Domus Augustana und die Lyra

Ruinen der Domus Augustana über dem Circus Maximus, Foto, MM (talk | contribs)

Das ursprünglich eher bescheiden Anwesen des Augustus änderte sein Aussehen sich im Laufe der Geschichte. Bereits während der Regentschaft des Kaisers wude es Teil eines Apollotempels und nach dem Tod von Augustus wurde es zu enem heuiogtum des uDivus Augustus umgewandelt. Die späteren iulisch-claudischen Kaiser bewohnten und veränderten die Bausubstanz weiter. Unter Domitian zweigeschossige Wohnanlage ver- fügte die Anlage dann über zwei Peristyle und wurde dann der gesamte Palastkomplex zu einer Anlage für Repräsentationszwecke umgebaut. Dabei diente die Domus Flaviana nur der Repräsentation und die im Südosten des Hügels gelegene Domus Augustana dann als privater Wohnbereich der kaiserlichen Familie. Auch das umge- baute Gebäude hatte wieder 2 Stockwerke, wobei das obere niveaugleich mit der Domus Flaviana war. Auf dieser Ebene lag ein Peristyl mit einem Wasserbassin in dem ein Heiligtum lag. An den zentralen Perystil im Süden schloss sich eine gewaltige Exedra an, die den Blick auf die Kaiserloge des Circus Maximus freigab. Wagenrennen waren hier das bevorzugte Schauspiel dass das Publikum anzog.

Roma – Palatino, Domus Augustana Foto MarkusMark,

Der Schutzgott dieser Zirkusspiele war der Gott Neptun, dem die Römer auch die Er- schaffung der Pferde zuschrieben. Bereits zeitgenössische Historiker charakterisierten das Bild des Kaisers Domitians höchst zwiespältig. So bezeichnete Plinius der Jüngere ihn als den schlechtesten Kaiser von allen und nannte ihn einen unmenschlichen.Auch Tacitus beklagte schlechten Charakter Domitians, den er als grausam, niederträchtig und dem Jähzorn verfallen beschrieb. Trotz all dieser negatoen Eigenschaften besaß Domitian eine große Vorliebe für die Künste. Dies erkannte auch Marcus Fabius Quintilianus;, der erste staatlich besoldete Rhetoriklehrer in Rom, denn er rühmte Domitian gleich mehrmals als großen Epiker. In die gleiche Richtung zielte auch das Lob des für seine Epigramme bekannten Dichters Martialis. Er pries Domitian als Herr der 9 Schwestern, den göttlichen Musen.

Büste des Domitian, Kapitolinische Museen. Foto Jastrow

Die Lyrik wurde meist auch mit einer Lyra vorgetragen, so dass dieses Instrument zum Namensgeber und dem Sinnbild der Dichtkunst wurde. Damit wurde sie ebenso zum Attribut der beiden Musen des Gesanges und Tanzes, Erato und Terpsichore. Sie war auch Geliebte des Gottes Apollo, der von Hermes, dem Erfinder der Lyra das Instrument einst geschenkt bekam. Laut der Erzählung war Hermes kaum geboren, als er eines Tages aus seiner Wiege kletterte und eine Schildkröte tötete. Aus ihrem Panzer fertigte er dann die erste Lyra, indem er sie mit Fell bespannte und Saiten daran befestigte. Mit ihren 7 Saiten wurde die Lyra dann zu einem Attribut der Musen des Gesanges und des Tanzes. Auf Grund ihrer symmetrischen Grundform stand sie auch für den Aspekt der Harmonie im philosophischen Modell der Pythagoreer. Die Neuplatoniker des 5. Jahr- hunderts sahen in der vierseitigen Lyra, dem Tetrachord dann ein Symbol für des Feuer, für die Luft und für das Flüchtige. Unter ihnen war auch der spätantike Philosoph Salustios, der den Saiten stimmenden Apollon als den Ausdruck einer überkosmischen Kraft sah, die einen Bestand der Schöpfung garantierte. Diese Verbindung Domitians mit der Lyrik verkörpert gleich in doppelter Hinsicht das Sternbild der Leier.

Mosaik aus Arae Flaviae (Dominikanermuseum Rottweil) Foto Agnete

Der Sage zufolge, gab Apollon das Instrument einst dem berühmten Sänger Orpheus, der mit dem Spiel der Leier seine nach einem Schlangenbiss verstorbene Frau Eurydike aus dem Hades erlösen wollte. Laut der Erzählung war er der Sohn der Muse Kalliope und des Gottes Apollon. Unter all den zeitgenössischen Sängern galt Orpheus als der beste. Mit seiner Musik betörte er nicht nur die Götter und die Menschen, sondern sogar auch Tiere, Pflanzen und Steine. Sogar die Bäume sollen sich zu ihm geneigt haben, wenn er spielte. Auch wilde Tiere, so die Sage, haben sich friedlich um ihn geschart und selbst die Felsen weinten angesichts seines schönen Gesangs. Bei seinem Gang in die Unterwelt wäre es Orpheus auch fast gelungen seine Geliebte zu erlösen, doch eine Unvorsichtigkeit des Sängers verhinderte dies. Zum Andenken an Orpheus und seine Musik wurde die Leier nach seinem Tod dann an den Himmel versetzt. An ihn und seine Mutter, eine Tochter des Zeus/Jupiter erinnerte dann auch die erste Sicht auf den Stern Vega aus dem Sternbild Lyra am Abend des Jupiterfeiertages, dem 23. April. Auf diese Sicht im Nordosten war die Achse der Palastanlage gerichtet. Auch die senkrecht dazu verlaufende Achse weist auf ein beliebtes Motiv der Dichtkunst, den Schwan. Laut einer der Orpheussagen soll der Dichter, nachdem er von thrakischen Frauen getötet wurde, es vorgezogen haben, als Schwan wieder aufzuerstehen.

Ausrichtung der Domus Augustana

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Building a Lyre and Playing Sappho — SENTENTIAE ANTIQUAE

Zitat

My name is Mary McLoughlin, and I am the creator of the Playing Sappho project (and of many lyres). Playing Sappho is both the name of my project, and my website where I have a blog and YouTube page dedicated to helping people re-create the music of Sappho, through How-To guides on building lyres, and […]

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