Die Riesen der Hillforts

Camelot auf einer Illustration aus Gustave Dorés „Idylls of the King“,1868

Die ursprüngliche Erzählung über König Artus und dessen Tafelrunde stammte aus der Feder des Mönchs Geoffrey of Monmouth, der das Werk im Jahr 1135 verfasste. Er nannte als Ort der legendären Burg König Artus die walisische Ortschaft Xaerleon mit der römischen Siedlung Isca Silurum. Die dortige Ruine des Amphitheaters deutete der Autor als Überreste der Königsburg. Doch erst in den Schriften des französischen Dichters Chrétien de Troyes erhielt die Burg den Namen Camelot. Da der Oort aber immer nur vage beschrieben wurde, bot dies Raum für zahlreiche Spekulationen. So glaubte im Jahr 1542 der englische Schreiber John Leland in Cadbury Castle den wahr- en Ort des einstigen Camelot erkannt zu haben. Er sah in der aus der Eisenzeit stam- mende Wallanlage Cadbury den Rest der legendären Artusburg.

Der Hügel von Cadbury Castle mit den eisenzeitlichen Wällen, Foto Tim Heaton

Dort ausgegrabene Relikte deuteten auf einen mächtigen Burgherrn hin der hier herrschte und zudem berichtete die Bevölkerung auch von Geistern, die dort ihr Unwesen trieben. Bereits die erste Fassung der Erzählung entstand gut 600 Jahre nach der Epoche in der sie spielt.Es war die Zeit kurz nach dem Untergang des Römischen Reiches in der sich auf Grund des Machtvakuums kleine Fürstentümmer gegenseitig bekämpften. Deshalb hofften die Menschen auf eine Erlösergestalt, die Frieden bringt und alle vereinte. In der Erzählung wird Artus als eine Art göttergleicher Erlöser geschildert, der aber am Ende auf Grund eines Verrates scheitert. Der vornehmste Ritter seiner Tafelrunde der 12 Ritter, die Artus an seinem runden Tisch versammelte, ist Sir Galahad. Am Pfingstmorgen, einem für das Christentum symbolisch bedeutsamen Tag wurde der Ritter laut der Erzählung, vom Zauberer Merlin in die Tafelrunde eingeführt und er wurde auch auserwählt den heiligen Gral zu finden. Dieses Gefäß, in dem das Blut von Jesus aufgefangen worden sein soll, ist Teil einer ganz eigenen Legende. Zahllose Menschen haben sich bis heute auf die Suche nach dem verschollenen Gefäß´gemacht. Im Laufe der Geschichte wurde der Gral und die Suche nach ihm zum Sinnbild der Erlösung. Auf die Form des Gefäßes, in Verbindung mit der Wintersonnenwende als symbolischen Datum der Wiedergeburt, verweist auch das Sternbild Orion. Betrachtete man den Abendhimmel zur Zeit der Entstehung der Artus-Erzählung während der Wintersonnenwende, so stieg zu dieser Zeit das Sternbild Orion kurz nach Sonnenuntergang über den Horizont.

Cadbury Castle und das Sternbild Orion

Ungefähr zeitgleich mit der Entstehung der griechischen Sternenmythen entstand in der frühen Eisenzeit auch der Ringwall von Cadbury. Auch hier decken sich der Umriss, wie die Hauptzugänge wieder mit der Gestalt des Orion an zwei wichtigen Kalendertagen, dem 1. Februar und dem Frühlingsäquinoktium. Mit dem himmlischen Jäger wird in der irisch-keltischen Kultur `hern the hunter´´ assoziiert, der hier in zahlreichen Sagen auftaucht. Von Angel-sachen soll er einst im Gebiet des Windsor Forest verehrt worden sein. Im Süden Britanniens mischte sich die Vorstellung jedoch mit dem Bild der Naturgottheit Cernunnos. Dass die polygonalen, scheinbar freien Formen der Hillforts mit Hilfe von Bildern damaliger Gottheiten angelegt wurden, zeigt sich ganz deutlich auch bei der Wallanlage von Old Oswestry.

Old Oswestry und Sternbild Boötes, Stellarium,

Mit den imposanten Wällen wird Old Oswestry meist als Verteidigungsanlage, oder als letzter Rückzugsort der Bevölkerung bei Angriffen geschildert. Auf dem Plateau wurde aber nur eine weitere innere Abgrenzung mit Pallisaden entdeckt, sowie die Spuren einige Rundhütten. Die impos- ante Bauleistung steht als in keinem Verhältnis zu den gefunden Spuren. Vergleicht man hier aber die Positionen des Sternbildes Boötes im 8. Jhd BC am Abend des 11. April , dem Ende des römischen Festes de Magna Mater und dem Herbstäquinoktium, so decken die sich mit der Geometriedes Ringwalles. Damit könnten diese beiden Positionen auch den Zweck der Anlage erklären. War die Anlage also einst ein Heiligtum, so bietet hier die Vorsilbe Os einen Verweis. Natürlich kann die auch auf den ersten Grundherrn zurückgeführt werden, doch in der germanischen Sprache hieß der Ochse noch Ohse oder os. Zudem gab es in der altenglischen Sprache auch das Wort os oder esa, die Gottheit.

Bilder: Wikipedia/ Camelot auf einer Illustration aus Gustave Dorés „Idylls of the King“, 1868, Gustave Doré – Enid, by Lord Alfred Tennyson. London: Edward Moxon & Co., 1868, gemeinfrei / Der Hügel von Cadbury Castle mit den eisenzeitlichen Wällen, Foto Tim Heaton, CC BY-SA 2.0 / Cadbury Castle und Sternbild Orion, Stellarium/ Old Oswestry und Sternbild Boötes, Stellarium,

 

 

 

Orion: How Did I Get Here? — Myth Crafts

I’m going to focus on the Greek myths of Orion, but that’s not for a lack of global myths that integrate the constellation into their cosmologies. However, the Greeks give us enough contradictory data to work with that I’m sure that their Orion has to ask himself the most human question of all: How did […]

Orion: How Did I Get Here? — Myth Crafts

Die Cheops-Ppyramide und das Jenseits

Cheops-Pyramide,Foto Nina

Kein Bauwerk der Weltgeschichte dürfte wohl so eingehend erforscht worden sein, wie die Cheops Pyramide. Dennoch birgt bis heute eine Menge ungelöster Fragen. So ist ihr Alter immer noch nicht mit Sicherheit bestimmt worden, weshalb es auch zahlreiche Spekulationen gibt, dass sie von einer Kultur errichtet wurde, die lange vor der ägyptischen existierte. Dies legt auch die bis heute ungeklärte Bauchtechnik der Pyramide nahe. Auch hier gibt es unterschiedliche Ansätze einer Erklärung, wobei sich das Modell der Errichtung mit Hilfe einer riesigen Rampe erhalten hat. Funde einer Rampe ganz in der Nähe und auch die Verwendung von Rampen in der römischen Kriegsführung lassen die Theorie trotz ihrer Widersprüche plausibel er- scheinen. Andere Erklärung, wie der Transport der großformatigen Steine mit Hilfe von Luftsäcken auf dem Nil und dem Hub mittels eines hydraulischen Aufzuges blieben von der Fachwelt unbeachtet. Ein Aspekt, der die Bautechnik der Pyramide so geheimnisvoll erscheinen lässt, ist das Fehlen jeglicher Schilderung der da- malgen Abläufe. Nur ein Relief zeigt hier den Transport einer Kollosalstatue mit Hilfe eines Holzschlittens.

Transport einer Statue-Nachzeichnung aus dem Grab des Djehutihotep,um 1900BC

Dies ist der einzige Hinweis, der etwas über die damaligen Möglichkeiten zeigt, schwere Lasten zu transportieren. Eine neue Theorie, die den Körper der Pyramide als System gemauerter und mir Gesteinsabfall gefüllter Kammern erklärt, würde zumindest das Fehlen von Bruchgestein auf dem Gizeh-Plateau erklären. Einzig der Schweizer Unternehmer Frank Löhner bietet eine plausible Berechnung und Dar- stellung der einzelnen schritte , die zur Errichtung der Cheops-Pyamide notwendig waren. Viel entscheidender als die Fragen zur Bautechnik sind aber die zum Zweck der Pyramide. Zwar existieren Namen wie die Königinnenlammer und die Königs-kammer, doch das sind Fehlinterpretationen arabischer Bezeichnungen. Außer leeren Sarkophagen wurde auch bei der ersten Öffnung der Pyramide durch Kalif Ma’moun im Jahre 809 nichts gefunden  Da das Innere der Pyramide zwar raffiniert konstruiert wurde, aber ansonsten schmucklos ist, gibt es auch zu ihrem Zweck zahlreiche Überlegungen. Obwohl die Sarkophage leer aufgefunden wurde und auch nicht die geringste Spur eines Begräbnisses entdeckt wurden, hält sich die Bezeichnung Grabmal bis heute.

Die Königskammer mit dem Granitsarkophag des Cheops Foto Jon Bodsworth

Die Möglichkeit der Erklärungen ist breit gefächert und so gibt es auch eine, die in der Pyramide ein Bauwerk zur Energieerzeugung sieht. Eine Spur zum eigentlichen Zweck des Bauwerkes, das mit unglaublicher mathematischer Präzision errichtet wurde, liefert eine Aufzeichnung über Napoleons Besuch der Pyramide. Als der im Jahr 1798, nach der siegreichen Schlacht gegen die Engländer, eine Nacht in dem Bauwerk verbrachte, soll er nach dem Verlasen reichlich verstört gewesen zu sein. Obwohl sein Adjutant sich deshalb große Sorgen um ihn machte, verweigerte Napoleon jede Auskunft. Erst in der Verbannung berichtete er von einer düsteren Vision die er in jener Nacht in er Pyramide hatte. Betrachtet man aber die Anord- nung der einzelnen Räume als Bild, so deckt sich diese mit der Struktur des Orion, so wie er auf seiner täglichen Wanderung in der Unterwelt, seinem Herrschafts-bereich, dann im Zenit steht. War also die Pyramide, wie auch die schräg verlaufende Galerie erkennen lässt, ein Abbild von der Vorstellung einer Ver- einigung mit Osiris, so kommt jenem noch unentdeckten Hohlraum eine besondere Bedeutung zu. Er liegt dann wohl an der Stelle, an der im Sternbild des Orion der Spiralnebel M42 liegt.

Cheops-Pyramide, Orion in der Unterwelt und der Nebel M42

Der Nebel zählt formal zum zum Schwert des himmlischen Jägers. Er ist nicht nur mit bloßem Auge sichtbar, sondern zugleich ein produktives Zentrum innerhalb der Konstellation, in dem schon mehrere Sterne entstanden sind. Obwohl der Nebel weder im Sternatlas des Ptolemäus noch in arabischen Sternkarten auftaucht, gibt es bislang nur wenig Zeugnisse über dessen Bedeutung im alten Ägypten.Nur im Sternhimmel von Senenmut tauchen 4 Sterne auf, die mit M42 in Verbindung gebracht werden können. Die um 1500 BC, also mindestens 1000 Jahre nach der Errichtung der Cheopspyramide entstanden Karte, wird der Cluster dort als Sternhaufen des Wasser bezeichnet. Natürlich kann das alte Wissen um dessen Bedeutung zu dieser Zeit längst verloreng gegangen sein und so zu einer neuen Interpretation geführt haben.Nur in der Mythologie der Maysas findet sich noch ein Hinweis zur Bedeutung des Nebels denn hier wird M42 mit der Unterwelt Xibalbá.assoziert worden, in der nach den Vorstellungen, die Ahnen so lange bleib- en mussten, bis sie diesen Ort nach bestandenen Prüfungen, Kämpfen und auf- erlegten Leiden wieder verlassen durften.

Bilder:Wikipedia: Kheops pyramid,Foto Nina, CC BY 2.5/ Die Königskammer mit dem Granitsarkophag des Cheops Foto Jon Bodsworth – http://www.egyptarchive.co.uk – gemeinfrei, Transport einer Statue-Nachzeichnung aus dem Grab des Djehutihotep,um 1900BC/ Cheops-Pyramide, Orion in der Unterwelt und der Nebel M42

Bruniquel, Kultstätte des Orion

Stalagmitenstrukturen in der Höhle von Bruniquel, 2010, Foto, Luc-Henri Fage/SSAC

Die Höhle von Bruniquel, die durch eine rätselhafte Bodenplastik aus abgebrochenen Stalktiten berühmt wurde, liegt im Südwesten Frankreichs, östlich des Ortes Montaub- an, im Département Tarn-et-Garonne. Die von Neanderthalern gebaute Gesteinsforma- tion liegt weit im Innen einer Tropfsteinhöhle und ist vor rund 178000 Jahren errichtet worden. In einem 1995. entstandenen Lageplan wurden der 35 mal 25 Meter große Höhendom vermessen und eine Kartierung der Fragemente erstellt. Sie zeigt, dass innerhalb der Bodenplastik sich noch eine weitere, fast kreisförmige Fläche befindet, die flächig mit den Stalktiten ausgelegt wurde, An diese Hauptfigur wurde noch eine weit- ere, kreisförmige Ringstruktur angelagert. Die bauchig geformte Linie der Hauptfigur wird zudem von einem Rinnsal durchzogen, das sich durch die gesamte Höhle zieht. Betrachtet man die Struktur vor dem Hintergrund einer Naturbeobachtung, so erscheint sie aber weniger ein reales Abbild zu sein, wie dies bei den viel späteren Höhen- malereien zu sehen ist. Viel mehr erscheint sie die abstrakte Übersetzung einer Beo- bachtung zu sein.

Ausrichtung Stalagmitenstrukturen, opentopomap, Grafik BRIAN HAYDEN, Rouzaud

War der Zweck kultischer Natur, so deutet die Ausrichtung der Figur auf den Sonnen-untergang zur Wintersonenwende. Dies bestätigt auch die Berechnung des Einfalls-winkels vom Höhlenzugang aus betrachtet, der dann nahezu die Mittellinie der Figur bildet. Die Wintersonnenwende erfordert eine Betrachtung des Sternenhimmels, der um 176000 BC aber völlig von der heute gewohnten Sicht der Sternbilder abweicht. So zeigt das Programm Orbitsimultor für diese Zeit nur ein charakteristisches und zugleich einprägsames Sternbild, den Orion. Seine vier markanten Sterne haben zwar nicht die Entfernungen wie heute, doch markierten bereits die charakteristische Form eines Trinkbechers.

Orion um 177000BC, ttp://orbitsimulator

Zudem war im unteren Drittel ein weiterer Stern zu sehen, der ich im Laufe der nächsten 80 000 Jahre wieder aus dem Orion entfernte. Mit Hilfe der Dauer eines Platonischen Jahres lässt sich auch die Stellung des Orion in etwa ermitteln. So sind seit der vermuteten Errichtung der Artefakte 6.872586 Zyklen mit jeweils 25900 Jahren vergangen, so dass 6,8 Zyklen dann wieder dem Jahr 40 AC entsprechen und die Stellung Orions am Morgen der Wintersonnenwende, sich mit dem Umriss der Steinplastik deckt. Sie wird dann durch die Linie der Wintersonnenwende fast mittig geteilt, wobei die drei Gürtelsterne waagrecht lagen und damit eine Verbindung mit dem Rinnsal hatten. Das perfekte Abbild der Himmelsbeobachtung um 176000 BC wirft die Frage auf, weshalb die Steinplastik ausgerechnet an dem Ort der Höhle errichtet wurde. Eine Erklärung dafür gibt die entstandene Unterteilung des Weges durch die Höhle im Verhältnis 5 zu 3.

Lage der Struktur in der Höhle Längenverhältnis 5 zu 3, Karte SSAC

Nachdem Orion 5 Haupt- und 3 Gürtelsterne enthielt, wäre des ein ein möglicher Grund gewesen, die Zahl auch im Verhältnis eines sakralen Ortes erscheinen zu lassen. Doch ähnlich wie bei der Shanidar Höhle ergibt sich auch hier ein auffälliges Verhältnis des Breitenkreises zum Äquator. So steht hier die Länge des Breitenkreises zum Äquator, mit einer Abweichung von 6,5Km, in einem Verhältnis mit 23/32. Nicht allein das Zahlenpalindrom ist hier auffällig, sondern auch die Quersumme 5 beider Zahlen, Sie verweist ebenso auf die Gestalt des Orion mit 5 Sternen, wie auch auf die 5 Finger einer Hand. Durch diese Zahl wäre dann auch eine Verbindung von Mensch und einer möglichen Gottheit hergestellt. Diese genaue Naturbeobachtung deutet hier eine Kulturstufe hin, die weit über dem lag was William King 1864 noch als affenähnliche Spezies sah. Ein ähnliches Ergebnis zeigt auch eine Studie von Dan Dediu and Stephen C. Levinson vom Max-Planck-Institut für Psycholinguistik, die aus Forschungs- daten schließen, das sich die menschliche Sprache nicht erst mit dem Auftauchen es modernen Menschen vor rund 100000 Jahren entwickelte, sondern vor rund 1,8 Millionen Jahren entstanden sein muss. Es muss also einen sehr langen Zeitraum ge- geben haben, wo der Neanderthaler auch nach dem Auftauchen der ersten Vorfahren des modernen Menschen Homo heidelbergensis, noch mit dieser Spezies interagierte. Die gemeinsame Existenz beider Spezies erforderte neben der Sprache sicher auch ein Zählsystem. Beides war notwendig um zusammen mit einem ausgeprägten geometrisch-räumlichen Verständnis die Beobcht-ung so zu platzieren, wie sie in der Höhle vor- gefunden wurde.

Neanderthaler, Kupka, Illustration 1909

Bilder:Wikipedia/ Stalagmitenstrukturen in der Höhle von Bruniquel, 2010, Foto, Luc-Henri Fage/SSAC , CC BY-SA 4.0 / a_376 1..26 /Ausrichtung Stalagmitenstrukturen, opentopomap, Grafik BRIAN HAYDEN, Rouzaud et al. 1996, NEANDERTAL SOCIAL STRUCTURE?/ Orion um 177000BC,http://orbitsimulator.com/gravitySimulatorCloud/stars.ht / Lage der Struktur in der Höhle Längenverhältnis 5 zu 3, Karte SSAC, Squelette topographique du réseau./ Marcelin Boule’s concept of Neandertals was represented in Kupka’s illustration published  in 1909 in L’Illustration

Mythos Bethlehem Teil 2

 Die Heiligen Drei Könige

Anbetung der Heiligen Drei Könige,Sandro Botticelli, um 1475

Das 2. Kapitel des Mathäusevangeliums machte Bethlehem zum Sehnsuchtsort schlechthin. Die bereits geschilderte Lichterscheinung am Himmel führte nicht nur die Hirten zur Krippe des Kindes, sondern auch Magiern wies sie den Weg dorthin. Dies schildert der Verfasser des Evangeliums mit folgenden Worten: `Als Jesus zur Zeit des Königs Herodes in Bethlehem in Judäa geboren worden war, kamen Sterndeuter aus dem Osten nach Jerusalem. Bereits in den ersten Übersetzungen wurde die ur- sprüngliche griechische Bezeichnung magoi, das Scharlatan oder Zauberer bedeutet,  völlig abgewandelt. Aus Magiern, die erst als Sterndeuter oder Priesterastronomen gesehen wurden, wurden dann Gelehrte aus dem Morgenland und schließlich die heute bekannten Heiligen Drei Könige. Die Herkunft der Sterndeuter blieb unklar und wurde dann nach Persien verlegt, weil dort zororastrische Priesterastronomen scheinbar weitreichende Kenntnisse der Sternkunde besaßen. Die Anhänger dieser Religion waren aber zu dieser Zeit im Partherreich nur eine verschwindend geringe Minderheit. Auch die Parther selbst glänzten in ihrer Geschichte nicht gerade mit hervorragenden astronomischen Kenntnissen. Ihr mangelndes Verständnis für Astronomie bewiesen sie 28. Mai 585 v. Chr, denn an diesem Tag wurden sie im Krieg gegen die Lyder von einer Sonnenfinsternis überrascht. Die Lyder jedoch, hatten sich das Ereignis von Thales von Milet vorhersagen lassen und drängten dann die bestürzten, kampfunfähigen Parther zum Friedensschluss.

Balthassar, Melchior, Caspar – Mosaik 6. Jhd., Sant’Apollinare Nuovo, Ravenna,       Foto Nina-no

Die Erzählung über den Besuch der `Magier´ führte ab dem 3.Jhd. zu einer umfang- reichen Legendenbildung und ab dem 6. Jhd. tauchtem dann erstmals auch die Namen der drei Männer auf. Die wurden fortan als Könige bezeichnet. Dies waren nun Caspar, dessen Name auf persisch Schatzmeister bedeutet und Melchior, dessen Name aus dem Hebräischen abgeleitet, König des Lichts bedeute. Der dritte König wurde Balthasar genanntn dessen Name die griechische Form des babylonischen Vornamens Bel-šarru-uṣur darstellt und soviel bedeutet wie, Baal, oder Gott schütze den König. Dem Gott Baal war in jener Zeit das große Jupiterheiligtum in Baalbek geweiht, in dem die Römer Baal als `Jupiter Heliopolitanusa´verehrten. Damit bildete Balthasar auch eine Verbindung zum Planeten Jupiter, dessen Untergang während der Großem Konjunktion, vom Tempelberg aus, über Bethlehem zu sehen war. Doch Weisheit, wie es die Bezeichnung der Weisen aus dem Morgenland andeutet, bedeutet nicht nur den Lauf der Gestirne berechnen zu können. Wie das Schicksal der Meder zeigt, konnte diese Kenntnis in der Antike aber entscheidend für den Ausgang eine Schacht sein. Weisheit bedeutet aber auch, sich der im Menschen innewohnenden Kraft bewusst zu sein und mit ihr die Schöpfung zu erfassen. So gab es in der altägyptischen Mythologie dazu den Begriff des Ka, der die Kräfte der Seele eines Menschen beschrieb und die nach dessen Tod überdauerten, indem sie den Körper verließen und eigenständig weiterlebten.

Ka-Statue von Hor I. Foto Jon Bodsworth

Ka beschreibt eine Zusammenfassung vom Geist, Kraft, Persönlichkeit, Lebenskraft, Lebensgeist bzw. Lebensgeister, eine Kraft, die in Hieroglyphen durch sei nach oben gestreckte Arme dargestellt wurde.Dieses Ka war immer eng mit dem lebenden König, dem Pharao verbunden und wohl ursprünglich am königlichen Palast verankert. Deshalb wurde es auch als das lebende Königs-Ka des Pharao bezeichnet. In den Schriften der frühen Kirchenlehrer diente die Schilderung von Jakobs Traum der Himmelsleiterin ähnlicher Forn als Metapher eines Weges zur der Weisheit. Gemäß dem Text hatte Jakob im Ort Bethel, nördlich von Jerusalem, eine Himmelsleiter erblickt, die nun zum Sinnbild für das Erlangen der Weisheit im christlichen Sinn wurde. Die Himmelseiter, diente nun als Vorbild für den geistlichen Aufstieg der Gläubigen. Damit wurde auch das Bild der ägyptischen Mythologie weder aufgegriffen, denn hier wurden die Gürtelsterne des Orion/Osiris als Sinnbild des Aufstiegs eines Pharaos in den Leib des Osiris gesehen. Der Kirchenlehrer Hieronymus schrieb über die Himmelsleiter dazu in seinem 54 Brief und betrachtete sie als Bild für den Weg des Lebens, auf dem Gott die Aufsteigenden ermuntert und den Ermattenden seine Hand reicht. Zugespitzt gilt die Himmelsleiter nun als Tugendleiter, die über die Stufen der Tugenden zur Vollkom-menheit führt und über die der Mensch, insbesondere der Mönch, zu Gott gelangt. Betrachtet man vor diesem Hintergrund die Situation des Sternes von Bethlehem, so spielt dieses Motiv der Himmelsleiter eine wichtige Rolle. Am Abend der Geburt stieg Orion im Osten, der Richtung des Morgenlandes über den Horizont und zu diesem Zeitpunkt befanden sich Jupiter und Saturn am Scheitelpunkt ihrer Bahn. Orion mit seinen drei Gürtelsternen folgt ihnen, was auch die Verlängerung der Linie von Saiph und Rigel zeigt. Sie triftf dann auf die beiden eng beieinander liegenden Planeten. Während Orion noch eine Zeit lang der Großen Konjunktion, dem Stern von Bethlehem folgte, ging der von Tempelberg aus betrachtet über der Geburtsstadt unter. In diesem Augenblick hat Orion, nicht nur am Himmel seinen Zenit überschritten, denn dessen Mythologie wurde an diesem denkwürdigen Abend durch die neue abgelöst.

Die Drei Weisen und Orion, am Tage der Geburt, Sicht vom Tempelberg, stellarium

mehr zum Mythos – als eBook in allen Shops erhältlich

 

Bilder: Wikipedia / Sandro Botticelli: Anbetung der Heiligen Drei Könige, Tempera auf Holz, um 1475 (Galleria degli Uffizi, Florenz) , gemeinfei / Balthassar, Melchior, Caspar – Mosaik 6. Jhd., Sant’Apollinare Nuovo, Ravenna,Foto Nina-no, / SCS Balthassar, SCS Melchior, SCS Caspar[12] mit phrygischen Mützen, Mosaik des 6. Jahrhunderts (Basilica Sant’Apollinare Nuovo, Ravenna). Die Tracht ähnelt der Kleidung sassanidischer Priester.…, Foto Nina-no, CC BY-SA 2.5 / Ka-Statue von Hor I. Foto Jon Bodsworth gemeinfrei -Die Drei Weisen und Orion, am Tage der Geburt, Sicht vom Tempelberg, stellarium

 

Die Arche Noah und das Königreich Urartu

Bau der Arche –  Hult, Adolf, 1869-1943

Nachdem Gott die Nachkommen Adams als völlig verdorben ansah, befahl er Noah ein Schiff aus Zypressenholz zu bauen und deses mit Kammern auszustatten. Nachdem das Schiff fertig war und Noah von jedem Tier ein Paar in der Arche untergebracht hatte, brach die begann die angekündigte Sintflut. Dieses dramatische Ereignis wird im 6. und 7. Kapitel der Genesis auch mit genaueren Zeitangaben beschrieben, doch die sind auf den ersten Blick widersprüchlich. So wird im 7. Kapitel die Dauer der Flut von 40 Tagen angegeben ,aber im 24. Vers des Kapitels dauert sie dann 150 Tage. Als reine Zahlen betrachtet scheinen sie nur eine symbolische Bedeutung zu besitzen, denn die 40 wie au die 15 tauchen in biblischen Texten mehrmals auf. So wird die Zahl 40 im Alten Testament gleich bei mehreren Ereignissen erwähnt und steht dann immer für eine Zeit des Wartens und der Prüfung. Genauso lange hält sich auch Moses auf dem Brg Sinai auf, um 10 Gebote zu empfangen. Dies geschah während des Auszuges aus Ägypten und der anschließenden Wanderung durch die Wüste, die bis zum Erreichen des Gelobten Landes 40 Jahre gedauert hat. Die Zahl 40 enthält aber auch eine mathe-matische Symbolik, die auf das kulturelle Fundament einer Gesellschaft verweist. Mit dem Produkt 4×10 steht die 4 für die Orientierung innerhalb der 4 Himmelsrichtungen und die 10 für eine Gesamtheit, die im 10-Finger Zählsystem begründet ist. Auch die 150 lässt sich als Produkt aus 5x3x10 darstellen, wobei die 5 auf den Mensch mit seinen 5 Sinnen und die 3 auf die mit ihm verbundene göttliche Trinität hinweisen.

Proportionen der Ache, eigen

Die Zahl 150 taucht aber auch noch an anderer stelle der Sintfluterzählung auf, den die Grundfläche der Arche, die mit 300×50 Ellen angegeben wird, hatte damit eine Fläche von 15000 Quadratellen. Nach dem Ende des Regens und dem Sinken des Wasser-pegels wird im 8 Kapitel der Geneis erzählt, dass die Arche dann am siebzehnten Tag des siebten Monats im Gebirge Ararat aufsetzte. Ein Blick auf die Klimatabelle der armenischen Stadt Sanliurfa zeigt dann eine Ähnlichkeit innerhalb des Klimaentwicklung in dieser Jahreszeit. Begann das Jahr zur Wintersonnenwende, so ist mit dem 150. Tag der 19. Mai erreicht und zu diesem Zeitpunkt ist auch das Maximum der Regenfälle überschritten. 40 Tage später, mit dem Beginn des Monates Juli, sind sie nahezu versiegt und haben die die Niederschläge haben ihr Minimum erreicht. Zugleich herrscht dann die größte Hitze und Trockenheit, was das den Rückgang des Wasserpegels und damit das Aufsitzen der Arche plausibel erscheinen lädst.

Klimatabelle Armenien, Grafik climate-data.org

Diesem Zeitpunkt der Landung markierte aber auch Orion mit seinem Frühaufstieg Auf- stieg am Morgen. In der historischen Forschung zählt die Genesis zählt zum deutero-nomistisches Geschichtswerk, dessen Entstehung in der zeit des babylonischen Exils vermutet wird. Doch im im 4. Jahrhundert wurden die Schriften durch Kirchengelehrte redigiert und neu geordnet, Die Benennung des Ortes der Landung verdankt die Erzähl- ung aber dem in Kappadokien geborenen, spätantiken Kirchenhistorikers Philostorgios. Da er sich aber zum Arianismus bekannte, einer in offizieller Sicht der Kirche geltende Irrlehre, sind die Originale seiner Werke vernichtet worden. Der vor Philostorgios nur als Land Urartu bezeichnete Ort de Landung wurde von Philostorgios als der Berg Ararat, der höchsten Berg Armeniens angegeben. In seinen Werken verarbeitete der Kirchen-historiker auch zahlreiche pagane Mythen die in diese Übergangsphase des Christen- tums durch neue ersetzt wurden. Zu dieser Zeit galt Hayk als die oberste Gott der Armenier, der auch als legendärer Gründer des Volkes verehrt wurde. Doch das Bild des Hayk, soll sich aus dem des Khaldi, dem obersten Gott der Uraräter entwickelt hab- en und dieses Land Urartu erlebte seine Blütezeit im 7. Jhd. BC. Kurz darauf wurde das Land dann Teil des persischen Großeiches. In Urartu wurde Khaldi als mythischer Bog- enschütze, Schnitter und auch als Wettergott verwehrt. In Bildern wurde er meist auf einem Löwen stehend, auch mit einem Speer in der Hand dargestellt, Ein Denkmal in der armenischen Stadt Yervan stellt seinen Nachfolger Hayk ebenso als Bogenschützen dar, der mit seiner Silhouette ebenso wie Khaldi auch dem Sternbild Orion gleicht. Wohl zurecht wird deshalb in der Forschung vermutet, dass beide Gottheiten den gleichen Ursprung besitzen.

Orion zur Zeit der Arche(biblische Chronologie2540 BC), Stellarium

Das Bild des Khaldi und das des Löwen deckt sich aber auch mit der Beschreibung der Flut. In seiner Rolle als Wettergott war Orion am Beginn der heißesten Jahreszeit kurz vor Sonnenaufgang noch zu sehen Zwei Monte später war sie mit dem Temperatur- abschwung im August zu Ende und damit hatte Orion wieder einmal die Macht der Sonne mit ihrem solaren Symbol, dem Löwen besiegt.

mehr dazu in:

Bilder: Wikipedia/ Bau der Arche Hult, Adolf, 1869-1943; Augustana synod. [from old catalog] – https://www.flickr.com/photos / Proprtionen de Arche, Grafik, eigen / Klimatabelle Armenien, Grafik climate-data.org / Armenien / Orion zur Zeit der Arche(biblische Chronologie2540 BC), Stellarium

Pharao Djoser und Osiris

Djoser Statue, 3. Dynastie, Ägyptisches Museum,  Foto Jon Bodsworth

Der erste altägyptische Pharao Djoser regierte von 2720. 2700 BC. Als Erbauer der ersten Stufenpyramide zählt er zu den bekanntesten Pharaonen des Alten Reiches der Ägypter. Sein Name ist aber mit einer weiteren Person verbunden, die in der Geschichte als eigentlicher Erbauer der Stufenpyramide gilt. Imhotep, dessen Name übersetzt be- deutet, `der in Frieden kommt´, wurde im Alten Ägypten als göttlicher Baumeister ver- ehrt. In den Texten wird Imhotep als ein Universalgelehrter beschrieben, der nicht nur Baumeister war, sondern auch die Hieroglyphen und den ägyptischen Kalender er- funden ha. Ebenso hat er auch die Grundlagen der Medizin erschaffen In dieser Rolle eines allumfassenden Kulturbringers wird er auch als Ratgeber des Pharaos Dojoser geschildert. Seine Stufenpyramide liegt innerhalb eines umfangreichen Kultareals und ist die älteste der ägyptischen Pyramiden. Zugleich ist sie eine der wenigen, mit einer nicht quadratischen Grundfläche.

Djosers Stufenpyramide in Sakkara, Foto Marperi

Mit diesem Bauwerk, das an die Ziggurats in Mespoptamien erinnert, begann zugleich die erste Phase des Pyramidenbaus und damit die Monumentalisierung der Königs-gräber. Diese Monumentalisierung entsprach auch dem Herrschaftsbild des Alten Reiches, wo sich der Pharao als Verkörperung des Horus sah, dem Sohn von Isis und Osiris. Im Isis-Osiris Mythos rächte der, den von seinem Bruder Seth getöteten Vater Osiris. So stieg im damaligen Glauben jeder Pharao zu den Sternen auf und verband sich dort mit Osiris, der sich im Sternbild des Orion verkörperte. Deshalb wurde auch jeder Pharao nach seinem Ableben mit Osiris gleichgesetzt, dem Gott, der nach den Kampf mit seinem Bruder über das Totenreich herrschte. Diese Vorstellung, nach dem Tod im Körper des Gottes weiterzuleben, prägte auch die Auslegung der Kultanlage in Sakkara.

The Orion Mystery – Die Pyramiden in Gizeh und die Gütelsterne des Orion

Einen ersten theoretischen Ansatz für die Auslegung ägyptische Bauwerke nach einer Sternkonstellation, lieferten die beiden Autoren Robert Bauval und Adrian Gilbert, mit ihrem 1989 erschienen Buch `The Orion Mystery. Darin behaupten die beiden Autoren, dass die Lage der Pyramiden von Gizeh den Gürtelsternen des Orion entsprächen. Ebenso vertraten sie die Ansicht, dass einer der Schächte innerhalb der Pyramide, auf die Sich dieser Gürtelsterne gerichtet war. Obwohl die Theorie später von Astronomen angezweifelt wurde, weist sie doch auf ein Gestaltungsprinzip, zahlreicher prähistor- ischen Anlagen, deren Geometrien sich mit dem verstirnten Bild von Gottheiten decken. Die von den beiden Autoren beschriebene Oriongürtel erhielt im Mittelalter den Namen Himmels- oder auch Jakobsleiter und stand damit sinnbildlich für den Traum des Jakob. Sie wird im 1. Buch Mose beschrieben, als Jakob auf seine Flucht einschlief und während einer Traumvision eine Verbindung von Himmel und Erde sah.

Schlafender Jakob mit Himmelsleiter (Lutherbibel), Foto Soenke Rahn

Der Erzählung zufolge, sah Jakob dann auf dieser Leiter(Treppe) Engel auf und ab- steigen. `Ihm träumte: Und siehe, eine Leiter stand auf Erden, die rührte mit der Spitze an den Himmel, und siehe, die Engel Gottes stiegen daran auf und nieder. Und Gott stand oben darauf. (1. Mose 28, 12)´ Die Kirchenväter deuteten später die Leiter als Präfiguration des Kreuzes Christi, das ganz ähnlich zum Himmel weist. Die Erzählung von Jakobs Traumvision spielt gemäß der biblischen Chronologie in einer Zeit in der auch das Epos von Innanas Abstieg stieg in die Unterwelt entstand. Das Epos erzählt von Inanna. eine der großen sumerischen Göttinnen, die eines Tages in die Unterwelt absteigen musste, wo die Totengöttin Ereschkigal, herrschte. Hie wurde sie von der Totemgöttin ermordet und erst auf die Bitte Enkis konnte Inanna wiederbelebt werden und wieder zu den Göttern aufsteigen. Dieser Sicht entsprach auch die die Pyramide des Djoser, die nicht nur optisch eine Himmelsleiter gleicht, sondern auch ihr Mittelpunkt liegt auf der Position des Sternes Alnilam, des mittleren Sternes des Oiongürtels.

Djoser Stufenpyramide und die Himmelsleiter, eigen

Sein Name bedeutet im Arabischen die Perle, einem Produkt der Muschel, das in vielen Mythologien eine ähnliche Bedeutung besitzt. So erzählt der Koran von Perlen, als einer der großen Belohnungen im Paradieses. Auch hier gelten sie, wie im Christentum als das Symbol der Reinheit und Vollkommenheit. Auf diese Symbolik verweisen auch die Perlen des Rosenkranzes, wie auch die Gebetsketten im Buddhismus mit ihren 108 Perlen. Dieses Motiv der Perlen taucht. ebenso in der Vision des Johannes auf, wo am Ende des Weltengerichtes das Himmlische Jerusalem entstehen wird. Durch dessen 12, aus Perlen, gefertigten Tore, ziehen dann die Erlösten ein. Mit demStern Alnilan, nimmt Djosers Pyramide also eine Symbolik vorweg, die später von vielen Religionen aufgegriffen wird.

Bilder: Wikipedia / Djoser Statue, 3. Dynastie, Ägyptisches Museum (JE 49158), Foto – Jon Bodsworth ( – Djoser statue, 3rd Dynasty Egyptian Museum (JE 49158), Foto Jon Bodsworth – http://www.egyptarchive.co.uk/html/cairo_museum_03.html) / Djosers Stufenpyramide in Sakkara, Foto Marperi CC BY 2.5 / Darstellung des schlafenden Jakobs mit der Himmelsleiter im Hintergrund, wie sie in den ursprünglichen Lutherbibeln zu finden war (um 1534). CC BY-SA 4.0 / Djoser Stufenpyramide und die Himmelsleiter, Stellarium eigen

Die Collage der Venus

Ansichten der Figurine von allen vier Seiten, Foro Bjørn Christian Tørrissen

Mehre Funde prähistorischer Figuren, die in unterschiedlichen Abstraktionsgraden Frauenkörper mit üppigen Büsten darstellen, werden als Venus-Figuren bezeichnet. Ob- wohl hinter der Bezeichnung ein völlig anderes Schönheitsideal steht, hielt sich diese Bezeichnung bis heute. Die Überbetonung des weiblichen Geschlechts in diesen Venus-Figuren nährte auch die Theorien eines prähistorischen Matriarchats, das erst durch eine patriarchale Herrschaftsform während des Neolithikums abgelöst worden sein soll. Die üppigen Formen dieser Venus-Figuren werden hier mit in erster Linie mit dem Aspekt der Fruchtbarkeit in Verbindung gebracht. Sie beinhaltet die Fähigkeit Nachkommen zu zeugen, die für de verstreut lebenden Gemeinschaften der Eiszeitjäger überlebensnotwendig war. Zugleich war die Betonung der Fruchtbarkeit auch ein Sinn- bild der Natur. Die heute meist idealisierenden Vorstellungen von einem frühgeschicht-lichen Matriarcht verstellen aber den Blick auf die Lebensumstände von Urgesell-schaften, wie sie noch bei indigen Stämmen im Amazonasbecken zu beobachten sind. Dort ist die Rolle der Frau zwiespältig, denn in der Rangfolge steht sie hinter den Männern, was sich auch in der Tötung weiblicher Säuglinge zeigt. Dies erfolgt, obwohl stets ein Frauen- mangel herrscht, was dann zu einem Frauenraub bei benachbarten Stämmen führt. Somit herrscht stets eine Konkurrenz unter Männern im Werben um vorhandene Frauen. Der Kampf um die Fruchtbarkeit für eigene Nachkommen, wie die Abhängigkeit von fruchtbarer Natur, könnten die Gründe für eine Überbetonung weib- licher Merkmale bei prähistorischer Figuren gewesen sein.

Paläolithische Figur, Venus vom Hohlefels (Mammutelefenbein), Foto Foto Ramessos

Trotz den meist gravierenden Abweichungen vom Ideal griechisch-römischer Vorbilder, werden die Figuren mit dem Namen der Liebesgöttin bezeichnet. Auch die als Venus vom Hohle Fels bezeichnete Figur passt in die Reihe von weiblichen Darstellungen mit überbetonten Körpermerkmalen. In zahlreiche Einzelteile zerfallen, konnte sie aus einer Schicht, 3 m unterhalb der Erdoberfläche geborgen werden, die auf einen Zeitraum zwischen 33.000 und 38.000 BC datiert wird. Das wuchtige Aussehen der Figur täuscht eine Größe vor, die sie gar nicht besitzt. Die 33,3 Gramm schwere Figur ist nur 5,97 cm hoch und 3,45 cm breit. Ohne Kopf, aber mit einer Öse am schräg gestellten Ober- körper sowie mit den rudimentär dargestellten Beinen passt die Plastik nur bedingt in das Schema der naturnah dargestellten Frauenfiguren.

Venus als Collage, eigen / Venus, Foto Claus Rudolph, Urgeschichtliches Museum

Auch die dünnen Beine sowie die Gestaltung der Brüste erwecken eher den Eindruck, dass die Figur, gleich einer Collage, aus mehreren Bildvorstellungen zusammengesetzt wurde: So etwa mit der Formung der Brüste, die an Eicheln erinnern, welche zu dieser Zeit als Nahrung und Nährstofflieferant von Proteinen in den geschützten Flusstälern gesammelt werden konnetn. Während die Eichel mit ihrer Symbolik der Fruchtbarkeit auf den Reichtum der Natur verweist, zeigt der Gesamtkörper der Venus eine auf- fallende Ähnlichkeit mit der Gestalt eines gebratenen Singvogels. Die Collage aus Vogelkörper und Eicheln könnte auf mehrere Beweggründe zurückzuführen sein. Ein Vogel, der auch in der Antike eine mythische Bedeutung hatte, war der Stieglitz. In Griechenland wurde er Akalanthis genannt und gleichzeitig war dies auch einer der Bei- namen der Jagd- und Waldgöttin Artemis. Als Tier der Artemis stand der Vogel für Aspekte wie Ausdauer, Fruchtbarkeit und Beharrlichkeit. Diese Symbolik wurde später auch in der christlichen Bildsprache adaptiert, wo sie in zahlreichen Marienbildern zu sehen ist. Aber auch das Bild des Zugvogels könnte ein Beweggrund für die Collage des Venuskörpes gedient haben. So sind doch Zugvögel verlässliche Zeitgeber und mit ihrem Auftauchen lässt sich auch die weitere Entwicklung des Klimas und damit die Fruchtbarkeit der Natur abschätzen. Der Vogelflug verweist aber auch auf die spirituelle Verbindung mit einer anderen Anderswelt, der Welt der verstorbenen und deren Seelen. Eine dieser Vorstellungen vom Vogel und seine Verbindung in eine Anderswelt lebt bis heute in de gestalt des Paradiesvogels weiter. Eichel und Vogel erklären aber noch den Kopflosen Körper der Venus. Erst das Bild des Sternbildes Orion erklärt die Schiefe, sowie die Proportion der Figur und durch ihn erhält die Collage der Venus  auch jenen Ausdruck universeller Fruchtbarkeit. Orion, der in vielen Kulturen ganz unterschiedlich gesehen wird, könnte hier als eine Art von Amulett gedient haben, und mit Hlfe der öse  bequem getragen werden.

Venus-Orion, Aufstieg Orion am Abend de WSW um 40000BC, Stellarium

 

Bilder: Ansichten der Figurine von allen vier Seiten, Foro Bjørn Christian Tørrissen – Own work, by uploader, https://bjornfree.com/travel/galleries/ CC BY-SA 4.0 / Paleolithic figure Venus of Hohlefels (of mammooth ivory), Foto Ramessos, CC BY-SA 3.0/ Venus als Collage, eigen / Venus, Foto Claus Rudolph, Urgeschichtliches Museum Blaubeuren (urmu)/ Venus-Orion, Aufstieg Orion am Abend de WSW um 40000BC, Stellarium

 

Die Insel des Cernunnos

Bardsey Island, von Braich y Pwll, Lleyn Peninsula, Foto Martin Connoll

Die Insel Bardsey wird im Wallisischen auch Ynys Enlli, die Insel de Gezeiten genannt. Während der Christianisierung hat die Insel wohl auch wegen ihre Vorgeschichte den Namen Insel der 20000 Heiligen erhalten. Die Insel, die seit dem frühen Neolithikum bewohnt war, wandelte sich bereits in den Anfängen des Christentums zu einem heilig- en Ort, als der heilige Cadfan dort im Jahr 516 das Kloster St, Marys errichten ließ. Durch dessen Bedeutung entwickelte sich die Insel Bardsey während des Mittelalters zu einem der bedeutendsten Wallfahrtsorte im Norden, der der Bedeutung Roms gleich- kam. In dieser Zeit entwickelte sich auch die Vorstellung, dass dies der heilige Ort für die Bestattung der Tapfersten und Besten des Landes sei und zugleich wurde die Insel als ein Ort der Ablässe, der Absolution und Vergebung angesehen. Sie sollten Gläub- igen einen Weg zum Himmel bieten und zugleich Tor zum Paradies sein.

Die Kapelle und das Kapellenhaus bei der Ruine von St, Marys, Foto David Medcalf

Die Bardsey zugeschriebene Zahl der 20000 verweist zum einen, auf ein ureuropäisch- es Zählsystem, das Vigesimalsystems und zugleich auf das biblische Symbolik der Zahl 20. Sie taucht an mehreren Stellen des Alten Testaments auf, wo sie immer mit einer Zeit des Wartens verknüpft ist. Beispiele sind: 20 Jahre lang wartete Jakob. – 1.Mose 31,38, 20 Jahre lang wartete die Bundeslade in Kir-jat-Jearim. – 1.Sam 7,2.oder 20 Jahre wartete Jerusalem zwischen seiner Einnahme und Zerstörung. Mit der Ver- dopplung der Zahl 10, verweist die 20 auch auf die 10 Gebote , dem Sinnbild einer vollständigen Gesetzgebung. Die Symbolik des Wartens kann hier auch als Verweis auf das Erwarten der Erlösung in einer anderen Welt gesehen werden. Als Grund- lage biblischer Symbolik dienten aber meist astronomische Bilder und Ereignisse. Auch hier verweist die Zahl 20 auf ein Schauspiel am Himmel, die Große Kon- junktion. Sie stellt die größt mögliche Annäherung der beiden Planeten Jupiter und Saturn dar, die durchschnittlich alle 20 Jahre erfolgt. Dieses biblische Zeit des Wartens erinnerte damit an die Zeit der Erwartung, bis zur Annäherung der zwei großen Planet- engottheiten. In einer Vorstellungswelt, in der Naturerscheinungen, wie Landschaften und Flüsse als Gottheiten wahrgenommen wurden, passte auch de Form der Insel ideal zum Prinzip eines analogen Aufbaus des Kosmos. So deckt sich hier das Bild der Landschaft mit dem himmlischen Bild einer der wichtigsten Gottheiten, die seit der Früh- geschichte die Mythologie vieler Kulturen prägte.

Bardsey und Orion (Cernunnos), seitenrichtig am Abend des 1. Mai, (2.Jhd.BC),

So wie Orion in der La Tene Zeit am Abend des 1. Mai, dem Beginn des Sommers,  am Himmel zu sehen war, deckte sich seine Struktur mit der Geometrie der Insel, Dabei führt der Gürtel des Orion, auch Himmelsleiter genannt, geradewegs zum Gipfel des Mynydd Enilii. Die Lage des Fußsternes Riegel lag dann so, dass von diesem Punkt aus, über dem Gipfel der Sonnenaufgang am 1 Februar zu sehen war. Orion war auch Teil der keltischen Mytho-logie, wo er mit dem gehörnten Gott Cernunnos identifiziert wird. Als Gott der Natur und der Fruchtbarkeit war er zugleich auch Herrscher der Unterwelt. Damit entsprach er sowohl dem griechischen Gott Dionysos, als auch dem ägyptischen Gott Osiris. Der hatte sich im Laufe seiner Geschichte vom Fruchtbarkeits- gott zum Herrscher des Totenreiches gewandelt.

Gehörnter Gott /  Schamane, sitzenden, auf dem Kessel von Gundestrup , Foto Malene

Die Darstellung des gehörnten Gottes scheint über mehrere Jahrtausende hinweg gleich geblieben zu sein. So gab es bereits in den Felsritzung im italienischen Val Camorica Darstellungen eines gehörnten Gottes, mit erhobenen Armen, Torques und Schlangen in en Händen. Diese, im 6. Jtsd. Entstanden Bilder glichen bereits der Darstellung auf dem berühmten Kessel von Gundestrup, der aus der La Tene Zeit stammt. In Europa war diese Vorstellung eines gehörnten Gottes weit verbreitet und so führt seine Spur bis nach Indien, wo er in seinem Wesen auch dem hinudistischen Gott Shiva entspricht. Cernunnos selbst, wie auch die Geweihsymbolik des Hirsches, wurd- en vom Christen ebenso adaptiert, wie andere Symbole des paganen Glaubens. Die Gestalt des Hirsches wurde zum Sinnbild von Jesus, während Cernnunos sich in seinen teuflischen Gegenspieler verwandelte. Eine über Jahrtausende gewachsene Vorstell- ungswelt, die den Naturzyklen entsprach, wurde so zerstört. Die Bedeutung des Cernunnos bietet damit auch eine Erklärung für die Umwidmung der Insel in einen Wallfahrtsort inmitten des Meeres. Auf die unendliche Weite des Wasser weist hier auch wieder die Zahl 20 hin, denn sie entspricht dem 5. platonischen Körper dem Ikosaeder. In der Antike verkörperte er das Element Wasser das Wasser. das im alten Volksglauben immer wieder eine Grenze zwischen den Lebenden und den Toten bildet. So findet man auch In den Mythologien vielen Kulturen Jenseitsorte oft in einem Unterwasserreich, auf einer Insel, der Toteninsel, oder auf der anderen Seite des (Lebens-)Flusses.

Bilder: Wikipedia / Bardsey Island Taken from Braich y Pwll – at the end of the Lleyn Peninsula Foto Martin Connoll, CC BY-SA 2.0 / The Chapel and Chapel house Near the ruins of St Mary’s Abbey., Foto David Medcalf, CC BY-SA 2.0 /Gehörnter Gott oder Schamane in sitzender Position auf dem Kessel von Gundestrup , Foto Malene eigen. Bardsey und Orion, seitenrichtig am Abend des 1. Mai, (1.Jhd.BC), Stellarium opentopomap