Der Tempelberg – als Gott eine Frau war

Tempelberg Luftbild

Salomos Code sollte zeigen, dass nach den biblischen Maßen der Tempel Salomos nicht gebaut werden konnte. Viel mehr stellten die Maße das verschlüsselte Zahlenmodell eines neuen Glaubens dar. Sicher geschah dies in einer Umbruchsphase und Konsolidierung einzelner Stämme im Siedlungsgebiet Palästinas. Doch was war der Tempelberg, der heute von Juden und Moslems gleichermaßen beansprucht wird. War dieser Ort wo der 2. Tempel und am Ende der herodianische Tempel stand, wenigstens das Bauwerk in dem sich die neue Lehre der Israeliten manifestierte? Herodes, der damalige Herrscher und Erbauer des letzten 2. Tempels war ein römischer Klinetelfürst, also ein abhängiger Herr- scher des mächtigen römischen Imperiums. Bereits das Plateau auf dem er errichtet wurde und die daraus resultierenden zahlreichen Rekonstruktionsversuche lassen seine monumentale Wirkung erahnen. Die antiken Bewohner, sowie die Besucher Jerusalems muss damals das Bauwerk in Staunen versetzt haben. Doch schriftliche Zeugnisse die das Bauwerk beschreiben, gibt es aus dem religiösen Umfeld. So steht im Markus-evangelium MK13.1/2, der Ankündigung der Tempelzerstörung: `Als Jesus den Tempel verließ, sagte einer von seinen Jüngern zu ihm: Meister, sieh, was für Steine und was für Bauten!Jesus sagte zu ihm: Siehst du diese großen Bauten? Kein Stein wird auf dem andern bleiben, alles wird niedergerissen.´ Auch die rabbinische Literatur berichtet über dieses Bauwerk. Dort steht: (bSukka 51a) `Wer den Bau des Herodes nicht gesehen hat , hat nie ein prachtvolleres Gebäude gesehen´. Einer der wichtigsten Zeitzeugen war der römisch-jüdische Geschichtsschreiber Flavius Josephus. Er spricht von einem Bau spricht der jede Erwartung übertroffen hat. Mit richtigem Namen hieß Joseph ben Mathitjahu und war der Sohn einer angesehenen priesterlich-königlichen Familie aus Jerusalem. Während des Jüdischen Aufstandes gegen Rom in den Jahren von 66 bis 70 war Josephus zunächst jüdischer Militärkommandeur in Galiläa und mit den Befest-igungen im Raum Galiläa betraut. Während der Belagerung Jerusalems diente er den Römern als Dolmetscher. Dabei versuchte er vergeblich den Tempel des Herodes zu schonen und zwischen den verfeindeten Parteien zu vermitteln. Alle Anstrengungen nutzten jedoch nichts und Jerusalem wurde im Jahr 70 von römischen Truppen unter dem Kommando von Vespasians Sohn Titus erobert. Anschließend soll de Tempel zerstört worden sein.

Tempelberg zu Herodes’ Zeiten

Auch über die Innere des Tempels berichten nur Texte der Bibel oder der Thora. So wird noch über den salomonischen Tempel berichtet, dass in seinem Allerheiligsten unter den Flügeln zweier großer Kerubim die Bundeslade stand. Im Hauptraum, dessen Wände mit Zedernholz verkleidet waren, stand der Räucheraltar. Eine ähnlichen Aufbau soll der herodianische Tempel besessen haben, wobei die Frage eines dort aufgestellten Gottes-bildes unter Wissenschaftlern bis heute umstritten ist. Im Vergleich zu den Texten spricht die schiefwinklige Geometrie der Anlage jedoch eine völlig andere Sprache. Sie entspricht ganz der Geometrie mit der römische Kastelle oder Städte angelegt wurden. Auch sie wurden keinesfalls rechtwinklig errichtet, sondern ihre Fluchtrichtungen bezogen sich auf Sonnenaufgänge oder Sternsichtungen zu wichtigen Götterfeiertagen. So zeigt die Richtung der südlichen Begrenzung, die heutige Klagemauer auf den Sonnenaufgang während des römischen Ceresfestes. Auch die Ausrichtung des Tempels ist von einem weiblichen Götterkult bestimmt, denn dessen Achse weist auf den Sonnenaufgang am Beginn der Ludi Megalensis, dem Fest zu Ehren der Magna Mater. Auch die östliche nach Norden weisende Mauer ist nicht nach freiem Ermessen gebaut wurden, denn sie weist auf die erste Sicht des Polarsternes am 1. Tag des Jahres hin. Auch die östliche Mauer  des Tempelberges ist ganz der römischen Tradition verpflichtet und weist auf die Sicht des Altair am 1.April. An diesem Tag feierte Rom mit den Venerailien den Geburttstag der Venus. Alle Daten wären in einem vom Mond bestimmten jüdischen Kalender so nicht möglich gewesen.

Ausrichtung des Tempelberges

Die römische Göttin Ceres ist eine alte italische Göttin. Die Römer verehrten sie als Herrin der Erdkräfte, des Wachstums und Reifens. Ceres,war die Tochter des Saturnus und der Ops. Mit dem obersten Gott Jupiter zwei Kinder, Proserpina und einen Jungen. Die Namen und Attribute der Ii gesamten Mittelmeerraum wurden zahlreiche Göttinnen verehrt, die alle verschiedene Aspekte des Weiblichen verkörperten. Sie waren einerseits Jungfrau und Beschützerin der Jungfräulichkeit, andererseits aber auch Mutter und Symbol der Fruchtbarkeit. So verkörperte Kybele die Fruchtbarkeit der Natur und vereinigt als Jungfrau, Braut und Mutter Die griechische Demeter wurde von Römern adaptiert und wandelte sich zur Göttin Ceres. Die Babylonier verehrten Ischtar/ Astarte, die bei den Kaananitern, Philistern und Juden als Aschera lange vor Jahwe verehrt wurde. Doch nicht nur die Geometrie verweist hier auf einen Cereskult auf dem Tempelberg, auch Andeutungen die Jesus zugeschrieben werden zeigen in die gleiche Richtung. In einer Rede nennt er Herodes Antipas, den Sohn des Herodes, einen Fuchs. Eine Deutung für diesen Vergleich konnte bis heute nicht gefunden werden. Doch der Fuchs ist ein heiliges Tier jener Getreidegöttin Ceres . Noch bis in die 30-er Jahre gab es den besonders in Deutschland und Frankreich verbreiteten Brauch des Kornfuchses. Im Volksglaube saß er als letzte Garbe auf dem Feld. Bereits in frühen Kulturen stand der Fuchs durch seine Höhlen in Verbindung zu Erd- und Totengöttinnen. Innerhalb der mythologischen Entwick- lung entstand so auch die Vorstellung eines Kreislaufes Sexualität, Leben und dem Tod. Der Verweis auf den Fuchs kann also auch als Hinweis auf die Ceres- und Magna Mater Verehrung des römischen Klinetelkönigs Herodes verstanden werden.Damit wäre der Tempelberg einst das Heiligtum einer Fruchtbarkeits- und Getreidegöttin gewesen. Auch der Beiname Jerusalems, Tochter Zion, verweist auf eine Tradition, in der Stadtgöttinnen über die Städte des Orients herrschten.

Statue der fruchttragenden Ceres (Louvre, Paris)

Fotos: Wikipedia / Luftbild; Southern aerial view of the Temple Mount, Al-Aqsa Mosque , Andrew Shiva / Tempelberg zu Herodes’ Zeiten. Modell im Israel Museum, Jerusalem., Berthold Werner / Statue der fruchttragenden Ceres (Louvre, Paris), Unbekannt – ChrisO (2004); AnonMoos / Simulation Stellarium, Sunearthtools

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