Krodos Tempel

 

Abbildung und Deutung der Krodofigur, Sachsenchronik Conrad Bothes, 1492,

Laut den Angaben in der Sachsenchronik, einem von Conrad Bothes im Jahr 1492 er- stelltes Geschichtswerk, war Krodo bis 780 ein Gott der Sachsen. In diesem Jahr endete der Krodo-Kult, nachdem Karl der Große sein Standbild auf der Harzburg zerstörte. Bothes beschreibt den Sachsengott als einen Mann, der auf einem Fisch steht, der wiederum auf einer Säule drapiert ist. Seine Attribute sind ein Gefäß mit Blumen und ein Rad, wobei die Blumen als Ausdruck der Fruchtbarkeit gesehen wird und das Rad als Sonnen- oder auch als Schicksalsrad interpretiert wird. Parallelen zu römischen Göttern werden hier erkennbar, denn die in Abbildungen vereinfacht dar- gestellte Säule gleicht den Jupitersäulen und das Attribut Rad, war als Zeichen des Schicksals auch der römischen Göttin Fortuna zu eigen.

Fortuna und das Rad des Lebens, mittelalterliches Manuskript

Doch weder der Blumenkorb passt zu einer männlichen Gottheit, noch der mädchenhaft wirkende wehende Gürtel.So gleicht Krodo in Darstellungen immer einer Mischung aus den Bildern Apollons mit der Athene. Diese Mischung deutet hier weniger auf ein reales Götterbild hin, sondern viel eher auf eine Verballhornung des gestürzten Sachsen-gottes. Dafür spricht auch das ähnlich klingend mittelhochdeutsche Wort kroto. die Kröte. Gerade die christliche Symbolik der Kröte war ja ideal dafür geeignet, die alten Götterbilder möglichst abschreckend auszugestalten. So repräsentierte die Kröte, wie der Frosch, im Christentum stets das Böse, das Dummdreiste, den Irrgauben und das Verderbte. Das sie gemeinhin als giftig galten, wurde beide auch zum Symbol von Laster und Häresie, einem der schlimmsten Vergehen der damaligen Zeit. Bei all diesen negativen Merkmalen war es nur selbstverständlich, dass sie im Gefolge des allgegenwärtigen Teufels auftraten. Wer mit ihnen ihn Verbindung gebracht wurde halt damit als ein gefährliches Element der Gesellschaft. Genau dies soll laut den viel später entstanden Texten Karl der Große auch beabsichtigt haben, als ihm die Sachsen auf seine Frage, wer ist euer Gott, Krodo zuriefen. Der König soll danach prompt ge- antwortet haben `Heißt euer Gott Krodo, so heißt das fortan Krotendüwel´, eben der Krötenteufel.

Sturz des Krodo durch Karl den Großen, Druck nach einem Kupferstich Merians, 1700

Das Bild Krodos auf einem Fisch stehend, weckt Assoziationen an den vedischen Gott Vischnu, dessen erste Inkarnation ein Fisch ist. Ebenso zeigen sich Parallelen zum babylonischen Fischgott Oannes. der morgens dem Meer entstieg und edn Menschen Kulturtechniken, wie die Schrift, die Wissenschaft, die Künste und den Ackerbau lehrte. Da Krodos Name ähnlich klingt wie der des Kronos, des späteren römischen Bauern-gottes Saturn, gab es in der Vergangenheit auch Vermutungen, dass dessen Bild im Norden adaptiert wurde. Dazu führten auch Schriften, in denen eine Saterburg, oder auch eine Saturburg erwähnt wurden, die an Stelle der Harzburg bereits um 300 v. Chr. gestanden sein soll. Ähnlich wie Krodo auch als eine Abwandlung des Kronos / Saturn denkbar ist, wäre ebenso eine Verwandtschaft zum slawischen Gott Chors denkbar. Dessen Existenz ist noch aus dem 10. Jhd. überliefert, denn sein Bild gehörte zu jenen sechs slawischen Gottheiten, deren Statuen Fürst Vladimir I. 980 in Kiew aufstellen ließ. Trotz des Burgenbaus in der Mitte des 11. Jhd`s durch Heinrich IV. blieb die Mystik dem Berg erhalten. So soll im 16. Jhd. Von einem Marienbild in der dortigen Kapelle eine wundertätige Kraft ausgegangen sein, wodurch sich der Ort rasch zu einem Wallfahrtsort entwickelte. Doch der Name Chors verweist auch auf den einstigen zentralasiatischen Staat Chorasan der sich zeitgleich zu den noch unbesiegten Sachsen über das westliche Persien und Afghanistan bis nach Usbekistan erstreckte. Dieses altpersische Wort verweist noch direkt auf eine Sonnengottheit, denn übersetzt be. deutet es `Land der aufgehenden Sonne´. Insofern könnte Krodo auf Grund kultureller Beziehungen eben auch eine importierte Gottheit gewesen sein, ähnlich dem nord. ischen Lenus-Mars.

Chorasan, Ausdehung im 5. Jhd.

Dass der Ort der Harzburg eine besondere Eigenschaft besitzt, zeigt sich in den Mög- lichkeiten zur Beobachtung von Sonnenaufgängen. So sind bei freier Sicht vom klein- en Burgberg aus, die für das Bauernjahr wichtigen Sonnenaufgänge am 1. Februar und 31.Oktober über dem Sachsenberg und der am 1. Mai über dem Eichberg zu sehen. Ebenso ist hier auch der Sonnenaufgang zu den Tagundnachtgleichen im Taleinschnitt zwischen den beiden Bergen zu beobachten. Wenn man aber am 1. März, dem Monat des römischen Gottes Mars, vom großen Burgberg den Sonnenaufgang betrachtet, so ist der dann über dem Sachsenberg zu sehen. Dies bietet auch eine Erklärung für jenen wilden Mann im Wappen der Stadt Harzburg. Mit seinem Ausdruck erinnert das Motiv an den Mars, den einstigen altitalischen Fruchtbarkeits- und Bauerngott. Sein ungezüg- eltes Temperament war einst ein Spiegel jener wieder aufblühenden Natur, die gegen Ende Februar wieder zu neuem Leben erwacht. Erst im Laufe der Zeit verschmolz diese Eigenschaft mit dem griechischen Ares und Mars wurde bei den Römern zum gefürcht- eten Kriegsgott.

Sonnentempel Harzburg

Blick auf den Brocken vom Großen Burgberg aus, Foto LauraHoeppner

Lagen die Wurzeln des sächsischen Krodo tatsächlich in den Götternbildern des zeit- gleich existierenden Chorasans, so bot der U-förmig angelegte Harzburg Berg den idealen Sonnenkultort. Gleich der Gestalt der Rune Sig sind hier die wichtigsten Son- nenaufgänge des Jahres zu beobachten. Für einen Bauerngott, vergleichbar mit Saturn oder Mars, bot der Ort alle notwendigen Sonnenbeobachtungsmöglichkeiten für den Kalender  einer bäuerlichen Gesellschaft. So kann er wohl auch zu Recht als Tempel Krodos betrachtet werden.

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Vom Mythos zum Logos

Nicht nur in Indien gibt es seit Jahrtausenden ein reichhaltiges Füllhorn spirituellen Wissens, sondern auch in Europa, wie Manfred Ehmer in seinem Buch „Die Weisheit des Westens“ fundiert darlegt. Er beschreibt die unterschiedlichen Strömungen von den ältesten Ursprüngen bis in die heutige Gegenwart und bringt das „Licht aus dem Westen“ zum Leuchten.

über Die Buch-Rezension „Die Weisheit des Westens“ von Manfred Ehmer — Riccis Literaturweltblog

The Cult of Mithra: Sacred Temples, and Vedic Legends, and Ancient Armenian Understanding

Mithra was the god of light, purity, goodness, truth and occupied an important place in the faith of the ancient Aryans.

The Spread of Mithra

There are various opinions on the spread of the Mithra (or Mithras, Mitra) cult, but the most reliable one is the first written protocol about the Mithraic cult from 14th century BC.

In the treaty text signed between the powerful kingdom of Mitanni (Mitanni was situated in the North of Armenian Plateau) of king Shativaza (unknown-1350 BC), and the Hittite king of Suppiluliuma (1380-1346 BC) we can see the name of Mithra. So the Mithraic cult was mentioned in Persian cuneiform inscriptions and in the Indian Vedic texts since the fourth century BC.

As a result of the religious revolution of Ardashir II, the Sassanid King of Persia in 395 AD, the cults of Mithra and Anahita, the Iranian goddess, were imported to Persia and combined with Zoroastrianism. In the first century BC the cult of Mithra penetrated into Rome, and in the third century AD this religion had become international and spread from India to the Black Sea, from the Balkans to Britain and Spain. Now there are more than four hundred Mithraic temple ruins throughout the Europe.

So at first, in fourth century BC this cult spread from the Armenian Plateau to South Persia and India and in first century BC to North-West Europe.

Temples of Mithra

In Upper Armenia, the main temple of Mithra (or Mihr) was at built in the village of Bagaritch, Derjan region (eastern Turkish territories). The temple of Garni was also dedicated to the cult of Mithra.

The Temple at Garni dedicated to Mithra.

The Temple at Garni dedicated to Mithra. (Via Lilit Mkhitaryan)

In the city of Artashat, Mithraic temple ruins have been unearthed which were built from black marble and reconstructed in the first century AD by Tiridates I, King of Armenia of the Arsacid Dynasty.

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