Arausio, die Stadt des Wassergottes

Stadtgründungsbogen in Orange, Foto Andim

im Süden Frankreichs, im Département Vaucluse, liegt die Stadt Orange.noch heute strahlen hier die erhalten römischen Bauwerke den einstigen Glanz Roms aus. Die Prachtvollen Bauwerke lassen aber nicht erahnen, dass der Name Arausio auch an eine der größten Niederlagen des römischen Heeres steht. So traf hier am 5 Oktober 105 v. Chr. eine Streitmacht aus Kimbern und Teutonen unter der Führung des Königs Boiorix auf ein Heer der Römer. Trotz der Streitmacht mit zum größten Teil schlecht ausge- rüsteten Kriegern, konnten sich die beiden römischen Befehlshaber nicht auf eine gemeinsame Strategie einigen und stritten sich um die Führung des Ober- kom- mandos.Diese Spaltung in zwei Heeresteile nutzten die anrückenden Feinde geschickt aus. um Roms Militärmacht eine vernichtende Niederlage beizubringen. Laut den Geschichtsschreibern sollen dabei nur 10 Legionären die Flucht gelungen sein, während 80000 von der gegnerische Streitmacht erschlagen worden sein sollen. Doch die Feinde Roms nutzten ihre Chance nicht, noch weiter vorzustoßen. Ein Teil von ihnen wanderte weiter in Richtung Spanien und der andere ins Innere Galliens, wo sie dann knapp 50 Jahre später von Cäsar besiegt wurden. Die Lage der Stadt an der Via Agrippa begünstigte das Aufblühen der Stadt unter rmischer Herrschaft, so dass Arausio in den folgenden Jahrhunderten zu einer wichtigen Provinzstadt in der Provinz Gallia Narbonensis wurde.

Theater in Orange, FotoKlausF

Der Name Arausio wird auf Grund einiger Weiheinschriften auf einen keltischen Wassergott zurückgeführt der in dieser Region verehrt wurde.Der heute noch imposant wirkenden römischen Bauten entstand aber erst nach einer erneuten Schlacht, denn knapp 100 Jahre nach dem denkwürdigen Sieg kam es zu einer Revolte in dne Prov- inzen Belgica und Lugdunensis. Die gallischen Anführer hatten ein allerdings wieder ein schlecht ausgerüstetes Heer um sich versammelt und im Jahr 21. n, Chr. wurde dieses Heer durch die Römer unter dem Kommando von Tiberius vernichtend geschlagen. Im Anschluss an diese Schlacht wurde die Stadt vollkommen zerstört und anschließend als Planstadt wieder neu errichtet. Von dieser Überlegenheit der römischen Kultur, wie auch deren Militärmacht zu Land und zur See kündet der vor der eigentlichen Stadt errichtete Triumphbogen. Mit einer Höhe von 19.21 und einer Breite von 19.5m gilt das Bauwerk als einer der am besten erhalten Triumphbögen seiner Zeit. Sein Bildprogramm stellt Kampfszenen dar und rituelle Gegenstände.

Rekonstruktion Arausio, Visualisierung The Lost Treasure Chest,

Doch der auffälligste Aspekt dieser Inszenierung Roms ist die Ausrichtung der Triumphstraße mit einem Azimut von 164° nach Südost. Dieser wert entspricht auch dem Produkt von 4×41 und verweist damit ebenso auf das Doppelrautenkreuz der griechsch-römischen Tetraktys. Doch die Ausrichtung markierte gleichzeitig die erste Sicht des Sternes Altair am Abend 27. August, dem Feiertag des römischen Wasser-gottes Volturnos. Gemäß er Auffassung des antiken Schriftstellers Varro zufolge, soll ein Fluss mit Namen Volturnus zu einem göttlichen Wesen geworden sein und galt fortan als Schwiegersohn des Ianus. Andere römische Quellen beschreiben Volturnos aber den personifizierten Tiber. In dieser Rolle hätte er dann durchaus Ähnlichkeiten mit dem lokalen keltischen Wassergott Arausio. Über den gallischen Wassergott und seinen Kult ist jedoch außer einigen Weinschriften kaum etwas bekannt. Die Plane der Stadt sahen aber einen Bezug des Wassers zum Gedeihen der Natur und so wurde die Querrichtung der Triumphstrasse auf den Sonnenaufgang am 19. April ausgerichtet.

Die Ausrichtung von Arausio

Dies war das Ende der Ludi Cereris, des Festes zu Ehren der Göttin Ceres. Ohne das nötige Wasser, für das der Wassergott, in Gestalt des Volturnus /Arausio stand, gab es ja keine Fruchtbarkeit in der Natur. Meist wurde die Göttin Ceres, die auch als Ceres Legiferia, die Gesetzgeberin und Heilige Richterin bezeichnet wurde, mit strohblonden, oder auch goldfarnen Haaren beschrieben. Deren Farbe lebt auch im Ortsname Orange weiter, Innerhalb der geschichtlichen Entwicklung wurde er mit einem ähnlich kling- enden lateinischen Wort verschmolzen und so wurde aus Arausio der Name Orange und diese Frucht wurde im Mittelalter noch als pomum aurantium, der goldene Apfel bezeichnet. Doch die Farbe arbe Organe verbindet die Ceres/Demeter auch mit dem Gott des Rausches, Bacchus/Dionysos Er trug ein orangefarnenes Gewand und bildete mit Ceres/Demeter und Proserpina die eleusische Trias.

Bilder:Wikipedia/ Stadtgründungsbogen in Orange, Foto Andim, CC BY-SA 3.0 / Theater in Orange, FotoKlausF CC BY-SA 3.0 Rekonstruktion Arausio, Visualisierung The Lost Treasure Chest, tps://thelosttreasurechest.wordpress.com// Simmulation Arausio, Stellarium, sunearthtools.