Der Herrscher von Theben

Die Ruinen von Theben, 1882

Eine der zahlreichen Legenden der griechischen Stadt Theben gleicht auch der des mythischen Alten Hu Gadarn. So berichtet der im 1. Jh. BC lebende römische Schrift-steller Varro von Theben, als der ältesten griechischen Stadt. Sie soll König Ogygos noch vor der großen Flut erbaut haben. Gemäß einer Legende soll sich dies aber lange vor der Deukalionische Flut ereignet haben, die gemäß der Parischen Chronik, im Jahr 1529/8 v. Chr., stattfand. Es war die Zeit, als Kranaos König von Athen war. In Theben soll auch eines er 7 Tore, das Ogygische, den Namen des Gründerkönigs erhalten haben. Wesentlich detialiierter ließ sich der im 1. Jhd AC lebende römische Reiseschrift-steller Pausanias über die Landschaft Boötien und dessen Hauptstadt Theben aus. Er schrieb, dass die ersten, die das Land Theben besetzten, die Ectenes gewesen seien, deren König Ogygus, von den Ureinwohnern stammte. Aber auch hier muss der zeitliche Abstand zu den Ereignissen beachtet werden, der auf Grund der Flutereignessie zur Zeit des Pausanias bereits über 2000 Jahre betrug.

Kadmos und der Drache, Foto Bibi Saint-Pol

In der griechischen Mythologe war Kadmos, der Gründer der Burg Theben. Sein Name leitetnsich von dem phönizischen Wort Cadam, der Morgen, ab. Aber der Name verweist ebenso auf Arcturus, den Hauptstern des Boötes. Seine Rolle als Zeitmarkierer durch seinen Frühaufgang vor der Sonne beschrieb im 7. Jhd. BC de griechische Bauern-dichter Hesiod in seinem Buch Werk und Tage. Der Morgen kann aber auch als der Neubeginn verstanden werden und verweist damit auf die Ankunft der aus dem Vor- deren Orient stammenden Siedler.Andere Interpretationen sehen den Ursprung des Namens aber in den Bezeichnungen Feldherr oder Anführer. Auch hier zeigen sich wieder Parallelen zum bereits geschilderten mythschen Anführer der Brittanoi. Mit Kadmos beginnt auch die Legende des Bärenhüters, denn auf der Hochzeit des Königs mit Harmonia verliebte sich die Göttin Demeter in den Sterblichen Iasion.

Demeter und Iasion, Reginault,1765

Zeus der selbst in Demeter verliebt war, tötete daraufhin Iasion mit einem Blitz. Doch zuvor gebar Demeter zwei Söhne, Pultis , der Reichtum verköpete und Philomenos , den Freund der Lieder. Während Pulitis die Fülle auf den fruchtbaren Feldern schützte, erfand Philomenos den Pflug und zum Dank dafür versetzte ihn Demeter später als Sternbild des Pflügers an den Himmel. Boötes kann also als der berühmteste Sohn der Stadt bezeichnet werden. Da seine Mutter Demeter eine Tochter der Titanen Kronos und der Rhea war, war sie damit auch die Schwester von Poseidon, Zeus, Hestia, Hera. Somit war Boötes auch ein Neffe des Meeresgottes Poseidon. In den Küstentädten Attikas, wo der Auf- und der Untergang des Boötes auf dem Meer beobachtet werden konnte, war dies eine durchaus plausible Verwandtschaftsbeziehung. Die Namen der Könige, die in den unterschiedlichen Legenden genannt werden, aber auch die Zahl der 7 Tore Thebens verweisen ebenso auf eine wichtige Rolle des Bpötes. Bereits die Form der Stadt gleicht mit ihrem Umriss auch der Form des Boötes, der mit seinen 7 Sternen  dem Wegenetz des Stadtplans entspricht. Selbst wenn der Jahrhunderte später ge- zeichnete Plan die Struktur idealisiert, zeigt er doch den entscheidenden Gedanke. Durch die Festellung der Stadtstruktur mit Boötes wurde er wie in anderen Städten zu einer Art von Schutzgottheit und Zeitmarkierer.

Boötes, Theben und die Attischen Feste

Theben wurde von Homer als Stadt der 7 Tore bezeichnet und stand damit über Troja, die gegnerische Stadt Thebens, die nur 2 Tore besessen haben soll. Auch hier passt die Zahl 7 zu den 7 wichtigen Sternen des Bärenhüters. Passend zur Legende des Trojanischen Krieges, versammelte sich auch die griechische Flotte vor dem Auslaufen nach Troja im Hafen Aulis, der vor Theben lag. Viel später greift Ptolemäus das Bilder der 7 Tore in seinen Texten aufgreift und führt den Gedanken Homers weiter, als er die gleichnamige Stadt Theben in Unteräypten mit 100 Toren beschrieb. Diese Stadt ,war also für ihn weitaus prächtiger als das in der Bronzezeit ausgebaute Theben in Griechenland. Trotz seiner Geschichte hat das griechische Provinzstädtchen heute kaum noch eine Bedeutung. .Zahlreiche Zerstörungen und Erdbeben haben dafür ge- sorgt, dass dort vom einstigen Glanz nicht mehr viel übrig blieb. Entsprechend der einstigen politischen und wirtschaftlichen Bedeutung der Stadt, sind hier auch wichtige Mythen angesiedelt So war das griechische Theben nicht nur der Ort der Kadmos Sage, sonder darin eingebettet auch der Sage des Pentheus, die wiederum mit dem Dionysuskult verknüpft war. Ebenso ist die Erzählung von dem Kampf der 7 ein wichtiger Teil der griechischen Mythologie. Diese Mythen steigerten die Bedeutung Thebens als Machtzentrum und begründeten dessen legendären Ruf, mit Boötes, dem Pflüger, als heimlichen Herrscher Thebens.

Bilder: Wikipedia/ Ruins of Thebes, published 1882 – Cassell’s History of the World, gemeinfrei /Kadmos und der Drache (schwarzfigurige Amphora von Euboea, um 550 v. Chr., Louvre (E 707), Paris) , Foto Bibi Saint-Pol, gemeinfrei /Demeter und Iasion, eginault,1765  – Boötes und die Attischen Feste, stellarium