Eburacum, die Stadt des Saturn

Eburacum, Rekonstruktion, Foto eaglesanddragonspublishing

Einer Legende zufolge war Eburacum die zweit größte Stadt im vorgeschichtlichen Britannien. Hier soll in einer Zeit, in der auch König David in Judäa regierte,der mächtige König Eburacus geherrscht haben. Die Legende erzählt über ihn, dass er weite Teile Britanniens eroberte und dabei zahlreiche Städte gründete. Darunter befand sich auch Eburacum, aus dem er eine reiche und mächtige Stadt machte.

Beidseits des Flusses Ouse sollen hier einst Tausende von Menschen gewohnt haben. Sprachforscher sehen die Entwicklung des Namens allerdings nüchterner und halten eine Entstehung des Namens Eburacum aus den Worten ebur, dem lateinischen Begriff für Elfenbein für denkbar. Ebenso denkbar wäre aber auch ein Ursprung im protokeltischen Wort ebura, der Eibe. In der Vergangenheit war die Eibe ei mythologisch bedeutsamer Baum.

Europäische Eibe (Taxus baccata), Grafik Chrizz~commonswikiibe

Fast alle Teile des des immergrünen Nadelbaumes sind giftig. Doch das tödliche Gift der Eibe, ihre Langlebigkeit, sowie ihr immergrünes Erscheinungsbild, machten den Baum bereits den frühen Mythologien Griechenlands zu einem Sinnbild des Tod und der Wiedergeburt.

So war In der damaligen Vorstellungswelt auch der Weg in den Hades mit Eiben gesäumt. Doch heute ist die Eibe aus den mitteleuropäischen Wäldern fast verschwunden. Das liegt zum einen an ihrem langsamen Wuchs, der wenig geeignet ist für einen bewirtschafteten Wald und an ihren giftigen Bestandteilen.

Was bei König Ebruacum noch als Legende erscheint, verwirklichten später die Römer. Für sie war das Kastell mit dem umgebenden Vicus nicht nur der wichtigste Stützpunkt im Norden Britanniens. sondern zugleich die Hauptstadt Nordbritanniens. Wiederholt residierten hier römische Herrscher, wie .Kaiser Septimius Severus., der hier im Jahr 211 n. Chr. verstarb.

Bronze Statue Kaiser Konstantin (Philip Jackson 1998), Foto Gernot Keller

Ebenso wurde Konstantin dem Große nach em Tod seines Vaters, hier von seinen Truppen zum Kaiser ausgerufen. Der Aufenthalt mehrere Kaiser verliehen der Stadt ihren Glanz und an diese Zeit weist auch die Ausrichtung der nach Südosten gerichteten Hauptachse hin, denn sie war auf den Sonnenaufgang am 17. Dezember gerichtet, dem Beginn der Saturnalien.

Das Fest, das nach dem Ende der Winteraussaat gefeiert wurde, erinnerte an den Bauerngott Saturn. Er war einst auch der Herrscher des ersten Golden Zeitalters. der Saturnia regna. Die Römer waren Saturn auf Grund seiner Leistungen wohl zu ewigen Dank verpflichtet, denn abweichend vom griechischen Mythos, wo Saturn/ Kronos von seinem 6. Kind gestürzt wurde, floh Saturn im römischen Mythos zusammen mit Ops/Rhea nach Latinum.

Dort wurde er vom Gott Janus aufgenommen und lehrte fortan den Bewohnern Latiums die Kunst des Ackerbaus. In Rom befand sich der Tempel des Saturn unterhalb des Kapitols und in ihm wurde auch der Staatsschatz aufbewahrt Der Göttername Saturnus lässt sich grafisch, im System der Tetraktys, auch mit einer Doppelraute darstellen. Die Figur mit 8 Punkten,10 Strecken und 4 Flächen hat 21 Elemente. Mit zwei Dppelrauten in In der Form eines Kreuzes, entspricht dann die Zahl der Elemente de, Winkel der nach Nordosten weisenden Achse.

Eburacum, Saturn und der Adler

Bilder;Wikipedia/ Europäische Eibe (Taxus baccata), Grafik Chrizz~commonswiki (talk , CC BY-SA 3.0 / Bronze Statue Kaiser Konstantin (Philip Jackson 1998), Foto Gernot Keller /(Bronze statue of Constantine the Great outside York Minster, England.Gernot Keller, CC BY 3.0 )/ Rekonstruktion; Eburacum, https://eaglesanddragonspublishing.com/roman-ghosts-shades-in-eburacum/ Eburacum, Saturn und der Adler, eigen

Mythos Bethlehem Teil 1

Der Stern von Bethlehem

Conrad von Soest: Die Geburt Christi, 1404

Im 2. Kapitel des Lukasevangeliums wird die Geburt Jesu und deren Begleitumstände geschildert. In der Erzählung wird der Ort Bethlehem genannt, der bereits im Alten Testament mehrmals eine wichtige Rolle gespielt hatte. Lukas schildert wie ein Engel zu den Hirten auf dem Feld kam und ihnen die Botschaft von der Geburt verkündete. Nachdem er ihnen den Weg in die Stadt Davids gewiesen hatte, fingen sie dort hin und trafen dort auf ein Kind, das in Windeln gewickelt, in einer Kuppe lag. Doch der Ursprung des Stadtnamens Bethlehem ist vieldeutig. Allgemein wird die hebräische Bezeichnung `bêt læḥæm´, das `Haus des Brotes´ hier angeführt. Im übertragen Sinn wäre hier also das Brot als geistige Nahrung zu sehen, deren Ursprung dann in Gestalt des Kindes in dem Ort zu finden war. Brot, das wahrscheinlich im Vorderen Orient erfunden wurde, kommt hier eine ganz besondere Bedeutung zu. Es entsteht durch menschliche Arbeit, denn durch sie wird Korn mit Hilfe von Sonne, Wasser und Erde in ein Nahrungsmittel verwandelt und galt deshalb zu dieser Zeit auch als gesegnetes Gut. Diese Verwandlung einer Kornähre machte das Bot im Altertum auch zum Sinnbild der Verwandlung. Doch der Ortsname kann auch anders gedeutet werden, denn læḥæm kann ebenso auf die Wortwurzel l-ḥ-m. zurückgeführt werden, die kämpfen bedeutet. Damit wäre Bethlehem auch das Haus des Kampfes gewesen. Auch dies wäre ein Sinnbild des Glaubens, denn jeder neue Gedanke bedarf eines Kampfes um sich durchzusetzen. Einen Hinweis für diese Interpretation bieten die zwischen dem 14.und 13. Jhd. BC, zur Zeit des Pharaos Echnaton, entstanden Amarna Briefe. Auf einer der zahlreichen Tontafeln beklagt der Herrscher in Jerusalem, dass der Ort bet nin.ib von ihm angefallen sei. Diese Schreibweise deutet hier auf einen Ort des „Herrn der Erde“ und die Bezeichnung könnte auf den sumerischen Kriegs- und Vegetationsgott, Ninurta hindeuten.

Ninurta kämpft mit einem Vogelungeheuer Foto Hedning

Seine Symbole sind der Bogen, die sprechende Doppellöwenkopfkeule `Šarur´ und der Löwe, auf dem er stehend abgebildet wurde. Oft wurde er auch im Kampf mit dem Vogeldämon Anzu dargestellt, oder aber in Siegerpose auf einem Bergrücken. Mit dieser Symbolik diente Ninurta so als Vorbild verschiedener Herrscherdarstellungen. Seine Identifizierung mit einem Gestirn, oder eine Sterne- konstellation ist dagegen ebenso zweideutig wie der Name Bethlehems. In Texten erscheint es, dass er mit dem Planet Saturn assoziiert wurde, der in der griechischen Mythologie dem Titanen Kronos ent- spricht. Doch die Abstammung Ninurtas spricht nicht dafür, denn sein Vater soll der akkadische Gott des Windes, Enlil gewesen sein. Doch Enlil wurde schon früh mit dem späteren griechischen Sternbild Boötes assoziiert, so dass die Abstammung des Planeten aus einem Sternbild unlogisch erscheint. Ninurta wird als Riese, mit über- menschlichen Kräften beschrieben und die stellte er bei seinem Kampf gegen den Stiermenschen und dem sechsköpfigen Widder unter Beweis, in dem, er beide erschlug, Wie viele Gottheiten in der Vergangenheit, so  war auch Ninurta wandlungsfähig, denn in babylonischer Zeit verschmolz sein Bild mit dem Stadtgott Marduk. Der babylonische Stadtgott, dessen Kult über mehrere Jahrhunderte hinweg andauerte, verkörperte sich dann aber im Planeten Jupiter. Was, außer einem dürftigen Hinweis auf Jahrtausende alten Tontafeln könnte dann die Bedeutung Bethlehems herbeigeführt haben? Die Erklärung bilden biblische Texte, die nicht nur eine perfekte gematrische Konstruktion von Texten darstellen, sondern auch eine ebenso symbolisch bedeutsamem Landkarte. Deren Bilder zeigen nun den Übergang von der alten zur neuen Religion. Betrachtet man nun den Ort Bethlehem vom Tempelberg aus, hat auch die Beschreibung im Lukas- evangelium einen Bezug.

.Southern aerial view of the Temple Mount Foto Andrew Shiva 

So heißt der Berg mit dem riesigem, unter der Regentschaft des Herodes entstanden Plateau, im Hebräischen `har habait´ `Berg des Hauses Gottes´ . Auch im Islam, wird der Berg als edelstes Heiligtum angesehen, denn von hier aus soll der Prophet auf seinem Pferd in den Himmel geritten sein. Tatsächlich entsteht von hier aus auch ein Bezug zu Saturn und auch zu  Großen Konjunktion, dem Zusammentreffen von Jupiter und Saturn. Diese Konjunktion gilt in der Forschung ja als eine der möglichen Erscheinungsfomen des Sternes von Bethlehem. Sie ist auch als wahrscheinlichste anzusehen, denn vom Tempelbeg aus war er Untergang zur vermuteten Geburt von Jesus über dem Ort des Brotes, oder auch dem Ort Ninurtas/Saturn zu sehen. Damit war die Erscheinung ein sichtbarer Hinweis für die Geburt des Neuen und zeigte zugleich den Untergang der Alten Götter.

Die Große Konjunktion – Untergang über Bethlehem,eigen

 

Gastmahl der Sterne

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Bilder: Wikipedia / Conrad von Soest: Die Geburt Christi, 1404. Gemeinfrei / Ninurta kämpft mit einem Vogelungeheuer, wahrscheinlich Anzu oder Azag, Foto Hedning to Swedish Wikipedia, Gemeinfrei / .Southern aerial view of the Temple Mount Foto Andrew Shiva , CC BY-SA 4.0 / Die Große Konjunktion – Untergang über Bethlehem,eigen, opentopomap, stellarium,

 

The solar year ends and starts with a great conjunction — The Renaissance Mathematicus

Today is the winter solstice, which as I have explained on various occasions, in the past, is for me the natural New Year’s Eve/New Year’s Day rather than the arbitrary 31 December/1 January. Obligatory Stonehenge winter solstice image Today in also the occurrence of a so-called great conjunction in astronomy/astrology, which is when, viewed from […]

The solar year ends and starts with a great conjunction — The Renaissance Mathematicus

Tarraco und der Gute Hirte

Der Herakles Farnese, Glycon of Athens, Foto Marie-Lan Nguyen

Eine katalanische Legende schreibt die Gründung der Stadt Tarraco, dem heutigen Tarragona, dem ältesten Sohn des Tubal zu. Tarraho und sein Gefolge sollen die Stadt dann im Jahr 2407 BC gegründet haben. Doch der Name Tubal gleicht dem hebrä-ischen Wort Jabal, das Wandrer bedeutet. Namensgleich ist in de biblischen Chrono-logie auch einer der Söhne Lamechs und dessen Frau Ada, die im 1. Buch Mose geschildert werden. In der Genesis wird Jabal als Stammvater derer bezeichnet, die in Zelten wohnen, den Nomaden und gilt in den Überlieferungen deshalb als deren Patron. innerhalb der biblischen Geschichte steht Lamech für die 9. Generation der Menschheit nach der Erschaffung Adams und gemäß dieser Zeitrechnung lebte er 874 Jahre nach der Erschaffung Adams. Zurückgerechnet von Christi Geburt an, war dies das 3356 v. Chr. Die biblische Gestalt lebte also knapp 1000 Jahre vor den Ereignissen der Gründungslegende Tarracos.

Modell der oberen Stadtbezirke in der hohen Kaiserzeit, Foto Amadalvarez

Dessen Geschichte wird erst um das 5 Jhd. v. Chr. fassbar wo zahlreiche Funde Hand- elskontakte der Iberer mit griechischen und phönizischen Kolonisten belegen. Doch erst in römischer Zeit beginnt die Blütezeit der Stadt , die dann zu einem zweiten Rom an der Mittelmeerküste wurde. Sie begann im Jahr 217 v. Chr,, als die römische Armee unter dem Kommando ihres Feldherrn Publius Cornelius Scipio in Tarraco ihr Winterquartier aufschlug. Auch im anschließenden Krieg verhielt sich die Bevölkerung den Römern loyal gegenüber worauf sie Livius als `Verbündete und Freunde des römischen Volkes´ bezeichnete. Dies traf auch auf die Fischer von Tarraco zu, die mit ihren Booten den Kampf der Römer während der Belagerung von Carthago Nova unterstützen. Unter Kaiser Augustus erlebte die Stadt dann ihe eigentliche eine Blütezeit. Im 1. Jhd. n. Chr. beschrieb sie der Schriftsteller Pomponius Mela mit folgenden Worten:

Reste der Basilika auf dem Forum der Kolonie, Foto Zarateman

`Tarraco ist die reichste Hafenstadt an dieser Küste´.Eigene Münzen mit Darstellungen des Kaiserkultes zeigten in dieser Zeit die feste Verbundenheit Tarracos mt der Staats- idee Roms. Auf dies weist auch der Stadtplan hin der einem Trapez gleicht, das sich zum Forum hin verjüngte. Auch hier wurde das rechtwinklig verlaufende Straßensystem nach mythologischen Gesichtspunkten ausgerichtet. Mit einem Azimut von 31° verweist es gleichzeitig auf die trinitarische Bedeutung der Zahl innerhalb des Tetraktysmodells. So ergeben 18 Elementen des Dreiecks, dem Sinnbild der Trinität, und die 13 Elemente des einbeschriebenen Hexagons die Zahl 31.

Die Tetraktys und die Bedeutung der Zahl 31

Aufgrund dieser Richtung waren dann die iRichtung des Meeres weisende Querachse der Stadt auf den Sonnenaufgang am 1. Tag der Saturnalien ausgerichtet. Mit dieser Erinnerung an das Goldene Zeitalter in dem der Gott Saturn ein Reich des Friedens und des Überlusses regierte, lassen sich dann auch Parallelen zum Augusteischen Zeitater ziehen. Als Ursprung des Kultes der Satunalien gilt eine Feier anlässlich der Winter-ausaat, doch im Laufe der Zeit rückte die Verehrung des Bauerngottes Saturn und der Mythos des glanzvollen Goldenen Zeiltalters immer mehr in den Mittelpunkt. An diesen Mythos wollte auch Augustus mit den Erfolg seiner Herrschaft anknüpfen und setzte in Rom sichtbares Zeichen.

Augustus mit Bürgerkrone (Corona civica). Münchner Glyptothek , Foto Bibi Saint-Pol,

Dabei verwandelte er die ewige Stadt, die zu dieser Zeit im Wesentlichen aus Ziegelgebäuden bestand, in eine Stadt des Marmors. Während die Kunst und auch die Architektur eine neue Blütezeit erlebten entstanden in Rom große Bauprojekte wie das Pantheon, oder das Augustus-Forum mit dem Tempel des Mars Ultor, dem rächenden Kriegsgott. Außerdem ließ Kaiser Augustus das Marcellus-Theater, das Mausoleum und den Friedensaltar errichten. Er war ein wichtiges Symbol seiner idealisierten Herrschaft in der zumindest im Innern des Reiches ein jahrzehntelanger Frieden herrschte. In der Rolle als Friedensherrscher verstand sich Augustus auch als `Hirte der Völker´. Damit griff er einen Mythos auf, den es bereits 3000 Jahre zuvor in Mesopotamien entstand und in der Folgezeit sahen sich auch die Herrscher im Vorderen Orient in der Rolle des Guten Hirten. Auch biblische Gestalten, wie Noah oder Abraham wurden in den Texten als Hirten bezeichnet. Sie entsprachen der Idealvorstellung eines gerechten Herrschers, der wie ein guter Hirte, auch für die Schwachen und Schutzlosen sorgt. Auch Griechen und Römer. übernahmen später dieses Bild und übertrugen sie auf ihre Könige und Cäsaren. Doch das hochstilisierte Bild hatte mit der gesellschaftlichen Realität, mit dem harten Leben und der Armut der Hirten, rein gar nichts zu tun. Nach seinem Tod wurde Augustus zu einer gottgleichen Gestalt erklärt. So starb er auch am Tag des Jupiterfestes, am 19. August, in Nola in der Nähe von Neapel. Passend zu seiner Verkörperung des Guten Hirten der das 2. Rom schützte passt auch die Konzeption des Stadtgrundrisses. Sie entspricht der Stellung des Boötes am Abend des 12. April, der damit den Beginn der Ludi Cereris, der Spiele zu Ehren von Ceres markierte. Damit erinnerte er zugleich an die 3. Frau des Augustus, die sich gerne in der Gestalt der Ceres darstellen ließ.

Taracco, die Saturnalien und der Gute Hirte

Bilder: Wikipedia/ Der Herakles Farnese, Glycon of Athens (copy), Lysippos (original type), Foto Marie-Lan Nguyen / CC BY 2.5 / Modell der oberen Stadtbezirke in der hohen Kaiserzeit, Foto Amadalvarez / Reste der Basilika auf dem Forum der Kolonie, Foto Zarateman / Augustus mit Bürgerkrone (Corona civica) So genannte „Augustus Bevilacqua“-Büste, Münchner Glyptothek , Foto Bibi Saint-Pol, Simulation stellarium Sunearthtools

Kronos — Hellenic Faith

Zitat

Kronos (Latin: Saturnus) is the Titan father of Zeus and His siblings (the Kronidai), father of Chiron, husband of Rhea (Latin: Ops), and the mythic ruler of the Golden Age. He is associated with change, stability, sowing and harvest, spring and wintertime, hail- and winter-storms, liberation, renewal, sovereignty, truth, wealth, death and funerals. In Platonism, […]

über Kronos — Hellenic Faith

Der Gott des Goldenen Zeitalters

Dies ist ein verkürzter Artikel über die mythologische Darstellung des Saturns. Der Charakter des Saturns (Lord of the Rings, Lord of Darkness) steht gegen alles, was wir Menschen vertreten. Lesen Sie diesen Beitrag NICHT, wenn Sie sensibel sind und eine ausgeprägte Fähigkeit besitzen, sich in Situationen hineinzuversetzen. Lesen Sie diesen Text NICHT, wenn Ihnen die […]

über Saturn’s Mythologie und sein Einfluss auf die Traditionen der Moderne — DENKE-ANDERS-BLOG

Die Macht der Sterne

Liebe Leserinnen und Leser, Israel wird von den Alten dem alten Saturn zugeordnet. Oberes Chart zeigt den nördlichen Mondkonten im 10. Haus über der Saturn/Pluto Konjunktion – 10. Haus = Regierung, Hauptstadt – passend daher, dass Jerusalem jetzt von den USA bestätigt wird (und gleich relativiert „nicht vor 2019“ – mal gucken, ob das als […]

über Me Israelites — Markus Termin – Astrologisches Stundenbuch – Prag/Nürnberg

Mars und Saturn in Welzheim

Westtor des Ostkastells von Welzheim, Mediatus

Die beiden großen Kastelle in Welzheim, das Reiterlager und das Numeruskastell waren Teil des Obergermanischen – Rätischen Limes. Obwohl die Kastelle entlang der Grenze immer wieder dem gleichen Schema entsprachen, gleicht dennoch kein Kastell dem anderen. Nicht nur die inneren Aufteilungen weichen voneinander ab, auch die Ausrichtungen sind nach individuellen Gesichtspunkten geplant worden. Sie können aber nicht allein durch rein verteidigungstechnische Aspekte bestimmt worden sein, sondern zielten auf Sonnenaufgangspunkte, oder den Sternsichtungen an wichtigen römischen Feiertagen. Diese Genauigkeit ging sogar soweit, so dass oftmals kein rechter Winkel im Gundriss eines Kastells festzustellen ist.

Therme des Ostkastells (Grabungen 1894–1896), Mettler, Schultz, Näher

Im 8. Jahrhundert wurde Welzheim noch Wallenzin genannt, was eine Verwandschaft zum althochdeutschen Wort wallan nahelegt. Dies hatte sich aus dem gleich-lautenden germanischen Wort entwickelt und bedeutete aufwallen, sieden, aber auch brodeln. Was als Beschreibung der hitzigen Gemüter der Bewohner gelten könnte, lenkt aber den Blick auf die Beschreibung des Welzheimer Oberamtes aus dem Jahr 1845. Dort wird vom Thierbad berichtet, das einst etwas unterhalb des Dorfes, an der Lein lag, wo ein schwach salinischer Säuerling aus dem oberen Keuper-sandstein entsprang. Dessen Heilwirkung wurde gegen unterschiedliche Krank-heiten, hauptsächlich gegen die des Unterleibes genutzt. Das Bad erreichte aber nur bescheidene Ausmaße und wurde deshalb im Laufe des 18. Jahrhunderts aufge-geben. Gesundeitsförderndes Baden hatte in Welzheim aber bereits in römischer Zeit Tradition. So befand sich im südöstlichen Kastellbereich ebenfalls eine Bade- anlage. Sie bestand aus einem Umkleideraum, dem Kaltbaderaum, dem Laubad und einem Warmbaderaum.

Plan des Westkastells

Bei Welzheim endet ein 80 km langer, ungewöhnlich präzis eingemessener Limes-abschnitt, der bereits Gegenstand eines Artikels war. Hier gab es im Vergleich zu anderen Orten gleich zwei Kastelle, das West- und das Ostkastell. Ein Oberförster entdeckte die Anlage des Westkastells mit einer Länge von 236m und einer Breite von 181Meter im Jahr1895. Die Maße entsprechen einem Verhältnis von 800 zu 611 pes Romanus dem Längenmaß des Römischen Fußes von 0,296m. Auf den ersten blick erscheint dieses Längenverhältnis unverständlich, denn nur wenige pes fehlen hier zu einem ganzzahligen Verhältnis. Doch als Produkt aus 13×47 betrachtet, lässt ein Code in der Zahl 611 erkennen. Vor dem Hintergrund des Tetrakystsystems lassen sich mit den ersten 13 Primzahlen die Punkte eines Hexagramms bezeich- nen. Dessen Strecken, Punkte und Flächen ergeben im Berechnungssystem dann die Zahl  611. Dieses Hexagramm, das bereits in Ägypten als Talismann des Thot galt, wurde später in Rom dann zum Schutzsiegel des Saturn.

Phönizische Münze mit Hexagramm

Die Deutung seines Namens bereitete anscheinend schon in der Antike Schwier-igkeiten, Cicero deute ihn als Gott der Zeit, aber und dies traf nur einen Hauptaspekt der Mythologie dieses Gottes. Nach dessen Entthronung durch Jupiter floh Saturn nach Latinium, wo er auf Inaus traf. Zusammen mit ihm übte er die Herrschaft über das fruchtbare Land aus. Zum Dank für die gastfreundschaftliche Aufnahme durch die Bewohner lehrte Saturn ihnen die Kunst des Acker- und Weinbaues. Ein im 3. Jahrhundert entstandener Mythos spricht von seiner Herrschaft als Saturnia regia, dem Goldenen Zeitalter des Saturn. In den Erzählungen wird es als eine Epoche paradiesischer Fülle geschildert, an die mit Hilfe der Zahlensymbolik wohl erinnert werden sollte. Als Zahl des Schutzsiegels sollte es wohl die römischen Legionäre unterstützen, diesen Zustand der Fülle im Römischen Reich weiter zu erhalten.

Saturnus, Hendrick Goltzius, Kopie nach Original eines Freskos (Polidoro da Caravaggio)

Doch erst im 17. Jahrhundert, als Rabbiner aus Prag das Hexagramm zum Siegel Salomons erklärten, erhielt es seine heutige Bekanntheit. Der Legende zufolge soll David aber bereits einen sechszackigen Schild als Schutz bei seinem Kampf gegen Goliath getragen haben. Innerhalb der jüdischen Glaubenslehre wird dies weniger als realer Gegenstand, sondern mehr als ein Schild Gottes gesehen, also himmlischen Beistand beim Kampf. Einer weiteren Legende zufolge soll Salomon den hexa- gramförmigen Ring als Schutz gegen Dämonen und Geister benutzt haben. Im Zuge der Entdeckung antiker magischer Bräuche im 15. Jahrhundert, wurde das Hexa- gramm neben dem Pentagramm zum Gegenstand magischer Rituale.

Kastelle Welzheim. Lageplan des West- und Ostkastells mit ihrer Verbindungsstraße,  Sonnenausrichtung

Die Maße, wie auch die Ausrichtung des Kastells in Welzheim zeigen deutlich, dass  hier mythologische Gesichtspunkte die Belange der Verteidigung überlagerten. Folgt man diesen Gedanken, erscheint es als selbstverständlich, dass neben der Zahlen-symbolik, mit Hilfe der Richtung eine Verbindung zu himmlischen Mächten erzielt werden sollte. So weist beim Westkastell die Achse auf den Sonnenaufgangspunkt am 17. März, der Agonium Feiern zu Ehren des Gottes Mars, während die Aus- richtung des Ostkastells auf den Sonnenaufgang am 1. April, dem Geburtstag der Stammmutter der Römer, der Göttin Venus zielt.

Bilder: Wikipedia / Westtor des Ostkastells von Welzheim, Mediatus / Therme des Ostkastells (Grabungen 1894–1896), Mettler, Schultz, Näher – A. Mettler und P. Schultz: Die Kastelle bei Welzheim. In: ORL Abt. B Band IV / Lageplan des West- und Ostkastells mit ihrer Verbindungsstraße (Grabungen 1894–1896), Mettler, Schultz, Näher – A. Mettler und P. Schultz: Die Kastelle bei Welzheim. In: ORL Abt. B Band IV / Saturnus. Copied by Hendrick Goltzius from an original fresco by Polidoro da Caravaggio Tetraktys: http://www.decemsys.de/system/zahlen/pz-235.htm, Hexagramm und Zahl 611 /

Simulation: Sunearthools