Neues aus Avebury

Archaeologists from the universities of Leicester and Southampton have found evidence of a rare square monument beneath the world-famous Avebury stone circle in Wiltshire. Constructed in the Neolithic period during the third millennium BC the huge Avebury henge encloses three stone circles, including the largest stone circle in Europe at 330m diameter originally comprised of […]

über Avebury: Squaring the Circle — Landscape and Monumentality

Kalender der Vorzeit

The Higher White Tor stone row on Dartmoor provides further evidence for precise and definable visual links with the landscape in which it was erected. As you walk along the row various landscape features are revealed. Furthermore, both ends are denoted by special limits of visibility to local tors. As the fieldwork continues it is […]

über Featured Row – Higher White Tor — The Stone Rows of Great Britain

Bancbryn – die Botschaft der Steine

The Bancbryn stone row. From the 10th to the 21st July 2017 the Bancbryn stone alignment is to be partly excavated together with three nearby cairns. It is hoped that this work will considerably enhance our understanding of this important monument. The work is being carried out by Dyfed Archaeological Trust and Dr Sandy Gerrard. […]

über Bancbryn News — The Stone Rows of Great Britain

Das Geheimnis der Steine

In the latest issue of Current Archaeology magazine (324, February 2017) the feature article asks ‘How should we study ancient stone monuments?’ Previous categorisations have expended great ingenuity on cataloguing the monuments according to ever more intricate typologies. Now a survey of the Neolithic monuments of Pembrokeshire is applying simpler classifications and focusing on what these edifices meant to […]

über Rethinking the Stones of Neolithic Pembrokeshire — Landscape and Monumentality

Der Sonnenstein von Weiheim

menhtr-weilheim-2Menhir bei Weilheim / Tübingen

Reste jener Megalithkulturen die von der Jungsteinzeit bis zur frühen Bronzezeit auf der ganzen Welt zu finden sind, sind im Süden Deutschland rar. Nur im Schwarzwald finden sich Schalensteine, oder Observatorien, die auf zum Teil diese bedeutende Kulturepoche verweisen. Um so sensationeller war der Fund, der 1985 bei Bauarbeiten in Tübingen Weilheim gemacht wurde. Im Erdboden wurden dort zwei große Fragmente eines ungefähr 4,5 Meter hohen Menhirs entdeckt. Heute erreichen die beiden zusammen-gesetzten Teile, die in unmittelbarer Nähe zum Fundort aufgestellt wurden, eine Länge von 4,25m. Unbehauene Einzelsteine, die als Monolithe aufgestellt wurden, werden heute als Menhire bezeichnet. Gruppiert zu Reihen, wie sie in Carnac zu sehen sind, bilden Ensembles, für deren Zweck bis heute noch nach Erklärungen gesucht wird. Im Gegen- satz zu vielen anderen Menhiren, weist der Tübinger jedoch bildliche Darstellungen auf, die auch etwas über seinen Zweck verraten. Gut zu erkennen sind sie in dem erst jüngst erstellten 3-d Modell des Landesdenkmalamtes. Dort sind auf einer Fläche 4 unter-schiedlich gut erhalte werkzeugähnliche Gegenstände dargestellt, die von Archäologen als Stabdolche identifiziert wurden und eine Scheibe. Zahlreiche Funde die auf einen Gebrauch dieses Gegenstandes in der frühen Bronzezeit verweisen gibt es  in ganz Europa.

weilheim-3dMenhir, 3-D Modell

Stabdolche besitzen eine dolchartige Schneide aus Kupfer oder Bronze, die mit Hilfe einer rechtwinkligen Befestigung an einem langen hölzernen Schaft befestigt wurde. Die Gesamtlänge beträgt ungefähr 1,5m, wobei die Schneide bis zu 24cm lang sein kann und stark abgerundet ist. Die Meinungen der Wissenschaftler über den Zweck dieses Geg- enstandes sind gespalten. Ein Teil hält ihn für eine Hieb – und Stichwaffe. ähnlich einer mittelalterlichen Hellebarde. Als Angriffsziel sah der Archäologe Flanagan vor allem den Schädel. Bei einer Erprobung seiner Wirkung an Schafen und fand er die Wirkung der Waffe tatsächlich sehr effektiv. Ein anderer Teil der Wissenschaftler hält den Stabolch jedoch für keine verwendbare Waffe, sondern für einen Kultgegenstand und damit auch für ein Herrschaftszeichen.

menhitr-tuebingen-schwanMenhir Weilheim und der Schwan

Dass dieses unmittelbar mit der Lage des Menhirs und der Zeit seiner Errichtung in Verbindung steht, zeigt die nähere Betrachtung. Wie bei allen Anlagen dieser Epoche, wurde auch dieser Standort nicht zufällig gewählt sondern sorgfältig nach der Sonne und der Sichtung von Sternen ausgerichtet. Vom Standort aus betrachtet, ist der Sonnen-aufgang zu Sommersonnenwende entlang des Neckartales zu sehen und der Untergang zur Wintersonnenwende über dem Sonnenberg bei Kiebingen. In diesem Flurname scheint zum ersten Mal der Gedanke durch, dass der Menhir einst Teil eines größeren Bezugssystem von Landschaftspunkten war, die sowohl mit der Sonne und auch mit dem Sternbild des Schwanes verknüpft waren. Stand die Sonnenscheibe zur Sommer-sonnenwende auf dem Horizont, so betrug der Winkel zum ersten Aufleuchten des Sternes Deneb 18°, was wiederum 1/20 des Vollkreises bedeutete. Auch zum Frühjahrs-äquinoktium war die Sicht des Schwanes möglich, nun aber mit einer Abweichung von 66° zur Sommersonnenwende. Ebenso tauchte er am Abend des Herbstäquinoktiums in der Nähe des Himmelspoles im Süden auf und auch am Abend der Wintersonnenwende markierte das Sternbild des Schwanes das Datum und stand dann genau über dem nordwestlich gelegen Heuberg bei Rottenburg, einem vermuteten frühgeschichtlichen Kultort. An beiden Sonnenwenden bot also das Sternbild, das zu dieser Zeit bis zum Himmelspol stieg, eine Möglichkeit den Sonnenkalender zu überprüfen.

kultwagen-schwanKultwagen aus Grabhügel der Bornzezeit

Diese Eigenschaft des Schwanes, während der Bronzezeit bis zum Himmelspol zu reisen, verweist auch seine einstige Bedeutung. Wohl auch aus diesem Grund wurden in einigen Grabhügeln der nordischen Bronzezeit Kesselwagen gefunden die von Schwänen gezogen wurden. Zusätzliche Motive, wie Sonnenscheiben, weckten früh die Vermutung, dass Schwäne mit einem Sonnenkult in Verbindung stehen könnten. So scheint in den von Schwänen gezogenen Kultwagen ein ähnliches Motiv durch, wie bei der Sonnenbarke im Alten Ägypten. Doch im Norden wurde der Sonnenwagen während des Tages von Schwänen gezogen und in der Nacht brachte ihn ein Boot wieder zurück zum Ursprungsort im Osten. Vergleicht man nun die Geometrie des Stabdolches, gleicht sie doch dem stilisierten Bild eines Schwanenkopfes. Damit erschließt sich auch der Sinn der vier Reliefs auf Sdem Menhir und der Darstellung einer Scheibe. Vier Mal taucht dort der Schwan auf dem Menhir auf, eben wie am Himmel zu den vier wichtigen Kalenderdaten, die das Jahr in vier gleiche Teile teilen. Damit wäre dies auch eine Erklärung für die in Kult- wagen darstellte Symbolik des Sonnenschwanes.

Bilder: Wikipedia/Kopie des Menhirs von Weilheim, BStef77 / Menhir 3D, http://www.denkmalpflege-bw.de/denkmale/projekte/archaeologische-denkmalpflege/3d-modelle/tuebingen-weilheim/Simulation, stellarium, sunearthtools