Der Hirte der Habsburger

Jesus als guter Hirte, Fresko 3. Jhd`s, Calixtus-Katakombe, Rom , Foto Waffles9761

Das Bild des guten Hirten als Regent ist heute wieder höchst aktuell. Dabei gründet dieses Bild auf der frühen Weidewirtwirtscaft die noch heute als Pastrolalismus bezeichnet wird. Bereits im Alten Testament taucht das Motiv des Hirten in Gestalt des David auf, dessen Rolle im neuen Testament dann Christus fortführte. In frühen Dar- stellungen wird er in den Katakomben Roms meist mit einem Lamm auf seiner Schulter abgebildet. Bereits Apostel, wie Paulus übertrugen dieses Bild des Hirten dann auch auf Regierende, wie Bischöfe und Könige. So verband der Apostel Paulus einst das Amt des Bischofs in seinen Briefen mit dem des Hirtendienstes. Mit diesem Amt verbunden, sah Paulus das Leiten, Regieren und das Mahnen in einer Person vereint. Doch erst der historisch fassbare Kirchenlehrer Gregor der Große schuf im 6. Jahr- hundert die theoretische Grundlage für das geistliche und weltliche Pastorat. die Herrschaft des Hirten.

Gregor d. Große, Bild um 1500, Germanisches Nationalmuseum, Foto GNM-MA

Seine Schrift ist in 3 Teile gegliedert, wobei Gregor sämtliche Leitungspersonen wie Bischöfe und weltliche Herrscher in sein Konzept des Pastorates mit einbezieht Seiner Auffassung zufolge unterlagen diese Personen ganz besonders den Geboten Gottes und mussten diese, getreu ihrer Rolle als Hirte, auch befolgen. Diese Hirten sollten aber nicht durch gewaltsames Herrschen hervortun, sondern durch Mahnen ihre Herde zur Befolgung der Gebote auffordern. Sollte dieses Mahne aber nicht ausreichen, so befürwortete Gregor aber auch harte Strafen, damit die Untertanen die Autorität der Hirten respektierten. Parallel dazu entstand auch ein ähnliches Werk, die Regula Benedicti“, in der das Bild des Hirten einer väterlichen Rolle gleichgesetzt wird. Sie wurde vom ebenfalls im 6. Jhd. lebenden Benedikt von Nursia verfasst, der auch den gleichnamigen Orden gründete. Im Unterschied zu Gregor galten seine Anweisungen hauptsächlich den Mönchen. Benedikt sah den Abt als Vater gleich, der lehren und erziehen muss. Gleichzeitung muss er aber auch Uneinsichtige mit harter Hand bestrafen. In diese Rolle eines Mahners sah sich auch Alkuin, der Berater von Karl dem Großen. Er schrieb seine Mahnbriefe noch in der Zeite als Abt von St,Martin in Tours. Dabei verglich er seine Rolle mit den frühen Propheten, die wie er, Herrscher und Gemeindepriester ermahnten. Eine Dynastie, die ähnlich wie Karl der Große die Geschicke Europas bestimmte, warenauch die Habsburger, Ihre Geschichte begann im 11. Jhd. in einer kleinen Burg im Argau,

Südwestliche Seite der Habsburg. Foto Roland Zumbuehl

Ganz im Geiste des Pastorates sprachen sich die Habsburger Frömmigkeit, Freigebig- keit und Milde zu. All dies waren Eigenschaften, die als Teil der Imitatio Christi zum mittelalterlichen Herrscherideal gehörten. Ihr Stammsitz, die kleine Gipfelburg in der Nähe von Argau, wurde von Graf Radbot erbaut, der die Macht der Habsburger durch umfangreichen Zukauf von Ländereien rasch ausweiten konnte. Ihre tiefe Verbundenheit zum Glauben zeigten die Habsburger auch durch die Stiftung von Klöstern und die Gründung von Wallfahrtsorten. Gerade der Jungfrau Maria fühlten sich die Habsburger aber stets be- sonders treu verbunden und schrieben viele ihrer Siege ihrem Beistand zu. So trug auch Karl V. lange nach der Gründung der Stammburg noch stets das Bild der Maria, auf der Mondsichel stehend, auf seiner Rüstung. Wie die Heiligenverehrung des Mittelalters mit der Symbolik des Hirten verbunden werden konnte, zeigt auch die Habsburg. Ihre Geometrie entsprach der Sicht des himmlischen Hirten am Morgen des Michaelitages.

Die Habsburg und der Bärenhüter am Abend von Michaeli

Seit dem Wunder von Gargano hatet er sich zu einem Kämpfer gegen das Böse gewandelt und wurde so ab dem frühen Mittelalter zu einem Vorbild der Ritter, Er war das Symbol der ecclesia militans, der wehrhaften Kirche und hatte den Titel: `Princeps militiae coelestis quem honorificant angelorum cives´ („Fürst der himmlischen Hee- scharen. Boötes in Gestalt des Hirten und Pflügers bietet nun auch eine Interpretation des Namens Habesburg, denn seine Symbolik verweist auf das lateinische Wort habere. Mit der Bedeutung glauben, wissen und beherrschen, drückt die auch wesent- liche Aspekte des Bärenhüters aus: Boötes als Sinnbild des Hirten – der den Glaube ver- breitet und Boötes als Sinnbild des ersten Pflügers – der das Wissen als Kulurbringer verbreitet udf ebenso Bötes als Wächter des Nordens – der herrscht über den Raum und die Zeit und steht damit sinnbildlich für das zukünftige Herrscher- geschlecht.

Bilder: Wikipedia / Jesus als guter Hirte, Fresko des 3. Jahrhunderts in der Calixtus-Katakombe, Rom , Foto Waffles9761 , gemeinfrei / Teil einer Votivtafel mit 16 Legendenszenen und Heiligen, Gregor d. Große, Franken, um 1500, Germanisches Nationalmuseum in Nürnberg.…, Foto GNM-MA ,CC BY-SA 4.0 / Südwestliche Seite der Habsburg. Foto Roland Zumbuehl , CC BY-SA 3.0 / Habsburg und der Bärenhüter am Abend von Michaeli / stellarium