Emperor Justinian’s codification of the laws & his work as a builder — Novo Scriptorium

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From the days of Diocletian the style of architecture which we call Byzantine, for want of a better name, had been slowly developing from the old classic forms, and many of the emperors of the fourth and fifth centuries had been given to building.

über Emperor Justinian’s codification of the laws & his work as a builder — Novo Scriptorium

Konstantinopel – Gründungsgeschichte und erste Bauten (Teil 2) — Archäologie verstehen

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Das „Kapitol“ Konstantinopels bestand aus dem Palast, der Kirche Hagia Sophia, der Apostelkirche, einem Senatsgebäude und dem Hippodrom, der Pferderennbahn, und war das Zentrum der neuen Stadt. Die Hauptelemente des Hippodroms, der Pferderennbahn, gehen bereits auf Septimius Severus zurück. Später wurde das Hippodrom allerdings stark vergrößert. Gegenüber der Pferderennbahn stehen der Palast und die Hagia […]

über Konstantinopel – Gründungsgeschichte und erste Bauten (Teil 2) — Archäologie verstehen

Das Geheimnis des Hippodroms

Obelisk im Hippodrom

Einst war das Hippodrom in Konstantinopel das sportlich und soziale Zentrum des von Kaiser Konstantin gegründeten neuen Rom am Ufer des Bosporus. Das für Pferde und Wagenrennen errichtete Bauwerk diente damit nicht nur einem populären Freizeit-vergnügen, sondern gleichzeitig auch den regelmäßig stattfindenden kultischen Feiern. Aus diesem Grund gab es solche Hippodrome auch in vielen römischen und griech-ischen Städten. Das unter Kaiser Severus in einer kleineren Ausführung begonnene Bauwerk wurde aber in der Regierungszeit von Kaiser Konstantin zum Monument- albauwerk ausgebaut, mit einer Länge von 400 und einer Breite von 120 Metern. 30 ansteigende Sitzreihen boten beidseitig der Rennbahn über 30.000 Zuschauern Plätze. Über dieses imposante Bauwerk schrieb der spätantike, griechische Schrift-steller Zosimus in seinem Werk ‚Historia nea‘,`Neue Geschichte´….Ebenso schmückte er den Hippodrom wunderschön aus, indem er das Heiligtum der Dioskuren darin einbezog, deren Bildnisse man auch noch heute auf den Säulenhallen des Hippodroms stehend sehen kann. Ferner brachte er in einem Teil des Hippodroms den Dreifuß des Apollon von Delphi zur Aufstellung […].

Modell des Hippodroms

Die Dioskuren als Söhne des Zeus. Castor und Pollux waren Zwillings und wurden doch als Halbbrüder geborenen. Der Vater von Pollux, der in der griechischen Mythologie den Namen Polydeukes trägt, war Zeus. Er hatte sich mit Leda, der Tochter des ätiolischen Königs, in der Gestalt eines Schwan verbunden, doch in der gleichen Nacht empfing Leda aber auch ihren Ehemann Tyndareos. Anschließend, so die Legende, gebar sie vier Eier. Aus zwei von Ihnen schlüpften dann die beiden Disokuren, wobei Pollux, dank seines Vaters Zeus, der Unsterbliche war. In der griechischen Mythologie galten die Zwillinge als der besondere Stolz Spartas. Zahlreichen Erzählungen berichtet von ihren Abenteuern in denen sie an der Fahrt des Iason und der Argonauten auf der Suche nach dem Goldenen Vlies teilnehmen. Ebenso begleiteten sie Herakles auf dem Weg zu den Amazonen. Trotz der gemeinsam bestandenen gefahrvollen Abenteuer führte schließlich ein Streit zwischen Castor und seinem Cousin Idas zum Tod des Dioskuren. Erzürnt über seinen Tod tötete Zeus den Mörder Idas mit einem Blitz. Polydeukes, der auf Grund seines Vaters Zeus unsterblich war, trauerte um seinen Bruder und so erlaubte ihm Zeus abwechselnd im Totenreich und im Olymp zu leben. Von der Unzertrennlichkeit beider gerührt versetzte er schließlich beide als Sternbild Gemini, die Zwillinge an den Himmel.

Dioskuren-Statuen am Ende der Treppe zum Kapitol in Rom, Foto Lalupa

Der Kult der Diiokuren bereitete sich vom antiken Griechenland später auch im Röm- ischen Reich aus. Dort galten sie als Schutzgötter der Reiterei und der Flotte. Deshalb wurden sie vor allem im Ritterstand verehrt, der in ihnen das Idealbild eines edlen Reiters zu Pferde sah. Bei der Verehrung der Dioskuren beliebt, waren auch Beteu-erungen und Schwüre, die auf ihren Namen erfolgten. Beide sind aber auch ein Sinnbild für die Umbruchszeit, in der das alte Götterpantheon verschwand und sich das neue Christentum konstituierte. Für die Parallelität alter und neuer Glaubensinhalte bietet Konstantinopel mehrere gebaut Beispiele und eines davon ist das bereits erläuterte Konstantinsform nördlich des Hippodroms. Wie sich beide Welten auch im Christentum vermischten, zeigt sich in der Apostelgeschichte am Beispiel der Verehrung der Dioskuren. So wird dort im 24. Kapitel die Reise des Apostels Paulus nach Rom erwähnt, die unter dem Schutz der Zwillinge, also der Dioskuren stand. Da das Brüder- paar in dieser Zeit auch als Heiler angerufen wurden, schlüpfte nun Paulus selbst in diese Rolle. Fortan nannte er auch das Mittelmeer `Mare nostrum´, Unser Meer und griff mit diesem rhetorischen Kunstgriff auch den imperialen Gebietsanspruch Roms wieder auf. Der neue Machtanspruch gründete nun nicht mehr auf der römischen Staats-legende , der Abstammung von Venus und Mars, sondern vom Sieg des Christentums. Doch auch während dieser Epoche des Umbruchs gab es eine Konstante, den Kosmos.

Das Hippodrom und die Dioskuren

Die Bedeutung der Zahl 127 innerhalb der Tetraktys, Grafik,ag rieble

Dessen Perfektion spiegelt sich in den Zahl 37 und 217 wieder. Beide stehen für das kosmologische Erkläungsmodell der Tetraktys. So steht die 37 für die 37 Elemente des Tetraktysdreiecks und die 127 für die Verbindung dieses Dreiecks mit dem Hexagramm. Dass Konstantin bei der Errichtung noch der alten Mythologie folgte,zeigte sich bereits bei seinem Forum. Auch hier, beim Hippodrom zeigt ein Blick an den Himmel in jener zeit. So weist die Querrichtung auf die letzte Sicht des Sterns Altair aus dem Sternbild des Adler am 15. Februar, dem römischen Stiftungsfest und die Längsrichtung auf die erste Sicht des Sternes Pollux am Abend des 19. März , dem Beginn Quinquatria zu Ehren des Mars. Sie standen nicht nur für die beliebten Wagenrennen, sondern auch für den einst traditionellen Auftakt beginn der jährlichen Kriegszüge.

Bilder: Stadtmodell Konstantinopel,Obelisk,eigen / Wikipedia / Dioskuren-Statuen am Ende der Treppe zum Kapitol in Rom, Foto Lalupa / CC BY-SA 3.0 / Tetraktys, Grafik,ag rieble/ https://www.decemsys.de/zahlen/127.htmSimmulation stellarium.

 

Dionysos und Kaiser Konstantin

Konstantinssäule an der Yeniçeriler Caddesi, Foto eigen

Konstantinssäule, Rekonstruktion

Die heute noch erhaltene Konstantinssäule bildete ab 328 den Mittelpunkt des Konstantinsforums, einer ellipsenförmigen Platzanlage in Konstantinopel. Die Säule be- stand ursprünglich aus 8 Porphyrtrommeln und stand auf einem quaderförmigen Sockel. Nicht nur über die nach der Eroberung Konstantinopels verschwundene Skulptur, die auf der Spitze der Säule stand, auch über einen Raum unterhalb der Säule, gab es in der Vergangenheit zahlreiche Spekulationen So entstand bereits im 9. Jhd. die Leg- ende, dass Konstantin hier, im Mittelpunkt seines Forums, zahlreiche Heiligtümer aus paganen Mythologien, wie auch aus dem noch jungen Christentum aufbewahrt haben soll. In den Erzählungen ist die Rede vom Palladion, einem geschnitzten Kultbild der Athene, das einst auf der Burg Troja aufbewahrt wurde und ebenso vom Beil des Noah, mit dem er die Stämme zum Bau der Arche gefällt hatte. Auch die katholische Kirche ist noch heute davon überzeugt, dass in diesem unterirdischen Raum Teile des Kreuzes, sowie Nägel der Kreuzigung liegen. Einhellig herrscht dabei die Überzeugung, dass die Reliquien Teil des Fundes sind, die Helena, die Mutter Konstantins, auf ihrer Reise nach Jerusalem im Jahr 324 gemacht hatte.

Sitzende Statue (2. Jhd.) mit dem Kopf Helenas, Foto Jebulon

Geradezu perfekt passt auch die Jahreszahl des Fundes in den Kanon bibilischer Zahl- ensymbolik, denn in ihr sind zwei der wesentlich Zahlen enthalten. So entspricht die 324 dem Produkt 9×36, wobei beide Zahlen jeweils das Quadrat der 3 und der 6 darstellen. Glaubt man einer anderen Erzählung aus Istanbul, ging der Glaube an das Versteck der Reliquien sogar so weit, dass während des 1. Weltkrieges Abgesandte des Vatikans hier versuchten, mit Hilfe eines Tunnels in das Versteck zu gelangen. Doch auch sie scheiterten mit ihrem Vorhaben die Schätze Konstantins zu finden. Legt man bei der Betrachtung den ursprünglichen Stadtplan, mit der Säule inmitten des Forums zu Grunde, so offenbart sich dann ein Wesenszug Konstantins, der den vermuteten Schätzen entspricht. Dieses Bild entspricht aber ganz und gar nicht den weit ver- breiteten Vorstellungen von einem zum Christentum bekehrten Herrscher. Die einstige Hauptverkehrsachse, der Mese, die in etwa der heutigen Yeniçeriler Caddesi entspricht, führte direkt auf die Säule und sie entsprach damit zwei wichtigen Sonnenrichtungen: In nordwestlicher Richtung ging am 23.März,dem letzten Tag der Quinquatria zu Ehren des Mars die Sonne unter und in Gegenrichtung war am 14.März der Sonnenaufgang zu beobachten. Somit war auch symbolische Bedeutung der Statue auf der Spitze der Säule mit diesen beiden Tagen verknüpft.

Sonnenrichtungen Forumsachse – Modell Konstantinopel. Foto:DeliDumrul

Der 23.März erklärt sich durch die besondere Beziehung Konstantins zum Kriegsgott Mars denn sein Geburtsdatum ist mit dem Marsfest am 27 Februar identisch, an dem die Equirra zu Ehren des Kriegsgottes abgehalten wurde. Das 2. Datum ist jedoch auß- erhalb der Reihe römischer Feste. Am 15.März wurde der Feiertag der eher kleinen Göttin Anna Perenna begannen und am 17.März die Feiern der Liberalia, das Fest zu Ehren der Fruchtbarkeitsgötter Liber und Libera. An diesem Tag stand aber die Sonne bereits über dem Horizont, so dass dieses Fest als Grund für die Wahl der Straß-enrichtung wohl ausscheidet. Doch es gab noch ein weiteres Ereignis, das eine Erklärung für die Ausrichtung bietet, der Beginn der Großen Dionysien. Den einzigen Anhaltspunkt für den exakten Beginn dieses Festes, dessen Beginn in der Literatur mit dem 10 Tag des Monats Elaphebolion angegeben wird, bietet die Buchreihe der Deutschen Encyclopädie. Sie wurde von Heinrich Martin Gottfried Köster und Johann Friedrich Roos ab 1778 beim Verlag Varrentrappund Wenner in Frankfurt am Main herausgegeben. Dort wird bei der Beschreibung auf den Beginn des Monats Elaphebolion verwiesen, den 4.März. Da die Dionysien am 10 Tag dieses Monats begannen und 8 tage dauerten bietet also der Beginn dieses, in der Antike beliebten Mysterienkultes eine Erklärung für die Ausrichtung.

Bronzestatue des Bacchus aus Pompeji,Foto Claus Ableiter

Stellte die Figur Konstantin dar, so blickte sie am Tag des Dionysos der aufgehenden Sonne entgegen. In Griechenland wurde Dionysos als Gott dr Ekstase, des Rausches und als Gott des Weines verehrt und ihm zu Ehren wurden im Frühling die städtischen Dionysien gefeiert. Dieses Fest beinhaltete neben den obligatorischen Opferungen. Umzüge, Theaterspiele und Gesang. Während des 8-tägigen Festes standen dann die letzten 3 Tage ganz im Zeichen der Wettbewerbe der Dramendichter. Innerhalb der Mythologie stand Dionysos für den Glaube an einer Wiederauferstehung und nicht nur bei diesem Aspekt weist seine Legende mehrere Parallelen zu Jesus auf. Auf diesen Aspekt der Wiederauferstehung verweisen auch die Feiern der Brumalien zu Ehren des Bacchus/Dionysos, die am 24. November begann, also 27 Tage (3³ Tage) vor der Wintersonnenwende, oder 31 Tage vor der Verehrung des Sol vnvictius. Wie Zahl 27 eine Erhöhung der Trinität verkörpert, so steht die 31 innerhalb des kosmologischen Systems der Tetraktys für eine Verbindung von Kreis und Dreieck. Beide Zeitabschnitte stehen damit für Vollkomnenheit und Kreislauf. Damit vereinigte die Ausrichtung der Anlage zwei Glaubensvorsellungen des Herrschers. Er wird in der Geschichte zwar als erster christlicher Kaiser beschrieben, doch im Grunde seines Herzens war doch noch tief in den vorchristlichen Kulten verwurzelt. Diese Verbindung von altem und neuem Glauben verkörperte auch der Figurenschmuck des Forums, der neben der Statue der Athene, der Amphitrite, der Thetis noch zahlreiche andere der griechisch-römischen Götterwelt enthielt.

Bilder: Konstantinssäule an der Yeniçeriler Caddesi, Foto eigen /Wikipedia: Die Konstantinssäule (Rekonstruktion des ursprünglichen Zustands durch Cornelius Gurlitt) ,User:Marsyas – Gurlitt, C. (1912), Die Baukunst Konstantinopels, Berlin: E. / Sitzende Statue aus der Zeit der Antonine (Ende 2. Jahrhundert), deren Kopf in konstantinischer Zeit zu einem Porträt der Kaisermutter umgearbeitet wurde (Kapitolinische Museen, Rom), Foto Jebulon / Sonnenrichtungen Forumsachse – Modell Modell Konstantinopel in spätbyzantinischer zeit. Im Vordergrund der Große Palast und das Hippodrom, dahinter das runde Konstantinsforum ,Foto:DeliDumrul, gemeinfrei / Bronzestatue des Bacchus aus Pompeji, verschüttet 79 n. Chr., entstanden zur Zeit des Augustus etwa 100 Jahre früher.Foto Claus Ableiter/ Simulation sunearthtools,googlemap