Römisches Weißenburg Teil 3 – die großen Thermen (Bauphase III) — Archäologie verstehen

Zitat

Um ca. 180 n. Chr. wurden die Weißenburger Thermen größer und luxuriöser wiederaufgebaut. Die neue Anlage war 65 x 42,5 Meter groß. Der neugestaltete Eingangsbereich verzichtete auf eine Säulenhalle. Stattdessen betrat man die Anlage jetzt durch eine 320 m² Sporthalle. Dahinter lag ein großer Umkleidebereich, von dem ein abgetrennter Bereich an der Westwand auch beheizbar […]

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Jupiter in Halheim

Halheim Luftbild

Das Kastell Halheim liegt zwischen Ellwangen und Tannhausen. Es wurde wahrscheinlich noch während der Herrschaft Hadrians errichtet und dann bis zum Fall des Limes mit des 3. Jhd`s genutzt. Seine Erforschung begann im Jahr 1894 durch die Grabungen der Reichslimeskommission. Dabei wurde die Größe des Kastells vermessen, sowie die Lage der Türme des 80m langen und bis zu 82.5m breiten Kastells identifiziert. Auch hier weist die Lage der Anlage, wie auch die vom rechten Winkel abweichende Geometrie der Kastellmauern auf Gedankengänge, die nicht rein vom Zweckdenken bestimmt waren.

Halheim Modell

Da bei der Fläche eigentlich die Form eines Quadrates zu erwarten gewesen wäre, lohnt sich an dieser Stelle die nähere Betrachtung des rechten Winkels. Er wird auch als Winkelmaß bezeichnet und zählt zu den ältesten Symbolen der Menschheit. Deshalb nimmt er auch heute in Gedankengebäude der Freimaurerei eine zentrale Stellung ein. Die Archäologin Marie E. P. König hält ihn für `ein Ordnungssystem, das uns heute noch be- kannt ist und die Basis der zivilisatorischen Kultur bildet´. In Ägypten war das Winkelmaß Ausdruck der Gerechtigkeit. Es bildete den Thron der Götter Osiris und Thot. Sie standen beide für die Bedeutung des Winkels als Zeichen der unbedingten Gerechtigkeit. Er war aber gleichzeitig auch eine Manifestation der Gottheit in der Welt, die durch unver- änd- erlichen Gesetze bestimmt wurde. Aus diesem Grund wurde das Winkelmaß mit seiner symbolischen Bedeutung auch als einzelnes Werkzeug den Mumien der Phara- onen in Goldblech gefertigt mitgegeben. Auch in China wurde das Prinzip des Winkel- maßes verehrt. Hier wurde des als Zuordnung von Himmel und Erde gesehen. Dabei re- präsentierte der Himmel das männliche, zeugenden Prinzip und die Urmutter Erde, das weibliche, empfangende Prinzip.

Ausrichtung des Kastells,  Karte / Foto Mediatus

Heute ist der rechte Winkel nur noch bei der Maßhaltigkeit von Bedeutung. Seine symbolische Bedeutung wird nur noch innerhalb der Freimaurerei gesehen und hier zählt er mit dem Buch des Heiligen Gesetzes und dem Zirkel zu den drei Hauptsymbolen Sie bilden die drei großen Lichter der Freimaurerei..R. Fischer schreibt dazu in seinen Er-läuterungen der Katechismen der Johannis-Freimaurerei: `Das Winkelmaß ist das Symbol der Gewissenhaftigkeit, das die menschlichen Handlungen nach dem Gesetz der Recht-winkligkeit, d. h. nach Recht, Gerechtigkeit und Menschlichkeit ordnet und richtet, auf dass dieselben immer regelrecht seien und sich innerhalb der rechten Schranken der göttlichen und menschlichen Gesetze halten. Es wird angelegt an die menschlichen Handlungen auf dass sie erkannt werden als frei von Eigennutz, getrieben von innerem Drang, ohne äußeren Zwang, in voller Erkenntnis des Rechten und Pflichtmäßigen.´

Wallerstein, Ausschnitt Postkarte

Eine nähere Betrachtung zeigt, dass die Abweichung der Kastellgeometrie vom rechten Winkel zwar nur minimal ist, aber wohl keinem Messfehler zuzuschreiben ist. Auch zeigt die Lage auf der Anhöhe, sowie die Zuordnung zum nahen Limes, wie hier mythologische Überlegungen eine wesentliche Rolle bei der Planung gespielt hatten. So erfolgte die Ausrichtung in nordöstliche Richtung auf den Sonnenaufgangspunkt am 23. April, dem Tag der Vinalia Priora, zu Ehren des Jupiter und die vom rechten Winkel abweichende Richt- ung nach Südosten, auf die Letztsicht des Sternes Altair am 1. April, dem Geburtstag der Venus. Auch ab diesem Standort ist die Vermutung nicht abwegig, dass das Kastell an einem Ort errichtet wurde, der für die einheimische Bevölkerung bereits von Bedeutung war. Auffällig ist hier die Beziehung Wallerstein im Nördlinger Ries, über dem zur Wintersonnenwende der Sonnenaufgang zu sehen ist. Neuere Funde am westlichen Ortsrand von Wallerstein weisen hier auf eine Besiedlung rund um den Burgberg bereits ab der Jungsteinzeit hin. Ebenso ist vom Kastell der Sonnenuntergang am 1. August über der höchsten Erhebung des Virngrundes, dem Hornbeg bei Ellenberg zu sehen.

Statue der fruchttragenden Ceres (Louvre, Paris), Foto ChrisO

Das Kastell wurde nicht symmetrisch zur Grenzbefestigung angelegt. Es wäre nahe- liegend gewesen, denn die sich verengenden Räume zwischen Kastell und Grenzwall hinderten Angreifer daran sich bei einem Überfall daran ihre Truppen zu entfalten. So gerieten die dreiecksförmigen Räume zur Falle. Wie bei den Außenkanten des Kastells, scheint aber auch die Richtung des Grenzwalls an dieser Stelle nicht nur rein praktischen Überlegungen gefolgt zu sein, denn an dieser Stelle folgt er der Erstsicht des Sternes Vega aus dem Sternbild Leier am ersten Tag der Ludi Cereris, der Spiele zu Ehren von Ceres. Die Tochter des Saturn und der Ops, war nicht nur die Göttin des Ackerbaues und der Fruchtbarkeit, sondern zugleich auch Gesetzgeberin. Der Limes war nicht nur die Verteidigungslinie, sondern eben auch die Trennlinie zwischen unterschiedlichen Gesetz-gebungen.. Ovid schreit über den Raub der Proserpina, der Tochter der Ceres : `Die mit Efeu bekränzte Calliope beginnt, zur Leier das Lob von Ceres (griech. Demeter), der Göttin des Ackerbaus, zu singen: `Alles ist Gabe der Ceres. Singen will ich von ihr. Oh könnte ich Lieder finden, würdig der Göttin….´

Bilder: Kastell Halheim, Weltkultur-Schwäbische Alb, Kastell Halheim, Modell. Landratsamt Ostalb /Wikipedia / Das Kastell und sein nächstes Umfeld; hauptsächlich nach den Befunden der RLK, Karte / Foto Mediatus / Osiris, Bild, LOOKLEX Encyclopaedia / https:/lostdudeistastrology.wordpress.com/2017/03/17 / Statue der fruchttragenden Ceres (Louvre, Paris), Foto ChrisO

Der Herrscher des Pantheon

Das Pantheon in Rom, Foto Roberta Dragan

Für fast 1500 Jahre blieb das Pantheon in Rom der größte Kuppelbau der Welt. Der Durchmesser der Kuppel von rund 43,45m wurde erst durch die von Filippo Brunelleschi entworfene Kuppel von Cattedrale di Santa Maria del Fiore in Florenz übertroffen. Das Pantheon wurde anstelle eines noch unter Agrippa am selben Ort entstandenen Tempels errichtet und wahrscheinlich noch unter der Herrschaft Trajans begonnen. Fertiggestellt wurde der Kuppelbau dann während der Herrschaft Hadrians 128 n. Chr. Der auf dem Marsfeld errichtete Bau zählt trotz der im Mittelalter erfolgten Umwidmung in eine Kirche zu den am besten erhaltenen Bauwerken aus römischer Zeit. Er besteht im Wesentlichen aus drei Bauteilen, dem nach Norden gerichteten Pronaos, der Säulenhalle, der Rotunde und der Kuppel mit der kreisrunden Öffnung in der Mitte. Der römische Historiker Cassius Dio berichtet in seinem 80 Bände umfassenden Werk `Römische Geschichte´ auch über die Ausstattung des Innenraumes. Dabei zählt er als erstes die Statuen des Mars und der Venus auf, mit denen die Gründungslegende Roms begann. Zu diesen Statuen gesellten sich noch weitere Götterstatuen, sowie die des Caesar, der als Divus Iulius ebenso unter die Götter aufgenommen wurde. Auf Grund fehlender Hinweise im Innern, konnte aber bis heute noch nicht geklärt werden, ob der Zweck des Bauwerkes ein Tempel .oder aber ein imperialer Repräsentationsbau war.

Der Durchmesser der Erde und das Hexagramm

Bei einer näherer Betrachtung er offenbart das Pantheon aber eine ausgeklügelte Symbol-sprache die dafür eine Erklärung bietet. Die zeigt sich bereits beim Durchmesser der Kuppel, mit der sicher die Grenzen römischer Ingenieurskunst erreicht wurden. Ihre Schale besteht aus unbewehrtem Beton, einer Mischung aus Tuffstein und Bims, die auch bei vielen römischen Brücken als Fundament diente. Eine 6 m dicke Maier nimmt hier die gewaltigen Schubkräfte der Konstruktion auf. Wie die Halbkugel erwarten lässt, verweist die Form auf die Dimension der Erde. Ihr Durchmesser von 43,3m entspricht 146 2/3 pes romanus (0,2962) und damit 440/3 des Längenmaßes. Verglichen auf dem aktuell ge- messenen Erddurchmesser von 12756274m entspricht diese Länge seinem 1/294000-ten Teil und weist damit einen Fehler von 0,1% auf. Die Zahl 294 lässt sich auch als Produkt 6×49 darstellen und verweist so auf die Vollkommene zahl 6, sowie die Zahl 49. Sie erscheint im Tetraktysystern, oder auch Hexagramm genannt. Einen Einblick in dieses Denkmodell der Antike vermittelt das Portal http:/ http://www.decemsys.de. Diese geometrische Form tauchte im 8. Jhd. v. Chr in Indien auf. Das Symbol repräsentierte hier die ununt-erbrochene Vereinigung der beiden Geschlechter, die durch den Gott Shiva und der Göttin Kali verkörpert wurden. In Rom wurde das Hexagramm auch als Talismann des Saturn be- zeichnet, der Gott des Goldenen Zeitalters der Menschheit und Vater des Jupiter.

Ausrichtung des Pantheons

Wie die Maße des Pantheon auf das Maß der Erde, wie auch der Göttermythologie angestimmt waren, so geschah dies auch mit der Ausrichtung des Bauwerkes. Entgegen der landläufigen Annahme einer Ausrichtung in Nord-Südrichtung, wurde die Achse des Pantheons aber um 4° in Richtung Westen gedreht. Diese Abweichung findet ihre Er- klärung im dreidimensionalen Sonnenkalender auf der Innenwand der Rotunde. Auf ihm wandert während des Tages ein Lichtfleck, den die durch Öffnung in der Kuppel ein- fallenden Sonnenstrahlen erzeugen. Während des Winters ist er im oberen und während des Sommers im unteren Bereich der nördlichen Wandhälfte zu sehen. Dabei wandert der Lichtfleck jeden Tag durch die sogenannte Mittagslinie. Immer zu einem bestimmten Zeit- punkt scheint das Licht dann in die Vorhalle, dem Pronaos, Vollkommen mit der Lage des Gebäudes übereinstimmend geschieht dies dann am 23. April, dem Tag der Vinalia Priora, dem ersten Jupiterfest des Jahres. An diesem Tag hat die Sonne um 12 Uhr einem Azimut von 176° Grad und scheint damit in der Bauachse durch die Kuppelöffnung. Der Besucher betritt damit, im übertragenen Sinn, im Licht des Jupiter das Pantheon. In die Säulenhalle scheint sie jeweils am 17. März, dem Marsfeiertag, oder wieder im Juni, zum Feiertag der Fors Fortuna..

Bronzestatue des Jupiter (2. Jahrhundert, Passau), Foto Wolfgang Sauber

Eine weitere Erklärung bietet aber auch die Senkrechte zur Bauachse, denn sie zielt auf den Sonnenaufgang am Feiertag der Salus, der Personifikation des Wohlergehens, des Heils, der Sicherheit und der Gesundheit. Diese weibliche Gottheit wurde meist thronend mit einem Zepter in der Hand und den Attributen Schale, Schlange, oder einer Getreide- ähre dargestellt. Die Göttin wurde hauptsächlich mit dem Wohlergehen, sowie mit der Sicherheit des römischen Staates und seiner Bewohner in Verbindung gebracht. Gleiches galt während der Kaiserzeit auch für die jeweiligen Herrscher. Deshalb wurde die Göttin auch als Salus publica, oder als Salus populi Romani bezeichnet.

Göttin Salus, As-Aelia Flaccilla-antioch RIC 62, Classical Numismatic Group, Inc.

Das Pantheon zeigt also das Abbild der Erde nicht nur als idealisierte Kugelform, sondern verweist mit seinen Maßen auch auf das Wissen um ihre Gestalt. Gleichzeitig bietet der Pronaos die Möglichkeit die Weltenachse im Norden zu sehen, aber er bietet auch eine Bühne für das Lichtwunder am Tag des Jupiters. An diesem Tag ermöglichte es den Menschen das Erlebnis, im Kuppelraum vom göttlichen Licht empfangen zu werden.

Bilder: Wikipedia / Das Pantheon in Rom, Foto Roberta Dragan / Bronzestatue des Jupiter (2. Jahrhundert, Passau), Foto Wolfgang Sauber / As-Aelia Flaccilla-antioch RIC 62, Classical Numismatic Group, Inc. http:/www.cngcoins. Com / Simulation sunearthtools, googlemap

Bauen im Zeichen des Adlers – Teil 2

iuppiter-tempelDer Jupitertempel auf dem Kapitol

Lange bevor auf dem zweitkleinsten der 7 Hügel Roms der Tempel der Capitolinischen Trias errichtet wurde, hieß der Hügel ` Varro mons tarpeius´. Der Name stammt von dem steil abfallenden Tarpejischen Felsen, der an der südlichen Spitze des Hügels liegt. Ursprünglich wurden hier auch die Todesurteile durch das Hinabstoßen vom Felsen vollzogen. Der erste der Capitolinischen Trias geweihte Tempel wurde an einer Stelle errichtet wo zuvor bereits andere Heilgtümer standen. Roms 7. und letzter König Tarquinius Priscus hatte den ersten Tempel begonnen, doch der wurde erst 509 v. Chr. nach dessen Vertreibung geweiht. Einer Sagen zufolge gilt dieses Datum im August auch als Gründung der Römischen Republik. In der Folgezeit wurde der Tempel durch mehrere große Feuersbrünste immer wieder zerstört und im Jahr 80 n. Chr. zum letzten mal neu erbaut. Seine Gestalt hatte einen dreiseitigen Säulenumgang mit einer geschlossenen Rückwand. Bereits die Anzahl seiner 28 Säulen lässt ein mehrschichtiges Konzept an symbolischen Bezügen erkennen.

Die 28 stellt die Zahl nicht nur die zweite vollkommene Zahl dar, sie entspricht auch dem Produkt der 4 Himmelsrichtungen, dem Sinnbild der Erde und der 7 als Sinnbild der Erfüllung. Das Innere des Tempels war dreigeteilt. In jeweils einer Cella stand eines der Kultbilder. In der Mittleren Cella befand sich das Bild des Iuppiter/Jupiter Optimus Maximus, während sich das Bild der Juno auf der linken und das der Minerva auf der rechten Seite. Zusätzliche Bilder von Göttern die mit Iuppiter eng verbunden waren befanden sich an verschieden Stellen des Tempels.

jupiter_erde

Jupiter – Erde, Größenvergleich

Auf Grund seiner großen Helligkeit wurde der Planet Jupiter im Alten Ägypten bereits in der ersten Hälfte des dritten Jahrtausends v. Chr. als die Himmelsgottheit Hor-wepesch-taui verehrt. Ebenso wurde Jupiter in Mesopotamien als Sag-me-gar und später von den Babyloniern als der weiße Stern mul-bab-bar verehrt, der mit dem Gott Marduk identifiziert wurde. Sein Name Jupiter ist auf das proto-indoeuropäische dyeu ph ter zurückzuführen, was `Gott-Vater´ bedeutet. War diese Bezeichnung nur rein mythologisch gedacht, oder war sie gar Ausdruck eines unterbewussten Wissens um die Rolle des Planten in unserem Sonnensystem? Bei näherer Betrachtung könnte man Jupiter diese Rolle durchaus zuordnen, da er Dank seiner Masse so etwas wie die Schützende Hand der Erde darstellt. Mit ihr hält er die Umlaufbahnen benachbarter Planeten stabil und seine Masse des Jupiter wirkt auch wie ein gigantischer Kometenstaubsauger. Damit schützt er die Erde vor zahlreichen Kometeneinschlägen. Die meisten dieser Himmelskörper kom- men von der Oortschen Wolke und haben parabolische, oder hyperbolische Bahnen. Auf ihnen nähern sich der Sonne also nur einmal. Doch viele fliegen ebenso auf einer periodischen Bahn, wobei sich die Sichtbarkeiten den heutigen Aufzeichnungen entziehen. Kehren sie also irgendwann zurück, so fängt sie Jupiter Dank seiner riesigen Gravitation ein, oder er verändert dadurch ihre Bahn und sie werden dadurch aus dem Sonnensystem hinausgeschleudert. Gäbe es Jupiter nicht, so zeigen Simulationen das Eindringen und die Aufschläge einer großen Anzahl von Kometen auf den Planeten unseres Sonnensystems und damit auch auf die Erde. Aber eine größere Anzahl von Impakten auf der Erde würde so auch wenig Spielraum für langfristige kulturelle Entwicklungen lassen.

statue-des-zeusStatue des Zeus mit Nike, Eremitage Sankt Petersburg

Auch die Griechen über nahmen den obersten Himmelsgott in der Gestalt des Zeus. Bei ihnen erhielt er auch den Beinamen der `Blitzeschleuderer´. Auch die Römer übernahmen ihn in dieser Rolle, doch hier übte er vielfältige Funktionen aus. Seine Attribute waren ein Bündel von Blitzen in seiner rechten Hand, die er bei Bedarf auf die Erde schleudern konnte. Als seinen Begleiter hatte er den Adler, der gleichzeitig auch die Rolle eines Boten hatte. Die Eiche war sein Baum und deshalb wurde Iuppiter/Zeus gelegentlich auch mit einem Eichenkranz abgebildet. Innerhalb der Mythologie war er ein Sohn von Rhea und Kronos, der in der römischen Mythologie von Saturn verkörpert wurde. Im griechischen Mythos verstieß Zeus seinen Vater Kronos vom Thron und machte sich damit selbst zum Herrscher der Götter. Da ihm ähnliches prophezeit wurde verschlang er seine schwangere Frau Metis, seinen eigenen weiblichen Pol und wurde so erst erwachsen. Trotzdem bekam er Nachwuchs und der entstand in seinem Kopf. Als Jupiter eines Tages von heftigen Kopfschmerzen gepeinigt wurde, ließ er sich von dem Gott Hephaistos, dem römischen Vulcanus, mit einem Hammer den Schädel spalten. So entsprang aus ihm seine Tochter Athene, die Göttin der Weisheit, in voller Rüstung zum Vorschein kam.

geburt-atheneMichael Meierl: Atlanta Fugiens 1618 – Geburt der Athene

Sein Kultbild im Tempel auf dem Capitol könnte wohl so beschrieben werden: Iuppiter sitzt auf einem Thron und hält in der linken erhobenen Hand ein Zepter. Seine rechte Hand ruht auf dem Oberschenkel und umfasst die charakteristischen Blitze. Über seinen linken Schenkel fällt in weiten Wallungen das Ende seines Mantels. Vor bzw. unter seinem Thron sitzt ein Adler, der in Richtung Iuppiters blickt.

Bilder: Iuppiter Tempel, aviewoncities.com / Wikipedia, Jupiter – Erde, Größenvergleich, Statue des Zeus mit Nike, Eremitage Sankt Petersburg , George Shuklin, Meier, Michael: Atlanta Fugiens, Oppenheim 1618

weiter mit Teil 3 / Der Blick auf den Adler