 12 Uhr einem Azimut von 176° Grad und scheint damit in der Bauachse durch die Kuppelöffnung. Der Besucher betritt damit, im übertragenen Sinn, im Licht des Jupiter das Pantheon. In die Säulenhalle scheint sie jeweils am 17. März, dem Marsfeiertag, oder wieder im Juni, zum Feiertag der Fors Fortuna..

Bronzestatue des Jupiter (2. Jahrhundert, Passau), Foto Wolfgang Sauber

Eine weitere Erklärung bietet aber auch die Senkrechte zur Bauachse, denn sie zielt auf den Sonnenaufgang am Feiertag der Salus, der Personifikation des Wohlergehens, des Heils, der Sicherheit und der Gesundheit. Diese weibliche Gottheit wurde meist thronend mit einem Zepter in der Hand und den Attributen Schale, Schlange, oder einer Getreide- ähre dargestellt. Die Göttin wurde hauptsächlich mit dem Wohlergehen, sowie mit der Sicherheit des römischen Staates und seiner Bewohner in Verbindung gebracht. Gleiches galt während der Kaiserzeit auch für die jeweiligen Herrscher. Deshalb wurde die Göttin auch als Salus publica, oder als Salus populi Romani bezeichnet.

Göttin Salus, As-Aelia Flaccilla-antioch RIC 62, Classical Numismatic Group, Inc.

Das Pantheon zeigt also das Abbild der Erde nicht nur als idealisierte Kugelform, sondern verweist mit seinen Maßen auch auf das Wissen um ihre Gestalt. Gleichzeitig bietet der Pronaos die Möglichkeit die Weltenachse im Norden zu sehen, aber er bietet auch eine Bühne für das Lichtwunder am Tag des Jupiters. An diesem Tag ermöglichte es den Menschen das Erlebnis, im Kuppelraum vom göttlichen Licht empfangen zu werden.

Bilder: Wikipedia / Das Pantheon in Rom, Foto Roberta Dragan / Bronzestatue des Jupiter (2. Jahrhundert, Passau), Foto Wolfgang Sauber / As-Aelia Flaccilla-antioch RIC 62, Classical Numismatic Group, Inc. http:/www.cngcoins. Com / Simulation sunearthtools, googlemap