Architektur der Steinsetzungen

The article looking at plan form has been updated with those stone rows measuring between 10m and 30m long. Work on the longer rows continues and over time fresh plans will be added as they become available. The illustrations highlight considerable differences in the form of rows. Eventually it is hoped to present plans of […]

über Looking at: Plan Form again — The Stone Rows of Great Britain

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Der Sonnenstein von Weiheim

menhtr-weilheim-2Menhir bei Weilheim / Tübingen

Reste jener Megalithkulturen die von der Jungsteinzeit bis zur frühen Bronzezeit auf der ganzen Welt zu finden sind, sind im Süden Deutschland rar. Nur im Schwarzwald finden sich Schalensteine, oder Observatorien, die auf zum Teil diese bedeutende Kulturepoche verweisen. Um so sensationeller war der Fund, der 1985 bei Bauarbeiten in Tübingen Weilheim gemacht wurde. Im Erdboden wurden dort zwei große Fragmente eines ungefähr 4,5 Meter hohen Menhirs entdeckt. Heute erreichen die beiden zusammen-gesetzten Teile, die in unmittelbarer Nähe zum Fundort aufgestellt wurden, eine Länge von 4,25m. Unbehauene Einzelsteine, die als Monolithe aufgestellt wurden, werden heute als Menhire bezeichnet. Gruppiert zu Reihen, wie sie in Carnac zu sehen sind, bilden Ensembles, für deren Zweck bis heute noch nach Erklärungen gesucht wird. Im Gegen- satz zu vielen anderen Menhiren, weist der Tübinger jedoch bildliche Darstellungen auf, die auch etwas über seinen Zweck verraten. Gut zu erkennen sind sie in dem erst jüngst erstellten 3-d Modell des Landesdenkmalamtes. Dort sind auf einer Fläche 4 unter-schiedlich gut erhalte werkzeugähnliche Gegenstände dargestellt, die von Archäologen als Stabdolche identifiziert wurden und eine Scheibe. Zahlreiche Funde die auf einen Gebrauch dieses Gegenstandes in der frühen Bronzezeit verweisen gibt es  in ganz Europa.

weilheim-3dMenhir, 3-D Modell

Stabdolche besitzen eine dolchartige Schneide aus Kupfer oder Bronze, die mit Hilfe einer rechtwinkligen Befestigung an einem langen hölzernen Schaft befestigt wurde. Die Gesamtlänge beträgt ungefähr 1,5m, wobei die Schneide bis zu 24cm lang sein kann und stark abgerundet ist. Die Meinungen der Wissenschaftler über den Zweck dieses Geg- enstandes sind gespalten. Ein Teil hält ihn für eine Hieb – und Stichwaffe. ähnlich einer mittelalterlichen Hellebarde. Als Angriffsziel sah der Archäologe Flanagan vor allem den Schädel. Bei einer Erprobung seiner Wirkung an Schafen und fand er die Wirkung der Waffe tatsächlich sehr effektiv. Ein anderer Teil der Wissenschaftler hält den Stabolch jedoch für keine verwendbare Waffe, sondern für einen Kultgegenstand und damit auch für ein Herrschaftszeichen.

menhitr-tuebingen-schwanMenhir Weilheim und der Schwan

Dass dieses unmittelbar mit der Lage des Menhirs und der Zeit seiner Errichtung in Verbindung steht, zeigt die nähere Betrachtung. Wie bei allen Anlagen dieser Epoche, wurde auch dieser Standort nicht zufällig gewählt sondern sorgfältig nach der Sonne und der Sichtung von Sternen ausgerichtet. Vom Standort aus betrachtet, ist der Sonnen-aufgang zu Sommersonnenwende entlang des Neckartales zu sehen und der Untergang zur Wintersonnenwende über dem Sonnenberg bei Kiebingen. In diesem Flurname scheint zum ersten Mal der Gedanke durch, dass der Menhir einst Teil eines größeren Bezugssystem von Landschaftspunkten war, die sowohl mit der Sonne und auch mit dem Sternbild des Schwanes verknüpft waren. Stand die Sonnenscheibe zur Sommer-sonnenwende auf dem Horizont, so betrug der Winkel zum ersten Aufleuchten des Sternes Deneb 18°, was wiederum 1/20 des Vollkreises bedeutete. Auch zum Frühjahrs-äquinoktium war die Sicht des Schwanes möglich, nun aber mit einer Abweichung von 66° zur Sommersonnenwende. Ebenso tauchte er am Abend des Herbstäquinoktiums in der Nähe des Himmelspoles im Süden auf und auch am Abend der Wintersonnenwende markierte das Sternbild des Schwanes das Datum und stand dann genau über dem nordwestlich gelegen Heuberg bei Rottenburg, einem vermuteten frühgeschichtlichen Kultort. An beiden Sonnenwenden bot also das Sternbild, das zu dieser Zeit bis zum Himmelspol stieg, eine Möglichkeit den Sonnenkalender zu überprüfen.

kultwagen-schwanKultwagen aus Grabhügel der Bornzezeit

Diese Eigenschaft des Schwanes, während der Bronzezeit bis zum Himmelspol zu reisen, verweist auch seine einstige Bedeutung. Wohl auch aus diesem Grund wurden in einigen Grabhügeln der nordischen Bronzezeit Kesselwagen gefunden die von Schwänen gezogen wurden. Zusätzliche Motive, wie Sonnenscheiben, weckten früh die Vermutung, dass Schwäne mit einem Sonnenkult in Verbindung stehen könnten. So scheint in den von Schwänen gezogenen Kultwagen ein ähnliches Motiv durch, wie bei der Sonnenbarke im Alten Ägypten. Doch im Norden wurde der Sonnenwagen während des Tages von Schwänen gezogen und in der Nacht brachte ihn ein Boot wieder zurück zum Ursprungsort im Osten. Vergleicht man nun die Geometrie des Stabdolches, gleicht sie doch dem stilisierten Bild eines Schwanenkopfes. Damit erschließt sich auch der Sinn der vier Reliefs auf Sdem Menhir und der Darstellung einer Scheibe. Vier Mal taucht dort der Schwan auf dem Menhir auf, eben wie am Himmel zu den vier wichtigen Kalenderdaten, die das Jahr in vier gleiche Teile teilen. Damit wäre dies auch eine Erklärung für die in Kult- wagen darstellte Symbolik des Sonnenschwanes.

Bilder: Wikipedia/Kopie des Menhirs von Weilheim, BStef77 / Menhir 3D, http://www.denkmalpflege-bw.de/denkmale/projekte/archaeologische-denkmalpflege/3d-modelle/tuebingen-weilheim/Simulation, stellarium, sunearthtools