Dalkingen und die Ordnung der Zahl

Das Limestor wurde in sechs Ausbauphasen errichtet (1995).. Foto Mediatus (H.J.

Um römische Bauwerke besser verstehen zu können, lohnt sich ein Besuch der Website von Armin Rieble. Dort präsentiert der Gymnasiallehrer aus Stephanskirchen seine Er- kenntnisse, nachdem er in den 80-er Jahren auf das berühmte Satorquadrad gestoßen war. Der mathematische Schriftsteller und Rätselspezialist Dr. Aloys Christof Wilsmann vermutete einst hinter dem fünfzeiligen Palindrom, das waagerecht wie senkrecht die gleiche Wortstruktur darstellt, ein mathematisches Rätsel. Aufbauend auf dessen Erken- ntnis erforschte Rieble die mathematisch-sprachliche Struktur des Hexagramms, des Tetraktyssternes und dessen Bedeutung für die römische Geisteswelt. Doch Ursprung dieses komplexen Systems mathematisch-symbolischer Bedeutungen liegt in in den Erkenntnissen des griechischen Mathematikers und Philosophen Pythagoras. Er hatte einst erkannt, dass in den zahlen 1-4 das gesamte Zahlsystem enthalten ist. So nannte er die Schichtung der Zahlen 3, 2 und 1 zu einer Pyramide nannte er Tetraktys. Die Vierer- gruppe. Innerhalb der Schule des Pythagoras bildete sich dann die Lehre von der symbol- ischen Bedeutung der Zahlen heraus, die später von den Römern im Rahmen des Vesta- kultes übernommen wurde.

Tetraktys

Tetraktys als gleichseitiges Dreieck, geometrische Darstellung der 4.Dreieckszahl., Grafik:Jossifresco

Der römischen Gründungslegende zufolge, wurde der Kult vom sabinischen König Numa Pompilius eingeführt. Es war der Kult des heiligen Herdfeuers, das von Aenaes aus Troja nach Italien gebracht worden war. Römische Konsuln und Diktatoren opferten ihm, doch das heilige Feuer wurde auch in den neu gegründeten Kolonien entzündet. Ovid schrieb einst, dass der Numa ein Schüler des Pythagoras gewesen sei, doch beide Biografien trennt mehr als 2 Jahrhunderte. Dennoch bietet der Erwähnung der außerordentlichen mathematischen Kenntnisse des Königs einen Hinweis auf die Bedeutung von Zahlens-ymboliken. Sie zeigten sich auch in seinem neuen Kalender, wo Numa der gängigen Zählung von 10 Monaten zwei weitere hinzugefügt haben soll. Deshalb wurde Numa von römischen Schriftstellern zu einer besonderen Person von kulturhistorischer Bedeutung verklärt. Cicero rühmte in seiner Schrift `De re publica´ seine besondere zivilisatorische Leistung, in dem er dessen Verdienst hervorhob, das einst rohe und wilde Gemüt des Volkes zur Menschlichkeit und Sanftmut zurückgebracht zu haben.

Ansicht von Südosten (2009), Foto Haselburg-müller

So soll Numa den Römern beigebracht haben, Beute zu machen, auch ohne große Ver- wüstungen anzurichten. Seinem Volk habe er in den 39 Jahren einer Regierungszeit höchsten Frieden und Ruhe geschenkt. Auch hier scheint die symbolische Bedeutung durch, den die Zahl 39 hat die Quersumme 12 und die verweist damit auf den Tierkreis, wie auch auf den Vollkreis. Aber sie verweist ebenso auf das Hexagon, das sich in drei sich gegenüberstehende Dreiecke mit je 13 Elementen aufteilen lässt. Das Anangramm VESTA VETAS heißt VESTA, du verbietest. Durch das nicht aussprechen wurde das göttliche Mysterium geschützt, dessen geistiges Wesen sich in Zahlenbedeutungen äuß- erte. Unaussprechbares führte so zu rationalem Denken und Handeln.. Dies bedeutete die Freiheit in der Erforschung der Zahlen als Ausdruck göttlicher Weisheit und gleichzeitig aber eine Gefangenschaft in diesem Kosmos selbst konstruierter Bedeut-ungen. Innerhalb dieses System wurde Roma zur sakralen Idee stilisiert, deren numer- ische Bedeutung mit der göttlichen Macht verbunden war. Im Christentum stieß diese Idee naturgemäß auf Ablehnung. Dennoch konnte sich die neue Glaubenslehre nicht von der pythagoreischen Lehre freimachen und so wurden auch die biblischen Texte nach der gleichen Zahlenlogik geschaffen, mit der die römischen Dichter Vergil oder Horaz die römische Götterleg- enden niedergeschrieben hatten.

Ausrichtung des Limestores in Dalkingen

Sie führen zurück zum Tor in Dalkingen, das mit einem Azimut von 29° nach Nordosten gerichtet ist. Damit vereint die Ausrichtung Zahlen- aber auch astronomische Symbolik. Innerhalb des Tetraktyssystem lässt sich die 29 als Durchmesser eines Kreises darstellen in dem jeweils von der Mitte aus die Zahlen 1 bis 5 angetragen werden. Dabei bilden dann die Zahlenpunkte die Summe 17 und die Strecken die 12. Beide zahlen verweisen damit als Bild auf den alles beherrschenden Horizont des römischen Imperium das beim Durchschreiten des Tores erreicht wurde. Der Blick zum Himmel weist hier auf ein Bild das bereits Gegenstand eines Artikels war, die aus Kleinasien adaptierte Göttin Kybele, die als Magna Mater Teil des religiösen Staatskultes Roms wurde. Auf sie verweist am frühen Morgen des letzten Tages der Magna Mater Feiern Capella, die Verstirnung der göttlichen Ziege. Sie nährte Zeus/ Jupiter bei seiner Flucht vor seinem Vater. Genau im Winkel vom 90° dazu ist am 24. Januar der Sonnenaufgang an Sementivae, dem vom 6. römischen König gestifteten Gaufest zu Ehren von Ceres und Tellus zu sehen. Dass neueste Forschungen hier gar eine Tempelanlage vermuten, ist aus dieser Sicht also gar nicht so abwegig.

Darstellung der Zahl 29 , aus http://www.decemsys.de

Bilder.Wikipedia / Das Limestor wurde in sechs Ausbauphasen errichtet (1995).. Foto Mediatus (H.J. / Tetraktys als gleichseitiges Dreieck – geometrische Repräsentation der vierten Dreieckszahl., User:Jossifresco – Hemenway, Priya – Divine Proportion pp.63, Sterling Publishing, ISBN 1-4027-3522-7 / Ansicht von Südosten (2009), Foto Haselburg-müller / Simulation, Google Earth, Stellarium, Sunearthtools

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Für Magna Mater gebaut

Ausgrabungsreste der Villa rustica, Foto Schwäbin

Am westlichen Ortsende Nürtingens wurden vom 1988 bis 1990 die Reste eines röm- ischen Gutshofes vom Landesdenkmalamt Baden-Württemberg freigelegt. Teilweise ge- schah dies in Zusammenarbeit mit Helfern des Schwäbischen Heimatbundes. Der Gutshof vom Bautyp der Villa rustica wurde um 100 n. Chr. hier errichtet. Knapp 123 Jahre später wurde die Anlage durch einen Band zerstört, der die Folge eines Alemannen-einfalles gewesen sein könnte. Die Anlage in Nürtingen unterscheidet sich von denen, im Kernland des Römischen Reiches gebauten Villen, denn in Gallien und Germanien wurde die Villa oft als Porticusvilla ausgeführt: Bei dieser Ausführung gliedert sich die Front in die beiden Eckrisaliten und den dazwischenliegenden Porticus, einer zur Sichtachse weis- ende offene Säulenhalle. An diese zentral liegende Säulenhalle grenzten die Wohn- und Arbeitsräume des Hausherrn und seiner Familie. Diese meist großzügig angelegten Räumlichkeiten verfügten in der Regel auch über einen adäquaten Standard, wie be- heizbare Baderäume, oder Badehäuser. Oftmals wurde auch ein Teil der Räume durch eine Fußbodenheizung mit Wärme versorgt. Ebenso waren geräumige Kellerräume vor-handen, in den auch das obligatorische Hausheilgtum lag, das den Laren oder ander- en Schutzgöttern geweiht war.

Ausrichtung der Villa rustica

Wie bei andren römischen Bauwerken, lässt sich auch beim Gutshof in Nürtingen eine eindeutige Ausrichtung auf einen Sonnenaufgang an einem wichtigen Tag im römischen Kalender identifizieren. Es ist der 11. April, der letzte Tag der Ludi Megalenses, der Feiern zu Ehren von Magna Mater. Die phrygische Fruchtbarkeitsgöttin, die am Berg Ida in Kleinasien verehrt wurde, spielte eine entscheidende Rolle in der römischen Ge- schichte.Während des 2. Punischen Krieges geriet Rom in eine existenzielle Krise. Nach verlorenen Schlachten sah sich Rom von den Göttern verlassen und deshalb die Not- wendigkeit deren Schutz wieder zurückzugewinnen. Eine Befragung des Orakels in Delphi und den Sibyillinischen Büchern ergab übereinstimmend, dass sich das Kriegsglück Roms erst ändern würde, wenn die in Pessinus und auf dem Berg Ida verehrte Göttin Mater Idaea, nach Rom gebracht würde. Eine hochrangige Delegation römischer Adliger reiste deshalb nach Pergamon, wo ihnen der dortige Herrscher König Attalos, den heil- igen, schwarzgrauen Meteorstein aus dem Tempel von Pessinius übergab. Er wurde als Verkörperung der Muttergottheit gesehen. Nach dem Eintreffendes Steines in Rom wurde er während einer feierlichen Zeremonie in den Tempel der Victoria auf dem Palatin gebracht. Die Prophezeiungen erwiesen sich tatsächlich als richtig, denn noch im selben Jahr wurde die punische Armee bei Zama vernichtend geschlagen.

Reliefdarstellung des Magna-Mater-Tempels,Villa Medici, Rom, Foto Sailko

Die phrygische Göttin hatte Rom ihren ersten großen Dienst erwiesen. Karthago wurde Teil des Römischen Reiches und damit zu einem wichtigen Getreidelieferant. Zu Ehren der Magna Mater wurde nun ein neuer Tempel erbaut, der am 10. April 191 v. Chr. einge- weiht wurde. 3 Jahre später wurden dann die Ludi Megalenses eingeführt. Trotz des Er- folges der Magna Mater stieß der Kult bald darauf auf Ablehnung innerhalb der Bevölkerung. Mit der Göttin waren auch Priester aus Kleinasien gekommen, die entgegen den kultischen Traditionen, ihre Zeremonien lärmend, mit Flötenspiel und wallenden Gewändern auf den öffentlichen Plätzen Roms vollzogen. Zudem war der mit der Magna Mater verbundene Atiskult, bei dem eine rituelle Kastration der Priester erfolgte vielen Bürgern zu anstößig. All dies änderte sich grundlegend während der Herrschaft von Augustus. Die phrygische Fruchtbarkeitsgöttin wurde nun zu einer trojanischen Gottheit erklärt und damit wurde sie automatisch auch Teil der römischen Gründungslegende, denn auch die Römer sollen ja auf Grund ihres Stammvaters Aeneas Abkömmlinge jenes legendären Stadtstaates gewesen sein. Die Göttin wandelte sich nun zur gütigen Göttin und Ovid berichtete, dass Augustus sogar gegenüber dem Tempel der Magna Mater wohne, den er nach einem Brand wieder aufbauen ließ. Augustus, der seine eigene trojanische Herkunft stets betonte, stellte die Göttin sogar in seine eigene Ahnenreihe imd gleichzeitig in eine Reihe mit Gottheiten wie Mars Ultor, Venus Genetrix, Apollo, Diana, Latona und Vesta. Laut den Schriften Ovids, war Magna Mater nun die Mutter der Götter, der das erste Fest im römischen Jahr zusteht.

Weibliche Statuette von Samarra, 7.Jahrtausend v.Chr., Foto PHGCOM

Nach Auffassung des Autos Manfred Ehmer, war diese Gottheit jedoch bereits von den Völkern der Megalithkultur nach Europa gebracht worden. In dieser Frühkultur Europas soll sie als Urmutter allen Seins verehrt worden sein. Ehmer sieht zahlreich Kultanlagen als Beweis für die Verehrung dieser Urgottheit, die auch für den damaligen Totenkult eine wichtige Rolle spielte. Kosmische Bezüge sieht er als einen der wichtigen Aspekte dieser Gottheit, denn Ehmer glaubt, dass die damalige Kultur die Erde in einem lebendigen Gesamtzusammenhang mit dem Kosmos sah. Die Fruchtbarkeit der Erde ermöglichen aber erst die fließenden Gewässer und die verkörperte der altitalische Gott Volturnus, dessen fest am 27.August gefeiert wurde. Damit erzählt die Anlage in Nürtingen von den beiden Gottheiten, deren Wirken für einen gedeihlichen Betrieb der Landwirtschaft unabdingbar war.

Kybele Relief von Manisa, Postkarte um 1900, Anonym

Bilder: Wikipedia, Ausgrabungsreste der Villa Rustica, Foto Schwäbin / Reliefdarstellung des Magna-Mater-Tempels,Villa Medici, Rom, Foto Sailko / Weibliche Statuette von Samarra, 7.Jahrtausend v.Chr., Foto PHGCOM / Kybele Relief von Manisa, Postkarte um 1900, Anonym – Scanned from an İzmir guide prepared on the occasion of 2005 Universiade Games / Simulation sunearthtools, stellarium

Der Tempelberg – als Gott eine Frau war

Tempelberg Luftbild

Salomos Code sollte zeigen, dass nach den biblischen Maßen der Tempel Salomos nicht gebaut werden konnte. Viel mehr stellten die Maße das verschlüsselte Zahlenmodell eines neuen Glaubens dar. Sicher geschah dies in einer Umbruchsphase und Konsolidierung einzelner Stämme im Siedlungsgebiet Palästinas. Doch was war der Tempelberg, der heute von Juden und Moslems gleichermaßen beansprucht wird. War dieser Ort wo der 2. Tempel und am Ende der herodianische Tempel stand, wenigstens das Bauwerk in dem sich die neue Lehre der Israeliten manifestierte? Herodes, der damalige Herrscher und Erbauer des letzten 2. Tempels war ein römischer Klinetelfürst, also ein abhängiger Herr- scher des mächtigen römischen Imperiums. Bereits das Plateau auf dem er errichtet wurde und die daraus resultierenden zahlreichen Rekonstruktionsversuche lassen seine monumentale Wirkung erahnen. Die antiken Bewohner, sowie die Besucher Jerusalems muss damals das Bauwerk in Staunen versetzt haben. Doch schriftliche Zeugnisse die das Bauwerk beschreiben, gibt es aus dem religiösen Umfeld. So steht im Markus-evangelium MK13.1/2, der Ankündigung der Tempelzerstörung: `Als Jesus den Tempel verließ, sagte einer von seinen Jüngern zu ihm: Meister, sieh, was für Steine und was für Bauten!Jesus sagte zu ihm: Siehst du diese großen Bauten? Kein Stein wird auf dem andern bleiben, alles wird niedergerissen.´ Auch die rabbinische Literatur berichtet über dieses Bauwerk. Dort steht: (bSukka 51a) `Wer den Bau des Herodes nicht gesehen hat , hat nie ein prachtvolleres Gebäude gesehen´. Einer der wichtigsten Zeitzeugen war der römisch-jüdische Geschichtsschreiber Flavius Josephus. Er spricht von einem Bau spricht der jede Erwartung übertroffen hat. Mit richtigem Namen hieß Joseph ben Mathitjahu und war der Sohn einer angesehenen priesterlich-königlichen Familie aus Jerusalem. Während des Jüdischen Aufstandes gegen Rom in den Jahren von 66 bis 70 war Josephus zunächst jüdischer Militärkommandeur in Galiläa und mit den Befest-igungen im Raum Galiläa betraut. Während der Belagerung Jerusalems diente er den Römern als Dolmetscher. Dabei versuchte er vergeblich den Tempel des Herodes zu schonen und zwischen den verfeindeten Parteien zu vermitteln. Alle Anstrengungen nutzten jedoch nichts und Jerusalem wurde im Jahr 70 von römischen Truppen unter dem Kommando von Vespasians Sohn Titus erobert. Anschließend soll de Tempel zerstört worden sein.

Tempelberg zu Herodes’ Zeiten

Auch über die Innere des Tempels berichten nur Texte der Bibel oder der Thora. So wird noch über den salomonischen Tempel berichtet, dass in seinem Allerheiligsten unter den Flügeln zweier großer Kerubim die Bundeslade stand. Im Hauptraum, dessen Wände mit Zedernholz verkleidet waren, stand der Räucheraltar. Eine ähnlichen Aufbau soll der herodianische Tempel besessen haben, wobei die Frage eines dort aufgestellten Gottes-bildes unter Wissenschaftlern bis heute umstritten ist. Im Vergleich zu den Texten spricht die schiefwinklige Geometrie der Anlage jedoch eine völlig andere Sprache. Sie entspricht ganz der Geometrie mit der römische Kastelle oder Städte angelegt wurden. Auch sie wurden keinesfalls rechtwinklig errichtet, sondern ihre Fluchtrichtungen bezogen sich auf Sonnenaufgänge oder Sternsichtungen zu wichtigen Götterfeiertagen. So zeigt die Richtung der südlichen Begrenzung, die heutige Klagemauer auf den Sonnenaufgang während des römischen Ceresfestes. Auch die Ausrichtung des Tempels ist von einem weiblichen Götterkult bestimmt, denn dessen Achse weist auf den Sonnenaufgang am Beginn der Ludi Megalensis, dem Fest zu Ehren der Magna Mater. Auch die östliche nach Norden weisende Mauer ist nicht nach freiem Ermessen gebaut wurden, denn sie weist auf die erste Sicht des Polarsternes am 1. Tag des Jahres hin. Auch die östliche Mauer  des Tempelberges ist ganz der römischen Tradition verpflichtet und weist auf die Sicht des Altair am 1.April. An diesem Tag feierte Rom mit den Venerailien den Geburttstag der Venus. Alle Daten wären in einem vom Mond bestimmten jüdischen Kalender so nicht möglich gewesen.

Ausrichtung des Tempelberges

Die römische Göttin Ceres ist eine alte italische Göttin. Die Römer verehrten sie als Herrin der Erdkräfte, des Wachstums und Reifens. Ceres,war die Tochter des Saturnus und der Ops. Mit dem obersten Gott Jupiter zwei Kinder, Proserpina und einen Jungen. Die Namen und Attribute der Ii gesamten Mittelmeerraum wurden zahlreiche Göttinnen verehrt, die alle verschiedene Aspekte des Weiblichen verkörperten. Sie waren einerseits Jungfrau und Beschützerin der Jungfräulichkeit, andererseits aber auch Mutter und Symbol der Fruchtbarkeit. So verkörperte Kybele die Fruchtbarkeit der Natur und vereinigt als Jungfrau, Braut und Mutter Die griechische Demeter wurde von Römern adaptiert und wandelte sich zur Göttin Ceres. Die Babylonier verehrten Ischtar/ Astarte, die bei den Kaananitern, Philistern und Juden als Aschera lange vor Jahwe verehrt wurde. Doch nicht nur die Geometrie verweist hier auf einen Cereskult auf dem Tempelberg, auch Andeutungen die Jesus zugeschrieben werden zeigen in die gleiche Richtung. In einer Rede nennt er Herodes Antipas, den Sohn des Herodes, einen Fuchs. Eine Deutung für diesen Vergleich konnte bis heute nicht gefunden werden. Doch der Fuchs ist ein heiliges Tier jener Getreidegöttin Ceres . Noch bis in die 30-er Jahre gab es den besonders in Deutschland und Frankreich verbreiteten Brauch des Kornfuchses. Im Volksglaube saß er als letzte Garbe auf dem Feld. Bereits in frühen Kulturen stand der Fuchs durch seine Höhlen in Verbindung zu Erd- und Totengöttinnen. Innerhalb der mythologischen Entwick- lung entstand so auch die Vorstellung eines Kreislaufes Sexualität, Leben und dem Tod. Der Verweis auf den Fuchs kann also auch als Hinweis auf die Ceres- und Magna Mater Verehrung des römischen Klinetelkönigs Herodes verstanden werden.Damit wäre der Tempelberg einst das Heiligtum einer Fruchtbarkeits- und Getreidegöttin gewesen. Auch der Beiname Jerusalems, Tochter Zion, verweist auf eine Tradition, in der Stadtgöttinnen über die Städte des Orients herrschten.

Statue der fruchttragenden Ceres (Louvre, Paris)

Fotos: Wikipedia / Luftbild; Southern aerial view of the Temple Mount, Al-Aqsa Mosque , Andrew Shiva / Tempelberg zu Herodes’ Zeiten. Modell im Israel Museum, Jerusalem., Berthold Werner / Statue der fruchttragenden Ceres (Louvre, Paris), Unbekannt – ChrisO (2004); AnonMoos / Simulation Stellarium, Sunearthtools