Der Apfel von Newgrange

Adam und Eva (Lucas Cranach dem Älteren, um 1518)

Es war ein keltischer Brauch, Tote mit Äpfeln zu begraben, denn die Frucht wurde auch als Sinnbild der Wiedergeburt betrachtet. So lässt sich diese Brauch auf Grund von Funden in unterschiedlichen Gräbern bis ins 50. Jhd. BC zurückverfolgen. Erst im Christ-entum wurde der Apfel durch den Sündenfall Evas zu einem Sinnbild des Bösen. Auf diese Umdeutung einer Jahrtausende alten Kulturfrucht weist auch das lateinische Wort für Apfel, malum, hin. Diese Umdeutung begann bereits in der Frühphase des Christentums, denn auf einer der ersten Sündenfalldarstellungen die im 2.Jhd. in der Katakombe von S.Gennaro in Neapel entstand, ist ein Apfel dargestellt. Doch den Paradiesgarten, in dem Eva den Apfel pflückte, gab es schon in der griechischen Mythologie und dort lag er am Rande des Erdkreises. Dort wurde der Baum, auf dem goldene Äpfel wuchsen, von den Hesperiden bewacht. Ihn hatte die Erdgöttin Gaia anlässlich der Hochzeit von Zeus mit Hera wachsen lassen.

William Etty – Hesperus, 1844

Erst Herakles, dem mythischen Halbgott, gelang es die Äpfel durch eine List aus dem Garten der Hesperiden zu stehlen. Ganz ähnliche Bedeitung hatte der Apfel in der nordischen Mythologie, wo er als goldener Apfel ein Attribut der Göttin Iduna war, mit dem sie den Göttern die ewige Jugend schenkte Auch die keltische Kultur sah im Apfel magische Kräfte und sah in ihm ein Symbol des spirituellen Wissens, sowie auch eine Beziehung zur Anderswelt. Diese Beziehung zur Magie liegt wohl auch in seinem Innern begründet, das waagrecht geschnitten, in der Kernverteilung ein Fünfeck zeigt. Dieses Fünfeck verweist in der Gstalt eines Pentagramms auch auf den Planeten Venus, der in acht Jahren 5 erdnächste Punkte erreicht.

Der Apfel und das Pentagramm, Grafik m.g.

Der Apfel und die Spirale

Alle miteinander verbunden ergeben dann ein Pentagramm. Auf die lange Kulturtradition det Frucht weist auch die Schreibweise des Wortes Apfel hin, die in unterschiedlichen Sprachen immer einen ähnlichen Klang besitzt So wurde er im Althochdeutschen als apful bezeichnet und im Gallischen als Aballo, aus dem auch die Landschaftsname Avalon, der Obstgarten entstand. Trotz dem Makel, den sündenfall ausgelöst zu haben, tauchte der Apfel mit positiv besetzter Symbolik auch im Christen wieder auf. In der Hand von Herrschern wurde er in Gestalt des Reichsapfels zu einem Symbol kais- erlicher Regentschaft. Als Baumschmuck zur Weihnachtszeit wurde der Apfel ab dem 15. Jhd. in Mode. So verbreitete sich ab dieser Zeit im süddeutschen Raum und dem Elsaß der Weihnachtsbrauch, Paradiesbäume mit Äpfeln zu schmücken. Als solares Symbol verband sich hie der goldgelbe Apfel mit der Symbolik immergrünen Tannen, die den Aspekt des ewigen Lebens verkörperten. Der Apfel mit seiner mythologische Be- deutung hat sich inzwischen längst zu einem reinen Genussobjekt gewandelt und dem wird auch im Tal des River Boyne gehuldigt. Beinahe wöchentlich finden hier von April bis Dezember kulinarische Veranstaltungen im Zeichen des Apfels statt. So etwa auch auf der Boyne Grove Fruit Farm bei Drogheda, die zum dortigen Apfelblütenfest einlädt.

Newgrange nach der Teilrekonstruktion, Foto Popsracer

Der Stein mit den Spiralen / Eingang um 1905, Robert Welch

Dieses Fest führt zurück in die Zeit der Entstehung von Newgrange, jenem Ganggrab, in das die aufgehende Sonne währenden der Wntersonnenwende bis zum Ende des Ganges scheint. So verleihtDie solare Symbolik der Ausrichtung von Newgrange, in Verbindung mit dem Apfel,bietet nun auch eine Erklärung für die dort gefundenen Steingravierungen. Zwei grafische Muster dominieren hier: die Form der späteren keltischen Triskele und die Raute. Beide Muster lassen sich auch mit die Gestalt des Apfels verbinden. Wird ein Apfel in einem Zug geschält, ergibt dies einen Streifen, der sich wie eine Spirale auffalten lässt. So verleiht er dem Symbol der Fruchtbarkeit und Wiedergeburt eine weitere Bedeutung. Und im übertragenen Sinn kann dieses Spirale dann als Weg des Menschen aus seinem Körper heraus, zum Licht betrachtet werden. Doch erst die Fruchtbarkeit schafft diesen Körper und als deren Symbol wird gern das Dreieck, oder auch die Raute betrachtet. Als Urbild der Vulva tauchen beide Figuren schon in Streinritzungen des Paläolithikums auf. Doch das geometrische Muster der Raute kann ebenso auf den Mond zurückgeführt werden, wie Karlkeinz Baumgartl in seiner Studie `Über die astronomische Bedeitung des Rautenmusters´ erklärt. Die Schale des Apfels, als Bild einer Spirale, verweist auch auf die Fibonaccispirale Sie entsteht aus dem Verhältnis des Goldenen Schnitts und ist das Muster viele Wachs-tumsprozesse. Sie bietet auch, gespiegelt um die Mittelachse, eine Erklärung für die Form von Newgrange Sicher kann die auch als geometrische Konstruktion aus Kreisfiguren erklärt werden, doch der Grundriss entspricht ebenso zwei Fibonacci-Spiralen , die sich an das Grab im Innern anlehnen. Dabei teilt dann der Gang bis zum Ende die gesamte Anlage im Verhältnis 2 zu 1.

Grundriss Newgrange mit Fibonaccispirale, Vorlage M.J.O`Kelly

 

Bilder: Wikipedia / Adam und Eva (Lucas Cranach dem Älteren, um 1518) , gemeinfrei /William Etty – Hesperus, 1844, gemeinfrei /Der Apfel und das Pentagramm, Grafik m.g.Newgrange nach der Teilrekonstruktion, Foto Popsracer, CC BY-SA 3.0 7 Der Eingang um 1905, Robert Welch – scanned and made available online at sacred-texts.com. Gemeinfrei, / Grundriss Newgrange mit Fibonaccispirale, Vorlage M.J.O`Kelly

 

Winter Solstice at Newgrange — Simple Pleasures part 4

In this era of video streaming here is a particularly brilliant (literally) application – sharing the Winter Solstice at the Newgrange passage tomb in Co. Meath, Ireland. I first went there in the early 80s when there was no visitor centre or formality and the nearby tombs of Knowth and Dowth were largely overgrown. Now […]

Winter Solstice at Newgrange — Simple Pleasures part 4

Newgrange: The Winter Solstice; ireland.com — All About World Heritage Sites

The winter solstice happens every year on 21 December. Nowhere is the celebration more dramatic than at the passage tomb of Newgrange, which predates the pyramids. Source: Newgrange: The Winter Solstice

Newgrange: The Winter Solstice; ireland.com — All About World Heritage Sites

Newgrange – die Symbolik des Bauens Teil 1

Der Vergleich des Stollens auf dem Salvator in Schwäbisch mit dem Gang im Hügelgrab von Newgrange macht es notwendig diese Bauwerk näher zu betrachten. Auf den ersten Blick erweckt der breite Hügel von Newgrange der am Beginn des 3. Jahrtausends er- richtet wurde keinesfalls den Anschein einer präzisen Konstruktion wie wir sie heute kennen. Doch der Lichteffekt zum Zeitpunkt der Wintersonnenwende sowie die ausge- klügelte Statik des Ganges legen nahe, dass das die Anlage auch in ihren Abmessungen eine komplexe Ordnung offenbart. So zeigt eine nähere Betrachtung des Grabhügels eine durchdachte Zeichensprache die sich nicht nur in geometrischen Grundformen ausdrückt, sondern auch auch bereits eine pythogreische Zahlensymbolik aufweist wie sie erst ab dem 5. Jahrhundert v. Chr. überliefert ist.

Newgrange Luftbild

Luftbild Newgrange

Dass die Unterlegung von Zahlen mit Bedeutungsinhalten viel weiter zurückreicht als dies Pythagoras überlieferte wir aus der Biografie des Mathematikers deutlich. Viele Jahre ver- brachte er in Ägypten wo er von den Priestern in Heliopolis in die alten Geheimwissen- schaften eingeweiht wurde.
Das gut dokumentierte Lichtphänomen im Gang beruht auf einer klaren Konstruktion die sich die Sonnen- und Mondrichtung verbindet, denn dessen Achse senkrecht zur kleinen Mondwende Süd steht und als bestimmende Konstruktionslinie angenommen werden kann. Ein genauerer Plan diente nun im Vergleich zum Buch als Grundlage der Maß- verhältnisse. In der Längsrichtung haben Ganglänge und der Durchmesser ein Verhältnis von 1 zu 3, während sich in der Querrichtung ein Verhältnis von 2 zu 7 ergibt. Dabei zeigt es sich, dass die `apfelförmige´ Grundriss des Hügel mit Hilfe von 5 Kreisen konstruiert werden kann. wobei drei von ihnen auf einem gleichschenkligen Dreieck liegen. So liegt in der geometrischen Grundform des Hügels auch die Gestalt einer Triskele verborgen.

Newgrange Plan

Grundriß Newgrange

Beide Achsen haben ein Verhältnis von 12 zu 14, wobei hier der Gedanke naheliegt, dass auch das Produkt der beiden Werte eine symbolische Bedeutung hatte. Die aus der Multi-plikation von 12 und 14 entstandene Zahl 168 kann auch in die Faktoren 8 und 21 zerlegt werden. Als 6. Dreieckszahl stellt die 21 ein Symbol der Vollkommenheit dar, während die 8 als heilige Zahl gilt. Die ägyptische Götterlehre ging von 8 Göttern aus die an der Er- schaffung der Welt beteiligt waren. Auch der hinduistische Gott Vishnu hat 8 Arme mit denen er die Welt umspannte. So zeigt sich auch in dem Name Oktav der ur- sprüngliche Gedanke nach acht Tonschritten eine Qualität zu erreichen. Aus diesem Grund verwundert es nicht, dass auch die absoluten Längen des Bauwerkes eine symbol- ische Bedeutung zukommt. Umgerechnet in das Maß der Nippur Elle, einem vormetrisch- en Maß dessen Entstehung auf das frühe 3. Jahrtausend v. Chr, datiert ist misst der Gang 47 NE mit einer geringfügigen Abweichung von 0,4%. Gleichzeitig weist er in dem vom Archäologen Alex- ander Thom errechneten Maß des Megalith Yard 29.5 Einheiten auf. Die 47 ist keinesfalls aber keinesfalls willkürlich wenn man sich die Deutungen der später ent- standenen pytha- goreischen Zahlenmythologie betrachtet. Verteilt man die Zahlen 1 bis 10 auf 10 Punkte liegen die 4 und die 7 wieder auf Kreismittelpunkten, deren Kreise das Prinzip der Dualität ausdrücken.

Zahl 147

Gleichzeitig nimmt das Maß 29,5 einen Bezug auf die der Konstruktion zu- grunde lieg- ende Mondrichtung, denn es stellt die siderische Umlaufzeit des Erdtrabanten dar. Die Bezüge der Konstruktion zeigen, dass mathematisch präzise Kon- struktion weitaus früher üblich waren als dies die bisherige Überlieferung nahelegen. Es ist auch allzu verständlich, denn niemand würde tausende von Tonnen Gestein und Erde ohne einen Plan bewegen. Hier zeigt sich die Absicht mit dem Bauwerk eine Botschaft zu vermitteln die auch lange Zeit später noch erkannt werden  kann. Was am Ende, wenn sämtliche Gegenstände geraubt wurden, übreigbleibt ist der geheime Code der Zahlen, indem das Weltverständnis einer Kultur gespeichert ist.