The Limes in the Germanic Provinces and Rhaetia during the Imperial Period – Gateway to a New World or Border Wall of Civilization? — European Origins

1 Introduction The Limes in the Germanic provinces and in Rhaetia was long regarded in older research as a „bulwark against the barbarians“ (Bakker 1997, p.111), as a border wall of the Imperium Romanum and thus as the border of the civilized world of antiquity against the Germanic „Barbaricum“. In recent decades, however, this view […]

The Limes in the Germanic Provinces and Rhaetia during the Imperial Period – Gateway to a New World or Border Wall of Civilization? — European Origins

Roms fließende Grenzen – Leben am Limes — Museums-Blog

Plakat zur Archäologischen Landesausstellung NRW 2021/22 „Roms fließende Grenzen“. Gestaltung: Mikko Kriek. Seit dem 25. November ist unsere große Sonderausstellung „Roms fließende Grenzen. Leben am Limes.“ eröffnet. Sie ist Teil der Archäologischen Landesausstellung NRW 2021/22, die an fünf verschiedenen Orten das Thema des Limes und des Rheins als Grenze zwischen dem Römischen Reich und den […]

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AD 120 – The army erects a wooden palisade on the German frontier (#Hadrian1900) — FOLLOWING HADRIAN

Hadrian’s deep concern with consolidating and defining the Empire started very early in his reign. Upon ascending the throne, the new emperor abandoned Trajan’s newly conquered provinces beyond the Euphrates and rapidly took the opportunity to carry out his new frontier policy. He first embarked on a quick inspection of the military bases along the……

AD 120 – The army erects a wooden palisade on the German frontier (#Hadrian1900) — FOLLOWING HADRIAN

Limeseum und Römerpark Ruffenhofen (Teil 1) — Archäologie verstehen

Zitat

Im Hinterland des obergermanisch-rätischen Limes, der seit 2005 zum UNESCO-Welterbe „Grenzen des Römischen Reiches“ gehört, entstanden ab ca. 100 n. Chr. Kastelle, deren Besatzung die Grenze schützen sollte. Eines dieser Lager entstand gut 2 km vom Limes entfernt beim heutigen Ort Ruffenhofen im Kreis Ansbach. Das römische Kastell von Ruffenhofen lag zwischen den Kastellen Aalen […]

über Limeseum und Römerpark Ruffenhofen (Teil 1) — Archäologie verstehen

Von Mars zu Josef – das Kastell Rainau-Buch

Kastell, Ansicht des Südtores mit den aktuellen Schautafeln (2009),Foto Haselburg-müller

in manchen Gegenden wird am 19. März noch der Josefstag gefeiert. In bayern trägt er den Namen Josefitag, doch in der Schweiz wird er Tag auch Seppltag genannt. An diesem Tag, der zugleich auch ein Lostag im Bauernkalender ist, wird dem heiligen Josef, dem Bräutigam er Gottesmutter gedacht. Einige Sprüche des Bauernkalenders wie, `Ein schön- er Josefstag ein gutes Jahr verheißen mag´, oder auch, `Wenn’s erst einmal Josefi ist, so endet auch der Winter gewiss´, erinnern noch an den Zeitpunkt der antiken Früh- lingsfeste während des Äquinoktiums im März. Josef war von Beruf Zimmermann und stammte aus dem zu dieser Zeit unbedeutenden Ort Nazareth. Im Neuen Testament wird Josef nur wenige Male erwähnt und dort auch der Ziehvater Jesu genannt. Er stammte aus dem Geschlecht Davids, aus dem gemäß den Prophezeiungen auch der Messias hervorgehen sollte. Seine Attribute sind der Wanderstab, der auch als Vorform des blühenden Stockes gedeutet werden kann, sowie das Richtmaß. Im Stock, wie auch im Name, der mit `er fügt hinzu´ übersetzt wird, zeigt sich das alte Bild aufkeimender Fruchtbarkeit. Auf diesen Aspekt weist auch der Name Nazareth hin, der grüner Zweig bedeutet. Er entstand hier im übertragenen Sinn in Gestalt des Messias, als der Engel Gabriel Maria aufsuchte und ihr die kommende Empfängnis ankündigte. Ähnlich wie Mars, so entwickelte sich auch Maria bereits während des 8. Jhd`s. In Spanien zur Schlacht-engöttin, eine Rolle die sie bis ins 18.Jhd. Ausfüllte. Doch im römischen Reich wurde am 19. März noch einer der wichtigsten Gottheiten gedacht, dem Mars.

Der hl. Josef mit Jesus, bulgarische Ikone (um 1850), Foto Unbekannt

Ähnlich wie Maria, so klang auch der Name des Kriegsgottes Mars noch in der Sprache der Etrusker, die ihn Maris nannten. Legionäre riefen ihn später auch unter dem ebenso noch aus etruskischer Zeit stammenden Namen Mamaras, oder auch als Marspiter an. In Gestalt des Heilgottes Lenus-Mars wurde er zu einer beliebten Gottheit nördlich der Alpen. So folgt auch die Ausrichtung des Kstells in Buchen-Rainau dem Datum der Marsfeier Quinquatrus / Quinquatria (maiores), zu Ehren von Mars. Sie bildete auch den Auftakt der jährlichen Kriegszüge. Mit der geringen Abweichung aus der Ost-Westrichtung ist die Achse auf den Sonnenaufgangspunkt am 19. März und gleichzeitig auf den Sonnenunter- gang am 23. März ausgerichtet worden.

Ausrichtung des Kastells Rainau-Buch

Eine Spur zur dortigen Verehrung des Mars fand sich in einem der Brunnen, die zur Lag- er- siedlung des Kastells gehörten. In dem Brunnen Nr.7 wurde eine knapp 10cm große Statue aus provinzialer Herstellung gefunden. Sie zeigt Mars auf einem 2,6 cm Zentimeter hohen Podest in der Uniform eines Offiziers und mit voller Bewaffnung. Wie auch bei anderen Kastellen üblich, so gab es auch hier ein Bad, das außerhalb der be- stehenden Militäranlage lag. Der Aufenthalt im Bad war für Soldaten genau geregelt und ein wichtiger Teil der Freizeitgestaltung nach dem sonst harten Militärtraining während der kriegsfreien Zeit. Es diente der Körperreinigung, der Pflege, wie auch medizinischen Diensten und trug so zur Verbesserung des Gesundheitszustandes bei. Der konnte hier bei entsprechender Anwendung der Bäder zur Vollendung gebracht werden. An das Bild dieser Vollendung ver- weist auch die Ausrichtung des Kastellbades mit einem Azimut von 165°. Er weist auf die Letztsicht des Altair am Geburtstag der Venus hin und sein Zahlenwert lässt sich ebenso als Produkt aus 3×55 darstellen. Dabei stellt die 55 die Summe der Zahlen 1-10, also der Punkte des Tetraktysdreieckes dar. Symbolisch steht die 10 als Zählgrenze auch für An- fang und Ende und somit stellt die 10 auch ein Bild der Vollkommenheit dar, wie es der Badende im Kastellbad ja auch erreichen sollte.

Marsstatue, publikationen.uni-tuebingen, Tafel 18 Ausschnitt

In Rainau-Buch zeigt sich ebenso, die bei römischen Anlagen häufig zu beobachtende Abweichung vom rechten Winkel. Auch hier weicht die nach Süd-Südost weisende Kastellseite mit einem geringen, aber dennoch auffälligen Wert von ihm ab, als dass dies durch Messfehler bei der Erbauung erklärt werden könnte. Eine mögliche Erklärung dazu bietet das in der Mitte der Ludi Romani, am 15. September stattfindende Fest der Göttin Feronia. Sie vermutlich aus sabinischer Tradition stammende Feronia war Göttin der Wälder, der Heilquellen und der Heilkräuter. In dieser Funktion wurde Feronia auch Teil des römischen Staatskultes. Einer besonderen Beliebtheit erfreute sie sich bei Freigelassenen und Sklaven. Das Kastell offenbart neben seinen geometrischen Bezügen aber noch eine weitere Eigenart die bereits beim Kastell in Halheim zur Sprache kam, Auch hier liegt der Standort strategisch günstig, doch seine Sonnenbezüge offenbaren, dass der Ort wohl schon vor der Landnahme der Römer von Bedeutung war. Auf diesen Aspekt weisen drei die Sonnenaufgangspunkte die südlich des Kastells anvisiert werden können: Der Son. nenaufgang zur Wintersonnenwende über der Kapfenburg, der am 1. Februar über der Germhalde und der am Äquinoktium über dem Hornberg. Auf allen drei Bergen wurden später Burgen erbaut, von denen nur die Kapfenburg überdauert hat. Dies könnte also auch ein Hinweis sein, dass die Römer, wie später die christlichen Missionare, ihre An- lagen auf angestammte Kultorte errichteten, um so Religion und Gesellschaft am besten beherrschen zu können.

Sonnenbezüge in Rainau Buch

Bilder:Wikipedia / Ansicht des Südtores mit den aktuellen Schautafeln (2009), Haselburg-müller / Der hl. Josef mit Jesus, bulgarische Ikone (um 1850), Foto Unbekannt – Varna Archaeological Museum, Marsstatue, publikationen.uni-tuebingen.de Tafel 18 Ausschnitt, Simulation, Stellarium, Sunearthtools, opentopomap

Jupiter in Halheim

Halheim Luftbild

Das Kastell Halheim liegt zwischen Ellwangen und Tannhausen. Es wurde wahrscheinlich noch während der Herrschaft Hadrians errichtet und dann bis zum Fall des Limes mit des 3. Jhd`s genutzt. Seine Erforschung begann im Jahr 1894 durch die Grabungen der Reichslimeskommission. Dabei wurde die Größe des Kastells vermessen, sowie die Lage der Türme des 80m langen und bis zu 82.5m breiten Kastells identifiziert. Auch hier weist die Lage der Anlage, wie auch die vom rechten Winkel abweichende Geometrie der Kastellmauern auf Gedankengänge, die nicht rein vom Zweckdenken bestimmt waren.

Halheim Modell

Da bei der Fläche eigentlich die Form eines Quadrates zu erwarten gewesen wäre, lohnt sich an dieser Stelle die nähere Betrachtung des rechten Winkels. Er wird auch als Winkelmaß bezeichnet und zählt zu den ältesten Symbolen der Menschheit. Deshalb nimmt er auch heute in Gedankengebäude der Freimaurerei eine zentrale Stellung ein. Die Archäologin Marie E. P. König hält ihn für `ein Ordnungssystem, das uns heute noch be- kannt ist und die Basis der zivilisatorischen Kultur bildet´. In Ägypten war das Winkelmaß Ausdruck der Gerechtigkeit. Es bildete den Thron der Götter Osiris und Thot. Sie standen beide für die Bedeutung des Winkels als Zeichen der unbedingten Gerechtigkeit. Er war aber gleichzeitig auch eine Manifestation der Gottheit in der Welt, die durch unver- änd- erlichen Gesetze bestimmt wurde. Aus diesem Grund wurde das Winkelmaß mit seiner symbolischen Bedeutung auch als einzelnes Werkzeug den Mumien der Phara- onen in Goldblech gefertigt mitgegeben. Auch in China wurde das Prinzip des Winkel- maßes verehrt. Hier wurde des als Zuordnung von Himmel und Erde gesehen. Dabei re- präsentierte der Himmel das männliche, zeugenden Prinzip und die Urmutter Erde, das weibliche, empfangende Prinzip.

Ausrichtung des Kastells,  Karte / Foto Mediatus

Heute ist der rechte Winkel nur noch bei der Maßhaltigkeit von Bedeutung. Seine symbolische Bedeutung wird nur noch innerhalb der Freimaurerei gesehen und hier zählt er mit dem Buch des Heiligen Gesetzes und dem Zirkel zu den drei Hauptsymbolen Sie bilden die drei großen Lichter der Freimaurerei..R. Fischer schreibt dazu in seinen Er-läuterungen der Katechismen der Johannis-Freimaurerei: `Das Winkelmaß ist das Symbol der Gewissenhaftigkeit, das die menschlichen Handlungen nach dem Gesetz der Recht-winkligkeit, d. h. nach Recht, Gerechtigkeit und Menschlichkeit ordnet und richtet, auf dass dieselben immer regelrecht seien und sich innerhalb der rechten Schranken der göttlichen und menschlichen Gesetze halten. Es wird angelegt an die menschlichen Handlungen auf dass sie erkannt werden als frei von Eigennutz, getrieben von innerem Drang, ohne äußeren Zwang, in voller Erkenntnis des Rechten und Pflichtmäßigen.´

Wallerstein, Ausschnitt Postkarte

Eine nähere Betrachtung zeigt, dass die Abweichung der Kastellgeometrie vom rechten Winkel zwar nur minimal ist, aber wohl keinem Messfehler zuzuschreiben ist. Auch zeigt die Lage auf der Anhöhe, sowie die Zuordnung zum nahen Limes, wie hier mythologische Überlegungen eine wesentliche Rolle bei der Planung gespielt hatten. So erfolgte die Ausrichtung in nordöstliche Richtung auf den Sonnenaufgangspunkt am 23. April, dem Tag der Vinalia Priora, zu Ehren des Jupiter und die vom rechten Winkel abweichende Richt- ung nach Südosten, auf die Letztsicht des Sternes Altair am 1. April, dem Geburtstag der Venus. Auch ab diesem Standort ist die Vermutung nicht abwegig, dass das Kastell an einem Ort errichtet wurde, der für die einheimische Bevölkerung bereits von Bedeutung war. Auffällig ist hier die Beziehung Wallerstein im Nördlinger Ries, über dem zur Wintersonnenwende der Sonnenaufgang zu sehen ist. Neuere Funde am westlichen Ortsrand von Wallerstein weisen hier auf eine Besiedlung rund um den Burgberg bereits ab der Jungsteinzeit hin. Ebenso ist vom Kastell der Sonnenuntergang am 1. August über der höchsten Erhebung des Virngrundes, dem Hornbeg bei Ellenberg zu sehen.

Statue der fruchttragenden Ceres (Louvre, Paris), Foto ChrisO

Das Kastell wurde nicht symmetrisch zur Grenzbefestigung angelegt. Es wäre nahe- liegend gewesen, denn die sich verengenden Räume zwischen Kastell und Grenzwall hinderten Angreifer daran sich bei einem Überfall daran ihre Truppen zu entfalten. So gerieten die dreiecksförmigen Räume zur Falle. Wie bei den Außenkanten des Kastells, scheint aber auch die Richtung des Grenzwalls an dieser Stelle nicht nur rein praktischen Überlegungen gefolgt zu sein, denn an dieser Stelle folgt er der Erstsicht des Sternes Vega aus dem Sternbild Leier am ersten Tag der Ludi Cereris, der Spiele zu Ehren von Ceres. Die Tochter des Saturn und der Ops, war nicht nur die Göttin des Ackerbaues und der Fruchtbarkeit, sondern zugleich auch Gesetzgeberin. Der Limes war nicht nur die Verteidigungslinie, sondern eben auch die Trennlinie zwischen unterschiedlichen Gesetz-gebungen.. Ovid schreit über den Raub der Proserpina, der Tochter der Ceres : `Die mit Efeu bekränzte Calliope beginnt, zur Leier das Lob von Ceres (griech. Demeter), der Göttin des Ackerbaus, zu singen: `Alles ist Gabe der Ceres. Singen will ich von ihr. Oh könnte ich Lieder finden, würdig der Göttin….´

Bilder: Kastell Halheim, Weltkultur-Schwäbische Alb, Kastell Halheim, Modell. Landratsamt Ostalb /Wikipedia / Das Kastell und sein nächstes Umfeld; hauptsächlich nach den Befunden der RLK, Karte / Foto Mediatus / Osiris, Bild, LOOKLEX Encyclopaedia / https:/lostdudeistastrology.wordpress.com/2017/03/17 / Statue der fruchttragenden Ceres (Louvre, Paris), Foto ChrisO

Merkur in Lopodunum

Bronzefigur des Mercurius (1./2. Jhdt.), Jastrow

Merkur war ein äußerst vielseitiger Gott. In erster Linie war er Götterbote und in dieser Funktion überbrachte er vor allem die Beschlüsse des Zeus. Zugleich war Merkur Schutz- gott der Kaufleute, der Reisenden, der Hirten, aber ebenso ein Schutzgott der Gelehrten und Magier. Dies machte ihn zugleich zu einem Gott der Redekunst, des Schlafes und der Träume. Als hätten ihn all diese Aufgaben nicht ausgelastet, hatte er auch noch die Aufgabe, die Toten bis zum Fluss des Vergessens zu bringen und war damit ein Seelen-führer ins Reich der Unterwelt. Der Ursprung seines Namens wird im lateinischen Wort merx, die Ware, gesehen. Mythologisch hat er sich aus dem etruskischen Gott Trums, so-wie dem griechischen Gott Hermes entwickelt. Hermes entstammte der Verbindung von Zeus und der Nymphe Maia. Bereits am Tag seiner Geburt zeigte sich Merkurs außer-ordentliche Begabung, denn er stahl seinem Bruder Apollon 50 Rinder. Die versteckte er dann in der Höhle wo seine Wiege stand. Zwei der gestohlenen Rinder opferte der junge Gott dann den 12 olympischen Göttern, zu denen er selbst auch dazu zählte. Mit der Zahl 48 erscheinen die damals bekannten 48 Sternbilder durch und die Zahl 12 steht sinnbildlich für 12 Monate des Jahres, aber auch für den Tierkreis. Zurückgekehrt in seine Höhle, baute Hermes dann aus einer gefangenen Schildkröte eine Lyra und aus den Därmen der Rinder fertigte er die 7 Saiten der Lyra,. Apollon war außer sich, da er als Gott der Weissagung nicht wusste wo seine Rinder verblieben waren. Zeus sollte den Streit schlichten und so befahl er Hernes / Apollon den Ort des Versteckes zu zeigen. Damit er ebenso schnell fliegen konnte, bekam er geflügelte Schuhe.

Skulptur Merkur und Minerva im Blüherpark in Dresden, SchiDD

Als Gott der Künste war Apollon von der Lyra begeistert und schenkte Hermes zum Aus- gleich einen goldenen Stab und lehrte ihm auch die Kunst der Weissagung. In Darstell- ungen war dies der caduceus, der Heroldstab. Zugleich trug Merkur stets sein Füllhorn, einen Geldbeutel. Mehr als noch bei den Römern fand der Merkurkult Zuspruch im Norden. In Gallien wurde er dem dortigen Gott Teutates gleichgesetzt, aber auch Lugus, dem keltischen Lugh. Durch diese Gleichsetzung des Mercurius mit Teutates wurde der Gott der Händler laut Tacitus zum Hauptgott der germanischen Stämme. In Nordosten Galliens bekam er dann auch eine Gefährtin in Gestalt der Göttin Rosmerta. Belegt ist sie in der Rolle als Wohlstandsgöttin durch Funde von Weiheinschriften in mehreren Tempeln. wie in Trier und Koblenz. Zudem galt Merkur dort auch als Erfinder der Künste, eine Eigen- schaft, die auch dem Gott Lugh zugesprochen wurde.

Lopodunum, Modell von Forum und Basilika (100 n. Chr,),Wolfgang Sauber

Der Name der Siedlung Lopodunum, aus der der heutige Ort Ladenburg hervorging, wird auf eine Abwandlung der keltischen Worte Locus, der Binnensee, und dunon, die befestigte Stadt zurückgeführt. Der Name, der auf einem Schwemmkegel des Neckars errichteten Stadt könnte also als Seeburg interpretiert werden. Ohne Abwandlung verweist der erste teil des Namens aber auf lopos, den Fuchs. Er gilt zwar als heiliges Tier des Gottes Dionysos / Bacchus, doch mit seinen Eigenschaften, List und Schlauheit wird er auch oft mit dem Trickster Gott Hermes / Mercurius in Verbindung gebracht. Im römischen Reich wurde er am 15. Mai zusammen mit der Göttin Maia gefeiert. In Rom galt Merkur als Beschützer der Stadt und des wichtigen Kornhandels. Ihm wurde bereits 495 v. Chr. ein öffentlicher Kultus, in Gestalt eines Tempels am Circus Maximus einge-richtet. Gleichzeitig wurde auch eine Zunft der Kaufleute geschaffen, deren Mitglieder sich mercuriales nannten.

Kastell Ladenburg, Ausrichtung

Am 15. Mai, dem Stiftungstag des Merkur Tempels und der Zunft opferten die Kaufleute dem Gott und seiner Mutter Maia, anschließend be- sprengten sie aus einer ihm geweihten Quelle an der Porta Capena ihre Häupter und ihre Waren mit Wasser. Mit der Ausdehnung des Reiches verbreitete sich der Kult in den Norden, wo Merkur zu einem der beliebtesten Götter wurde. Hier soll er laut Tacitus, auch dem germanischen Gott Wodan/Odin gleichgesetzt worden sein. Wie der Anfangsteil des Namens Lopodunum auf den Fuchs als Sinnbild der Schläue Merkurs verweist, so verweist hier auch die Ausrichtung des Kastells auf den äußerst vielseitigen römischen Gott, denn mit einer Achse war es auf den Sonnenaufgang am 15. Mai ausgerichtet. Im Jahr Jahr 98 n. Chr. erhob der römische Kaiser Trajan Ladenburg zum Hauptort der Civitas Ulpia Sueborum Nicrensium. Lopodunum erfüllte damit im 2. und 3.Jhd. die Funktion eines Zentralortes im unteren Neckargebiet, dem Kraich- gau und der Bergstraße. Auch die im Jahr 1935 ausgegrabene Marktbasilika verweist auf die Bedeutung des Ortes für den Handel, denn mit einer Größe von 73m×47m zählte sie zu den größten römischen Monumentalbauten nördlich der Alpen. Daher scheint es nur allzu selbstverständlich, auch das Kastell auf den Tag Merkurs auszurichten.

Bilder: Wikipedia / Bronzefigur des Mercurius (1./2. Jhdt.), Unbekannt – Jastrow, Skulptur Merkur und Minerva im Blüherpark in Dresden, SchiDD / Konstanz ( Baden-Württemberg ). Archäologisches Landesmuseum Baden-Württemberg: Modell von Forum und Basilika ( 100 n. Chr, ) des römischen Lopodunum ( Ladenburg ),Wolfgang Sauber / Lopodunum, Modell von Forum und Basilika (100 n. Chr,),Wolfgang Sauber /Simulation sunearthtools