Der Rest der Stadt – Civitas Tropaensium

Civitas Tropaensium was a Roman castrum situated in Moesia Inferior in modern Constanţa County, Romania. It was settled by Roman veterans of the Dacian Wars and became a municipium shortly before 170 AD. Constantine I rebuilt the city after it was destroyed by the Goths and it survived until the Avars sacked it in 587 […]

über Civitas Tropaensium — following hadrian photography

Für Merkur gebaut

Das Kapitol von Ostia, Foto AlMare

Bereits im 3.Jahrhundert v. Chr. entwickelte sich der Ort Ostia zur Hafenstadt Roms. Sein Name verweist auf den lateinischen Begriff ostium, die Tür, der Eingang oder auch die Öffnung. Hier hatte der vierte König von Rom, Ancus Marcius, im 7. Jhd. v. Chr. die erste römische Kolonie gegründet. Sie wurde später auch zum wichtigen Stützpunkt bei Kriegszügen, wie der Versorgung der Armee im Kampf gegen Hannibal in Spanien, oderr dem Feldzug von Scipio Calvus gegen die Karthager. Während der Herrschaft von Claudius wurde ein großer, künstlicher Seehafen gegraben, der unter Nero im Jahr 54 eingeweiht wurde. Dieser wurde unter dann unter Trajan nochmals um ein zusätzliches sechseckiges Hafenbecken erweitert. Dieser Hafen, Portus genannt, lag nun in einiger Entfernung von der ursprünglichen Stadt. Diese Verlagerung führte aber nicht dazu, dass Ostia verlassen wurde, oder sich das Zentrum der Stadt verschob.

Hafen von Ostia, Stich aus dem Jahr 1573, Matthias Holländer, selbst bearbeitet

Das Sechseck bot eine übersichtliche und dadurch auch leicht zu überwachende Form des Hafens. Ebenso interessant ist aber auch die symbolische Bedeutung der Form. Als dritte Dreieckszahl verwies die Zahl 6 ebenso auf die Vollkommenheit, wie auf die Stabilität der Trinität. Gleichzeitig verwies die 6 im ptolemäischen Weltbild auf die Planetenzahl 6, die dem Planeten Jupiter zugeschrieben wurde. Doch die symbolträchtige Zahl hatte, wie jüngste Forschungen zeigen, auch eine geheimnisvolle Verbindung mit dem Erbauer des Hafens. Die Zahl 666, die in der Offenbarung des Johannes auf Grund eines Übersetz-ungsfehlers als Zahl des Tieres gedeutet wird, war in der Vergangenheit des Öfteren Gegenstand von Spekulationen. In ihr wurde ebenso auch der Code für den Namen eines römischen Kaisers gesehen. Eine Erklärung bietet nun die Diplomarbeit der Informatik- studentin Diana Altmann, die von Hans Taeuber vom Institut für Alte Geschichte und Altertumskunde der Universität Wien betreut wurde. In dieser Arbeit schrieb sie ein Computerprogramm das den Code entschlüsselte. So errechnet sich die Zahl 666 aus dem Namen Ulpius, dem Gentilname von Marcus Ulpius Traianus. Die Rechnung funktioniert aber nur, wenn man Ulpius in der griechischen Form als Oylpios schreibt. Werden dann die Lautwerte der einzelnen Buchstaben addiert, so ergibt die Rechnung: 70+400+30+80+10+70+6=666. Da die Zahl gleichzeitig die Summe der Zahlen 1 bis 36 darstellt, verweist sie auf die Voll- kommenheit des Kreises und damit auf Zeit und Raum.

Der Hafen und die Sonnenrichtung

Wie bei jedem Bauwerk, stellt sich auch bei m Hafen von Ostia die Frage der Ausrichtung. Hier lassen sich zwei Richtungen identifizieren: Die Hauptrichtung, die auch die Planung der etwas entfernt liegenden Stadt bestimmte, wird durch den Sonnenaufgang am 15. Mai, dem Feiertag der Mercurialia bestimmt. Der Festtag war dem Gott des Handels, Mercurius geweiht. An diesem Tag besprenkelten Händler ihre Köpfe, ihre Geschäfte, aber auch ihre Schiffe mit heiligem Wasser. Dieses Wasser stammte aus der Quelle Aqua mercurii, die an der Porta Capena in Rom lag. Dieses Tor zählte einst zu den wichtigsten der Haupt- stadt. Im römischen Staatskult spielte Mercurius eine bedeutende Rolle, da er als Gott der Händler zugleich auch Beschützer des wichtigen Handels mit Getreide war. Ebenso war er zuständig für den Gewinn, den daraus resultierenden finanziellen Wohlstand und den Schutz der Reisenden. Insofern erfüllte Mercurius all die Aufgaben, die das Gedeihen des Hafens unterstützten.

Bronzefigur des Mercurius (1./2. Jhdt.), Foto Jastrow

Doch die geometrische Figur bot auch Trajan die Möglichkeit sich in dem Konzept zu verewigen. So weist die Diagonale im Sechseck auf den Sonnenuntergang am 18. September, dem Geburtstag des Kaisers. Sonnenauf – und Untergang wurden auf ele- gante Weise mit Hilfe der Figur verknüpft. Heute erscheint das Datum des 15. Mai passend zur Mitte des Monats, doch der Tag teilt die Zeit zwischen Frühjahrsäquinoktium und der Sommersonnenwende in zwei Abschnitte die auf das Modell der pythagoreischen Tetraktys hinweisen. So entspricht der längere Abschnitt von 55 Tagen auch der Summe der Zahlen 1-10 und damit auch den 10 Punkten des Tetraktysdreieckes. Die kürzere Zeitabschnitt vom 15. Mai bis zur Sommersonnenwende mit 37 Tagen verweist somit auf das gesamte Tetraktys – Dreieck, das aus 37 Elementen mit 10 Punkten, 18 Strecken und 9 Flächen besteht. Mit seiner baulichen Struktur offenbart die Hafenanlage von Ostia ein komplexes mythologisches Denksystem, in dem die gebaute Welt dem Schutz göttlicher Mächte unterstellt wurde.

Bilder: Wikipedia / Das Kapitol von Ostia, Foto AlMare / Hafen von Ostia, Stich aus dem Jahr 1573, Matthias Holländer, selbst bearbeitet / Bronzefigur des Mercurius (1./2. Jhdt.), Foto Jastrow / TetraktysModell und dessen Aufbau / http://www.decemsys.de/system/zahlen/pz-235.htm. Simulation, Sunearthtools