Das Haus des Enlil

Die Ruinen von E-Kur, dem Haupttempel von Enlil, Foto Jasmine N. Walthall,

In der sumerischen Stadt Nipppur stehen noch immer die Überreste des wichtigsten Temprl des Gottes Enlil. Er war det Hauptgott des sumerisch-akkadischen Pantheons. Zugleich war er auch das Ur-und Vorbild zahlreicher späterer Gottheiten der altorientalischen Völker. Enlil war der Sohn des Gottes An und wurde von den Sumerern als „König von Himmel und Erde, sowie als Vater der Götter“ angesehen. Für ihn sind sieben Titel bekannt, die den Hauptgott auszeichneten. So wurde er als „Herr der Länder“ aber auch als „Herr des verlässlichen Wortes“ bezeichnet. Er galt als „Vater des Landes“ und zugleich als „Hirt der Schwarzköpfigen“, als die sich die Sumerer selbst bezeichneten. Seine weiteren Titel lauteten : „Held, der aus sich selbst Gesichte hat“, „Herrn, der sein Heer leitet“, „den, der dem gestörten Schlaf Ruhe gibt“ In diesen 7 Titeln spiegelt sich auch die Mythologie der heiligen Zahl 7 wieder. Die Bedeutung der Primzahl ist vielschichtig. So verweist sie als reine Zahl auf die damals bekannten, sichtbaren beweglichen Himmelskörper. Zu denen zählten Sonne und Mond, wie die 5 Planeten Merkur,Venus, Mars, Jupiter und Saturn. Zudem entspricht die Zahl 7 auch der Summe der Zahlen 3 und 4 und steht so für eine die Verbindung einer göttlichen Trinität und der Erde mit ihren 4 Himmelsrichtungen. Später entwickelten die Babylonier die Vorstellung einer kosmischen Ordnung der 7 weiter und sahen in der Zahl eine Gesamtordnung des Kosmos und in den Bewegungen der Planeten „Äußerungen göttlicher Wesen“. Daraus entstand die Sicht eines kosmischen Aufbaus aus 7 Spähren und einem Abbild dieser Ordnung auf der Erde, die in der Vorstellung der Babylonier von 7 Flüssen durchzogen wurde. Bis heute hat sich dieses Idealbild der Erde erhalten, denn deren Landfläche wird von 7 Kontinenten bestimmt .

Enlil und Ninlil, Foto Paul Bedson

Auch Enlil war mit einer Göttin verheiratet und Ninlil wurde als Herrin des Winde bezeichnet. Enlils Hauptheiligtum, der Tempel É.KUR, befand sich in der sumerischen Stadt Nippur, die dadurch zu einem geitsig-religiösen Zentrum wurde. Die Geschichte der Stadt , etwa 180 km südöstlich von Bagdad liegt reicht zurück bis in das 5. Jtsd. BC und ab dem 3. Jtsd. Ist auch eine Zikkurrat, für die Tempelanlage des Enlil belegt. Sie überdauerte bis ins 1. Jtsd. BC. Die längsrechteclkige Anlage wurde durch eine doppelzügige Mauer in der Mitte geteilt Beide Teile wurden als rechteckige Höfe ausgebildet, wobei die Zikkurrat mit der langen Treppenlage den zweiten Hof bestimmte. An den Seitenverhältnissen der beiden Höfe ist zu erkennen, dass die Maße der Anlage durch die Zahlensymbolik der sumerischen Mythologie bestimmt wurden. Damit wird in dem Tempel É.KUR der Gedanke sichtbar, das Bauwerk als Abbild der kosmischen Ordnung zu sehen. So wie Enlil als Kulturburnger und Herrscher der Erde gesehen wurde, bestimmte er auch inhaltlich und logisch den Aufbau seines Kultortes. Da die Sumerer Enlil mit dem Sternbild Boötes identifizierten , ist er auch in der Geometrie der Anlage erkennbar. Dessen drei Sterne, die seine Schultern und sein Haupt markieren, bestimmten die Maße der Ziqqurrat, während die beiden Sterne seiner Hüfte die Lage der doppelzügige Mauer in der Mitte der Anlage definierten. Folgerichtig wurde auch das Heiligtum im ersten Hof durch Arcturus , den hellste Stern des Boötes markiert. Der Stern Mufrid, deram Unterschenkel des Boötes liegt und im Arabsichen als einsamer Lanzenträgers bezeichnet iwrd, bestimmte dann die Lage der Torbastion des ersten Hofes.

Tempel E-Kur und Boötes / Enlil,

Doch die Proektion des Boötes auf den Boden wurde nicht willkürlich gewählt, sondern stand in Verbindung mit einem der wichtigsten Feste Sumers, dem Frühlingsfest Akitu. Dieses Fest der Jahreserstlinge begann am 1. Nisannu und zählt zu den ältesten, überlieferten Festenriten der Menschheit . Während des Neujahrsfestes fanden auch mehrere Prozessionen statt, sowie die wichtigste Kulthandlung, die heilige Hochzeit des Königs.. Sie erfolgte am 10 und 11, Tag der 12 tage dauernden Zeremonie. Auf Grund der Kalenderführung und den notwendigen Schaltmonaten hatte der Beginn des kalendarischen Neujahrs eine Schwankungsbreite von 28 Tagen. Sie reichte vom 21. März bis zum 18. April. Damit fiel alle 8 Jahre der Beginn des Jahres wieder auf das Frühlingsäquinoktium.. An diesem Abend tauchte Emlil, in Gestalt seines verstirnten Bildes in der Position am Himmel auf, wie sie mit der Geometrie des Tempels übereinstimmte. Auch klimatisch ereignete sich zu diesem Zeitpunkt eine Zäsur, denn die Niederschläge endeten da und famit begann die Trockenzeit.

 

Bilder: Wikipedia/ Die Ruinen von E-Kur, dem Haupttempel von Enlil, Foto Jasmine N. Walthall, U.S. Army – http://www.defenselink.mil;, gemeinfreiEnlil und Ninlil, Foto Paul Bedson , gemeinfrei Tempel E-Kur und Boötes / Enlil, Stellarium, Sunearthtools