Führung Jenseitsberg Stuifen

Jenseitsberg Stuifen

Wie ein riesiger Zeitzeiger liegt die längliche Form des Stuifens inmitten der Drei Kaiserberge. Weist seine Südwestspitze auf den Sonnenuntergang am 31. Oktober, so ist die Nordostspitze auf den Sonnenaufgang am 1. Mai über dem Hornberg gerichtet. In keltischer Zeit war der 31. Oktober einst ein wichtiges Datum, denn da endete das helle Sommerhalbjahr und das dunkle Winterhalbjahr begann. An diesem Tag wurde das keltische Neujahrsfest gefeiert. Es wurden Versammlungen abgehalten und in der damaligen Vorstellung war an diesem Tag ein Kontakt mit den Toten aus der Anderswelt möglich.

Wohl nicht ohne Grund ist das Datum auch heute noch dem Totengedenken gewidmet. Mit Allerseelen, Allerheiligen und dem Gedenktag des heiligen Leonhard, dem Kirchenpatron der Reitereles Kapelle, wurde diese Tradition fortgeführt. Eine Erklärung zur Ausrichtung des Stuifens auf den Sonnenuntergang am 31. Oktober und der Verbindung zur Sage der Reiterles Kapelle, bietet eine Führung am 31.10.2017

Beginn 16.00Uhr – Treffpunkt Parkplatz.

Sonnenkalender Stuifen

‚Sonnenkalender Stuifen‘

Der Sonnenuntergang zur Tagundnachtgleiche über dem Hohenstaufen bietet ein ein- drucksvolles Beispiel für den Sonnenkalender Stuifen. Von seinem Plateau aus lassen sich aber gleich mehrere wichtige Tage des Jahres durch Beobachtung der Sonne be- stimmen. So weist doch der Stuifen selbst wie ein Zeiger auf den Sonnenuntergang am Abend von Allerheiligen.

Vor dem Naturschauspiel des Sonnenuntergangs bietet die Führung `Sonnenkalender Stuifen´ Erklärungen zu dessen Bedeutung als Sonnenkalender, zu seiner Ausrichtung und zum Geheimnis des Stuifen-Plateaus.

Bild:mapio/ Stuifen Hohenstaufen/hubi1802

Datum: Montag, 20.03.2017

Uhrzeit: 17.30 Uhr

Dauer: ca.1,5 Stunden

Treffpunkt: Parkplatz am Stuifen

Teilnahmebeitrag: 5 EUR

Referent und Anmeldung: Reinhard Gunst telefonisch unter 0711-6402491

                                          oder per Mail: vektor04@online.de

 

Der Stuifen Teil 2 – ein Jenseitsberg

                                             Das Stuifenplateau mit dem Horn

Als höchster der Drei Kaiserberge hat der Stuifen die außergewöhnliche Gestalt eines Tafelberges mit einem nach allen Seiten asymetrisch sitzenden, markanten Horn. Auch der Stuifen gilt in der geologischen Forschung als ein Zeugenberg, der den einstigen, weiter nördlichen Rand der Schwäbischen Alb dokumentieren soll. Vor ungefähr 120 Millionen war die schwäbischen Schichstufenlandschaft noch eine ebene, erhabene Fläche, die erst durch das Aufschieben der afrikanischen Landmasse auf die Eurasische Kontinentalplatte nach Südosten kippte. Zahlreiche Trockentäler auf der Alb zeigen noch dass Flüsse durch das Kippen der Platte ihre Richtung wechselten. Über die eigentliche Entstehung herrscht auch heute noch keine Einigkeit und auch für Rückwanderung der Schwäbischen Alb in einem über Jahrmillionen dauernden Prozess gibt es nur spärliche Belege , wie das in einem der Tuffschlote des Schwäbischen Vulkan bei Scharnhausen gefunden Weißjuragestein. Die charakteristische Form des Stuifens mit einem nahezu exakten Längen und Breitenverhältnis von 2 zu 1 wird heute mit einem Grabenbruch erklärt, der als Schwäbisches Lineament in die Geologiebücher Einzug hielt. Eine Gesteinsabsenkung und die dabei entstehenden Scher- und Druckkräfte sollen die Ursache des Berges gewesen sein. Bis zum 19.Jahrhundert war der Berg , wie auch die beiden andren Berge nur mit spärlichem Gestrüpp bewachsen und dienten der Ziegenhaltung.Allein dies lässt auf einen massiven Kern schließen der einer längren Erosion widerstand. Erstaunlicherweise sind auch beim Stuifen die für den Weißjura typischen, gebankten Kalkschichten in Höhen zu finden, in denen sie auf Grund der Neigung der heutigen Alb nicht auftauchen können. Doch diese geologische Anomalie ist nicht die einzige die bei der Betrachtung des Berges auffällt. über den die Geschichte kaum etwas zu berichten weis. Auf dem nur ein seinen Stirnseiten zugänglichen steilen Berg gab es nie Erzählungen über eine Fluchtburg oder einen Herrensitz, wie sie von den beiden benachbarten Bergen Graneggle ud Rechbergle exsistieren. Wie sein eigen-tümliches Profil mit dem auf der Tafel einseitig aufgesetzten Horn zeigt auch der Name Stuifen eine ungewöhnliche Verbindung zweier Silben. Der Name Stuifen klingt zwar ähnlich wie das heutige Wort Stufe, das die Verwandtschaft zum Begriff Stufenlandschaft andeutet. Doch in Grimms Wörterbuch wird das Wort Stufe aus dem althochdeutschen Wort ´stoufe abgeleitet. Dieser´Begriff ist jedoch zweifach besetzt und kann auch für Trinkbecher stehen. Hier stellt sich die Frage weshalb bei der scheinbar klaren Ausgangs-lage die Silbe `ui´ in den Namen integriert wurde. Eine Erklärung bietet das althoch-deutsche Wörterbuch von Gerhard Koebler. Das Wort `ufir´wird hier mit emporsteigen oder auferstehen übersetzt. Durch eine Verbindung beider Worte ergäbe der Name Stuifen einen Sinn: Der Ort des Emporsteigens. Viele Tafelnerge, die meist auch als Zeugenberge gelten, sind durch Funde als frühgeschichtliche Kultorte belegt. Dass auf dem Plateau des Stuifen einst ein Kultort war bestätigt eine geomantische Analyse, denn unweit des neu erstellten Stuifenkreuzes finden sich die ersten Reihengräber. Zu Gruppen zusammen-gefasst zeiht sich die Anlage über das gesamte Plateau. Durch den jahrzehntelang wachsenden Baumbestand sind die Gräber in den Kalkstein gehauenen Gräber mittler-weile bis zur Unkenntlichkeit mit Biomasse überdeckt. Für das bloße Auge sind sie nur an vereinzelten Erdeinbrüchen am Rande der Vertiefungen zu erkennen, Diese Anlage, die ungefähr 220 Gräber umfassen dürfte, ist der eigentliche Grund für den Namen. in dem Stufe und emporsteigen vereinigt sind. Er zeigt die damaligen reiligiösen Vorstellungen, in denen ein leichterer Übertritt in die Jenseitswelt vom Plateau des Stuifen aus für möglich gehalten wurde. Dieser Friedhof war wohl auch der Grund, dass die benachbarte Reiterles Kapelle zum Ort der düsteren Sage einer wilden nächtlichen Jagd gemacht wurde. Diese Sage, die mit ihren Bildern an die Wilde Jagd des obersten germanischen Gottes Wodan in der Zeit der Rauhnächte erinnert, verlieh der Landschaft um den Stuifen einen verwunschen Charakter, der Menschen von ihm fernhalten sollte. Aber trotz allen Anstrengungen, die Landschaft so durch Bewaldung zu verändern, dass auch die letzten Spuren der Geschichte verschwinden, ist im Namen des Berges der Rest jener Vorstellungen noch vorhanden diie einst zu der Anlage eines Friedhofes auf dem Stuifen und einer Siedlung an seinem Bergfuß führten.

Der Stuifen Teil 1

Mit einer Höhe von 757m ist der Stuifen der höchste der Drei Kaiserberge. Wie der Hohenstaufen und der Rechberg, war auch der Stuifen bis zum Beginn des 19.Jahrhunderts noch unbewaldet. Die steilen Bergflanken des Stuifen sind auch heute nur schwierig zu begehen und gleichen an den freiliegenden Stellen der Westseite den bereits beschriebenen Gesteins-formationen des Hohenstaufen. Auf der Basis einer umlaufenden Höhenlinie hat die Grundfläche des Stuifen ein Seitenverhältnis von 1 zu 2, Doch die Erhebung auf dem Plateau, ein langestrecktes Horn sitzt keinesfalls symetrisch auf dem Berg, sondern ist seitlich versetzt. Die auffällige Formation ist mit zahlreichen Quermauern durchzogen. Eine an den Höhenlinien ausgemittelte Achse verläuft seitlich des Hornes über den Berg und weist mit 18° nach Nord – Osten,  auf das heute sicher flachere  Horn des Hornberges. Das asymetrische Horn des Stuifen, das sich als Visierpunkt für Mond-und Sonnenwenden für das Plateau des Schönbergs eignet und das auffällige ganzzahlige Seitenverhältnis des Berges deuten jedoch darauf hin, dass auch diese Achse nicht zufällig entstand, sondern ganz bewusst gelegt wurde. Eine Simulation des Nordhimmels zeigt, dass durch diese Ausrichtung am 31.10. um 4700 v.Chr.,   dem Beginn der dunklen Jahreszeit des Winters, der Jupiteraufgang vom Plateau des Stuifen aus über dem Horn zu beobachten war. In Aufzeichnungen der babylonischer Astronomen  wurde dem Jupiter die Zahl 1 und dem Saturn die Zahl 2 zugewiesen, doch erst im 17. Jahrhund ert konnte der Astronom Johannes Keppler durch seine Berechnungen nachweisen, dass sich die Bahnradien beider Planeten auch tatsächlich im Verhältnis 1 zu 2 verhalten.

Stuifen Visierlinien be

Bild : Illustration Visierlinien