Rosslyn Chapel und der Green Man

Green Man – Dore Abbey

Der Mythos des Green Man führte seit dem 2. Jahrhundert zu einem häufig verwendeten Bildmotiv. Als erste verwendete es wohl römische Bildhauer bei Masken, die eine Misch- ung aus vegetativer Struktur und menschlichem Antlitz darstellten. Sie verwiesen damit auf die Verbindung zwischen der Natur und Gottheiten wie Dionysus , Silvanus, Pan oder Bacchus. Unter diesen Gottheiten ihnen entwickelte sich Dionysus im Laufe der Zeit zum beliebten Gott Bacchus, der für Ausgelassenheit, Freude, aber auch Tod und Wieder-geburt stand. Das frühe Christentum adaptierte die Symbolik der Dionysischen Mythos. Sie vermischte sich mit der keltischen Vorstellung vom Kopf als Sitz der Seele. Wohl aus diesem Grund tauchten erste Bilder des Green Man auch erstmals in irischen Hand- schriften auf, wie dem aufwendig gestalteten `Book oft Kelts`.Trotz der wachsenden Kirchenmacht während des Mittelalters, ist die Blütezeit der Green Man Darstellungen in der Zeit zwischen dem 11. und dem 15, Jahrhundert . In diesem Zeitraum entstanden in zahlreichen Kirchen und öffentlichen Gebäuden seine Bildnisse. Dabei waren sie stets eingebunden in florale Dekoration. Unter dem Einfluss muslimischer Handwerker, die im Laufe der ersten Kreuzzüge nach Europa kamen, wurden diese Motive zunehmend aufwendiger dargestellt. In vielen dieser Reliefs quellen Attribute der Natur aus dem Mund des Green Man. Sie sollten zeigen, dass was er sagt und denkt im Einklang mit den Ge- setzen der Natur steht. Deshalb ist auch die Maskendarstellung insgesamt in grüner Farbe gehalten. Neben dieser Reminiszenz an die paganen Kulte existieren aber auch groteske Varianten des Green Man mit erigierendem Glied, die den abschreckende Charakter ungezügelter Sexualität darstellen sollten. Die Neuübersetzung griechisch-römischer Mythen während der Renaissance machten dann das Motiv allgemein salonfähig. Die floralen Masken wurden wieder zu dem, was sie darstellten sollten: Bilder der alten Vege- tationsgötter.

Green Man,  Rosslyn Chapel

Einer der Kirchen, die in erster Linie durch Dan Browns `Da Vinci Code berühmt wurde, ist Rosslyn Chapel bei Edinburgh. in der dem Apostel Matthias und der Maria geweihten Kirche ist das Green Man Motiv fast 100 mal zu sehen ist. Doch die Kirche bereitet Forschern auf Grund ihrer zahlreichen symbolischen Zeichen seit Jahrhunderten Kopf- zerbrechen. Einer der Gründe sind auch die Reliefs von Maiskolben und Kakteen, die zum Entstehungszeitpunkt der Kirche, als dem Jahr 1456, in Europa noch gar nicht bekannt sein konnten. Die rätselhafte Symbolik von Rosslyn Chapel ist wohl auch Ursache mehrerer Gerüchte die berichten, dass in der Kirche ein wichtiges Relikt des Christen- tums verborgen wird. Die Rede ist von den vermissten Schriftrollen von Salomons Tempel oder gar der Kopfrelique von Johannes dem Täufer. Sie soll während der Kreuzzüge aus Jerusalem in die Kapelle gebracht worden sein. Die Kirche wurde von einem Mitglied der angesehenen Familie der Sinclairs erbaut, der auch Verbindungen zu dem 1312 auf- gelösten Orden der Templer nachgesagt werden. Vorbild für die überlängte Form des Grundrisses soll der Tempel des Herodes gewesen sein. Das Bauwerk ist auf vierzehn Säulen errichtet, wobei am östlichen Ende die vierzehnte Säule mit drei weiteren eine Arkade zwischen dem Kirchenschiff und der Lady Chapel bilden.

Rosslyn Chapel

Die drei Säulen im Chor des Kirchenschiffes sind jedoch besondere Säulen und tragen auch alle einen Namen: Master Pillar, Journeyman Pillar und der Apprentice Pillar. Unter den Säulen ist jedoch der Apprentice Pillar am bekanntesten. Diese Säule, auch Prentice Pillar genannt, erhielt ihren Namen aufgrund einer Legende. Sie erzählt von einem Meister der seinem Gehilfen nicht zugetraut habe, dass der die komplizierten Reliefs erschaffen könne, ohne die Originalvorlage dazu zu sehen. Der Meister soll daraufhin nach Rom ge- reist sein um das Original selbst zu sehen. Bei seiner Rückkehr hatte der Gehilfe jedoch die Säule schon in meisterhafter Form bearbeitet. Das rief den Zorn des Meisters hervor, der dann den Gehilfen voller Neid mit einem Hammer erschlug. Zur Strafe wurde das Gesicht des Meisters in die gegenüberliegende Ecke gemeißelt, auf dass er in alle Ewigkeit auf die geniale Arbeit seines Gehilfen schauen muss. Hier sieht der Freimaurer Henning Kolvekorn aber eindeutige Hinweise, dass die Säule sich direkt auf den Mythos von Yggdrasil bezieht, den Lebensbaum der germanischen und nordischen Mythologie.

Rossly Chapel – Orion,Osiris / Letztsicht am Morgen des Rosenkranzfestes

Dass jedoch die Legende jenes mythischen Green, die Erinnerung an den alten Frucht-barkeitsgott, auch die Proportion des Gebäudes beeinflusst hatte, zeigt ein Verglich mit dem Sternbild Orion. Nicht nur seine vier hellsten Sterne begrenzen das Bauwerk, auch die ab dem Mittelalter als Jakobs Himmelsleiter bezeichneten Gürtelsterne des Orion liegen dort,  wo sich der Altar von Rosslyn Chapel die Weihehandlung der Wandlung vollzog. Orion in der Gestalt des Green Man wäre auch eine Erklärung für die Legende seines Todes und der Wiedergeburt, ähnlich des ägyptischen Osiris. Auf diese Weise findet sich hier eine Fülle von symbolischen Bezügen zueinander, die ebenso keltische, christliche, jüdische, aber eben auch Verweise auf ägyptische Mythologie enthalten.

Osiris, Grab des Nefertari), 1295-1253 BC

Bilder: Wikipedia/ This wood carving of a „foliate head“ type is on the Renaissance screen at Dore Abbey., SiGarb /Osiris, ruler of the underworld and of rebirth and regeneration, was typically shown with a green face. (Tomb of Nefertari), 1295-1253 BC / Scottland, Roslyn Chapel , Sabine Perry /Green Man Rosslyn Chapel. British Heritage/ Simulation Stellarium

Bornholm, Insel des Bonavede – Teil 2

Bornholm, Schrägluftbild

Die Insel Bornholm entstand während der letzten Eiszeit, als sich durch die Gletscher-schmelze im westlichen teil der Ostsee ein Flussdelta herausbilde und abfließendes Wasser größere Sandmengen aufschwemmte. Nach dem Schmelzen der Gletscher breitete sich eine Tundralandschaft aus, die den dort üblichen Tierbestand aufwies. Un- gefähr um 8000. v. Chr. zogen erste Jägergruppen auf die Insel. Zahlreiche Siedlungs-plätze aus dieser Zeit wurden bis heute gefunden. Wie in Süd- und Mitteleuropa ver- drängten Ackerbauern um 6000 v. Chr. die Jägerclans und errichteten in der Folgezeit zahlreiche Hünen- und Ganggräber. Mehr Relikte gibt es jedoch aus der Bronzezeit ab 1700 v. Chr. Aus dieser Epoche sind zahlreiche Steinkisten, Steinkreise und Schiffs-setzungen, Bautasteine oder Runensteine bekannt. Relikte aus der Bronzezeit sind jedoch auf der Insel Bornholm weitaus häufiger anzutreffen als in allen vergleichbar großen Regionen Dänemarks. Dieser fruchtbaren Epoche folgte die Eisenzeit, aus der auch der sagenumwobene Bornholmer Goldschatz stammt der im kulturhistorischen Museum von Rönne zu besichtigen ist.

Guldgubber aus Sorte Muld auf Bornholm, 6. Jahrhundert n. Chr.

Über die Entstehung  des Inselnamens herrscht Uneinigkeit. Allein der erste Teil `born´ deutet auf den mittelhochdeutschen Begriff für Quelle, `born´. Tatsächlich entspringen auf der Insel auch zahlreiche Quellen. Eine andere Überlegung zielt auf die Zusammen-ziehung gleich dreier Wörter: `Borg under holmen´, also die Burg auf der Insel. Aber auch die Interpretation `Bur-gun-al ru- ma´, das Wasserburgland wäre hier möglich. An der von Rönne nach Aakirkeby führenden Straße liegt der Rispebjerg, auf dem heute noch die Reste eines Walls zu sehen sind. Eine Sage berichtet hier, dass der Berg einst von Riesen und Zwergen bewohnt wurde. Eine andere Bornholmer Sage erzählt auch von einem Riesen mit dem Namen Bonavede. Er soll einst Stammvater der Inselbewohner ge- wesen sein. Sein Vater war von Beruf Bauer, ein `Bonde´, während seine Mutter eine `Vaette´, eine Meerjungfrau gewesen sein soll. Verbindet man beide Namen zu Bonde-vaetta oder bondevede, so gleicht der Name dann dem ähnlich klingenden Wort bonavede, das gutmütig oder schlau bedeutet. Laut der Sage war der Riese dies auch, denn er konnte sehen was andere nicht sehen konnten. Kamen die Unterirdischen einmal ans Tageslicht, um ihm einen Streich zu spielen, kannte er diesen bereits. Deshalb wusste er auch, dass ihn die Berggeister eines Tages töten wollten und nahm den Becher mit Gift an. Doch dann ritt er mit dem Pferd davon und schenkte später den Pokal der Pederskirche in Aakirkeby, wo er heute noch sehen ist.

Peders Kirche Bornholm

Größere Ansiedlungen gab es seit früher Zeit in Rönne, einer der ersten Hafenstädte und im Zentrum, wo die Hauptburg Bornbolms lag, die Gamleborg. Die Reste der Gamleborg liegen versteckt im Waldgebiet bei Almindingen. Sie war die erste große Burganlage auf der Insel. In der Zeit der Völkerwanderung diente sie um 750 dann auch als Zufluchtsort der Bevölkerung vor Überfällen. in der Wikingerzeit. Ab dem 8. Jahrhundert war die Burg Hauptfestung der Insel und zugleich Sitz des Königs. Aus dieser Epoche des Wandels vom heidnischem zum christlichem Glauben stammen auch zahlreiche Amulette. Sie wurden mehrheitlich in Gräbern von Frauen gefunden und stehen unter Umständen mit Fruchtbarkeitsriten und Eheweihungen in Verbindung. Unter den gefundenen Zeichen befindet sich auch der bereits vorgestellte Hammer Thors, Möljnir.

Thors`Hammer´, das Amulett

Bereits die sprachliche Interpretation auf den Runen von Thors Hammer lenkt nach Auf- fassung von Lis Imer, Kuratorin am dänischen Nationalmuseum, das Verständnis von Thors Hammer in die falsche Richtung. Sie versteht H M A R x I S als eine fehlerhafte Schreibweise von hamar is, `Hammer ist´, wobei das x ein Worttrenner ist. Da das R übergroß erscheint, sieht sie die Runenfolge im Kontext des Wortes raiðo, was die Ausfahrt bedeutet. Diese Ausfahrt lässt sich nun auch mit dem Bild des schlauen Riesen Bonavede in Verbindung bringen. Einer, der dieses Bild in der Eisenzeit ausfüllte ist der mythische Riese Orion. Zur Wintersonnenwende erschien er zu seiner wichtigsten Aus- fahrt. An diesem Abend erschien er zu dieser Zeit kurz nach Sonnenuntergang am Ost- horizont. Er könnte aber auch der Grund für die Legende des Bonavede, dem Stammvater der Bornholmer gewesen sein, denn seine Geometrie spiegelt sich in der Insel wieder. Während des Frühjahrsäquinkotiums stand Orion/Thor am Abend im Südwesten zum letzten Mal so am Horizont, dass er mit der Geometrie der Insel übereinstimmte. Auch die wichtigsten Städte der Insel liegen so verteilt, dass sie dann mit den Positionen seiner hellsten Sterne übereinstimmen.

Bornholm und der Riese

Bilder: Wikipedia / Bornholm, Schrägluftbild, Andreas Faessler / Hestestenene an der Küste westlich von Gudhjem, Hans-Peter Balfan / Guldgubber aus Sorte Muld auf Bornholm, 6. Jahrhundert n. Chr., Martin Stoltze / Simulation, sunearthtools, stellarium

Der Riese des Untersberges

König Artur kämpft gegen einen Riesen

Legenden und Sagen sind voll von Erzählungen über Riesen. Sie werden als gewalttätige Naturgeister, Wetterriesen oder auch als übergroße wilde Männer, wie der Riese Rübe- zahl dargestellt. In vielerlei Erzählungen werfen sie mit Felsblöcken um sich, oder hinter-ließen in felsigen Landschaften ihre Fußabdrücke. Als archetypische Figur verkörperte der Riese ein ungebändigtes Triebwesen, das mit seiner Gier zerstörerisch wirkt und erst durch die Götter gebändigt werden musste.

Der heilige Christophorus. Rechter Teil des Flügelaltars –  Die Perle von Brabant

Einer der Riesen, die das Leben der Gläubigen bis zur Neuzeit begleitete, war der heilige Christophorus. Prägend für die Entstehung seiner Legende ist die Schrift Legenda Aurea des Jacobus de Voragine die zwischen 1263 und 1273 geschrieben wurde. Sie berichtet von frühesten Ereignissen seiner Verehrung durch die Weihe einer Kirche im Jahr 454 in Chalkedon – dem heutigen Stadtteil Kadiköy in Ístanbul. Der Ort wurde nicht ohne Grund gewählt, fand doch hier 3 Jahre zuvor eines der wichtigsten Konzile statt. In Chalkedon entstand die Lehre der Chalcedonense, der bis heute gültigen christologischen Lehrgrundlage der orthodoxen, katholischen, anglikanischen und der protestantischen Kirche. Die Legende des Christophorus erzählt von einem Riesen der ursprünglich Reprobus, der Verworfene genannt wurde und aus Kanaan stammte. Einst wollte er dem mächtigsten aller Herrscher dienen. Deshalb wurde er zunächst Knecht des Königs. Da er dort immer wieder den Namen des Teufels hörte, glaubte Reprobus endlich den wahren Herrscher gefunden zu haben dem er dienen müsste. Als der eines Tages vor einem Kreuz floh, wusste er, dass noch einen mächtigeren Herrscher gab. So gelangte er zu einem Einsiedler der ihm den Weg wies. An einem Fluss baute er eine Hütte und brachte Reisende auf seinen Schultern über den Fluss. Eines Tages kam ein Kind. Mitten im Fluss wurde es immer schwerer und Reprobus tauchte unter. Dabei wurde er getauft und erhielt den Namen Christophorus, der Christusträger. Am anderen Ufer erkannte er endlich den, den er immer gesucht hatte.

St Georg Hohensalzburg,Christophorus Relief, Blick zum Gaisberg (Aufstieg des Orion)

Auch in der Kirche auf der Festung Hohensalzburg hat der Heilige einen Platz ge- funden, denn dort ist ein überlebensgroßes Relief des Christophorus zu finden. Aber auch im dortigen Kloster St Peter wird noch ein Kunstwerk auf bewahrt das der heilige Thiemo, Erzbischof von Salzburg geschaffen hat. Es ist die aus Elfenbein geschnitzte Figur des Christusträgers. Nicht nur die ersten Beschreibungen des hundsköpfigen Reprobus, auch sein ungestümes Wesen und vor allem das Motiv des Kindes auf der Schulter des Riesen, erinnern an die Legende des Riesen Orion. Nachdem Orion auf der Insel Chios, Merope, die Tochter des Oinopion, verführt hatte, wurde er geblendet. Orion befragte das Orakel was er tun solle um wieder sehend zu werden. Es rät ihm gegen Sonnenaufgang zu gehen. So folgt er blind den Hammer-schlägen der Kyklopen und gelangt so nach Lemnos in die Schmiede des Hephaistos. Dort erbittet er einen Führer der ihn zu Helios bringen soll. Der Gott des Feuers gibt ihm Kedalion, einen seiner jungen Schmiedelehrlinge als Führer mit. Orion setzt ihn auf seine Schulter, und mit ihm durchwatet er das Meer. Hier erlangt er im Licht der aufgehenden Sonne sein Augenlicht wieder.

Orion und Kedalion

Östlich vom erwähnten Stift St Peter liegt Aigen und der Gaisberg. In dieser Gegend beginnt die Legende eines weiteren Riesen lebendig zu werden, der Abfalter vom Untersberg. Von ihm berichtet die Erzählung, dass Abfalter am Fuße des Gais- berges einst einer Riesenjungfrau begegnet sei, welche vom Abersee kommend, Steine in der Schürze trug. Die wollte sie benutzen um auf ihnen als Trittsteine über die Salzach zu schreiten. Doch ihre Schürze hatte ein Loch, weshalb sie die Steine unterwegs bei Plainfeld verlor. Der kräftige Abfalter soll sie dann aber über die Salzach getragen haben. Doch fortan führte er ein ruheloses Leben und wartete auf die Sonne, um die Jungfrau wieder sehen zu können. Auch Abfalter soll wie andere Riesen mit großen Steinen geworfen haben die er auf dem Untersberg sammelte. Von seinen Würfen sollen mehrere große Felsbrocken stammen, die heute in der Nähe zahlreicher Kirchen rund um den Untersberg noch zu sehen sind. Sein Lager, so die Legende, hatte der Abfalter aber in einer Felsspalte auf dem Berg. Wie die Legende den Gaisberg und den Untersberg auf geschickte Weise verband, zeigt das Sternbild des Orion, des wilden Jägers, der jeden Tag mit seinen beiden Jagdhunden über den Horizont aufsteigt. Um 1600, also dem Zeitraum der ersten schriftlichen Fassung der Abfaltersage innerhalb der Erzählung des Lazarus, stieg Orion am Gedenktag des heiligen Christophorus über dem östlich von Salzburg gelegenen Gaisberg auf. Viel später ging er dann über dem Untersberg wieder unter, wo auch das Lager Abfalters vermutet wurde. Der Name Abfalter entwickelte sich aus dem althochdeutschen affrolta, der Apfelbaum. Hier schwingt noch die keltische Bedeutung des Apfels mit, der einst vor 7000 Jahren von Zentralasien nach Mitteleuropa kam. In der keltischen Mythologie galt der Apfel als ein Symbol der Weisheit und des Wissens. Ihm wurde die Kraft zugeschrieben, ewige Jugend zu verleihen und den Tod zu überwinden. Mit dieser Weisheit verbindet der Abfalter bis heute zwei energetisch bedeutsame Berge.

Abfalter / Orion, der Gaisberg und der Untersberg

Wikipedia / König Arthus bekämpft einen Riesen (Kupferstich von Walter Crane)/ Der heilige Christophorus. Rechter Teil des Flügelaltars Die Perle von Brabant Meister der Perle von Brabant, (1467–1468), Dierick Bouts / St Georg Hohensalzburg,Andrew Bossi, Wikimedia, CC BY-SA 2.5 / Landscape with Orion or Blind Orion Searching for the Rising Sun, Metropolitan Museum of Ar /Simulation Stellarium

Die Schlacht am Himmel

Konstantin der GroßeKopf der Kolossalstatue Konstantins des Großen Kapitolinische Museen

Im Jahr 311 war Konstantin neben Galerius, Maxentius und Licinus einer der Kaiser der römischen Tetrachie. Doch Maxentius wehrte sich gegen die durch die Tetrachie eingeschränkten Erbansprüche. Nachdem Galerius 311 plötzlich verstarb und Konstantin durch die anderen Tetrachen anerkannt wurde, war eine Konfrontation unvermeidlich. Im Frühjahr 312 marschierte Konstantin von Trier aus nach Italien. Doch inzwischen war der in Rom residierende Maxentius auf den Angriff gut vorbereitet. In der Zwischenzeit hatte er mehrere Städte in Norditalien befestigen lassen und neue Truppen aufgestellt, so dass er über eine Heerestärke von 100.000 Mann verfügte. Da er wegen der Sicherung der Rheingrenzen nur ein Viertel seines Heeres entbehren konnte, war Konstantin schon zu Beginn des Feldzuges zahlenmäßig unterlegen.

Mit 40.000 Mann zog er schließlich gegen Rom. Mit seinem Heer errang er bereits in Oberitalien mehrere Siege und war somit für die entscheidende Schlacht bestens vorbereitet. Maxentius der bereits zwei Angriffe auf Rom überstanden hatte wollte Konstantin außerhalb der Mauern Roms stellen. In seinem Schlachtplan spielte dabei die Milvinische Brücke eine wichtige Rolle. Zum Schwein sollte den Truppen Konstantins der Durchbruch ermöglicht werden, um über die inzwischen durch eine Holzkonstruktion ersetzte Brücke auf die Stadt vorrücken zu können. Im entscheidenden Augenblick sollte diese dann in Brand gesteckt werden und Konstantins Truppen in der Falle sitzen.

Konstantin Vision

Konstantins Vision, Raffael Santi um 1520

Über den Vorabend der Schlacht berichtet der Bischof und Kirchenschriftsteller Eusebius von Caesarea Vita Constantini von einer Vision des Kaisers. Während ihm Christus erschien, soll Konstantin im Traum ein leuchtendes Kreuz am Himmel gesehen haben. Mit dem Spruch `In diesem Zeichen wirst du siegen´ befahl er es ihm gegen seine Feinde einzusetzen. Noch in der Nacht, so die Erzählung, sollen die Feldzeichen und Embleme auf den Schildern der Soldaten gegen das Christusmonogramm ausgetauscht worden sein. Dieses Zeichen wird als Mischung der beiden Buchstaben Chi und Rho gedeutet, den ersten beiden Buchstaben des Namens Christus. In der späteren Zeit änderte sich die Interpretation des Symbols und wurde nun als Kurzform des lateinischen Pax, der Frieden oder auch als Pax Christi gesehen.

ChristusmonogrammSteintafel mit Christusmonogramm Chi-Rho ☧, Calixtus-Katakombe, Rom

Doch die Brücke und der Tag der Schlacht am 28. Oktober 312 haben aber auch noch einen ganz anderen Zusammenhang. Es war ein himmlisches Bild das das den Untergang des alten römischen Reiches nicht deutlicher hätte zum Ausdruck bringen können. Kurz vor Sonnenaufgang stand der himmlische Riese Orion, in dem sich der Gott Serapis/Osiris verkörperte, von der Milivinischen Brücke aus betrachtet im Südwesten am Himmel. Vor ihm kippte der Stier hinter den Horizont. In diesem Moment , kurz vor Sonnenaufgang, sah alles sah danach aus als ob Orion ihm noch vor dem Erscheinen der Sonne letzten und entscheidenden Todesstoß versetzen würde. Dieser tödliche Stoß richtete sich aber nicht allein gegen den Stier, sondern zielte direkt auf das Herz des römischen Selbstverständnisses. Da der Stier das heilige Tier der Venus war, der Stammmutter der Römer, war mit dem Tod des Stieres auch ihr Ende besiegelt.

Milvinische Brücke 01iPieter Lastman, die Schlacht bei der Milvischen Brücke, 1613

Rom bestand bereits seit viereinhalb Jahrhunderten, als man dort den ersten offizielle Venustempel errichtete. Im Jahre 295 v. Chr. wurde er der Göttin Venus obsequens, der erhörenden Venus geweiht. Während der kritischen militärischen Lage im 2 Punischen Krieg ließ Fabius Maximus 217 v. Chr. einen weiteren der Venus geweihten Tempel errichten. Als ein überaus glühender Verehrer der Venus erwies sich Pompeius im 1. Jahrhundert v. Chr. Das durch ihn errichtete erste steinerne Theater Roms war mit einem Tempel der Venus Victrix, der siegreichen Venus, verbunden. Innerhalb der römischen Mythologie wurde Venus zur Mutter des aus Troya geflüchteten Aeneas schließlich zur Ahnherrin der Römer erhoben. Dieses Sicht nutzte Cäsar politisch aus und sah seine Familie als direkte Nachfahren aus der Verbindung der Venus mit einem Irdischen. Im 2. Jahrhundert wurde der Kultes unter Kaiser Hadrian noch einmal erneuert. Einer der unter ihm errichteten Tempel war der Venus Felix und Roma Aeterna geweiht. Er wurde in der Spätantike wieder hergestellt und zur prächtigsten Kirche im spätantiken Rom umgebaut. Die aufgeh- enden Sonne ließ den Stier, das Symbol der Venus dann endgültig verblassen und machte das neue Zeichen von Konstantins Armee zum Sieger.

Milvinische Brücke OrionLetztsicht des Orion vor der Schlacht

Doch dieses Zeichen ist doppeldeutig, denn es ist mit Christus ebenso verbunden wie mit dem himmlischen Riesen Orion. Werden seine hellsten Sterne verbunden, ergeben sie die Form dies Chi, während die Linie der drei Gürtelsterne die Basis des Rho ergibt. Mit ihm zielt Orion seiner Kopf des untergehenden Stieres. Rho steht im griechischen Alphabet an 17. Stelle, was eine weitere symbolische Deutung ermöglicht, denn die Zahl verbindet die 10, das Sinnbild des Alten Testamentes und die 7 des Neuen. Auch der Buchstabe selbst, von dem Sokrates sagte dass er die Bewegung verkörperte, unterstützt die himmlische Geste des Orion, den Stier über den Horizont hinabzustoßen. Alle Vermutungen ber den Ort der Schlacht zum Trotz lässt sich das Ereignis im Verlauf dr Brücke erkennen. Eine Senkrechte zur damaligen Visurrichtung des Sternes `Beteigeuze, die Schulter des Riesen´, bildet die Ausrichtung der Brücke. Viele Gemeinsamkeiten verbinden Serapis/Osiris und so dürfte auch Serapis, dessen Kult sich größter Beliebtheit erfreute, an diesem Tag der eigentliche Sieger gewesen sein und war gleichzeitig Geburtshelfer der neuen Religion.

Milivinische Brücke 2Milivinische Brücke Rom

Bilder:Bilder: Wikipedia, Kopf der Kolossalstatue Konstantins des Großen Kapitolinische Museen, Rom, Jean-Pol GRANDMONT / Konstantins Vision, Raffael Santi um 1520 / Steintafel mit Christusmonogramm Chi-Rho ☧, Calixtus-Katakombe, Rom,Dnalor 01 / Milvinische Brücke, Anthony Majanlahti , Pieter Lastman, die Schlacht bei der Milvischen Brücke, 1613 Rabax63, Konstatin, Jean-Pol GRANDMONT , Simulatation Stellarium

Der Himmel über dem Fürstengrab

Orion Himmelsjäger

In vielen Kulturen beflügelte das Sternbild Orion die mythologischen Vorstellungen der Menschen. War es im alten Ägypten noch die Vorstellungen von Osiris, dem Herrscher des Totenreiches, so wurde im Christentum die drei Gürtelsternen des Orion als jene Himmelsleiter interpretiert, die Johannes in seiner Vision der Apokalypse beschrieben hatte.

Beteigeuze, HubbleBeteigeuze – Hubble Aufnahme

Auch in der modernen Literatur konnten sich Schriftsteller der Faszination des Sternbildes nicht entziehen. Sein rötlich leuchtender Stern Beteigeuze, oder auch die Hand der Riesin genannt, war schon Gegenstand von Sehnsuchtsfantasien. Der Name entstand wohl aus einer falschen Übersetzung arabischer Sterntafeln und sollte wohl ursprünglich `yad al-ǧauzāʾz´, die Achsel der Riesin heißen. An der Schulter des Orion sitzend, wurde Beteigeuze zu einem beliebten Motiv der frühen Science-Fiction-Literatur. Im Roman Planet der Affen wird der Stern umkreist und ebenso in der Erzählung Per Anhalter durch die Galaxis stammen zwei Akteure, Ford Prefect und Zaphod, von diesem Stern.So verbanden auch einige bekannte Autoren wie Philipp Dick und Stanislaw Lem ihre Erzählungen mit diesem neunthellsten Stern am Nordhimmel, der mit seinem Durch-messer den unserer Sonne um das tausendfache übertrifft. Der der Mythos des Orion begann mit der harmlosen Gestalt eines Schafes, das die Sumerer im 5. Jahrtausend in dem Sternbild erkannten. Der im arabischen als Achsel bezeichnete Stern war dort auch die Achsel des Schafes. Doch neuere Untersuchungen zeigen, dass das Sternbild bereits in der akkadischen Sprache auf Grund seiner Lichtstärke `Uru-anna´, das Licht des Himmels genannt wurde.

orion PoussinNicolas Poussin.1660-  der geblendete Orion sucht die Sonne

Ab dem 2. Jahrtausend v. Chr. hatten die Vorstellungen vom Himmelschaf ausgedient. Mit dem sumerisch-babylonischen Epos um Gilgamesch und seine Heldentaten betrat der Himmlische Jäger Orion die Bühne am Himmel. Zahlreiche Erzählungen ranken sich um ihn und tauchten abgewandelt, später auch in zahlreichen anderen Epen auf. Die heutigen Erzählungen die die Entstehung des Sternbildes erklären, von der stammen hauptsächlich aus den griechischen Göttermythen. Über seine Entstehung berichtet eine Erzählung in der sich in der sich der heldenhafte Jäger Orion einst in die Plejaden verliebte, die sieben Töchter des Atlas. Er war ein Sohn des Titanengeschlechtes und gleichzeitig der Bruder des Prometheus und Okeanide Pleione. Eines Tages genügten aber Orion die heimlichen Gefühle nicht mehr und er begann die Plejaden zu verfolgen und am Ende gar zu jagen. Als Zeus dies nicht mehr mit ansehen konnte, setzte er sie als Sternbilder an den Himmel, wo Orion die Plejaden noch heute verfolgt aber niemals erreicht. In einer anderen Erzählung ließ Orion eines Tages während einer Jagd auf Kreta verlauten, dass er alle Tiere auf Erden töten werde. Über diese Botschaft war Gaia, die uralte Göttin der Erde und Mutter des Uranos, so erbost, dass sie einen Skorpion aus ihrem Schoß entsandte. Der sollte Orion mit seinem Giftstachel zu töten. Doch Artemis, die mit ihm auf der Jagd gewesen war, setzte ihn aber zum ewigen Angedenken an seinen Mut und seine Tapferkeit an den Himmel. Diese Erzählung spiegelt auch die Situation am Sternenhimmel wieder, denn zur Untergangszeit des Skorpions, steigt Orion im Osten auf. Kehrt der Skorpion jedoch wieder an den Nachthimmel zurück, so verschwindet Orion unter dem Westhorizont.

SkorpionSternbild Skorpion

Das Fürstengrab am Glauberg wurde während eines Erkundungsfluges im Jahr 1988 entdeckt. Nur aus er Luft waren am Südende des Berges noch Spuren zu erkennen die durch die landwirtschaftliche Tätigkeit am Boden längst verwischt waren. Ein weiterer Grabhügel wurde später noch mittels geophysikalischer Messungen entdeckt. Die Entdeckung lohnte ich, denn die den Gräbern geborgenen Funde belegen die gehobene Stellung der Verstorbenen. Neben diesen Funden zeichnete sich das Grab durch mehrere Pfostenreihen aus und eine nach Südosten führenden Zugang aus.

Glauberg GrabÜber die frühere Funktion der Pfosten, die anfänglich für einen Teil eines Kalenderbau-werkes herrscht noch Unklarheit. Doch die Stangen eigneten sich hervorragend als Peilinstrumente, zumal wenn sie in die Geometrie des Fürstengrabes mit einbezogen werden. Mit einigem Abstand ergibt sich so eine Peillinie die über den letzten Stab über die Kuppe des Fürstengrabes in den Himmel zielt. Auf dieser Linie waren zum Zeitpunkt der Wintersonnenwende die Plejaden kurz nach dem Sonnenuntergang zu sehen. Aber auch der Zugang muss auf ein Himmelereignis ausgerichtet gewesen sein, das mit der mythologischen Bedeutung von Tod und Wiedergeburt in Verbindung stand. In Ägypten wurde der Mondgott Chons verehrt. Der Mond galt durch seine Zu- und Abnahme gleich-zeitig als Sinnbild für Tod und Wiedergeburt. Als Totengott wird er auch mit dem Sternenkönig `der Leuchtende, also Orion gleichgesetzt, der später dessen Rolle. Mit ihm und dessen Schulterstern Beteigeuze lässt sich nicht nur die Ausrichtung er Straße, sondern auch die Geometrie des Grabes erklären. Beteigeuze wurde auch der Ankündiger genannt. Wie die Grabanlage Magdalenenberg bei Villingen sollte auch diese als ein großformatiges Bild mit einem erzählerischen Hintergrund verstanden werden.

Glauberg HimmelDer Himmel über dem Fürstengrab

In der Nacht zum 1. Februar verkündet er das kommende Fest Imbolc. Im keltische Fest- zyklus, übertragen auf das Leben eines Menschen, ereignete sich die Zeugung am 1. Mai, die Vollreife der Seele nach 6 Monden am 1. November und die Geburt am 1. Februar. Damit könnte die Sicht auf den Ankündiger das Motiv einer symbolischen Wiedergeburt im Sternbild des Orion interpretiert werden.

 

Bilder: Wikipedia, Sternbild Orion, Skorpion, Sco bode/ Plan Fürstengrabhügel, Grabhügel, http://www.fürstensitze.se/ Simulation Stellarium

Der Dreifaltigkeitsberg

Dreifaltigkeitsberg01Dreifaltigkeitsberg von Spaichingen

Noch immer ist die frühgeschichtliche Bedeutung des heutigen Wallfahrtsortes Dreifaltigkeitsberg bei Spaichingen nicht eindeutig geklärt. Wohl weisen einige Funde nach Meinung von Archäologen auf eine Siedlungstätigkeit ab der Jung- steinzeit hin, die wie Reste von Wällen aus dem 5. Jahrhundert v. Chr. zeigen, bis     in die Zeit der Kelten andauerte.
Doch die eigentliche Geschichte des Dreifaltigkeitsberges wird erst ab dem Jahr 1455 faßbar, als Erzherzog Albrecht auf dem Plateau eine steinerne Kapelle er- richten ließ. Rasch wurde die Kapelle zu einem Ziel von Pilgern die von einer 1461  in Spaichingen gegründeten Bruderschaft betreut wurden. Schon 1666 wurde dem wachsenden Pilgeraufkommen Rechnung getragen und am gleichen Standort eine neue Kirche errichtet, die 1673 von Bischof Georg Sigismund von Konstanz einge- weiht wurde. Sie führte auch zum heutigen Namen des Berges der zuvor Baldnberg hieß.

Dreifaltigkeitsberg KircheKirche auf dem Dreifaltigkeitsberg

Diese Kirche wurde der Heiligen Dreifaltigkeit geweiht, die an Trinitas, dem erst-    en Sonntag nach Pfingsten gefeiert wird. Da das Fest durch den Ostertermin des jeweiligen Jahres bestimmt wird, pendelt das Datum in einen Zeitraum von un- gefähr 30 Tagen. Zur üblichen Ausrichtung einer Kirche auf einen Sonnenauf-   gangspunkt bietet das Datum also keinen sicheren Visurpunkt. Eine Erklärung für die exakt nach Osten ausgerichtete Kirche bietet aber der damalige Eigentümer    der Kirche, das Stift St. Moriz zu Rottenburg-Ehingen.

Mauritius Kopfhl. Mauritius als `Mohr´, Dom St. Mauritius Magdeburg

Moriz, Maurice oder auch Mauritius wurde als Heiliger seit dem 4. Jahrhundert ver- ehrt. Er war Schutzheiliger des Heeres, der Waffenschmiede und der Handwerker. Aber in erster Linie war er der Schutzpatron aller Kaiser des Heiligen Römischen Reichs und auch des Reichs selbst. Sein Gedenktag ist der 22. September und an diesem Tag trifft die Baulinie der Kirche auf den Sonnenaufgangspunkt im Osten. Auffällig ist hier, dass die Kirche dabei ganz und gar nicht der Hauptrichtung des Plateaus folgt.

Dreifaltigkeitsberg PlanDreifaltigkeitsberg, Plateau

Dessen Geometrie lässt sich durch zwei Richtungen beschreiben: Der Kleinen Mondwende Süd und einer Richtung die mit der Nordrichtung einen Winkel von 156° einschließt. Dieser Winkel ist insofern interessant, da er zum Vollkreis in einem Ver- hältnis von 30 zu 13 steht und somit neben der Symbolik beider Zahlen zwei wicht- ige Elemente der damaligen Kalenderrechnung enthält. So kann die 13 als Zahl der Monate eines Mondjahres gesehen werden und die 30 als Mitte des Primzahlzwil- linge 29 und 31. Alle drei Zahlen stehen für die unterschiedlichen Monatslängen eines Jahres. Die alte Bedeutung der Zahl 30, die ja 12mal in der Zahl 360 enthalt- en ist, lässt sich auch im ersten Vers der Bibel erkennen. In verborgener Form ist  sie schon in der Versstruktur des ersten Kapitels enthalten. So enthält dieses 31 Verse und gliedert sich in die 2 Anfangsverse und die darauf folgenden 29 die das Sechstagewerk des Schöpfers beschreiben. Wir finden im ersten Kapitel also den Primzahlzwilling der die 30 umschließt und damit weckt es die Erwartung auf den kommenden Sohn, der seine Tätigkeit mit 30 Jahren aufnahm.
Der Gedanke ein Bauwerk auf ein Ereignis am Himmelauszurichten,  der ja eben- falls bei einer Geländeformation möglich ist , taucht bereits bei neolithischen Bau- werken auf.

Dreifaltigkeitsberg OrionSternpeilung

Da die Richtung nach Süd Süd-Ost einen Sonnenaufgangspunkt ausschließt kön- nen also nur Sternsichtungen in die Betrachtung mit einbezogen werden. Eine Erklärung für diese Richtung bietet das Sternbild Orion und dessen Stern Bellatrix der auch die Kriegerin genannt wird. Um 600 v. Chr., am Tag der keltischen Licht- jungfrau Brigid, war der Stern in dieser Richtung kurz nach Sonnenuntergang zum ersten Mal am Himmel zu sehen. Die älteste bislang gefundene Darstellung des Himmelsjägers Orion ist nach den Angaben des Münchner Astronomen Michael Rappenglück auf einem Elfenbeintäfelchen zu finden das vor 32500 Jahren gefertigt wurde. Die bereits 1979 im Achtal im Alb-Donaukreis gefunden Tafel stellt eine auf- recht stehende Figur dar, deren Geometrie mit dem heutigen Sternbild des Orion in wesentlichen Punkten korrespondiert. Seine Sterne bieten ebenfalls eine Erklärung für die wechselnde Siedlungstätigkeiten auf dem Plateau.

OriontafelOriondarstellung

Wird diese Ausrichtung auf Orion als Bezugssystem gewählt, bietet sie natürlich nicht zu jeder Zeit eine Sternsicht die mit einem wichtigen Datum zusammenfällt. Aber die Wanderung des Sternbildes bot aber schon um 6500 v. Chr. dem Spät- mesolithikum in Europa, einen Visurpunkt mit symbolischer Bedeutung. So war in dieser Epoche Bellatrix nicht am Abend des Festes der Lichtjungfau, sondern kurz nach Sonnenuntergang zur Wintersonnenwende zu sehen. Maria Weyersberg unt-   ersuchte in ihrer Studie Osiris und seine Beziehung zum Monde die komplexe Er- scheinungsform des ägyptischen Gottes. Sie folgte dabei der Argumentation des deutschen Ägyptologen Kees, der im Tod und er Wiedergeburt von Osiris ein Spieg- elbild der Mondphasen erkannte. Diese Auffassung sah Weyersberg auch durch Aussagen der ägyptischen Literatur des 14. Jahrhunderts v. Chr. gestützt. Osiris, übersetzt, der Sitz des Auges, wandelte sich vom Vegetations- zum Totengott und Herrscher der Unterwelt. Innerhalb der Göttermythologie betrachtete ihn der Pharao als seinen Bruder. So wanderte in den damaligen Vorstellungen seine Seele zurück in den Leib des Osiris, dem Sternbild. Zusammen mit Isis, die sich in Sirius verkörp- erte und dem Horuskind bildeten sie kulturgeschichtlich die Vorlage für die spätere Trinitätsvorstellung des christlichen Glaubens. Damit stände die Dreifaltigkeitskirche an diesem Ort tatsächlich für die Weiterführung einer Jahrtausende alten mytholog- ischen Tradition. Auch die charakteristische Dreiecksform des Plateaus weist auf diese kulturelle Verbindung hin, denn die Kanten lassen sich mit ganzzahligen Ein- heiten der ägyptischen Königselle beschreiben.

Bilder: Wikipedia,Der Dreifaltigkeitsberg bei Spaichingen, Die Gebäude auf dem Dreifaltigkeitsberg ,Zottie/ Darstellung des hl. Mauritius als „Mohr“ im Dom St. Mauritius, Magdeburg , Rabanus Flavus / Rappenglück. Darstellung des Orion/ Simulation Stellarium, sunearthtools,

 

Das Kapitol und die Macht der Zahl

Kapitol Ansicht MallKapitol, Ansicht Mall

Auf einem Plateau über dem nahegelegenen Potomac River steht ein Bauwerk das wie nur wenige andere Parlamentsbauten Teil eines Stadt- grundrisses der als Symbol die Macht des neuen Staates darstellen sollte. Das Kapitol liegt am Ostende der Washington Mall, mit der Kuppelmitte genau 144000 Fuß von der Mitte des Lincoln Memorials entfernt , das    den westlichen Abschluss der Mall bildet. Zwei europäische Stadtanlag-  en dienten dem Architekten von Washington, Pierre Charles L’Enfant, als Vorlage bei der Ausfertigung der Pläne: Die Fächerstadt Karlsruhe und die Anlage von Versailles. Den 1792 ausgelobten Wettbewerb für das Kapitol gewann der schottische Arzt William Thornton mit einem Entwurf, der  sich am Vorbild des Pantheon und dem französischen Klassizismus des 18. Jahrhunderts orientierte. George Washington war von Thorntos Ent- wurf angetan und lobte in einer Rede seine `grandeur, simplicity and convenience´

Kapitol 1814Kapitol 1814

Nach der Grundsteinlegung am 18. September 1793 durch George   Washington errichteten Sklaven das Gebäude. Auf Grund des Krieges gegen England fehlte es jedoch bald an weiteren finanziellen Mitteln und  so gedieh der Bau nur zur Hälfte. Bei dem Einfall englischer Truppen im August 1814 wurde das Gebäude dann bis auf den Nordflügel ein Raub  der Flammen. Nach dem Sieg und der anschließenden Erweiterung des Staatenverbundes war eine Vergrößerung notwendig. Bei einem weiteren Wettbewerb ging 1851 Thomas U. Walter als Sieger hervor. Für den Entwurf der Rotunde dienten nun die Petersburger Isaakskathedrale und der Invalidendom in Paris als Vorbild.Doch die eigentliche Symbolik des Gebäudes kann nur vor dem Hintergrund der Gründerväter verstanden werden.

Geoge WashingtonGeorge Washington, mit Freimaurerschurz

Einer von ihnen war George Washington, der 1752 die erste Loge der Freimaurer in der `Fredericksburg Lodge No. 1´ in Virginia initiierte. Im   Jahr 1788 wurde er dort zum `Meister vom Stuhl´ der Freimaurerloge `Alexandria´ernannt. Er blieb in diesem Amt auch als er Präsident der Vereinigten Staaten wurde. Da bei dessen Vereidigung die vorgesehene Bibel nicht verfügbar war, erfolgte auch Washingtons Amtseinführung im Zeichen der Freimaurer, denn er leistete seinen Amtseid auf der Logen- bibel der `St. John’s Lodge No. 1´ . Verständlicherweise wurde auch die Grundsteinlegung des Kapitols in einem Ritus der Freimaurer vollzogen. Dabei wurde Washington der für ihn eigens angefertigte Freimaurer- schurz der Großloge von Maryland durch den Marquis de La Fayette fei- erlich überreicht. Ganz im Symbolstil der Logen, deren Riten sich auf die Myst- erienkulte des alten Ägypten und der Kabbala gründen, wurde auch das gesamte Geböude entworfen.

Kapitol RotundeKapitol Rotunde

Eines der wesentlichen Maße ist der Durchmesser der Rotunde, dem Entrée des Gebäudes. Sie misst 96 Fuß. Diese Zahl ist eine sprechen-   de Zahl, denn sie ist nicht nur Teil des Zahlenpalindroms 69/96, einem Symbol für Ying und Yang, sondern steht auch an einer wichtigen Stelle   im Primzahlenkreuz. Sie befindet sich auf dem vierten Kreis genau über der 24 und stellt damit eine senkrechte Verbindung von Erde und Herrlich- keit dar. Dieser Zahenbezug war auch schon den Verfassern des Alten Testamentes bekannt, denn er taucht auch im 96. Psalm auf. Dort steht  im 1.Vers:`Singet Jahwe ein neues Lied, singet Jahwe, ganze Erde´Diese heilsbotschaft wird durch die Anweisung des 3. Verses noch gesteigert in dem steht: `Erzählet unter den Nationen seine Herrlichkeit, unter allen Völkern seine Wundertaten!´
Zerlegt in die Faktoren 6×16 zeigt sich die Komplexität der Zahlensymbolik des Kapitols. Die Zahl 6 ist die erste vollkommene Zahl denn die Summe aus 1,2,3 entspricht genau ihren Teilern. Ein Symbol des Gleichgewichtes ist auch der sechszackige Stern, das Siegel Salamons.

siegel Salamons 1Siegel Salomons

Doch die 16 verweist direkt auf die alten Schilderungen des Paradieses, das von 4 Strömen geteilt wurde. Die Überhöhung der 4 als Quadrat stellt damit die Aussicht auf die Vollendung dar. Als versteckten Ansporn diesen verlorenen Zustand des Paradieses wieder herzustellen findet sich in den Schilderungen der Genesis im 16. Vers folgender Text: ` Dann gebot Gott, der Herr, dem Menschen: Von allen Bäumen des Gartens darfst du essen´
Betrachtet man den Vollkreis, taucht auch hier die Zahl 96 wieder auf, denn der Umfang besitzt eine Länge von 301.59 feet was einem Maß 3618 Zoll entspricht. Diese Maß stellt das Produkt der zahlen 96 und 33 dar. Die  Zahl 33 ist eine Meisterzahl und bezeichnet auch gleichzeitig den höchst- en Logengrad. Dass dies nicht nur zahlentheoretischen Überlegungen geschuldet war, zeigt ein Blick in den Himmel. Erst nach 33 Jahren steh- en Mond und Sonnen wieder am gleichen Punkt, ehe ein neuer Zyklus beginnt. Wie die Maße der Kuppel, ist auch die Breite des Bauerwerkes  mit Bedacht gewählt worden, denn sie entspricht mit 106.68m oder 350feet, die umgerechnet wieder 4200 inches ergeben.
Damit wurde bei dem Gebäude am östlichen Ende der Mall eine Symbol- zahl gewählt die den Zusammenhang mit einem Himmelsereignis herstellt das am Weihnachtstag über dem Kapitol zu sehen ist. Hier taucht kurz nach Sonnenuntergang das Sternbild Orion auf. In ihm wurde einst Osiris gesehen, das Sinnbild der Wiedergeburt. Doch die eigentliche Bedeutung der Zahl erschließt sich erst durch die Chronologie der Bibel. 4200 Jahre dauerte es ab der Sintflut bis zur Zeit des Messias. Während die Sintflut der Beginn des neuen Menschengeschlechtes darstellt wird in der Offenbarung deren Ende beschrieben. Dort taucht die Zahl auf die die Entfernung von Kapitol und dem Lincoln Denkmal am westelichen Ende bestimmt: 144000.   Sie stammt aus der hebräische Zahlensymbolik und bedeutet: Keiner vom Volk Gottes wird vom Gericht Jesu getroffen. Sie alle können in der Endzeit bestehen und werden vor den sieben Plagen verschont, denn Jesus hat sie durch seinen Namen und den Namen des Vaters (Offb 14,1) als sein Eigentum gekennzeichnet.
Jedes Bauwerk der Washington Mall stellt ein gebautes Symbol dar, in  dem sich die Bezüge zu einer göttlichen Macht finden, der sich die Er- bauer versichern wollten. Doch in Wirklichkeit wurde hier, ähnlich den antiken Großstaaten, der Geist eines Imperiums beschworen, der sich     an seinem Vorbild Rom mißt. Insofern kann man die Symbole durchaus als Zeichen  des neuen Rom betrachten, natürlcih mit all seinen Konse-quenzen.

.Kapitol Plan1Maß und Symbol des Kapitols

Bilder:Wikipedia; Capitol Mall, Thisisbossi /1814,Durova , Masonic Encylopedia, Washington / Rotunde,Southgeist , Simulation: Stellarium