Mythos Bethlehem Teil 1

Der Stern von Bethlehem

Conrad von Soest: Die Geburt Christi, 1404

Im 2. Kapitel des Lukasevangeliums wird die Geburt Jesu und deren Begleitumstände geschildert. In der Erzählung wird der Ort Bethlehem genannt, der bereits im Alten Testament mehrmals eine wichtige Rolle gespielt hatte. Lukas schildert wie ein Engel zu den Hirten auf dem Feld kam und ihnen die Botschaft von der Geburt verkündete. Nachdem er ihnen den Weg in die Stadt Davids gewiesen hatte, fingen sie dort hin und trafen dort auf ein Kind, das in Windeln gewickelt, in einer Kuppe lag. Doch der Ursprung des Stadtnamens Bethlehem ist vieldeutig. Allgemein wird die hebräische Bezeichnung `bêt læḥæm´, das `Haus des Brotes´ hier angeführt. Im übertragen Sinn wäre hier also das Brot als geistige Nahrung zu sehen, deren Ursprung dann in Gestalt des Kindes in dem Ort zu finden war. Brot, das wahrscheinlich im Vorderen Orient erfunden wurde, kommt hier eine ganz besondere Bedeutung zu. Es entsteht durch menschliche Arbeit, denn durch sie wird Korn mit Hilfe von Sonne, Wasser und Erde in ein Nahrungsmittel verwandelt und galt deshalb zu dieser Zeit auch als gesegnetes Gut. Diese Verwandlung einer Kornähre machte das Bot im Altertum auch zum Sinnbild der Verwandlung. Doch der Ortsname kann auch anders gedeutet werden, denn læḥæm kann ebenso auf die Wortwurzel l-ḥ-m. zurückgeführt werden, die kämpfen bedeutet. Damit wäre Bethlehem auch das Haus des Kampfes gewesen. Auch dies wäre ein Sinnbild des Glaubens, denn jeder neue Gedanke bedarf eines Kampfes um sich durchzusetzen. Einen Hinweis für diese Interpretation bieten die zwischen dem 14.und 13. Jhd. BC, zur Zeit des Pharaos Echnaton, entstanden Amarna Briefe. Auf einer der zahlreichen Tontafeln beklagt der Herrscher in Jerusalem, dass der Ort bet nin.ib von ihm angefallen sei. Diese Schreibweise deutet hier auf einen Ort des „Herrn der Erde“ und die Bezeichnung könnte auf den sumerischen Kriegs- und Vegetationsgott, Ninurta hindeuten.

Ninurta kämpft mit einem Vogelungeheuer Foto Hedning

Seine Symbole sind der Bogen, die sprechende Doppellöwenkopfkeule `Šarur´ und der Löwe, auf dem er stehend abgebildet wurde. Oft wurde er auch im Kampf mit dem Vogeldämon Anzu dargestellt, oder aber in Siegerpose auf einem Bergrücken. Mit dieser Symbolik diente Ninurta so als Vorbild verschiedener Herrscherdarstellungen. Seine Identifizierung mit einem Gestirn, oder eine Sterne- konstellation ist dagegen ebenso zweideutig wie der Name Bethlehems. In Texten erscheint es, dass er mit dem Planet Saturn assoziiert wurde, der in der griechischen Mythologie dem Titanen Kronos ent- spricht. Doch die Abstammung Ninurtas spricht nicht dafür, denn sein Vater soll der akkadische Gott des Windes, Enlil gewesen sein. Doch Enlil wurde schon früh mit dem späteren griechischen Sternbild Boötes assoziiert, so dass die Abstammung des Planeten aus einem Sternbild unlogisch erscheint. Ninurta wird als Riese, mit über- menschlichen Kräften beschrieben und die stellte er bei seinem Kampf gegen den Stiermenschen und dem sechsköpfigen Widder unter Beweis, in dem, er beide erschlug, Wie viele Gottheiten in der Vergangenheit, so  war auch Ninurta wandlungsfähig, denn in babylonischer Zeit verschmolz sein Bild mit dem Stadtgott Marduk. Der babylonische Stadtgott, dessen Kult über mehrere Jahrhunderte hinweg andauerte, verkörperte sich dann aber im Planeten Jupiter. Was, außer einem dürftigen Hinweis auf Jahrtausende alten Tontafeln könnte dann die Bedeutung Bethlehems herbeigeführt haben? Die Erklärung bilden biblische Texte, die nicht nur eine perfekte gematrische Konstruktion von Texten darstellen, sondern auch eine ebenso symbolisch bedeutsamem Landkarte. Deren Bilder zeigen nun den Übergang von der alten zur neuen Religion. Betrachtet man nun den Ort Bethlehem vom Tempelberg aus, hat auch die Beschreibung im Lukas- evangelium einen Bezug.

.Southern aerial view of the Temple Mount Foto Andrew Shiva 

So heißt der Berg mit dem riesigem, unter der Regentschaft des Herodes entstanden Plateau, im Hebräischen `har habait´ `Berg des Hauses Gottes´ . Auch im Islam, wird der Berg als edelstes Heiligtum angesehen, denn von hier aus soll der Prophet auf seinem Pferd in den Himmel geritten sein. Tatsächlich entsteht von hier aus auch ein Bezug zu Saturn und auch zu  Großen Konjunktion, dem Zusammentreffen von Jupiter und Saturn. Diese Konjunktion gilt in der Forschung ja als eine der möglichen Erscheinungsfomen des Sternes von Bethlehem. Sie ist auch als wahrscheinlichste anzusehen, denn vom Tempelbeg aus war er Untergang zur vermuteten Geburt von Jesus über dem Ort des Brotes, oder auch dem Ort Ninurtas/Saturn zu sehen. Damit war die Erscheinung ein sichtbarer Hinweis für die Geburt des Neuen und zeigte zugleich den Untergang der Alten Götter.

Die Große Konjunktion – Untergang über Bethlehem,eigen

 

Gastmahl der Sterne

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Bilder: Wikipedia / Conrad von Soest: Die Geburt Christi, 1404. Gemeinfrei / Ninurta kämpft mit einem Vogelungeheuer, wahrscheinlich Anzu oder Azag, Foto Hedning to Swedish Wikipedia, Gemeinfrei / .Southern aerial view of the Temple Mount Foto Andrew Shiva , CC BY-SA 4.0 / Die Große Konjunktion – Untergang über Bethlehem,eigen, opentopomap, stellarium,

 

Der Löwe des Tempelberges

Felsendom und Kettendom, Foto Ralf Roletschek

Die Jahrtausende alte Symbolik des Löwen prägt auch das Plateau des Tempelberges und erscheint hier als Bindeglied der 3 Religionen. Für alle ist der Tempelberg von großer Bedeutung, da such den Erzählungen zufolge, hier wichtige Ereignisse zuge- tragen haben. Damit steht das Herrschaftszeichen und solare Symbol für zahlreiche Gemeinsamkeiten der 3 Religionen, die auf einen gemeinsamen Stammbaum einer Grundidee mit all den daraus entsprungenen Erzählungen hinweisen. Wie in den bib- lischen Texten, so wird auch im Koran die Sonne häufig erwähnt. Sowohl als Him- melskörper, aber auch in gleichnishaften Bildern taucht sie dort auf. Bereits bei den Erzählungen zum Stammvater der Völker, Abraham, taucht die Sonne auf, Hier erzählt Abraham von seiner Erkenntnis, dass die Sonne selbst ein Geschöpf ist und es somit ein Fehler sei, sie als göttliche Macht anzubieten. Diese Natursicht entsprechend, wird im Koran auch von der Möglichkeit erzählt, die Sonne zur Vermessung und Wegebe-rechnung zu nutzen. Wie bei anderen Religion überwiegt in den Texten des Korans aber die symbolische Bedeutung der Sonne, Sie steht hier bildhaft für das Licht, das der Prophet Muhammad im Namen Allahs ausstrahlt.

Timuridische Darstellung Mohammeds; aus dem Miradschname, 1436, Herat.

Auch das reflektierte Licht des mondes dient als Metapher. denn wie das Licht der Sonne vom Mond reflektiert wird, so wird das Licht des Propheten vom Imam Ali zurück-gestrahlt. Ein letztes Mal tritt die Sonne in den Erzählungen dann als Ankündiger auf, wenn die Wiederkunft des Imam Mahdis unmittelbar bevorsteht. An diesem Tag soll sie aber nicht im Osten, sondern im Westen aufgehen. Nahezu mittig auf dem Plateau des Tempelberges steht heute der Ende des 7. Jahrhunderts errichtete Felsendom. Er wurde dort auf einem Felsen errichtet, wo nach Islamischer Überlieferung der Prophet auf seinem Pferd in den Himmel getragen worden sein soll. Auch die Israeliten sahen diese Stelle als einen heiligen Ort an, denn hier wird auch der Brandopferalter Abrahams vermutet. Auf dem soll der Stammvater der Völker, gemäß den biblischen Erzählungen Abraham, seinen Sohn Isaak als Beweis seiner Gläubigkeit Gott zum Opfer dargeboten haben.Nach diesen Überlieferungen soll Gott selbst den Ort ausgewählt und ihn dann als seinen Wohnort auf Erden bestimmt haben.

Fels im Innern des Felsendoms, Foto Earthsound

Dieser Bestimmung folgend, soll auch König Salomo hier seinen Tempel erbaut haben, der dann von ihm zum Mittelpunkt der jüdischen Religion erklärt wurde. Der oktogonale Baukörper des Felsendomes ist im Innern durch einen Säulenumgang gegliedert, der den Zentralraum einschließt. In ihm befindet sich auch der Fels liegt, über dem der Tambour mit der Goldenen Kuppel liegt. Die Anlage hat vier Eingänge, die den jeweil- igen Himmelsrichtungen entsprechen. Mit der Form des Oktogons wurde hier auch eine Bauform aufgenommen, die bereits bei der um 540 entstanden Kirche San Vitale in Ravenna verwirklicht wurde. Mit seiner Ausführung zählt der Felsendom zu den Meisterwerken des Umayyadenstils. Dies war der Baustil eines arabischen Stammes aus der Region Mekkas, aus dem auch der Prophet Mohammed stammte. Auf dem Plateau, das einst Herodes der Große errichten ließ, verbindet nun der himmlische Löwe alle Stätten dre 3 Relgionen. So wird durch ihn auch der Name des  Golden Tores oder auch Schönes Tor genannt, erklärt. In der Lage, wie sie der Sicht um den 23. April entsprach, liegt dann sein Hauptstern Rgulus, der kleine König, auf diesem Tor.

Goldenes Tor 2018 von außen, Foto Fallane

Damit verweist hier die Farbe Gold, wie bei der Kuppel ds Felsendmes, auch auf die solare Symbolik des Löwen. Nach neueren Unterschungen stammt dieses Tor aus frühislamischer Zeit,. Es wurde als umayyadische Doppeltoranlage errichtet und stammt damit aus einer ähnlichen Epoche wie der Felsendom. Mit dem Beginn der Kreuzzüge gewann das Tor eine ganz andere Bedeutung, denn nach den Erzählungen soll hier Jesus auf einem Esel in die Stadt geritten sein. Deshalb wurde es in der Zeit der Kreuzfahrer auch nur zu den jährlichen Palmsonntagsprozessionen geöffnet. Deshalb befand sich vor dem Tor einst ein Friedhof, der aber nach de Rückeroberung durch den Islam aufgelöst wurde. Das Tor wurde dann dauerhaft geschlossen, doch christliche Reisende konnten aber weiterhin wundersame Fragmente des Tores bei muslimischen Händlern kaufen.

Tempel des Herodes, Asher S. Kaufman / Sicht des Löwe am Abend des 23. April (Jupiterfest Rom, Georgstag kath. Kirche…..)

Mit seiner Lage verbindet nun der Kopf des Löwen die Stätten der beiden großen Relig-ionen. Er ist das Zentrum des Löwen, der für Aspekte wie Beständigkeit, Leben, Macht, Würde, Vollendung, Eintritt und Übergang steht. So stehen die beiden Sterne Eta und Gamma Leonis, der die Mähne des Löwen verkörpert auch für unerschüttelichen Mut. Das dieser von Dauer sein soll, zeigt beide Sterne bei dieser Lage des Löwen, in dem sie die Ostwestrichtung vor dem Ausgängen des Felsedoms markieren. Ebenfalls Auch in symbolisch richtig liegt dann Epsilon Leonis, der im Arabischen Ras Elased Australis, der Kopf des Löwen bedeutet. Hier markiert er die Mittelachse des Herodanischen Tempels, direkt am Zugang. Mit diesem Stern verweist Damit verbindet hier die Symbolik des Löwen alle drei Religionen, und verweist nicht auf ihren gemeinsamen Ursprung, sondern wohl auch auf das Verständnis islamischer Astronomiekunde, die die Eurpäer im Laufe es 10.Jhd`s mit Begeisterterung aufnahmen Es wäre also ein Gebot der Stunde, im Löwen diese Gemeinsamkeit wieder zu erkennen.

Bilder: Wikipedia / Felsendom und Kettendom, Foto Ralf Roletschek , GFDL 1.2 / Timuridische Darstellung Mohammeds; aus dem Miradschname, 1436, Herat. Das Werk befindet sich in der Sammlung der Bibliothèque nationale in Paris.…, Autor unbekannt – „Mi‘rajnama: The Book of the Prophet Muhammads Ascension“ / Fels im Innern des Felsendoms, Foto Earthsound , gemeinfrei / Goldenes Tor 2018 von außen, Foto Fallane,, CC BY-SA 4.0 – Tempel des Herodes, Asher S. Kaufman / Sicht des Löwe am Abend des 23. April (Jupiterfest Rom)

Seal of Prophet Isaiah said found in Jerusalem — Truth Troubles

Zitat

(THIS ARTICLE IS COURTESY OF THE TIMES OF ISRAEL) ‚A UNIQUE AND FANTASTIC DISCOVERY‘ In find of biblical proportions, seal of Prophet Isaiah said found in Jerusalem Chanced upon near a seal identified with King Hezekiah, a tiny clay piece may be the first-ever proof of the prophet, though a missing letter leaves room […]

über Seal of Prophet Isaiah said found in Jerusalem — Truth Troubles

Indische Wurzeln

Hermann Detering has a new essay (70 pages in PDF format) that will be of interest to many Vridar readers — at least for those of you who can read German. In English the title is The Gnostic Interpretation of the Exodus and the Beginnings of the Joshua/Jesus Cult. See his RadikalKritik blog: The work begins […]

über The Gnostic Interpretation of the Exodus and the Beginnings of the Joshua/Jesus Cult — Hermann Detering — Vridar

Fluchtpunkt Tempelberg – St. Peter in Worms

Südseite mit Nikolauskapelle, Ato 01

Seit dem frühen Mittelalter haben Worms, Rom und Jerusalem enge Verbindungen. So ruht in der Saliergruft des Wormser Doms die Herzogin Judith von Kärnten, die Mutter des ersten deutschen Papstes, Gregor V., er stammte aus Worms und im 10.Jahrhundert waren Gregor gerade mal drei Jahre als Papst vergönnt. Die enge Verbindung zu Rom entstand aber bereits früher mit der Schenkung von Petrusreliquien durch Papst Gregor den Großen, im Jahr 614 an das Bistum in Worms. Auf Papst Gregor „den Großen” geht wesentlich zurück, dass der von ihm direkt über dem angeblichen Petrusgrab errichtete Altar zum Zentralort der römisch-katholischen Kirche wurde. Als erster Mönch auf dem Papststuhl verstand sich als ein „Diener der Diener Gottes“ und baute hier wie kein Zweiter die Vormachtstellung des `Petrusamtes´ aus. Damals ging die kultische Verehrung so weit, dass durch einen Spalt in das Grab hinabgelassene Tücher dann ebenfalls zu Reliquien erklärt wurden. Innerhalb der theologischen Ausgestaltung des Apostels wurde ihm die Schüsselgewalt des Himmels übertragen. Deshalb bestimmt Petrusschlüssel nicht nur das Wappen des Bistums Worms, sondern ist ebenso an vielen Stellen im Dom zu finden und ziert bis heute das Wormser Stadtwappen.

Rubens, Schlüsselübergabe um 1615, Sailko

Der Historiker Thomas Pratsch fragt in seinem Buch `Konflikt und Bewältigung, Die Zer- störung der Grabeskirche in Jerusalem ´ wohl zu Recht, ob der Salierkaiser Konrad der I. mit dem Bau des Domes in Worms wirklich nur eine dynastische Grablege schaffen wollte, .oder mit dem Bau der größten Kirche der Christenheit einen neuen Tempel Salomos errichten wollte. Zu dieser Zeit waren Salomos Gedanken allgegenwärtig und Gegenstand zahlreicher Publikationen. Nur wenige Jahre vor dem Baubeginn hatte Rabbi Raschi, der seine Ausbildung in der jüdischen Gemeinde in Worms erhalten hatte, in Troyes einen Strukturplan des ehemaligen Tempels Salomos gezeichnet. Damit erweiterte er die große Zahl von Schriften die diesen Tempel, von dem es bis heute keinerlei Zeug- nisse gibt, kommentierten und zugleich neue Rekonstrukionszeichnungen boten. Zu jener Zeit wurde Worms von Juden auch Warmaisa genannt und die dort ansässige jüdische Gemeinde wurde auch als `Kehilla Kedoscha´, als die Heilige Gemeinde, bezeichnet. Ebenso hatte sich für Worms auch der Name Klein Jerusalem eingebürgert. Obwohl erste Nachweise ab dem Jahr 960 existieren dürfte die Gemeine schon einige Zeit früher gegründet worden sein. Dies wird auch in einigen Legenden thematisiert, von denen eine erzählt, dass Juden bereits nach der ersten Zerstörung des Tempels von Jerusalem 587 v. Chr. ins Rheinland gezogen waren.

       Modell des salomonischen Tempels, Museum für Hamburgische Geschichte,        Christoph Braun

Im frühen Mittelalter galt Salomos Tempel als Vorbild eines Gotteshauses. Vor allem der im 4.Jhd. Lebende Ambrosius von Mailand (339–397) förderte die überlieferten Vorstell-ungen und sah den Salomonischen Tempel sah er als Typus der Kirche an, die von Gott gebaut wird. Auch im Werk seines Zeitgenossen des Augustinus erscheint der Jerusalemer Tempel als eine Vorausdeutung der Kirche. So schreibt Augustinus : `Als sich das Glück König David in reichem Maße zuwandte, fasste er den Plan, Gott ein Haus zu errichten.´ Eine ganz ähnliche Auffassung vertrat. der Bischof von Kyrrhos und bedeutende Theologe Theodoret. Er sah den Salomonischen Tempel als Prototyp aller Kirchengebäude auf Erd- en. So sah er in den biblischen Bauten wegen deren Gottgewolltheit die denkbar höchste Legitimität.

Ausrichtung von St. Peter

Diese Begeisterung für ein Bauwerk das die Menschen dieser Zeit begeisterte spiegelt sich auch im Dom zu Worms. Mit einer Abweichung der Kirchenachse um 41,5 Grad aus der Ost-West Richtung entspricht sie keinem möglichen Sonnenaufgangspunkt, doch für diese Ausrichtung bieten sich zwei Erklärungen an. Zum Sonnenaufgang am Gedenktag von Petristuhl im Februar, wurde der Winkel des Sonnenaufgangspunktes am Tag des heiligen Amandus, dem Stadtheiligen von Worms addiert. Doch die zweite Erklärung erscheint vor dem Hintergrund der theologischen Erörterungen viel wahrscheinlicher. Der Dom wurde insgesamt auf den Standort des Salomonischen Tempels auf dem Tempel- berg in Jerusalem ausgerichtet. Dies bestätigt nicht nur die Verfolgung der Linie auf der Karte, sondern auch die Berechnung mit Hilfe eines sphärischen Dreiecks erzielt das selbe Ergebnis .

Dies beweist einmal mehr, dass den Menschen des Mittelalters die Kugelgestalt und vor allem das Maß der Erde längst bewusst war. Ohne die Kenntnis der Texte aus dem griechisch-hellenistischen Raum wäre die exakte Berechnung sicher nicht möglich gewesen. Das Gerücht dass zu dieser Zeit der Glaube von der Erde als Scheibe vorherr- schte taucht Mitte des 19. Jahrhunderts auf, um im Zuge der erstarkenden Wissen-schaften, das von der Kirche beherrschte Mittelalter als besonders `wissenschafts-feind- lich, primitiv und auch abergläubisch´ erscheinen zu lassen.

Bilder: Wikipedia / Südseite mit Nikolauskapelle, Ato 01- BY-SA 3.0 / Rubens, Schlüsselübergabe, um 1615. Berlin, Gemäldegalerie, Sailko – CC BY 3.0 / Modell des salomonischen Tempels im Museum für Hamburgische Geschichte (Detailansicht), Christoph Braun / Modell des salomonischen Tempels im Museum für Hamburgische Geschichte, Christoph Braun / Simulation https://planetcalc.com/ google map

Der Tempelberg und die Zahl 42

Die Kaaba in Mekka 2008, deendotsg, Wikemedia, CC BY 2.0

Der Vorläufer der Kaaba in Mekka soll von dem Patriarchen Abraham erbaut worden sein. In den Erzählungen wird aber auch ein Bau Adams angedeutet. Darüber sind sich die Gelehrten des Islam jedoch nicht einig. Einige behaupten auch, dass der erste Bau von Engeln errichtet wurde und andre halten ihn tatsächlich für ein Werk Adams das zerfallen sei . Einigkeit herrscht aber darüber, dass das Bauwerk vom Patriarchen und Propheten Abraham, zusammen mit seinem Sohn Ismael wieder aufgebaut wurde. Dazu schildert ein Text in  Quran 2:127 folgende Begebenheit. `Und als Abraham mit Ismael die Grund-mauern des Hauses errichtete (sagte er): „Unser Herr, nimm von uns an; denn wahrlich, Du bist der Allhörende, der Allwissende.

Rembrandt: „Der Engel verhindert die Opferung Isaaks“, The Yorck Project

Doch die Existenz Abrahams, dem Vater der Völker, wird außerhalb der Glaubenser-zähl- ungen in keinen andren Quellen erwähnt. Auf Grund der darin geschilderten Zeitum-ständ- en, müsste er aber am Beginn des 2. Jahrtausends v. Chr. gelebt haben. Seit dieser Zeit soll die Kaaba mehrmals wieder aufgebaut wurden sein. Zur Zeit des Propheten wird sie als ein Bauwerk geschildert, das ohne Steine und Mörtel errichtet worden war und kaum die Höhe eines Mannes erreichte. Da Schätze daraus gestohlen wurde, beschlossen die Quraisch sie neu aufzubauen und ein Dach hinzuzufügen.

Mohammed beim Anbringen des Schwarzen Steines, Buchillustration des Dschami’ at-tawarich, 1315

Kaaba bedeutet auf Arabisch `der Würfel´. Dennoch weist das Bauwerk keineswegs die idealen Maße dieses platonischen Körpers auf. Es steht auf einem 48cm hohen Marmorsockel und hat eine Höhe von 13.10m, eine Länge von 12,62m und eine Breite von 11,03m. Diese Maße lassen sich aber auf ein gemeinsames Vielfaches zurückführen, das auch eine Erklärung für die geringfügigen Maßunterschiede bietet. Zugleich zeigen die, mit welch symbolischem Zahlenverhältnis die Kubatur der Kaaba entwickelt wurde. Das gemeinsame Vielfache, wenn der Sockel zur Höhe mitgerechnet wird, ist das Maß 0.5252m, was damit die Anzahl der Jahreswochen beinhaltet. Damit entspricht die Länge 24, die Breite 21 und die Höhe 26 Maßeinheiten. Die Kaaba ist die heiligste Stätte im Islam und sie ist die Qibla, die Richtung zu der die Muslime beten.  Sie wird aber auch Al Bait Al Atiq, das befreite Haus genannt und von ihm heißt es, dass das der Prophet Muhammad und Gottes Segen es davor bewahrten, unter die Herrschaft von Tyrannen zu kommen.

Der Felsendom, Berthold Werner

Auf geheimnisvolle Weise ist dieses Heiligtum des Islam aber mit dem Tempelberg in Jerusalem verknüpft. Auch dies ist ein Indiz dafür, dass die beiden großen monotheist-ischen Religionen viel enger verwandt sind, als sie dies wahrhaben wollen. Einige Relig- ionswissenschaftler gehen sogar so weit zu sagen, dass der Islam in Wirklichkeit seine Entstehung einer Gruppe abtrünniger aramäischer Christen verdankt. Diese Ver- bindung wird durch die Zahl 42, dem Produkt aus 7 und 6 hergestellt.Dabei rückt sofort die Zahl 666 ins Blickfeld. Sie wird meist für die Zahl des Tieres gehalten und ist doch vielschichtig interpretierbar. Das macht wohl auch ihren Reiz aus. Diese Bandbreite umfasst die göttliche Trinität als das gleichseitige Dreieck mit seinen drei 60°Winkeln, eine Chiffre für den Kaiser Hadrian oder auch Nero, aber auch für den Beginn des Korans, wo die Begrüßung Bismallah dem Zahlenwert 666 entspricht. Im Altgriechischen entspricht die 666 dem Lautwert der drei Buchstaben χξς (Chi, Xi und Stigma). Einer von Ihnen das Chi wurde in der Kombination Chi-Rho zum Christusmonogramm `CHI RHO´. Das Xi jedoch findet sich aber auch im Namen Allahs wieder, dessen Lautwert der Zahl 7 entspricht. Wie Teile der zahl 666 für die Namen von Christos und Allah stehen, so vereist die 42 auf die Entfernung von Felsendom und Kaaba.

Die Verbindung Tempelberg-Kaaba, Entfernung 4200000 pes romanus,

Wird die Entfernung der beiden Bauwerke Felsendom und Kaaba von 1238,24km, durch dieses Maß durch die noch bis ins frühe Mittelalter gebräuchliche Länge des pes romanus, des römischen Fußes geteilt, erhält man die Zahl 4200000. Sie entspricht dem Produkt 6x7x100000, einem Maß der beiden sakralen Zahlen 6 und 7. In seiner Studie Chronologie der Bibel geht Dr. Paul Gerhard Zint ausführlich auf die Bedeutung der Zahl 42 ein. Im Kontext der Bibel beschreibt die 42 das Kommen des Sohnes Gottes auf die Erde und als Sinnbild der Schöpfung. Sie steht sowohl an ihrem Beginn (Schöpfungwoche 6 Tage und der 7. Tag als Ruhetag) , aber auch am Ende der biblischen Ereignisse des Alten und des Neuen Testaments. Im 13. Buch des Alten Testamentes wird im 6. Kapitel die Fertigstellung des Tempels geschildert, worauf dessen geschichtlicher Teil endet. Auch das Neue Testament beginnt mit der zahl 42. denn 42 Geschlechter mussten vergehen, ehe der Messias kommt. Wie die Kaaba mit dem Tempelberg verknüpft ist, ist dies auch die Geschichte des Propheten Mohammed, der hier nach einem Gebet in den Himmel ritt. Wie in der 42, so taucht die in beiden Religionen heilige Zahl 7 auch im Winkel der Verbindungslinie auf, denn sie weicht um 21° von der Nordrichtung nach Westen ab.

Wie die Texte beider Religionen eine ähnlich intensive Verknüpfung von Zahlen-symbolik und Inhalt aufweisen, scheint diese Symbolik auch den Ort und die Be- ziehung der heiligen Stätten beeinflusst zu haben. Wohl zurecht, denn im Buch Hennoch steht geschrieben, dass die Maße einst von Gott gegeben wurden. Betrachtet man nun die heutige Situation auf dem Tempelberg, ist also der Streit um das Felsplateau ein völliger Irrsinn.

Bilder: Wikipedia/ Die Kaaba in Mekka 2008, deendotsg – originally posted to Flickr as The Sacred Precinct ; CC BY 2.0 / Rembrandt: „Der Engel verhindert die Opferung Isaaks“Rembrandt – The Yorck Project: 10.000 Meisterwerke der Malerei. DVD-ROM, 2002. ISBN 3936122202. Distributed by DIRECTMEDIA Publishing GmbH. / Mohammed beim Anbringen des Schwarzen Steines, aus einer Buchillustration des Dschami’ at-tawarich (1315), Rashid Al-Din – Jami al-Tawarikh („The Compendium of Chronicles“ or „The Universal History“) This illustration is in a folio in the Oriental Manuscript Section of the /Der Felsendom, Berthold Werner , Gemeinfrei , Simulation googlemap

Der Code des Salomo – Teil 2

Rekonstruktionsversuch des salomonischen Tempels

Salomonischer Tempel mit dem ehernen Meer (entspricht nicht den Maßen der Bibel)

Das Volumen von Salomos Tempels lässt sich aus den in der Bibel angegebenen  Maßen von 60Ellen Länge x 20Ellen Breite x 30Ellen Höhe errechnen. Dieser Quader entspricht einem Volumen von 36000 Kubilkellen. Die 36 ist eine mathematisch äußerst interessante Zahl, denn sie entspricht der Summe der ersten 8 Zahlen und verweist damit auch auf die in der Chronologie erwähnte zahl 480. Nach der 1 ist die 36 die erste Dreieckszahl die gleich-zeitig auch eine Quadratzahl darstellt. Auf das Volumen verweist die 36 bei der Addition der ersten drei Kubikzahlen von 1,2,3.Ihre vielfältige Eigenschaften lassen auch die Gründe verstehen, weshalb sie auch zur Zahl des Vollkreises wurde, der heute Orien-tierung von Raum und Zeit verbindet. Historiker sehen die Gründe auch im Sexagesi- malsystem, dem babylonischen Zählsystem verborgen. Dabei führen sie zwei Gesichts-punkte an, die Kalenderrechnung, die das Jahr in 12 Monate zu 30 Tagen einteilte und eine Zählweise mit Hilfe der Fingergliedmaßen.

Die Zahl 36 setzt sich aus Lamed (Zahlenwert 30) und Waw (Zahlenwert 6) zu- sammen

Die Zahl 36 fand ihren Niederschlag in der Legende der 36 Gerechten (hebräisch: lamed-waw zadikim). Sie besagt, dass es auf der Erde stets sechsunddreißig Gerechte geben wird, um derentwillen Gott sie trotz der Sündhaftigkeit der Menschen nicht unter- gehen lässt. Diese 36 sind als namenlos geschildert und können allen Ständen oder Berufen angehören. Doch ohne ihre selbstlos erbrachten Werke wäre die Erde längst zerstört worden. Sobald aber einer von ihnen stirbt, wird ein weiterer Gerechter geboren, so die Legende, der die bestehende Lücke ausfüllen wird. Eine weitere Querbeziehung der Zahl 36 zur Zeit vor dem Bau des Tempels findet sich auch in den 18 Kapiteln des 4. Buches Mose, denn hier wird der Weg durch die Wüste, der Selbstfindung beschrieben, der schließlich in diesem symbolischen Bauwerk mündete. Eine Zerlegung der 36 in die Faktoren 3 und 12 verweist bereits auf die Botschaft des Neuen Testamentes, wo 12 Apostel in die Welt gesandt werden um den Glauben zu verkünden. Diese Apostel schaffen die Grundlage der späteren Kirche, der Eklesia. Auch hier gibt der Zahlencode 36 bereits einen Ausblick auf das Kommende. Lea ist die erste Ehefrau des Patriarchen Jakob und Mutter von 6 Söhnen die als Stammväter der 12 Söhne Israels gelten. Der Name Lea hat den Zahlenwert 36 (Zahlencode 30_1_5)und entspricht damit auch der späteren Eklesia.

Lea mit ihren Kindern, G.B.Tiepolo, Patriarchenpalast, Udine

Leben und Tod sind in der Antike eng mit einander verbunden. Deshalb waren Frucht-barkeitsgöttinnen oft auch Schlachten- oder Totengöttinnen. Auch bei der 36 zeigen sich diese gegensätzlichen Aspekte. Im Alten Testament hat das hebräische Wort Fluch den Zahlenwert 36 (Zahlencode 1_30_5). Im Neuen Testament tritt an diese Stelle das Wort Satan, das 36 mal erwähnt wird. Die alles entscheidende Frage, die hilft die Bedeutung der 36 schlussendlich zu klären, wird im 1.Buch Mose gestellt. (1. Mose 3.9)  Dort wird von der Frage berichtet, die Gott jedem Menschen stellt. `Und Jahwe Gott rief den Menschen und sprach zu ihm: Wo bist du?´ Diese Frage `Wo bist du´ hat in der hebräischen Sprache den Totalwert 36. Damit wird das Volumen von Salomos Tempel zu einem ideellen Raum der einen Bund ermöglicht, bei dem aber jeder Mensch für sich diese alles entscheidende Frage beantworten muss.

Auch die Oberfläche des Tempels verweist wieder auf die in der 36 enthaltene 6. So haben die beiden Seiten jeweils eine Fläche von 1800Quadratellen, das Dach 1200 Quadratellen , sowie Vorder- und Rückseite jeweils 600 Quadratellen. Alle Flächen addiert ergeben dann 6000 Quadratellen. Damit schafft die Oberfläche des Tempels wieder eine Brücke zur ersten vollkommenen Zahl des Zahlenstrahls. In der Bibel wird die Zahl 1000 mehrmals im Zusammenhang von Fülle und Reichtum erwähnt. Dies wird bei Regierungsantritt Salomos deutlich, wo im 1. Buch der Könige(1Kön 3:4) sein Opfer geschildert wird. `Auf dem Brandopferaltar der Stiftshütte brachte er 1000 Brandopfer dar und beschloss die Tempelweihe mit einem Dankopfer von 22 000 Ochsen und 120 000 Schafen. Eine unvorstellbare große Anzahl angesichts der dich verhältnismäßig kleinen Maße des Bauwerkes und den damals zur Verfügung steh- enden Ressourcen eines einfachen Bauernvolkes.

König Salomon (Rex Salomon). Die Reichskrone, 11. Jhd., Schatzkammer Wien

Führende Archäologen befürchten, dass durch Baumaßnahmen der muslimischen Verwaltung die letzten Reste des jüdischen Tempels bewusst vernichtet werden. Der Streit eskalierte nach dem Ausbruch des Palästinenser-Aufstandes im September 2000 und seit dem verweigern Muslime allen Juden, auch Archäologen, den Zutritt zum Tempelberg. Die irrige Annahme, dass es sich beim Tempel Salomos um ein reales Bauwerk handeln muss, führt zu einem beständigen Konflikt der in dieser Form völlig sinnlos ist. Der Code Salomos zeigt deutlich, dass sich auch in der Be- schreibung des Tempels, ebenso wie in anderen biblischen Objekten, wie der Arche oder der Bundeslade, eine reine Zahlensymbolik verbirgt, die eng mit der Chrono- logie der Bibel verbunden ist. In deren Texten wurden historische Ereignisse mit zahlreichen Legenden vermischt und wie Folien übereinander gelegt. Doch den Hintergrund all dieser symbolischen Maße bildet ein religionsphilosophisches Modell, das mit seiner mathematische Struktur einen überzeitlichen Glauben ver- mittelt. Dass die Erkenntnis des Codes friedensstiftend gedacht war, dafür steht ja auch der vermeintliche Erbauer Salomo, dessen Name sich aus dem hebräischen Wort Schalom, Frieden ableitet. Die heutige Situation kann also nur als Perversions dieses einstigen Modells betrachtet werden.

Bilder: Wikipedia/ Plan salomonischer Tempel / Modell des Salomonischen Tempels mit dem ehernen Meer / Odyssee / Lea mit ihren Kindern, G.B.Tiepolo, Patriarchenpalast, Udine , Wolfgang Sauber / König Salomon (Rex Salomon). Die Reichskrone Westdeutsch, 2. H. 10. Jahrhundert, MyName (Gryffindor)